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Zwei Herzen schlagen in seiner Brust

30. November 2019 um 9:47 Letzte Antwort: 4. Dezember 2019 um 21:47

Um es mal Poetisch klingen zu lassen. Was eigentlich traurig ist. 
Vor 8 Jahren lernte ich einen Mann kennen. Auf umständlichen Wegen lieben. Wir leben zusammen. Er, meine Kinder und ich. Seit 5 Jahren nun. 
Kennengelernt habe ich ihn, als ich kein Interesse an was Ernstem hatte. Es ergab sich langsam. Es zog uns zusammen. Mir war immer klar, dass ich nicht die Einzige bin. Aber irgendwann wurde ich "die Eine" für ihn und er der Eine für mich. 
An Treue habe ich ihn nie gebunden. Ich binde ihn insgesamt wenig. (Und nein, ich habe mich nicht aufgegeben und friste jetzt ein depressives Dasein im Bann meines untreuen Mannes.. gleiches Recht für alle)
Er hat psychische Probleme. Diese sind stark verbunden mit den Selbstzweifeln dieses außergewöhnlich attraktiven Mannes. Wenn das Leben stressig und hektisch, die Arbeit anstrengend wird, zieht er alles ins negative. Und immer diese Phasen sind Auslöser für wahnsinnige Launen und unüberlegte Affären, die auch schon langfristige Auswirkungen haben (18 Jahre lange nämlich). 
er beginnt dann sich in ein schwarzes Loch einzugraben, jedes wohlwollen wird übersehen oder weiter negiert. Er ist dann Unfähig liebevoll oder auch nur respektvoll zu sein. Anerkennung ist ihm dann fremd. Er bemitleidet sich in hohem Maß selbst (schneidet sich an einer Seite und jammert, dass "DAS" eben sein Leben und alles nur noch Mist ist- also wirkliche Kleinigkeiten) er grämt sich über alles und jeden. Der Mann ist 40 und trifft sich dann mit 20 jährigen groupies (Sex ist das einzige, was er dann kontrollieren kann und kleine Mädchen zu manipulieren scheint für ihn dann ein Mittel zu sein um irgendwie klar zu kommen.) Die Genetik hat ihn gut bedacht. Und so ist es ihm ein Leichtes. 
Nach einem großen Streit ließ ich im Frühling die Schlösser tauschen und sperrte ihn aus. 3 Wochen Ruhe. Funkstille. Denn zum ersten Mal suchte ich Krim Gespräch sondern machte weiter. Ich hörte das ein oder andere aber es war mir gleich. Er kontaktierte mich zunächst mit Anweisungen. Dann mit kleinen Texten. Ich ignorierte. Zum ersten Mal in seinem Leben lief er einer Frau nach. Nach unzähligen Unterhaltungen durfte er nach Hause. 
Genau das bin ich für ihn. Sein Zuhause. In jeder Hinsicht. Bei allen Lügen in seinem Leben bin ich die einzige Konstante und das ist ihm durchaus bewusst. Sehr sogar. Ich bin die erste Frau, die er liebt.
Dennoch versuche ich ihn zu verstehen. Händeringend. Ich habe oft beobachtet, wie er sich in so einer Depressiven Phase beginnt selbst zu zerstören. Er war mehr als einmal an der Grenze. Suizidgefährdung sehe und meine ich damit nicht. Er zerstört "nur" seine Lebensumstände. Vordergründig löst das aktuell Arbeit aus. Er ist unzufrieden im
job und wahnsinnig überarbeitet. Jetzt mit einem Arbeitsunfall zwar zuhause aber der Frust bleibt. Steigert sich dadurch, dass andere Firmen ihn nicht wollen, weil er überqualifiziert ist. 
Er sieht dann nicht, dass auch ich arbeite. Und im nebenher alles abnehme, was möglich ist. Ständig drängt er auf mehr und mehr. Sucht Fehler bei mir und wenn er keine findet, hört er auf zu reden und friert seine Umgebung regelrecht ein. 
ich weiß, dass es eine Phase ist. Ich kenne es ja. Und dennoch muss es andere Wege geben als abzuwarten. Ihm die Stirn geboten habe ich und es führte zum Austausch der Schlösser. Und dem, was danach kam. 

versteht mich nicht falsch, ich weiß gar nicht, was ich fragen will. Dennoch suche ich nach Meinungen. Suche nach anderen Blickpunkten. Er ist nie gewalttätig, trinkt nicht. Zeigt mir seine Anerkennung, vergisst sie aber in seinen Launen. Das ist alles ein durcheinander und lange habe ich es einfach hingenommen aber seit dem Streit im Frühling und der Versöhnung danach, will ich das nicht mehr. Weil ich da gesehen habe, dass er ja DOCH in der Lage ist andere wahrzunehmen. 

