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Zwangsgedanken? fühle mich so hilflos....

27. November 2006 um 8:40 Letzte Antwort: 2. Dezember 2006 um 17:04

Hallo,

ich leide seit ca. 2 Jahren an aggressiven Zwangsgedanken. Es fing damit an, dass ich meinem damaligen Freund etwas antun wollte, dann projezierten sich diese Gedanken auf alles was mir wichtig ist, auch gegen mich selbst. Ich habe einen Weg gefunden damit umzugehen, indem ich dem Ganzen einen Namen gegeben habe (er heisst Harry), wenn so ein Gedanke kommt, dann mache ich mich selbst darüber lustig wie z.B. "ach Harry ist wieder da, ok dann koche ich ihm eben einen Kaffee mit". Dann muss ich selbst lachen und dann geht es wieder besser. Mit dieser Methode sind diese Gedanken weniger geworden. Jetzt habe ich allerdings wieder ein Problem mit solch Gedankengängen, die mich doch sehr quälen. Ich habe einen Freund, um ihn habe ich lange gekämpft und habe in dieser Zeit auch wirklich viel leiden müssen. Jetzt sind wir seit 5 Monaten zusammen, wohnen auch zusammen und alles könnte eigentlich super sein. Wenn nicht immer diese Gedanken wären, dass ich ihn nicht liebe und mich am besten von ihm trenne und es geht ja eh nicht gut. Ich finde diese Gedanken so grausam, zumal ich ja weiss, dass ich ihn über alles liebe und auch grosse Angst davor habe ihn zu verlieren. Wenn diese Gedanken kommen, dann steigere ich mich manchmal so hinein, dass es auch schon vor kam, dass ich ihm gesagt habe, dass es vielleicht besser ist wir trennen uns und er soll doch bitte gehen. Ich mache diese Beziehung damit kaputt, ohne es eigentlich zu wollen. Ich weiss nicht richtig was ich tun soll, ich habe ihm auch von der Erkrankung erzählt und zu meinem überraschen hat er sehr gut reagiert. Heute morgen traf es mich dann wie ein Geistesblitz, dass es ja auch eine Form von Zwangsgedanken sein könnte und ich habe ihm das auch gesagt. Er meinte, wir schaffen das schon irgendwie und er will mir dabei helfen. Aber ich habe so eine Angst, dass es ihm mal zuviel wird und er einfach weg ist. Wenn die Gedanken jetzt kommen (ich sitze grad alleine zu Hause), dann versuche ich mich auch drüber lustig zu machen. Es klappt dann auch für eine gewisse Zeit und dann kommt der Gedanke, ihn am besten zu verlassen, weil ich mir die Liebe zu ihm nur einbilde wieder und ich bin wieder total am Boden zerstört. Ich will so einen Mist doch gar nicht denken. Was soll ich nur tun? ich liebe ihn wirklich sehr und noch mehr dafür, dass er versucht es mit mir zu schaffen, es ist sicherlich auch nicht leicht für ihn, damit umzugehen.

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27. November 2006 um 10:41

Hmm
naja, also dass ich eine auszeit brauche glaube ich eher nicht, denn wenn "harry" nicht da ist, dann weiss ich ja, dass ich meinen freund liebe. aber diese gedanken sind sehr quälend, weil man in diesen momenten sehr schwer von unsinn und realität unterscheiden kann. ich denke, wenn ich dem ganzen nachgebe und mich wirklich zeitlich trenne, dann hat harry gewonnen....

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27. November 2006 um 13:19
In Antwort auf chanti_12469122

Hmm
naja, also dass ich eine auszeit brauche glaube ich eher nicht, denn wenn "harry" nicht da ist, dann weiss ich ja, dass ich meinen freund liebe. aber diese gedanken sind sehr quälend, weil man in diesen momenten sehr schwer von unsinn und realität unterscheiden kann. ich denke, wenn ich dem ganzen nachgebe und mich wirklich zeitlich trenne, dann hat harry gewonnen....

Hallo Leidensgenossin,
ja ja, der Harry, meiner heißt Rudi!
Ich bin auch von aggressiven Zwangsgedanken geplagt, hatte aber auch schon vier Monate fast komplett ohne.
Im Moment ist es wieder verstärkt, das macht ganz schön depressiv.
Also, Zwänge suchen sich das Liebste eigentlich aus, von dem man weiß, dass man all das, was man denkt, nie tun möchte. Ich habe sie gegen mich selbst, hattest du auch; nun gehts um eure Beziehung.
Ich schlussfolgere es so, dass dir diese Beziehung unheimlich wichtig ist und dass der Zwang sich mal wieder das letztendlich aussuchte.
Machst du eine Therapie? Medikamente? Ich habe es nicht geschafft deinen Thread ganz zu lesen, da ich total wenig Zeit habe, aber doch noch mal schnell schreiben wollte.

