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Zusammenleben, Mobiliar aber getrennt kaufen

27. Juli 2016 um 7:22

Hallo,

also ich würde gern mal eure Meinung zu folgendem Thema hören. Bin seit drei Jahren mit meinem Freund zusammen und wir führen ein Haushaltskonto für Ausgaben wie Essen und Pflegeprodukte. Das Mobiliar haben weitestgehend aus unseren Wohnungen in unsere gemeinsame Wohnung mitgenommen. Nun gibt es ein paar Sachen dienlich gerne auch mal erneuern würde, bzw. verändern. Habe dies meinem Partner auch mitgeteilt und seine Meinung dazu ist, wenn ich z.Bsp. ne neue Schrankwand haben möchte, dann soll ich die doch kaufen. Seine Begründung dazu ist zum einen dass es ja mein Wunsch ist diese zu erneuern, zum Anderen dass er es besser findet wenn jeder ein Teil kauft und dies komplett selber zahlt, damit im Falle einer Trennung es da auch keinen Streit gibt und nicht rumdiskutiert werden muss, da er ja schon eine Trennung hinter sich hat ( die aber nicht im Streit auseinanderging). Die Einstellung mit den Möbeln hatte er auch schon beim Umzug.
Ich weiß nicht ob ich da ein wenig abwegig denke aber mich kränkt das schon sehr. Wir sind immerhin seit drei Jahren zusammen haben auch schon über Familienplanung etc. gesprochen und wollen eine gemeinsame Zukunft und dieses getrennte kaufen klingt für mich nicht gerade nach gemeinsamer Zukunft. Außerdem kann man doch nicht in einer Beziehung schon planen wie das abläuft bei einer Trennung?
Was meint denn ihr dazu?

Danke im Voraus.

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27. Juli 2016 um 8:07

Das erinnert mich daran..
... wie ich als Judendliche mal in den Unterlagen meiner Eltern spioniert habe - gefunden habe ich eine Liste, wer was mit in die Ehe gebracht hat. So in dem Stil 6 Gläser, 7 Handtücher, 5 Geschirrtücher (ok, das war anno dazumal auch noch nicht so eine Ramschware wie heute) - die sind immer noch verheiratet und das ist sehr, sehr lange her - und wenn sie mit einer Trennung geplant hätten, hätten sie ja wohl kaum geheiratet, oder?

Manche Beziehungen funktonieren mit gemeinsamen Finanzen super, manche Beziehungen funktionieren besser, wenn die Finanzen (respektive materiellen Dinge allgemein) getrennt bleiben, das sagt für mich schon lange nichts mehr darüber aus, wie "ernst" man es meint.

Ich kann schon nachvollziehen, dass Dich das kränkt, aber versuch mal über folgendes nachzudenken (wenn Du magst...): Das was Dich daran kränkt und verletzt, ist Deine Perspektive. Weil Du das mit einer Absicht (und in gewisser Weise einer Ablehnung) verbindest, die dahinter stehen würde, wenn *DU* das so tun würdest. Eine Ablehnung wäre es aber tatsächlich nur, wenn aus seiner Perspektive eine Ablehnung dahinter steht. Sonst ist es "nur" (ich weiß schon...) ein *Gefühl* der Ablehnung. Und mit dem kann man umgehen.
Es ist völlig normal, dass andere Personen, auch die eigenen Partner mit einer Handlung nicht die selbe Intention verbinden, die man selbst hätte, wenn man so handeln würde - man muss ab und an die Perspektive wechseln können.

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27. Juli 2016 um 9:00
In Antwort auf avarrassterne1

Das erinnert mich daran..
... wie ich als Judendliche mal in den Unterlagen meiner Eltern spioniert habe - gefunden habe ich eine Liste, wer was mit in die Ehe gebracht hat. So in dem Stil 6 Gläser, 7 Handtücher, 5 Geschirrtücher (ok, das war anno dazumal auch noch nicht so eine Ramschware wie heute) - die sind immer noch verheiratet und das ist sehr, sehr lange her - und wenn sie mit einer Trennung geplant hätten, hätten sie ja wohl kaum geheiratet, oder?