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1. Dezember 2019 um 21:49

Hi,

Du sagst, er sei nicht gewaltätig. Aber was gesellschaftlich noch nicht so bekannt ist, ist psychische Gewalt, zum Glück wird es mehr und mehr diskutiert. Und in der Hinsicht ist er SEHR gewalttätig.

Google bitte mal die Begriffe Narzissmuss und psychische Gewalt. Es wird Dir wie Schuppen von den Augen fallen.

Aus meiner Sicht führst Du keine gesunde, verlässliche Beziehung, sondern eine toxische Beziehung mit einem Narzissten. Du lebst entweder in Zeiten von Rechtfertigung seines Verhaltens und Hoffnung auf Besserung oder in Angst, wann er das nächste Mal austickt. Er gibt Dir genauso viel "Liebe" und Aufmerksamkeit, wie Du brauchst, um es weiter mit ihm auszuhalten. Er hat vielleicht eine liebevolle, aufrichtige Seite, aber was hast Du davon, wenn es sonst die Hölle für Dich ist?

Narzissten sind die Kings auf dem Gebiet Manipulation. Er hat Dich so manipuliert, dass Du sein entwürdigendes, missbräuchliches Verhalten Dir gegenüber tolerierst und entschuldigst, sogar etwas stolz klingst, seine einzige Konstante zu sein. Würde eine Freundin Dir erzählen, dass solche Dinge in ihrer Beziehung passieren, wie würdest Du reagieren, was würdest Du ihr raten?

Du versuchst seinen offenbar schweren Depressionen und Episoden mit Verständnis zu begegnen, vermutlich denkst Du auch, Du könntest ihn auffangen. Das sind jedoch meiner Meinung nach schwere psychische Störungen, die in die Hände von Fachleuten gehören, nicht in die seiner Partnerin.

In dieser Partnerschaft gibt es einen Menschen, um den es immer geht, der die volle Aufmerksamkeit bekommt. Ihr seid aber 2 Menschen. Die Verantwortung für sein Seelenheil trägt in erster Linie er, er muss sich Hilfe holen, natürlich kann man ihn dabei unterstützen. Aber fang Du auch an, Dich wieder mehr um Dich selbst zu kümmern, sonst gehst Du unter. Und überleg Dir: wird ein 40-jähriger Mann sich wirklich nochmal grundlegend ändern, stabil und liebevoll werden? Woher soll seine Motivation kommen, sich so gravierend zu ändern? Wie lange willst Du darauf warten?

Eine solche Beziehung hat eventuell auch bei Dir schwere seelische Verletzungen verursacht. Überlege bitte, Dir selbst psychologische Unterstützung zu holen.

Das waren ein paar heftige Dinge, die ich Dir erzählt habe. Ich hoffe, dass es Dir weiterhilft und Du Dein Glück findest!

Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut, das durchzustehen! 💕

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4. Dezember 2019 um 21:47

Hallo "Poetin",
ja, ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen, auch wenn das ziemlich starker Tobak war.
Dein Leben sollte nicht darauf ausgerichtet sein, IHN zu verstehen, IHM alles abzunehmen, IHN zu unterstützen, IHN... , IHN..., usw.
In erster Linie ist die wichtigste Person in Deinem Leben ... DU, DICH, DEINE, SICH!
Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Selbstliebe - kann/will er Dich nicht lieben, weil er seelisch, psychisch und/oder körperlich nicht bei sich ist, musst Du Dir selbst die Nächste sein.
Es ist zwar sehr hilfreich in der Beziehung, den anderen zu verstehen, aber es ist nicht das oberste Gebot, das über dem eigenen Wohl steht.
Wenn Du magst, hole Dir psychische Unterstützung; das baut Dich auf und Du kannst gesunde Selbstliebe in dem Maße lernen, dass Du den anderen zwar respektierst, aber nicht mehr über Dich stellst.
Das mag ein langer Weg sein, aber er lohnt sich!
GLG Cat

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