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ZwAngsgedanken?! Hilfe

19. Januar 2015 um 16:04

Hallo liebe Leute, ich suche nach Rat ich erzähl mal meine Geschichte also ich bin vor kurzem 18 Jahre alt geworden. Seit September 2013 fingen leide ich unter Gedanken die mich sehr belasten. Es fing an einem Abend an, ich bin mit meinem Freund und Freunden ausgegangen und hatte schon ein wenig getrunken. Als ich mit meinem Freund nachhause lief überkam mich plötzlich der komische Gedanke ihm was anzutun es war so grausam, ich muss dazu sagen wir sind 2 Jahre zusammen alles läuft gut und wir lieben uns sehr.. Die Gedanken wurden immer schlimmer und da ich schon in psychologischer Behandlung war weil meine Mutter unter Angst und Panik leidet .. Erzählte ich meiner Therapeuten davon sie meinte es wäre angestaute Wut da ich all die Jahre für Krankheit meiner Mutter mitbekomme.. Ich konnte meinem Freund nicht mehr in die Augen schauen habe nur noch geweint nach einiger Zeit, habe ich mir johanneskraut geholt und der Gedanke verflog langsam. Bis es nach einem Monat wieder los ging es übertrug sich auf alle Leute meiner Familie und ich hb das nicht verstanden, ich versuche immer es jedem Recht zu machen und würde nicht mal einer Fliege was zu leide tun eines tagen kam mir der Gedanke meinen Bruder zu lieben und sexuelle Gedanken ihm gegenüber ich bin fast durchgedrehte weil ich es so widerlich fand und nicht verstanden hab wieso ich sowas denke diese Gedanken übertrugen sich wieder auf alle in meiner Familie es ist so eckelhaft und ich schäme mich unbeschreiblich... Ich stehe auf und denke bitte denke ich heute nichts meine Freude am Leben ist weg.. Am Wochenende dann waren wir wieder aus und plötzlich hatte ich den Gedanken und drang meine Freundin zu küssen vielleicht war der Drang auch nur durch die Angst die ich vor diesem Gedanken hatte ich hab mich wieder gefragt wieso denkst du sowas ich hatte auch einiges getrunken und ich habe jetzt so ein schlechtes gewissen meinem Freund gegenüber und meine Freundin will ich am liebsten nie wieder sehen obwohl ich mir jetzt denke was einen doofer Gedanke das war aber dieses Gefühl das ich es vill getan hätte ich weiß nicht warum vill der Alkohol macht mir so Angst ich stehe nicht auf Frauen .. Irgendwie denke ich immer Sachen die mich verletzten .. Ich hoffe mir kann jemand einen guten Rat geben wie ich es endlich los werde, mein schlechtes gewissen ist riesig ich würde am liebsten allen davon erzählen ich schäme mich so sehr .. Ich nehme im Moment doppeln aber die helfen nur gegen meine Alpträume in der nacht ..Danke im Voraus

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20. Januar 2015 um 14:18

Das erste, was mir beim Durchlesen sofort einfällt / auffällt
ist ein Satz: "ich versuche immer es jedem Recht zu machen und würde nicht mal einer Fliege was zu leide tun".
Ich bin weder Arzt noch Psychologe - trotzdem erdreiste ich mich jetzt, zu mutmassen, dass das Problem zumindest auch daher kommt.

Es ist nämlich völlig unmöglich, es "immer jedem Recht zu machen", das ist selbst bei einer einzigen Person völlig unmöglich! Es geht nicht. Dein Versuch, genau das zu tun wird also immer wieder scheitern - stimmt's? Du hast ausserdem das Gefühl, dass Du nie richtig etwas zurück bekommst, auf jeden Fall nichts dem, was Du gibst und tust angemessenes, stimmt's? Das gilt auch für solche Dinge wie Anerkennung, Bestätigung etc. - richtig?
Denk mal darüber nach, was sich damit in Dir für ein Druck aufbaut. Der kann nie wirklich raus, weil Du Dich selbst immer zurück stellst. Der wird auch nie ... hm... wie formuliere ich das... "ausreichend weggestreichelt".
Warum? Weil Du Deine Bestätigung, Dein Glück, wenn es ganz dick ist, sogar Dein eigenes Bild von Dir selbst nahezu ausschliesslich oder gar ausschliesslich in die Hände von anderen legst.

Damit ist es so eine Sache hin. Definierst Du Dich ausschliesslich über Dich selbst, über Deine eigene Sicht auf Dich und lässt die anderen ganz aussen vor, bist Du ein egoistisches @rschloch. Definierst Du Dich aber ausschliesslich durch die Augen anderer, KANN da nie etwas gutes dabei heraus kommen.

Mach einmal die Augen zu und denke darüber nach, wie Du gern sein würdest, bzw gern gesehen werden würdest? Ein strahlender Held, den alle mögen, weil er soooooooooo viele gute Taten auf der Liste hat, dass der Engel an der Himmelspforte schon jetzt am roten Teppich für den fernen Tag strickt, der da kommen wird? Ist natürlich ironisch überzogen, aber Du weisst, was ich meine, oder? Nun weisst Du... dass die Helden bejubelt werden, gibt es zwar im Märchen, aber nicht in der realen Welt. Dazu kommt, dass Menschen, die über das vernünftige Mass hinaus unbedingt immer helfen wollen ... sehr schnell ziemlich anstrengend werden. Milde formuliert. Gleiches gilt für Menschen, die ihre eigenen Interessen und Wünsche nicht auch mal durchsetzen können und wollen Dazu kommt, dass SELBSTWERTgefühl eben SELBSTWERTgefühl heisst, weil es niemals primär durch andere kommen kann. Genau das braucht man aber.

Kurz: das ist eine ziemliche Spirale - und die führt abwärts. Es baut sich immer mehr Druck auf, weil das alles nicht so funktioniert, wie es eigentlich "sollte", es ist frustrierend und entmutigend, weil die Erfolge fehlen und / oder "zu klein" sind, weil man irgendwie nie das ist, was man gern wäre, noch mehr strampelt und kämpgt, sich anstrengt, um das zu erreichen - und damit nur tiefer reinrutscht.
Schon möglich, dass sich das komische Ventile sucht.

Mit einem Menschen, der psychisch krank ist, umzugehen, ist schon für Erwachsene alles andere als leicht - und für nicht wenige Erwachsene auch nicht möglich. Für ein Kind gilt das noch ungleich mehr. Da wird schon einiges sein, was bei Dir schief läuft und darin die Ursache hat.

Aber als erstes denke ich, solltest Du vielleicht mal anfangen, Dich durch Deine Augen zu sehen. Dir Dinge im Leben zu suchen, die Du mal anfängst, Dir und nur Dir recht zu machen - nicht irgendwem anders.
Dich selbst entdecken. Deine Wünsche. Deine Ziele. Deine Interessen - und Dich dafür einsetzen. Die durch- und umsetzen. Einen Teil zumindest. Such Dir einen neuen Geburtstag aus. Einen Tag, an dem der Boli (oder wie auch immer Du Dich nennen magst) neu geboren wird und schenke Dir etwas schönes. Etwas was Du schon immer mal wolltest und was wirklich nur für Dich ist. Dann feiere immer schon das Monatsjubiläum - und lerne, Dich von der Schnapsidee zu lösen, dass man es anderen immer recht machen sollte - und kann. Dann braucht der Druck, der sich in Dir aufgebaut hat, vielleicht kein Ventil mehr - weil es ihn nicht mehr gibt oder nur noch ganz wenig davon.

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