Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Zwangseinweisung

Zwangseinweisung

31. Juli 2014 um 1:35

Hallo ,

ich möchte kurz schildern worum es geht . Meine Schwester ( 23 Jahre ) konsumiert seit einigen Jahren harte und weniger harte Drogen . Sie ist "Mutter" zweier Kinder . Ihre große Tochter ist 6 Jahre jung und Ihre kleine Tochter gerade erst 1 Jahr alt geworden . Meine Schwester lebt mit Ihren Kindern bei unserer Mutter welche selbst voll berufstätig ist. Im Laufe der Jahre gestaltete sich der Umgang mit meiner Schwester immer schwieriger . Sie ist sehr launisch meistens schlecht gelaunt. Beleidigt und droht in einer Tour. Ständige Wutausbrüche aus heiterem Himmel . Sie sieht sich selbst immer als Opfer und Alle Anderen wollen Ihr Böses. Sie kümmert sich nicht um Ihre Töchter , lässt das haus verwahrlosen . Ihre große Tochter wurde schon mal vom Jugendamt auf Anordnung der Polizei in eine Pflegefamilie gegeben , weil Sie wiederholt einen Wutausbruch hatte in dem Sie damit drohte sich und die Kleine umzubringen. Sie droht ständig mit Suizid oder damit beispielsweise mich und meinen Sohn umzubringen. Es ist unerträglich und hat inzwischen Ausmasse angenommen welche nicht mehr tragbar sind. Nun meine Frage - wie können wir als Angehörige eine Zwangseinweisung erwirken , wie genau & wie schnell läuft eine solche ab & dürfen die zwei Mädchen dann bei Uns bleiben ??? Vielen Dank vorab für Ihre Antwort.

Mia

Mehr lesen

31. Juli 2014 um 11:44

Nun
wenn Ihr das macht, dann IST sie das Opfer und andere TUN ihr Böses. Da hat sie ja immerhin endlich mal Recht. ^^

Die Folge von dieser "Zwangseinweisung" ist eine Zwangsentmündigung. Wie man so tief sinken kann, seine Schwester zwangsentmündigen zu lassen, verstehe ich hoffentlich nie. Ich weiss sehr wohl, wie das geht, aber niemals werde ich noch jemandem dabei helfen, so etwas zu machen. Auch in Eurer Lage nicht.
Siehe Beitrag von jd: es gibt andere Optionen.

@jd: nein, da muss nicht erst "etwas passieren" und es wird auch ohne Antrag von hinreissenden Verwandten gemacht, auch ohne dass Kinder gefährdet sind etc.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

31. Juli 2014 um 22:36

Hi!
Deine Schwester liefert Euch exakt die beiden Voraussetzungen (eine reicht!), zwangseingewiesen zu werden: Selbst- und Fremdgefährdung! Wenn sie mit Suizid droht, bzw. damit Euch umzubringen, dann ist es möglich, die Polizei zu rufen und sie in eine Psychiatrie bringen zu lassen.

Ob sie dort allerdings lange untergebracht wird, hängt dann wieder von der Einschätzung eines Richters ab! Aber klingt so, als gäbe es wirklich gute Gründe behandelt zu werden!

Im Normalfall kommen die Kinder so lange zu den nächsten Verwandten!

Dass es bei Suizidankündigen nur um Aufmerksamkeit geht und dass eine Zwangseinweisung eine Zwangsentmündigung nach sich zieht, sind beides Legenden und haben mit der Realität wenig zu tun...!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

1. August 2014 um 8:36
In Antwort auf garry_11938261

Hi!
Deine Schwester liefert Euch exakt die beiden Voraussetzungen (eine reicht!), zwangseingewiesen zu werden: Selbst- und Fremdgefährdung! Wenn sie mit Suizid droht, bzw. damit Euch umzubringen, dann ist es möglich, die Polizei zu rufen und sie in eine Psychiatrie bringen zu lassen.

Ob sie dort allerdings lange untergebracht wird, hängt dann wieder von der Einschätzung eines Richters ab! Aber klingt so, als gäbe es wirklich gute Gründe behandelt zu werden!

Im Normalfall kommen die Kinder so lange zu den nächsten Verwandten!

Dass es bei Suizidankündigen nur um Aufmerksamkeit geht und dass eine Zwangseinweisung eine Zwangsentmündigung nach sich zieht, sind beides Legenden und haben mit der Realität wenig zu tun...!

