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Zweckehe der Eltern. Mama Deppressiv. Verlustängste.

9. September 2012 um 21:38


Guten Abend,

ich muss nun einiges rauslassen. Ich bin 21 Jahre alt ein Einzelkind und habe über dieses Problem was ich jetzt erzählen werde noch nie mit jemandem geredet. Ich habs in mich hinein gefressen.

Zu meiner fam. Situation: Mein Vater ist Selbstständig. Meine Mutter ist seitdem ich da bin depressiv. Letzter Klinik Aufenthalt war Januar/Februar 2011. Wir wohnen in einem kleinen Dorf also alá Jeder-Kennt-Jeden. Haben keine Geld-Sorgen und wenn man die ganze Familie betrachtet (Oma, Geschwister von Eltern etc.) gutes Familienverhältnis.

Mein eines Problem ist meine Mutter. Unsere Beziehung kann man so beschreiben: Wir haben garkeine. Ich habe vorhin ein Notizbuch von ihr gefunden, sie schreibt jeden Tag anscheinend auf wie es ihr gut. Sie hat alles in diesem Buch aufgeschrieben, auch zum Beispiel Gespräche zwischen meinem Papa und Ihr. Da stand dann "wir leben seit 4 jahren wie bruder und schwester", "Habe heute mit meinem Mann geredet, über unsere Tochter, die in unserem haus wohnt", "Mein Mann und meine Tochter haben gesagt ich stinke nach Alten Socken"... etc. pp. Ich weiß garnicht was das in mir auslöst, ich bin traurig, geschockt aber auch wütend. Denn das Buch liefert sie jede Woche bei Ihrer Hausärztin, die sie behandelt ab. & das seit über 1 Jahr. D.h. diese Ärztin weiß ALLES über mich/unsere Familie.
Ich kann zu meiner Mutter aber auch keine Beziehung aufbauen, mit ihr kann man keine Gespräche führen, nix. Ich hab das Gefühl die Tabletten die sie immer nimmt machen in Ihrem Kopf alles total wirr. Sowas wie Zwischenmenschlichkeit kennt sie nicht. Kein Feingefühl, sie hat 0 Sozialkompetenzen. Im Dorf ist das bekannt, jeder weiß das meine Mutter "anders" ist.
Manchmal ist das echt schwer keine normale Mutter zu haben. Letztens hat sie mich angeschrien, warum ich sie nie umarme.

Dann habe ich noch einen Zettel gefunden... der war an meinen Vater gerichtet wie er das wohl aushalte 4 Jahre ohne sex.
Mein Vater hat seit 4 Jahren allerdings etwas mit seiner Büroangestellten laufen. Das weiß ich weil ich beide infliagranti beim küssen erwischt hab. Damals hab ich es tot geschwiegen. Vor einem Jahr als meine Mutter wiedermal in die Klappse gebracht wurde, platze auch mir der Hals ich hab meinem Vater erzählt wie sehr mich das belastet und er meinte das er sich nicht von Mama scheiden lässt und alles so bleibt wie immer. Dann war das Thema vom Tisch, und mein Vater und seine Angestellte taten so als wäre nie etwas gewesen. Meine Mutter hat davon denk ich mal nie was mitbekommen. Wie auch, Sie lebt in ihrer eigenen Welt quasi wie ein Autist. Kümmert sich nur darum wie sie an die nächsten Schüssler Salze etc kommt.

Zu meinem Vater:
Ich liebe ihn über alles. Trotz dieser Sache, irgendwie kann ich ihn ja auch verstehen. Ich hätte mich schon lange von meiner Mutter getrennt an seiner Stelle. Er ist die einzige Person in meinem Leben wo mir wirklich halt gibt. Immer für mich da ist. Würde er nicht sein wüsste ich garnicht wie ich weiterleben könnte. Vor einem Jahr ist mein Opa gestorben. Seitdem habe ich extreme Verlustängste, ich kann super Laune haben, aber wenn ich in dem anderen Moment daran denke mein Papa könnte an einem Herzinfakt etc sterben (er hat sehr viel Stress im beruf) fang ich sofort an zu heulen. Ich stell mir dann sogar vor wie ich mich dann am besten umbringe, weil ich diese Trauer nicht aushalten würde.

Zu mir selber:
Ich habe langsam auch angst selbst depressiv zu werden. Dadurch das ich alles für mich behalte. dann die angst wie alles weitergehen soll.
ich habe gerade eine neue anspruchsvolle arbeitsstelle angefangen, dafür brauch ich meine ganze energie. außerdem was ist wenn sich mein vater scheiden lässt, meine mutter ist alleine nicht überlebensfähig. sie kann nicht mit geld umgehen, kann keinen einkauf planen, ist aber auch nicht offen dafür vorschläge anzunehmen/umzusetzen und vorallem ist sie nicht kritikfähig.

Kann hier jemand meine Situation verstehen?
Wie soll ich mich verhalten?
Ist es normal solche Probleme zu haben?, ich fühl mich so allein.

Nochmal nebenbei: Die Ärztin (ja ist auch meine Hausärztin) meinte mal zu mir das sie mich bewundert dafür wie ich damit klar komm. Scheint wohl das ich eine ziemlich gute Fassade hab. Muss ich wohl von meinem Papa gelernt haben!

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9. September 2012 um 22:53

Hm
da ist es wohl schwer, die richtigen Worte zu finden, denn es ist eine ziemlich komplexe Situation. Kein Laie sollte sich zutrauen, hier eine Lösung anzubieten.
Einziger Ansatz von mir: Du bist eine eigene Persönlichkeit und nicht nur definierbar über deine Eltern. Vielleicht gelingt es dir, dich nicht nur über sie zu definieren, sondern deine eigene Persönlichkeit in das Zentrum deiner Überlegung zu setzen.
Solltest du glücklich im Leben werden, ist es das beste, was du für sie tun kannst, selbst wenn sie es gar nicht bemerken sollte. Dieses gilt auch für deinen Vater. Das du glücklich wirst, gelingt vielleicht, indem du die Last deiner Eltern nicht versuchst, auf deine Schultern zu nehmen und sie mit zu schleppen, bis in alle Ewigkeit. Das ist zu schwer. Es ist ihre Ehe. Du bist das daraus entstandene Kind und wirst dein eigenes Leben aufbauen. Das, was jetzt ist, wird vorbei gehen und es wartet noch viel Zukunft auf dich.

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