LG Isabell

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27. November 2006 um 13:49

Kenn ich auch,
diese komischen Sachen, die man gar nicht denken will. Ich hab auch den humoristischen Umgang damit gewählt, ich hab ihnen zwar keinen Namen gegeben, aber mich in solchen Momenten quasi selbst beobachtet und dann versucht aktiv anderes zu denken. Z.B.: "na Süße? Spinnen wir wieder ein bischen?" oder "na, na, das wollten wir doch nicht mehr denken, oder?" Mir hat dieser freundschaftliche Abstand zu mir selbst sehr geholfen, aber ich denke man darf nicht erwarten dass das eines Tages ganz aufhört. Ich sehe es als lebenslange Übung. Als "erzieherischer Auftrag" für mich selbst. Ich denke, wenn man ihnen nach gibt, oder sich selbst dafür fertig macht, dann haben sie gewonnen und lachen ist eine gute Medizien.

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29. November 2006 um 16:08

Lucy
hallo lucy,
wenn man etwas über längere zeit denkt, also immer wieder das gleiche , dann setzt sich das in uns fest. Die Gedanken bestimmen unsere Erfahrungen. wenn du immer wieder diese Quälgeadnken hast, dann ist es klar, dass du dich dadurch mies fühlst.

Du kannst nichts für deine gedanken, aber du kannst sie stoppen (Harry z.B.) und versuchen, auf andere gedanken zu kommen.

Wenn das über längere Zeit so geht,dass du dich schon quälst, kommt das vielleicht aus deiner kindheit. Das du verlustängste hast oder zu wenig liebe bekamst. und halt. der Grund liegt oft in der kindheit, weil da der grundstein gelegt wird.

Versuch herauszufinden, warum du soeine Angst hast. Das dein freund dich nicht so liebenswert findet, und eine andere kennenlernt ?
Oder hast du angst , dass es zu glücklich wird ?
Dein freund ist verständnisvoll, wie du schreibst.

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29. November 2006 um 18:42

Re...
es raten mir viele leute dazu, das ganze einmal tiefenpsychologisch behandeln zu lassen. aber ich habe einen tierischen horror davor, was dann dabei rauskommt. momentan gibt es in meinem leben so viele dinge, die auf mich einstürzen, das gesamt jahr war eigentlich durchweg negativ, womit ich noch immer zu kämpfen habe und ich bin mir nicht sicher, ob ich die kraft dazu hätte, irgendwas erlebtes, was das ganze auslöst aufzuarbeiten...

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29. November 2006 um 18:55
In Antwort auf dulcie_11926671

Lucy
hallo lucy,
wenn man etwas über längere zeit denkt, also immer wieder das gleiche , dann setzt sich das in uns fest. Die Gedanken bestimmen unsere Erfahrungen. wenn du immer wieder diese Quälgeadnken hast, dann ist es klar, dass du dich dadurch mies fühlst.

Du kannst nichts für deine gedanken, aber du kannst sie stoppen (Harry z.B.) und versuchen, auf andere gedanken zu kommen.

Wenn das über längere Zeit so geht,dass du dich schon quälst, kommt das vielleicht aus deiner kindheit. Das du verlustängste hast oder zu wenig liebe bekamst. und halt. der Grund liegt oft in der kindheit, weil da der grundstein gelegt wird.

Versuch herauszufinden, warum du soeine Angst hast. Das dein freund dich nicht so liebenswert findet, und eine andere kennenlernt ?
Oder hast du angst , dass es zu glücklich wird ?
Dein freund ist verständnisvoll, wie du schreibst.