^^^^^^^^^^^^^^^^^^
also ich bin in den letzten Jahren einigen begegnet, die diese "Legenden" erlebt haben.
Wegen Selbstgefährdung eingewiesen und von einem Richter, den sie noch nicht einmal gesehen haben, zwangsentmündigt nach Aktenlage.
Wer so etwas einem anderen Menschen, gar einem Verwandten, antut, ist für mich schlicht moralisch inkontinent.

Ganz abgesehen davon: Aus jeder Klinik kann man jederzeit wieder raus. Man muss nur den Zettel unterschreiben, dass man auf eigenes Verlangen und gegen den ausdrücklichen Rat der Ärzten usw... (damit die nicht mehr haftbar sind) - damit wäre eine Zwangseinweisung von vorn herein Makulatur. Ausser... man wird entmüdigt, dann hat man das Recht, selbst zu entscheiden, ob man dort bleibt, nämlich nicht mehr und eine Zwangseinweisung hat einen Effekt, der über einer Spazierfahrt liegt. Deswegen ist die "Legende" sogar noch logisch begründbar.

Ich habe nicht viele getroffen, die eine Zwangseinweisung hinter sich hatten, aber von denen, bei denen es so war, wurden schlicht 100% entmündigt und denen war auch kein anderes Verfahren bekannt.
Die waren wieder im Krankenhaus, weil sie ohne Hilfe nicht klar kamen, aber die hatte eine Panik, dass ihnen das wieder passiert, wenn sie die entsprechenden Fragen falsch beantworten, dass ein Vertrauensverhältnis zu den Ärzten, Therapeuten, Schwestern / Pflegern - und damit irgend eine Hilfe - überhaupt nicht mehr möglich war. Die hatten dort, wo ihnen geholfen werden sollte, mehr nackte Angst und Panik als allein zu Hause.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

1. August 2014 um 13:10
In Antwort auf avarrassterne

^^^^^^^^^^^^^^^^^^
also ich bin in den letzten Jahren einigen begegnet, die diese "Legenden" erlebt haben.
Wegen Selbstgefährdung eingewiesen und von einem Richter, den sie noch nicht einmal gesehen haben, zwangsentmündigt nach Aktenlage.
Wer so etwas einem anderen Menschen, gar einem Verwandten, antut, ist für mich schlicht moralisch inkontinent.

Ganz abgesehen davon: Aus jeder Klinik kann man jederzeit wieder raus. Man muss nur den Zettel unterschreiben, dass man auf eigenes Verlangen und gegen den ausdrücklichen Rat der Ärzten usw... (damit die nicht mehr haftbar sind) - damit wäre eine Zwangseinweisung von vorn herein Makulatur. Ausser... man wird entmüdigt, dann hat man das Recht, selbst zu entscheiden, ob man dort bleibt, nämlich nicht mehr und eine Zwangseinweisung hat einen Effekt, der über einer Spazierfahrt liegt. Deswegen ist die "Legende" sogar noch logisch begründbar.

Ich habe nicht viele getroffen, die eine Zwangseinweisung hinter sich hatten, aber von denen, bei denen es so war, wurden schlicht 100% entmündigt und denen war auch kein anderes Verfahren bekannt.
Die waren wieder im Krankenhaus, weil sie ohne Hilfe nicht klar kamen, aber die hatte eine Panik, dass ihnen das wieder passiert, wenn sie die entsprechenden Fragen falsch beantworten, dass ein Vertrauensverhältnis zu den Ärzten, Therapeuten, Schwestern / Pflegern - und damit irgend eine Hilfe - überhaupt nicht mehr möglich war. Die hatten dort, wo ihnen geholfen werden sollte, mehr nackte Angst und Panik als allein zu Hause.

...
Ich will Dir Deine Wahrnehmung nicht ausreden... aber das klingt eher nach den finsteren Jahren der Psychiatrie! Der Richter muss den Patienten begutachtet haben, bis dahin kann jemand zu seinem Schutz 72 Stunden untergebracht werden. Dass auf eine Zwangseinweisung eine gesetzliche Betreuung folgt kann im Einzelfall natürlich sinnvoll sein, der generelle Fall ist es schlicht und einfach nicht! Wenn das nicht Deiner Erfahrung entspricht, dann hast Du diesbezüglich eben besondere Erfahrungen gemacht. Du schreibst ja, dass es nur wenige Fälle waren!