Manche Beziehungen funktonieren mit gemeinsamen Finanzen super, manche Beziehungen funktionieren besser, wenn die Finanzen (respektive materiellen Dinge allgemein) getrennt bleiben, das sagt für mich schon lange nichts mehr darüber aus, wie "ernst" man es meint.

Ich kann schon nachvollziehen, dass Dich das kränkt, aber versuch mal über folgendes nachzudenken (wenn Du magst...): Das was Dich daran kränkt und verletzt, ist Deine Perspektive. Weil Du das mit einer Absicht (und in gewisser Weise einer Ablehnung) verbindest, die dahinter stehen würde, wenn *DU* das so tun würdest. Eine Ablehnung wäre es aber tatsächlich nur, wenn aus seiner Perspektive eine Ablehnung dahinter steht. Sonst ist es "nur" (ich weiß schon...) ein *Gefühl* der Ablehnung. Und mit dem kann man umgehen.
Es ist völlig normal, dass andere Personen, auch die eigenen Partner mit einer Handlung nicht die selbe Intention verbinden, die man selbst hätte, wenn man so handeln würde - man muss ab und an die Perspektive wechseln können.

Unterschied zur wg
Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Ich denke ja nicht dass dabei Hintergedanken bei ihm sind. Allerdings kann ich dieses Denkvermögen einfach nicht mit meiner Vorstellung vereinbaren. Wenn es doch heißt wir, dann sind auch WIR für Einrichtung etc. unserer Wohnung verantwortlich. Wie soll dass denn dann laufen? Wenn ich was neues haben möchte dann kann ich die komplette Wohnung allein auf meine Kosten neu einrichten? Es hieß auch mal er kauft eine Küche. Nachdem er aber nicht ohne Küche einziehen wollte, haben wir eine alte von uns mitgenommen und wollten es im darauffolgenden Jahr angehen mit der Küche. Mittlerweile passt ihm ja die Küche so wie sie ist, mir aber nicht und ich finde sie viel zu vollgestopft und zu klein. Aus seiner Logik heraus muss ich dann ja also eine neue Küche finanzieren weil ich eine möchte. Was ist denn dann das für eine Beziehung? Das ist ja schon fast wg denken und selbst in einer wg beteiligen sich die Mitbewohner finanziell an gemeinschaftlich genutztem Mobiliar. Ich kann das einfach nicht nachvollziehen. Ich finde so eine solche Reaktionen echt rücksichtslos und in einer Beziehung nicht angebracht. Was ist denn mit meinen Wünschen? Die darf ich entweder selbst verwirklichen oder ich habe Pech.
Als Außenstehender würde ich das eventuell auch anders sehen. Aber ich fühle mich nicht ernst genommen und verstanden wenn mein Wunsch nach Erneuerung von Möbeln in einer gemeinsamen Wohnung meinem Partner egal sind.
Wie soll das den weiter gehen? Wenn ich ein Kind will dann muss ich es finanzieren oder wie?
Ich weiß ich denn da vielleicht nun ein bisschen zu viel darüber nach, aber für mich ist das keine Lapalie.

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27. Juli 2016 um 9:34
In Antwort auf odette748

