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Zwangsgedanken - Ich will sie endlich loswerden!

21. Juni 2013 um 0:02 Letzte Antwort: 17. Februar 2016 um 13:54

Hallo, diese Frage belastet mich seit Jahren. Und zwar bin ich mir ziemlich sicher, dass ich an zwangsgedanken leide. Als kleineres Kind hatte ich Waschzwang und auch Zwang immer zu beten. Irgendwann als ich 8 war hat es mal angefangen und zwar damit, dass ich dachte, wenn ich jetzt diesen Stuhl berühre, wird das und das passieren, anfangs noch gute Sachen doch irgendwann dachte ich mir, wenn ich das jetzt nicht berühre, dann passiert meinen Eltern etwas schlimmes. So habe ich eine Art Ritual/Gebet entwickelt, das immer schlimmer wurde, bei dem ich immer bestimmte Sachen tun oder sagen musste vor dem Schlafen gehendass mir und meiner Familie nichts passiert. Den Zählzwang hatte ich auch. Immer bestimmte Zahlen mussten es sein, eine bestimmte Anzahl von Schlücken die ich trinken muss, dass das Glas leer ist, bestimmte Sachen die ich zu meiner Mutter sagen muss, bevor ich schlafen kann. Als ich älter wurde blieb der Berührzwang und das Ritual doch ich hatte mich daran gewöhnt. Irgendwann, kamen dann Ängste ich hätte irgendwelche schlimmen Krankheiten oder mind. 3 Jahre lang hatte ich jeden Monat Angst, dass ich schwanger sei und das obwohl es biologisch gar nicht sein konnte! Ich googelte um sicher zu gehen, dass ich keine Symptome habe. Nun dann kam plötzlich die Angst, was ist wenn ich mich umbringen will oder mich ritzen will? damals fingen plötzlich ein paar Mädchen von unserer Schule damit an und dieses Thema belastete mich wirklich sehr, da ich wirklich Angst hatte, ich wolle nicht mehr Leben und das auch wirklich geglaubt hab obwohl das total absurd war, da ich wusste ich will Leben und ich will mir nicht selber weh tun! Naja das ging irgendwann wieder weg, dann kamen Zwangsgedanken aggressive gegen meine Eltern und gegen meinen Freund auch dies schockte mich, weil ich Angst hatte es wirklich zu machen. Mit meinem Freund bin ich jetzt schon über 1 Jahr zusammen und alles läuft super! Ich weiß, dass ich ihn über alles liebe und es das schlimmste für mich wäre in zu verlieren, wir haben uns noch nie gestritten und verstehen uns echt so gut, ich mit meinen jungen Jahren meinte vor kurzem zu ihm, ich kann es mir wirklich immer mit dir vorstellen,ich hatte immer eine Zeit lang solche Sorge, dass er mich verlässt. Bin stundenlang Gespräche durchgegangen ob ich irgendetwas Falsches gesagt habe und ihn verärgert haben könnte, manchmal gingen die Ängste auch weg vor allem wenn er mir versicherte wie sehr er mich liebte immer wieder und wieder und es wurde schon besser, dann ist mir letztens plötzlich die Angst gekommen, liebe ich ihn überhaupt? Ich bin mir so sicher, dass es ein Zwang ist schon allein weil ich immer wie ein Honigkuchenpferd grinse wenn ich ihn sehe, aber es fühlt sich einfach so krass real an manchmal und dieser Gedanke macht mich so fertig, ich weiß doch dass ich ihn liebe! Ich weiß, dass das ein typischer Zwangsgedanke ist, aber was wenn es diesmal wahr ist?
Angst Gott zu beleidigen hab ich auch, ich muss mich immer entschuldigen, wenn ich etwas böses oder halt oh gott sieht deren ihr Kleid schrecklich aus oder so, über andere Menschen gedacht hab zb. Es belastet mich einfach nur, wenn ich gerade versuche für wichtige Tests zu lernen kommt oh gott die dumme lehrerin und dann muss ich mich erst 10 mal entschuldigen bis es passt! Am meisten Angst hab ich im Moment um meinen Freund bevor das anfing wusste ich dass ich noch sooo lange, am besten natürlich für immer mit ihm zusammen sein will und seitdem hab ich plötzlich Angst vor der Zukunft, ob ich sie mit ihm verbringen will ob ich ihn liebe. Dass das typisch für Zwangsgedanken ist habe ich jetzt schon oft gelesen, vor allem weil ich schon lange welche hab, aber was wenn nicht? Am Anfang hab ich mich ent gefreut und war total erleichtert als ich das gelesen hab, aber dann hab ich wieder Angst bekommen...
Könnt ihr mir helfen?
xoxo

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26. Juni 2013 um 14:10

Ich habe das Gefühl, du weißt was du möchtest.
Und das ist doch schonmal super! Ich habe bis zu meinem 22. Lebensjahr auch Zwangsgedanken gehabt und hatte zig Rituale, wie ich was wann anfassen muss, wie oft etc. etc. Kommt mir alles sehr bekannt vor, was du schreibst!
Aber ich lese auch zwischen den Zeilen, dass es Punkte in deinem Leben gab, wo du entscheiden konntest: Bis hierhin und nicht weiter, weil du eben wusstest, dass du etwas bestimmtes willst oder nicht willst. Was du von deinem Freund schreibst, hört sich toll an, auch scheinst du immer noch verliebt in ihn zu sein (reagierst körperlich auf ihn, das Grinsen und so...).
Ich bin keine Psychologin, ich kann dir nur schreiben, was ich an deiner Stelle machen würde. Du scheinst dich gut zu kennen und dir schon viele Gedanken über deine Persönlichkeit gemacht zu haben und du weißt auch eigentlich, wie du gerne leben wollen würdest. Wenn dir deine Zwänge und Rituale dabei scheinbar im Weg stehen, zwing dich nicht, mit allem sofort aufzuhören, sondern fange an, mit ihnen zu spielen. Tausche ein nerviges und belastendes Ritual gegen ein weniger belastendes aus - und zwar ruhig in einer "rituellen" Zeremonie! Die Zwänge dürfen nicht dein Leben beherrschen, aber sie können auch nicht einfach verschwinden. Vielleicht kannst du selber ein paar Rituale erfinden, um dich von ein paar Zwängen zu verabschieden. Und was deinen Freund betrifft - wenn du zB das Gefühl hast, dich bei Gott entschuldigen zu müssen, könnte Gott doch vielleicht auch die Kraft haben, dir in der Beziehung beizustehen? Vielleicht schickst du jedesmal ein kurzes Danke an Gott, wenn du deinen Freund siehst, oder überlegst dir ein geheimes Zeichen (einmal mit dem Zeigefinger wackeln oder so). Das muss keiner sehen und es stört dich nicht beim Leben, wird aber deiner "Zwangsnatur" gerecht.
Ich will solche Sachen wirklich nicht verharmlosen, und es gibt sicher Fälle, in denen man besser psychologische Hilfe in Anspruch nehmen sollte. Mir haben solche Tricks auf jeden Fall geholfen, wieder ein ganz normales Leben zu führen. Ich wünsche dir alle Beste für deine Zukunft und für die mit deinem Freund zusammen.

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17. Februar 2016 um 13:54

Fluoxetin
Vielleicht versucht mit einem Psychologen einmal Fluoxetin als Medikament, Grüsse

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