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Zwangskrankheit!?

26. Januar 2008 um 11:10

Hallo ihr!
Ich habe schon seit einigen Jahren ein Problem bzw. mehrere.
Am Anfang fing es damit an dass ich immer plötzlich den Zwang verspürte den Boden zu berühren..(klingt bescheuert, ich weiß)
Egal wo ich war ich musste es einfach tun, da ich mir immer sagte wenn ich das nicht tuen würde, würde ich oder irgend ein geliebter Mensch von mir sterben! Ich weiß hört sich echt komisch an..
Naja, dann kam hinzu dass ich eine bestimmte Ordnung halten musst. Wenn z.B. ein Paar Schuhe auf dem Boden standen musste ich sie symmetrisch an einen bestimmten Ort stellen.
Hmm.. das war aber nur eine kurze Zeit. Heute kommt das nicht mehr vor.
Dafür habe ich heute immer das Bedürfniss zu schauen ob ich die türe wirklich abgeschlossen habe und ob ich die uhrzeit wirklich richtig gelesen habe. Da kann es schon vorkommen dass ich das 40 mal kontroliere, bevor ich einiger maßen überzeugt bin.
Eigentlich ist es ja nicht sooo schlimm.
Manchmal kostet es halt Zeit alles zu kontrolieren. Aber denkt ihr ich sollte zu einem Arzt gehen. Oder ist das nicht so schlimm?
Ich habe mal gehört wenn man nichts dagegen tut kommt immer mehr dazu. Das will ich nicht!
Hilfe!

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28. Januar 2008 um 18:19

Hallo!
stimmt! das mit den Platten hatte ich auch ne Zeit lang... Das hatte ich schon wieder vergessen...

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31. Januar 2008 um 16:42

Nicht auf die Zwänge hören !!!!!!
Hallo,
vor allen Dingen, darfst Du Dich nicht immer mehr von diesen inneren "Stimmen" beherrschen und drangsalieren lassen! Fang an diesen Stimmen, die Dich so in Knechtschaft bringen, zu widerstehen.Du darfst nicht aus Angst, das bestimmte Dinge eintreffen könnten, darauf eingehen, sonst wird das immer schlimmer. Du mußt anfangen,Dich diesen Zwängen zu widersetzen und diese Einflüsterungen quasi als Lügen blos zu stellen.( Zu entlarven!) Beispiel, wenn wieder so ein Zwang kommt : "Mach dies oder das, sonst wird Dir das zu stoßen". Dann sag innerlich oder auch laut : "Ich höre nicht auf Dich, ich weiße Dich zurück, Du bist ein Lügner, so etwas wird nicht geschehen !
Klingt vielleicht komisch, aber versuch das mal, es hilft.

Liebe Grüße

Jeli

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17. Juni 2008 um 23:20

Zwangskrankheit
Hallo Soinlove,

zwar ist dein Beitrag zum Thema "Zwangskrankheit" schon lange her, aber vielleicht bist du ja trotzdem noch an Antworten interessiert.

Ich bin selbst von einer Zwangsstörung betroffen und versuche gerade mit einer Psychotherapie dagegen zu kämpfen. Das was du beschreibst hört sich schon sehr nach einer Zwangsstörung an. Ich würde dir empfehlen, so schnell wie möglich zu einem Psychotherapeuten zu gehen. Vielleicht denkst du, dass deine Ängste von selbst wieder besser werden. Die Erfahrung zeigt, dass der Zwang im allgemeinen mit Zeitablauf unbehandelt nur schlimmer wird, nicht besser. Und du glaubst ja gar nicht, wozu die Zwangskrankheit einen bringen kann.

Im folgenden kann ich dir einige Empfehlungen geben, aber natürlich kannst nur du selber entscheiden, was für dich das richtige ist!

Zuerst
Wichtig wäre, sich so schnell wie möglich einen Psychotherapeuten zu suchen, der dir deine Vermutung Zwangskrankheit bestätigen kann. Dann weißt du ab sofort, wogegen du von nun an kämpfen musst.

Aber bloss nicht einfach zu irgendeinem, sondern nur zu einem qualifizierten (Fachbezeichnung Psychologischer Psychotherapeut) und einem, der auch auf Zwänge spezialisiert ist und darüber hinaus eine sogenannte Verhaltenstherapie anbietet. Damit kannst du viel wertvolle Zeit sparen. Meine erste Therapeutin hatte, wie sich am Ende herausstellte, gar keine Ahnung von Zwängen. Sie hat auch nur eine Gesprächstherapie gemacht, die bei Zwängen als nicht sinnvoll angesehen wird. Die wusste gar nicht, wovon ich überhaupt rede, ich hab dann die Therapie dort ziemlich schnell abgebrochen. Wichtig ist natürlich auch, dass du dich menschlich (eingermassen) mit dem Therapeuten verstehst, sonst hat die ganze Therapie wenig Sinn. Du hast ja 5 Probestunden am Anfang, wenn er dir dann so ganz unsympathisch ist, könntest du noch mal wechseln.

Eventuell musst du bis zum ersten Termin etwas warten, eine Wartezeit von bis zu 6 Monaten kann schon sein. Am Besten suchst du dir wenn möglich gleich mehrere (qualifizierte) Therapeuten aus, vereinbarst dort jeweils einen Termin, tust möglichst ein bischen auf dringend und schaust dann mal, ob vielleicht einer abspringt und du dort dann doch eher als eigentlich vereinbart drankommst. Aber nimm auf keinen Fall den erstbesten, nur weil der keine Wartezeit hat! Kommst du aus einer Großstadt? Dort gibt es oft sogenannte Institutsambulanzen an den Universitäten, die sind auch ziemlich empfehlenswert. Dort bist du dann ganz nah an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Therapeuten sind zwar oft noch in der Ausbildung, werden aber von erfahrenen Therapeuten und wissenschaftlichen Ausbildern überprüft. So was gibt es zum Beispiel glaube ich in Münster und Köln.

Dann
Wenn du die Wartezeit überbrücken willst, oder merkst, dass es (seelisch) einfach nicht mehr weitergeht, kannst du auch noch zusätzlich zu einem Psychiater oder eventuell auch Neurologen gehen. Die sind für das verschreiben von Medikamenten zuständig. Für Zwänge haben sich z.B. sogenannte SSRI, eine bestimmte, moderne und relativ nebenwirkungsarme Art von Antidepressiva, bewährt. Aber das kann natürlich nur ein Arzt genau entscheiden. Medikamente ersetzen aber keine Therapie bei Zwangskrankheit!!

Außerdem
Wenn du magst, könntest du versuchen möglichst viel zu Zwängen zu erfahren. Kennst du schon die Internetseite www.zwaenge.de ? Eine andere wäre www.zwangserkrankungen.de . Auch in den Buchhandlungen gibt es inzwischen schon einige Bücher zu dem Thema. Am besten vorher im Internet recherchieren und dann in der Buchhandlung bestellen, denn die haben die Bücher dort meistens nicht vorrätig. Und lass dir dass bloss nicht peinlich sein, schließlich könntest du doch auch Studentin der Psychologie sein!

Wenn du noch Fragen hast, gerne. Und keine Angst, du schaffst das schon, dir deine Lebensqualität wieder zurückzuerobern!

Viele Grüße

NeuerFeivel

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