Unterschied zur wg
Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Ich denke ja nicht dass dabei Hintergedanken bei ihm sind. Allerdings kann ich dieses Denkvermögen einfach nicht mit meiner Vorstellung vereinbaren. Wenn es doch heißt wir, dann sind auch WIR für Einrichtung etc. unserer Wohnung verantwortlich. Wie soll dass denn dann laufen? Wenn ich was neues haben möchte dann kann ich die komplette Wohnung allein auf meine Kosten neu einrichten? Es hieß auch mal er kauft eine Küche. Nachdem er aber nicht ohne Küche einziehen wollte, haben wir eine alte von uns mitgenommen und wollten es im darauffolgenden Jahr angehen mit der Küche. Mittlerweile passt ihm ja die Küche so wie sie ist, mir aber nicht und ich finde sie viel zu vollgestopft und zu klein. Aus seiner Logik heraus muss ich dann ja also eine neue Küche finanzieren weil ich eine möchte. Was ist denn dann das für eine Beziehung? Das ist ja schon fast wg denken und selbst in einer wg beteiligen sich die Mitbewohner finanziell an gemeinschaftlich genutztem Mobiliar. Ich kann das einfach nicht nachvollziehen. Ich finde so eine solche Reaktionen echt rücksichtslos und in einer Beziehung nicht angebracht. Was ist denn mit meinen Wünschen? Die darf ich entweder selbst verwirklichen oder ich habe Pech.
Als Außenstehender würde ich das eventuell auch anders sehen. Aber ich fühle mich nicht ernst genommen und verstanden wenn mein Wunsch nach Erneuerung von Möbeln in einer gemeinsamen Wohnung meinem Partner egal sind.
Wie soll das den weiter gehen? Wenn ich ein Kind will dann muss ich es finanzieren oder wie?
Ich weiß ich denn da vielleicht nun ein bisschen zu viel darüber nach, aber für mich ist das keine Lapalie.

Nun...
... mein Mann und ich handhaben das auch anders - schon immer. Wir haben schon sehr lange nur noch ein gemeinsames Konto und vorher haben wir auch mit getrennten Konten alles Geld "zusammengeworfen".
Schafft aber eben andere Probleme. Man ist nun einmal nicht immer der gleichen Meinung, ob jetzt ein neuer Tisch her muss oder ob es der alte noch tut und ob jetzt einer von Ikea auch geht, weil Tisch ist Tisch und wichtig ist Funktionalität oder muss schick aussehen und ist es wert, mehr Geld in die Hand zu nehmen.
Ich bin mehr so der "Tisch ist Tisch" - Typ - Hauptsache, ich kann davon gut essen / daran passabel arbeiten und der Rest ist mir auch herzlich egal - und mich dauert es oft echt um das Geld, das ich wirklich lieber in etwas anderes gesteckt hätte... Gibt nicht selten recht schwungvollen Streit. Nun sind wir Menschen, die Streit nicht negativ empfinden, der gehört unbedingt zu unserer Beziehung dazu und unlösbare Probleme sind das auch nicht - aber was ich damit sagen will: es gibt keine super tolle und perfekte Lösung für alle.

Da müsst Ihr eine Lösung finden, mit der Ihr beide gut leben könnt und vor allem auch wollt - da kann man von aussen wenig raten, weil es da zu viele mögliche Ansichten gibt, die alle nicht "falsch" sind - nur eben untereinander nicht unbedingt kompatibel.
Wenn Ihr keine Lösung finden könnt, weil Ihr da so weit auseinander seid, dass jeder mögliche Kompromiss nur beide schrecklich nervt, dann funktioniert das mit Euch als Beziehung vermutlich nicht.

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27. Juli 2016 um 10:22

Ansichtssache...
... es gibt genug glückliche Beziehungen, die nur mit einer Trennung der Finanzen und materiellen Dinge funktionieren, da würde ich nicht so pauschal urteilen.

Dass die TE daran zweifelt, habe ich schon kapiert, ist so schwer nicht Heisst aber noch lange nicht, dass die Interpretation, die ihr davon als einzig logische erscheint (und Dir und lana wohl auch) auch die Intention ihres Freundes ist.