"Moralisch inkontinent" wäre aus meiner Sicht, dass man über einen Fall der Selbst- oder Fremdgefährdung hinwegschaut! Willst Du die Verantwortung für die Schwester übernehmen? Ich denke nicht...
Ich könnte Dir x Fälle nennen, wo sich Angehörige suizidiert haben. Jemanden die Moral abzusprechen, der das vorhat... ganz schmales Brett...!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

1. August 2014 um 14:05
In Antwort auf garry_11938261

...
Ich will Dir Deine Wahrnehmung nicht ausreden... aber das klingt eher nach den finsteren Jahren der Psychiatrie! Der Richter muss den Patienten begutachtet haben, bis dahin kann jemand zu seinem Schutz 72 Stunden untergebracht werden. Dass auf eine Zwangseinweisung eine gesetzliche Betreuung folgt kann im Einzelfall natürlich sinnvoll sein, der generelle Fall ist es schlicht und einfach nicht! Wenn das nicht Deiner Erfahrung entspricht, dann hast Du diesbezüglich eben besondere Erfahrungen gemacht. Du schreibst ja, dass es nur wenige Fälle waren!

"Moralisch inkontinent" wäre aus meiner Sicht, dass man über einen Fall der Selbst- oder Fremdgefährdung hinwegschaut! Willst Du die Verantwortung für die Schwester übernehmen? Ich denke nicht...
Ich könnte Dir x Fälle nennen, wo sich Angehörige suizidiert haben. Jemanden die Moral abzusprechen, der das vorhat... ganz schmales Brett...!

Ich ...
... habe selbst genug Phasen mit kaum noch beherrschbarer Todessehnsucht durch und nicht wenige. Ziemlich wahrscheinlich werden weitere folgen. Ich würde Selbstmordgefahr niemals als "fischen nach Aufmerksamkeit" und "macht er / sie sowieso nicht" abtun, ich weiss zu gut, dass Depressionen schlicht und einfach eine lebensbedrohliche Krankheit sind.
Gar keine Frage.
Mir muss die Fälle niemand nennen, ich war oft genug kurz davor, einer zu werden.
Wir haben selbst ein Kind - ich kann Kindesgefährdung auch nicht auf die leichte Schulter nehmen, das hätte ich vielleicht mit 18 gekonnt, mit 39 ist es mir nicht möglich.

Aber jemanden, der etwas tut, in dessen direkter und unmittelbarer Folge ich rechtlich entmündigt würde - ich würde es nie vergessen, nie verzeihen. Nicht verzeihen wollen und nicht verzeihen können. Niemals. Das tut man dem ärgsten Feinde nicht an. Daher: ja, definitiv moralisch inkontinent.
Das heisst nicht, dass ich die Gefährdung ignorieren wollte / würde. Das habe ich auch nie gesagt. Nur diesen Weg finde ich völlig untragbar.

Der letzten Mitpatientin mit einer solchen Geschichte bin ich vor rund 3 Jahren in einer Klinik begegnet - war bei ihr damals weniger als ein Jahr her und sie war panischer deswegen als ich mit der Erfahrung von einigen Klinikaufenthalten jemals einen Menschen gesehen habe. (Ich habe selbst eine Angst- und Panik-Störung und leider keine kleine - also mein "Grundmassstab" ist da nicht mickrig). Die hat sich nicht getraut, ehrlich darüber zu sprechen, wie es ihr geht, so sehr hat ihr das "geholfen".
Der vorletzte Fall war etwa 3/4 Jahr davor (also das Ereignis, nicht der Bericht darüber). Jemand, mit dem ich mich häufig online getroffen und unterhalten habe, verschwand plötzlich. Ohne Erklärung, ohne alles. Da ich wusste, wie es um ihn stand, habe ich ziemlich Wellen geschlagen - dann von Verwandten erfahren, dass er "wieder in der Klinik ist" - da war ich eigentlich wieder beruhigt. Bis ich einige Monate später eine EMail erhielt, dass er sich nicht mehr melden könnte, sein Vormund hat verfügt, dass er kein Internet mehr braucht. (und mehr von der Geschichte, die ich hier nicht weiter schreiben will) - weitere 3 Monate später erfuhr ich von gemeinsamen Bekannten, dass er sich das Leben genommen hat.
Der erste ... sollte rund 13 Jahre her sein.
Keine Ahnung, ob das die "finsteren Zeiten" waren.

Meine Familie hat sich vor einigen Monaten erkundigt, ob eine Zwangseinweisung ohne Entmüdigung mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht des Angehörigen, was in der Patientenverfügung festgelegt ist in diesem Falle, möglich ist. Antwort: Nein, für den Patienten wird bei Zwangseinweisung das Entmündigungsverfahren eingeleitet, dann liegt es in der Entscheidung des Richters. Zitat: "Das machen wir bei Zwangseinweisungen immer so".
Das macht mir natürlich Mut, zu wissen, dass meine eigene Familie diesen Plan auch grundsätzlich hat, auch wenn es da nicht um mich ging. Vielleicht bin ich das nächste Mal dran.

