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Zwiespältiges Verhältnis Mutter

1. Juli 2019 um 10:39 Letzte Antwort: 15. Juli 2019 um 0:08

Hallo liebe Mitglieder,
ich habe mich heute hier angemeldet (nach langer Überlegung), um einfach mal nach eurem Meinungsbild bzw. ähnliche Erfahrungen zu fragen.
Ich bin 23 Jahre (m) und lebe noch bei meiner Mutter, da ich zum Studium nicht extra aus Hamburg wegziehen wollte und ihr so eine Stütze nach dem Tod meines Vaters sein konnte. Mein jüngerer Bruder ist bereits ausgezogen und wohnt allein in der Nähe von Hamburg, hat allerdings nur selten Kontakt zu uns, aufgrund unterschiedlicher Streitereien.
Jedoch hat sich die Beziehung zu meiner Mutter stark gewandelt. Nach dem Tod meines Vaters, war ich ihr immer eine große Stütze, habe ihr geholfen wo es nur ging. Allerdings habe ich immer öfter das Gefühl, dass sie mich nicht als eine selbstdenkende Person ansieht. Wenn ich ihr helfe und bei ihr bin, ist sie stolz auf mich und sagt wie glücklich sie sei, dass sie mich hat. Wenn ich mich aber mit Freunden verabrede etc. kommt schon der erste Spruch ("Vergiss aber deine Mutter nicht, die hier allein ist!". Wenn ich an einem Tag keine Zeit für sie habe, wird sie wütend und sagt ich würde ihr niemals helfen, nie sei ich für sie da! Diese Worte ändern sich sobald ich ihr den nächsten Gefallen tue. Sie hat keine weitere Bezugsperson und geht auch nicht arbeiten. Allerdings sucht sie auch nicht aktiv nach ihnen. Ich habe ihr schon öfter vorgeschlagen sich in Vereinen etc. anzumelden, was sie nicht möchte. Auch ein Ehrenamt kommt für sie nicht in Betracht.
Allmählich komme ich selbst mit der Situation nicht klar, weil ich mich in meiner Freiheit eingegrenzt sehe, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Jedoch will ich nicht ausziehen, weil ich die Befürchtung habe, dass sie ohne mich nicht klarkommt und einsam ist.
Sie arbeitet sehr oft mit emotionaler Erpressung im HInblick auf ihr eigenes Wohlergehen, ohne meine Ideen und Gedanken nachzuvollziehen, denn Gespräche meinerseits waren leider immer erfloglos. Sie sieht sich immer im Recht und betrachtet es als ihr Recht, dass ich mich um sie sorge.

Ich weiß einfach nicht was ich sonst machen soll

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1. Juli 2019 um 13:09

Ganz klarer Fall von Rollentausch: Deine Mutter kommt alleine nicht klar und du als Tochter übernimmst jetzt die Mutterrolle für sie. Und das wird ewig so weitergehen, wenn du keine klare Ansage machst und damit aufhörst, sie zu bemuttern. Vermutlich will sie, dass du den Rest deines (oder ihres) Lebens bei ihr verbringst und auf sie aufpasst, da sie zu bequem ist, um sich ein eigenes Leben aufzubauen, Freunde zu suchen und arbeiten zu gehen. Warum arbeitet sie denn nicht? Wie alt ist sie denn? Hat sie überhaupt jemals gearbeitet? Ich wette, du darfst auch den Haushalt ganz alleine schmeißen und dir trotzdem immer wieder anhören, wie wenig du ihr helfen würdest. Deine Mutter verhält sich unverschämt und kindisch. Und vor allem: sie verbaut deine Zukunft, denn solange sich dich komplett vereinnahmt, wirst du niemals dein eigenes Leben führen können.
Sie scheint auch äußerst manipulativ zu sein, wenn sie dich emotional erpresst und dich soweit konditioniert, dass du dich schlecht fühlst wenn du sie mal für eine Weile alleine lässt, während ihre Stimmung sich ändert sobald du einen Gefallen für sie tust. Für ihre Einsamkeit ist sie letztendlich selbst verantwortlich, sie könnte sich ja ändern und aktiv nach Freunden suchen, etc. Würde sie arbeiten gehen, könnte sie auch mit Kollegen/Kolleginnen abhängen. Will sie aber nicht. Ist eben einfacher, die Tochter zu erdrücken.

>>Sie sieht sich immer im Recht und betrachtet es als ihr Recht, dass ich mich um sie sorge.<<

Nein, sie ist nicht im Recht mit dem was sie tut und es ist DEIN Recht, dein eigenes Leben zu führen und dich um dein eigenes Wohlergehen zu kümmern. Um sie sorgen kannst du dich, sobald sie alt und krank ist, aber bis dahin fange endlich an zu leben! Sie wird nie selbstständig werden, wenn sie sich immer darauf verlassen kann, dass ihre Tochter schon angerannt kommt, sobald sie nur etwas rumjammert.
Dein kleiner Bruder war schlau genug sich zu distanzieren. Tu es ihm gleich.

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2. Juli 2019 um 17:28

du musst dich langsam aber sicher abnabeln , so wie es dein bruder bereits getan hat. wenn sie euch braucht da sein okay, aber sie muss langsam aber sicher den arsch alleine hoch kriegen

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15. Juli 2019 um 0:08

Ich kann mich nur anschließen: versuche dich abzunabeln. Das Alter dazu hast du.
Für dich wird es sonst später nicht einfach. Spätestens wenn du eine Partnerschaft eingehen willst.
Gut ist, dass du selbst siehst, das etwas nicht im Gleichgewicht ist.
Empfehlenswert ist das Buch: "Frauen wollen erwachsene Männer" von Roland Kopp-Wichmann.
Ich vermute, dass ich selbst daheim zu ein Exemplar Muttersohn habe. Es ist nicht einfach.
Selbst habe ich auch einen 18 jährigen Sohn. Im Gegensatz zu meinem Partner tausche ich mit meinem Sohn nicht jede Belanglosigkeit des Alltags aus.
Ich wünsche dir alles Gute. 

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