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27. Juli 2016 um 20:25

Meins wäre
das nicht, denn
1. Wir benützen das Zeug beide, also warum sollten es nicht auch beide zahlen?
2. Sollte es zu einer Trennung kommen: Schleppst du dann wirklich deine Schrankwand da aus der Wohnung raus und er seinen Lattenrost vom Bett? Und dann jeder hinein in neue Wohnungen, wo ihr euch dann jeweils wie einen Flickenteppich die fehlenden Teile dazu kaufen müsst, die dann natürlich nicht dazu passen, weil es genau dieses Modell nicht mehr gibt.
3. Finanziell kommt man doch da dann auch nicht auf eine ausgeglichene Summe. Und dann muss man sich merken, wer zuletzt etwas gekauft hat und zu welchem Preis, damit sich das alles ungefähr die Waage hält...Na danke! Ich find's schon nervig, wenn ich mir merken muss, dass ich von irgendwem noch 5 Euro krieg.
4. Was wenn ihr dann im Fall einer Trennung da steht und erst Recht nicht mehr wisst, wer jetzt die neue Waschmaschine gekauft hat?

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28. Juli 2016 um 8:01
In Antwort auf odette748

Unterschied zur wg
Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Ich denke ja nicht dass dabei Hintergedanken bei ihm sind. Allerdings kann ich dieses Denkvermögen einfach nicht mit meiner Vorstellung vereinbaren. Wenn es doch heißt wir, dann sind auch WIR für Einrichtung etc. unserer Wohnung verantwortlich. Wie soll dass denn dann laufen? Wenn ich was neues haben möchte dann kann ich die komplette Wohnung allein auf meine Kosten neu einrichten? Es hieß auch mal er kauft eine Küche. Nachdem er aber nicht ohne Küche einziehen wollte, haben wir eine alte von uns mitgenommen und wollten es im darauffolgenden Jahr angehen mit der Küche. Mittlerweile passt ihm ja die Küche so wie sie ist, mir aber nicht und ich finde sie viel zu vollgestopft und zu klein. Aus seiner Logik heraus muss ich dann ja also eine neue Küche finanzieren weil ich eine möchte. Was ist denn dann das für eine Beziehung? Das ist ja schon fast wg denken und selbst in einer wg beteiligen sich die Mitbewohner finanziell an gemeinschaftlich genutztem Mobiliar. Ich kann das einfach nicht nachvollziehen. Ich finde so eine solche Reaktionen echt rücksichtslos und in einer Beziehung nicht angebracht. Was ist denn mit meinen Wünschen? Die darf ich entweder selbst verwirklichen oder ich habe Pech.
Als Außenstehender würde ich das eventuell auch anders sehen. Aber ich fühle mich nicht ernst genommen und verstanden wenn mein Wunsch nach Erneuerung von Möbeln in einer gemeinsamen Wohnung meinem Partner egal sind.
Wie soll das den weiter gehen? Wenn ich ein Kind will dann muss ich es finanzieren oder wie?
Ich weiß ich denn da vielleicht nun ein bisschen zu viel darüber nach, aber für mich ist das keine Lapalie.

P.S.
ich wüßte auch nicht, was ich machen sollte, wenn mein Mann eine neue Küche wollte. Unsere ist total alt. Sind z.B. allein 3 verschiedene Sorten Türgriffe an den Schränken, weil im Laufe der Zeit hier und da einer ersetzt wurde. Schön ist das nicht, ich weiss auch, dass es meinen Mann schon stört - mich aber gar nicht. Wenn er mich nicht darauf ansprechen würde, würde ich das noch nicht mal wahrnehmen, ehrlich gesagt.

Also würdest Du jetzt sagen, wenn er eine neue Küche will, habe ich halt Pech und weg ist das Geld, was ich lieber für etwas anderes ausgegeben hätte, sonst ist es keine richtige Beziehung?

Du sprichst davon, dass Du Dich damit nicht ernst genommen und nicht verstanden fühlst - und in wie weit nimmst Du Deinen Freund ernst? Welche Rolle spielt es denn für Dich, dass er die Möbel *nicht* erneuern möchte? Zumindest in Deinen Beiträgen hier kann ich da nichts herauslesen, dass Du seinen Wunsch da genauso ernst nimmst wie Deinen, ihm das gleiche Recht und das gleiche Gewicht beimisst.

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