Ja, es sind "wenige Fälle", die ich kenne - aber der Eindruck, den die hinterlassen haben und die Vorstellung, ich könnte das Recht verlieren, über mich zu bestimmen, weil jemand in einer Phase mit Todessehnsucht mir gerade "helfen will" oder sich hilflos fühlt oder warum auch immer so etwas einleitet, ist für mich der absolute Horror. Zugegeben, das beeinflusst beides meine Meinung sehr.

Also nein, der "Regelfall" ist mir bei meiner eigenen Odysee durch diverse psych. Kliniken in verschiedenen Städten und Bundesländern auf der ebenso verzweifelten wie vergeblichen Suche nach Hilfe, die mich dort hin geführt hatte, wohl einfach noch nie begegnet.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

1. August 2014 um 19:03
In Antwort auf avarrassterne

Ich ...
... habe selbst genug Phasen mit kaum noch beherrschbarer Todessehnsucht durch und nicht wenige. Ziemlich wahrscheinlich werden weitere folgen. Ich würde Selbstmordgefahr niemals als "fischen nach Aufmerksamkeit" und "macht er / sie sowieso nicht" abtun, ich weiss zu gut, dass Depressionen schlicht und einfach eine lebensbedrohliche Krankheit sind.
Gar keine Frage.
Mir muss die Fälle niemand nennen, ich war oft genug kurz davor, einer zu werden.
Wir haben selbst ein Kind - ich kann Kindesgefährdung auch nicht auf die leichte Schulter nehmen, das hätte ich vielleicht mit 18 gekonnt, mit 39 ist es mir nicht möglich.

Aber jemanden, der etwas tut, in dessen direkter und unmittelbarer Folge ich rechtlich entmündigt würde - ich würde es nie vergessen, nie verzeihen. Nicht verzeihen wollen und nicht verzeihen können. Niemals. Das tut man dem ärgsten Feinde nicht an. Daher: ja, definitiv moralisch inkontinent.
Das heisst nicht, dass ich die Gefährdung ignorieren wollte / würde. Das habe ich auch nie gesagt. Nur diesen Weg finde ich völlig untragbar.

Der letzten Mitpatientin mit einer solchen Geschichte bin ich vor rund 3 Jahren in einer Klinik begegnet - war bei ihr damals weniger als ein Jahr her und sie war panischer deswegen als ich mit der Erfahrung von einigen Klinikaufenthalten jemals einen Menschen gesehen habe. (Ich habe selbst eine Angst- und Panik-Störung und leider keine kleine - also mein "Grundmassstab" ist da nicht mickrig). Die hat sich nicht getraut, ehrlich darüber zu sprechen, wie es ihr geht, so sehr hat ihr das "geholfen".
Der vorletzte Fall war etwa 3/4 Jahr davor (also das Ereignis, nicht der Bericht darüber). Jemand, mit dem ich mich häufig online getroffen und unterhalten habe, verschwand plötzlich. Ohne Erklärung, ohne alles. Da ich wusste, wie es um ihn stand, habe ich ziemlich Wellen geschlagen - dann von Verwandten erfahren, dass er "wieder in der Klinik ist" - da war ich eigentlich wieder beruhigt. Bis ich einige Monate später eine EMail erhielt, dass er sich nicht mehr melden könnte, sein Vormund hat verfügt, dass er kein Internet mehr braucht. (und mehr von der Geschichte, die ich hier nicht weiter schreiben will) - weitere 3 Monate später erfuhr ich von gemeinsamen Bekannten, dass er sich das Leben genommen hat.
Der erste ... sollte rund 13 Jahre her sein.
Keine Ahnung, ob das die "finsteren Zeiten" waren.

Meine Familie hat sich vor einigen Monaten erkundigt, ob eine Zwangseinweisung ohne Entmüdigung mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht des Angehörigen, was in der Patientenverfügung festgelegt ist in diesem Falle, möglich ist. Antwort: Nein, für den Patienten wird bei Zwangseinweisung das Entmündigungsverfahren eingeleitet, dann liegt es in der Entscheidung des Richters. Zitat: "Das machen wir bei Zwangseinweisungen immer so".
Das macht mir natürlich Mut, zu wissen, dass meine eigene Familie diesen Plan auch grundsätzlich hat, auch wenn es da nicht um mich ging. Vielleicht bin ich das nächste Mal dran.