Radi112 (sorry lang)
hallo radi112,

danke für deine antwort.
also das mit den verlustängsten kam mir auch schon in den sinn, aber wie ich schon weiter unten geschrieben habe, habe ich momentan das gefühl, nicht die kraft aufbringen zu können, nach den ursachen zu forschen. es sind in meiner kindheit viele dinge passiert, die mich heute noch schwer belasten, die ich als jugendliche weit von mir geschoben habe, aber mich dann mit 23-24 so richtig in die tiefe gerissen haben. ich bin ein scheidungskind, meine eltern ließen sich scheiden, da war ich 12, ich durfte meinen vater nicht sehen, musste mich heimlich mit ihm treffen, meine mutter hat ihn nur schlecht gemacht. ich musste damals aufs jugendamt und musste mich zwischen mutter und vater entscheiden. Wie kann man das einem kind zumuten? Als ich 11 war, kam mein kleiner bruder zur welt und von da an war es mit meiner kindheit eigentlich vorbei, ich war für den kleinen mehr mutter als meine mutter selbst. ich habe den kleinen damals gehasst, immer musste ich ihn überall mit hinnehmen. viel liebe bekam ich von meiner mutter nie. nie war etwas gut genug und schuld an allem war sowieso immer nur ich. meine mutter und meine grosseltern haben damals nebeneinander gewohnt. ich war gerne und viel bei meiner oma, weil ich mit ihr auch mal kuscheln konnte.
Mit meiner Mutter gibt es in regelmäßigen abständen auch heute noch nur ärger, weil ich nicht so reagiere und immer springe, wie sie das von mir erwartet. Bei einem Streit letztes Jahr hat sich mich dann bei meiner Oma so schlecht gemacht, dass meine Oma kein Wort mehr mit mir geredet hat. Das hat mich damals sehr verletzt, war es doch die einzige person, zu der ich immer vertrauen hatte und wo ich immer hinkommen konnte. Mein Vater ist leider tot und als er starb hatten wir streit, das war das einzige mal und ich konnte es nicht mehr aus der welt schaffen.
Vorgestern erst rief mich meine mutter an und sprach mir auf den anrufbeantworter, dass ich doch das letzte sei und sie wünsche mir schöne weihnachten. und warum tat sie dies? weil ich keine zeit hatte, ihr beim renovieren des wohnzimmers zu helfen. Naja, es sind also viele Dinge die mich schwer belasten und wie arbeitet man diese auf?

lg lucy

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2. Dezember 2006 um 17:04
In Antwort auf chanti_12469122

Radi112 (sorry lang)
hallo radi112,

danke für deine antwort.
also das mit den verlustängsten kam mir auch schon in den sinn, aber wie ich schon weiter unten geschrieben habe, habe ich momentan das gefühl, nicht die kraft aufbringen zu können, nach den ursachen zu forschen. es sind in meiner kindheit viele dinge passiert, die mich heute noch schwer belasten, die ich als jugendliche weit von mir geschoben habe, aber mich dann mit 23-24 so richtig in die tiefe gerissen haben. ich bin ein scheidungskind, meine eltern ließen sich scheiden, da war ich 12, ich durfte meinen vater nicht sehen, musste mich heimlich mit ihm treffen, meine mutter hat ihn nur schlecht gemacht. ich musste damals aufs jugendamt und musste mich zwischen mutter und vater entscheiden. Wie kann man das einem kind zumuten? Als ich 11 war, kam mein kleiner bruder zur welt und von da an war es mit meiner kindheit eigentlich vorbei, ich war für den kleinen mehr mutter als meine mutter selbst. ich habe den kleinen damals gehasst, immer musste ich ihn überall mit hinnehmen. viel liebe bekam ich von meiner mutter nie. nie war etwas gut genug und schuld an allem war sowieso immer nur ich. meine mutter und meine grosseltern haben damals nebeneinander gewohnt. ich war gerne und viel bei meiner oma, weil ich mit ihr auch mal kuscheln konnte.
Mit meiner Mutter gibt es in regelmäßigen abständen auch heute noch nur ärger, weil ich nicht so reagiere und immer springe, wie sie das von mir erwartet. Bei einem Streit letztes Jahr hat sich mich dann bei meiner Oma so schlecht gemacht, dass meine Oma kein Wort mehr mit mir geredet hat. Das hat mich damals sehr verletzt, war es doch die einzige person, zu der ich immer vertrauen hatte und wo ich immer hinkommen konnte. Mein Vater ist leider tot und als er starb hatten wir streit, das war das einzige mal und ich konnte es nicht mehr aus der welt schaffen.
Vorgestern erst rief mich meine mutter an und sprach mir auf den anrufbeantworter, dass ich doch das letzte sei und sie wünsche mir schöne weihnachten. und warum tat sie dies? weil ich keine zeit hatte, ihr beim renovieren des wohnzimmers zu helfen. Naja, es sind also viele Dinge die mich schwer belasten und wie arbeitet man diese auf?

lg lucy

Also..
das ist nicht schön, was du erlebt hast. jeder hat sein schicksal, also was er erlebt und was nicht. die einen hatten mehr glück ,die anderen weniger.
es gibt immer viele die schlimmeres erlebt haben wie du, und viele die besseres erlebt haben wie du.

warum das so ist,weiss keiner. du kannst nicht ändern was früher war, du kannst nur jetzt versuchen, damit umzugehen.

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