Ja, es sind "wenige Fälle", die ich kenne - aber der Eindruck, den die hinterlassen haben und die Vorstellung, ich könnte das Recht verlieren, über mich zu bestimmen, weil jemand in einer Phase mit Todessehnsucht mir gerade "helfen will" oder sich hilflos fühlt oder warum auch immer so etwas einleitet, ist für mich der absolute Horror. Zugegeben, das beeinflusst beides meine Meinung sehr.

Also nein, der "Regelfall" ist mir bei meiner eigenen Odysee durch diverse psych. Kliniken in verschiedenen Städten und Bundesländern auf der ebenso verzweifelten wie vergeblichen Suche nach Hilfe, die mich dort hin geführt hatte, wohl einfach noch nie begegnet.

Mir...
...tut es leid, dass Du und Deine Bekannten so schlechte Erfahrungen gemacht haben!

Ich arbeite in einer Psychiatrie, ich arbeite mit Suizidalen, wir gehen verantwortungsbewusst mit Patientenrechten um... ich kenne zig Fälle von Patienten, die nach überstandener suizidaler Krise glücklich waren, zwangseingewiesen worden zu sein... Wenn ein gesetzlicher oder familiärer Betreuer bestimmt werden muss, dann ist dessen Aufgabe, im Sinne des Patienten zu entscheiden. Dass das nicht immer passiert, ist tragisch. Aber Deine Vorstellung von "nicht mehr über sich entscheiden können" ist schon krass und hat mit der Realität, wie ich sie kenne, wenig zu tun - deshalb meine Formulierung "finstere Zeiten".

Aber es gibt Fälle, da ist die Zwangseinweisung "alternativlos"! Nenn mir eine Alternative, wenn ein Patient nicht mehr über den Rand hinausschauen kann, jegliche Behandlung ablehnt und den Suizid bereits durchgeplant hat!?

Ich würde jedes meiner Familienmitglieder zwangseinweisen lassen, wenn ich die Sorge hätte, dass sonst ein Suizid stattfindet! Ich bin moralisch nicht inkontinent!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

1. August 2014 um 20:00
In Antwort auf garry_11938261

Mir...
...tut es leid, dass Du und Deine Bekannten so schlechte Erfahrungen gemacht haben!

Ich arbeite in einer Psychiatrie, ich arbeite mit Suizidalen, wir gehen verantwortungsbewusst mit Patientenrechten um... ich kenne zig Fälle von Patienten, die nach überstandener suizidaler Krise glücklich waren, zwangseingewiesen worden zu sein... Wenn ein gesetzlicher oder familiärer Betreuer bestimmt werden muss, dann ist dessen Aufgabe, im Sinne des Patienten zu entscheiden. Dass das nicht immer passiert, ist tragisch. Aber Deine Vorstellung von "nicht mehr über sich entscheiden können" ist schon krass und hat mit der Realität, wie ich sie kenne, wenig zu tun - deshalb meine Formulierung "finstere Zeiten".

Aber es gibt Fälle, da ist die Zwangseinweisung "alternativlos"! Nenn mir eine Alternative, wenn ein Patient nicht mehr über den Rand hinausschauen kann, jegliche Behandlung ablehnt und den Suizid bereits durchgeplant hat!?

Ich würde jedes meiner Familienmitglieder zwangseinweisen lassen, wenn ich die Sorge hätte, dass sonst ein Suizid stattfindet! Ich bin moralisch nicht inkontinent!

...
ich rate jedem, der allein nicht mehr klar kommt, es mit einer Therapie zu versuchen. Und mit noch einer, wenn das nicht hilft. Ausdrücklich. Um es ganz klar gesagt zu haben.
Aber damit, das gegen den Willen des Betroffenen in die Weg zu leiten, kann ich mich - bei allem Wissen um die unglaublich verzerrte Empfindung und Wahrnehmung in so einer Situation - niemals auch nur im Ansatz einverstanden erklären. Hätte ich vor 15 Jahren vielleicht gekonnt - heute finde ich es untragbar. Absolut untragbar.

Ich kenne Dich nicht und die Einrichtung, in der Du arbeitest nicht - es ist nur so, dass mein eigenes Vertrauen in solche Einrichtungen weit unter dem Boden ist.
Ich habe dazu schon zu viel öffentlich geschrieben, ich pack den Rest in eine PN.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Teste die neusten Trends!
experts-club