Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Zum Psychologen nach Vergewaltigung?

Zum Psychologen nach Vergewaltigung?

23. März 2014 um 21:47

Hallo an alle ich habe mich hier gerade erst angemeldet, weil ich dringend Rat suche.

Ich bin 16. Jahre alt. Ich lebe seit einem Jahr alleine, da das Verhältnis zu meinen Eltern, die selbst getrennt leben, nicht immer das beste war.

Vor zwei Jahren wurde ich Überfallen, auf Drogen gesetzt und mehrmals von zwei Männern vergewaltigt.
Ich bin damals nicht zur Polizei gegangen und nun ist es zu spät irgendetwas zu beweisen und ich würde dem Stress wahrscheinlich auch nicht stand halten können. Ich habe mich zu sehr geschämt, mich zu Hause eingesperrt und mit niemanden darüber geredet. Ich habe versucht alles zu verdrängen, aber das Vergangene holt mich immer mehr ein.
Ich habe fast jede Nacht Alpträume, die davon handeln, bekomme immer öfters Panikattacken, bin depressiv, weine sehr viel, ziehe mich zurück usw.
Nun habe ich seit einem dreiviertel Jahr eine Beziehung, die darunter sehr leidet. Vor allem was das sexuelle angeht ist es bei uns sehr kompliziert, ich habe ihm davon erzählt, aber auch keine Details, nur das es passiert ist. Ansonsten weiß niemand etwas davon. Mein Freund meint immer wieder ich soll mir professionelle Hilfe suchen und ich glaube er hat recht. Alleine komme ich da nicht mehr raus.
Es wäre mir sehr wichtig, dass meine Eltern nichts davon Erfahren, deshalb meine erste Frage ist das Möglich? Meine Krankenkassenkarte habe ich selbst immer bei mir und Ärzte haben soweit ich weiß eine Schweigepflicht, solange man nicht Suizid gefährdet ist. Außerdem habe ich keine Ahnung an wen ich mich wenden müsste? Erstmal zum Hausarzt? Was müsste ich ihm sagen, müsste ich ihm zu erst davon erzählen? Mir fällt es wirklich nicht leicht mir Hilfe zu suchen und hoffe ihr könnt mir weiter helfen. Alleine schaffe ich es nicht und ich wünsche mir nichts mehr, als einfach wieder ein ''nomaleres'' Leben zu führen.
Wenn jemand auch schon Erfahrungen mit Psychologen etc. gemacht hat und wie es dort abläuft wäre ich über eine kleine Aufklärung sehr dankbar.

Danke schon mal, an alle, die mir mit guter Absicht eine Antwort schreiben.

Lg Lassy

Mehr lesen

23. März 2014 um 22:30


In der situation befinde ich mich auch aber bei mir läuft deswegen ein gerichtsverfahren und es wird noch ein glaubwürdigkeitsgutachten gemacht

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

25. März 2014 um 22:36

...
hallo lassy,

es ist traurig, dass dir so etwas passiert ist, das tut mir wirklich leid. ich habe so etwas in der art auch durch und habe ebenfalls mehrere jahre gezögert, bis ich mir endlich hilfe gesucht habe.

wie bist du denn krankenversichert? läuft das mit über die versicherung deiner mutter / vater? wenn dir die krankenkasse post schickt - geht das an deine adresse oder zu deiner mutter / vater? da du noch nicht volljährig bist, bin ich mir nicht so sicher, ob das funktioniert, ohne dass deine eltern etwas mitbekommen.

du kannst zu deinem Hausarzt gehen, wenn das für dich eine option ist (das ist so eine vertrauenssache, ich weiß nicht, ob das für dich in frage käme). du musst aber nicht unbedingt als erstes zum hausarzt, du könntest auch hilfe in einer Beratungsstelle suchen (z.b. weißer ring, wildwasser, frauenberatungsstellen etc.). schau doch einfach mal im internet, was es in deiner stadt so alles gibt. der vorteil an einer Beratungsstelle ist, dass man dir direkt eine Therapeutin (würde dir in deinem fall eine frau empfehlen) vermitteln kann, die auf sowas spezialisiert ist und bei der du möglicherweise auch nicht so lange warten musst, bis es losgeht. der nachteil ist, dass du deine geschichte zweimal umreißen musst (erst in der beratungsstelle und dann bei der therapeutin). die dritte möglichkeit wäre, dass du direkt kontakt zu einer therapeutin aufnimmst. auch hier kannst du mal im internet gucken, wen es alles in deiner stadt gibt. egal, an wen du dich wendest, ich denke jeder von den genannten personen (hausarzt, beratungsstelle, psychotherapeutin) kann dir die frage beantworten, ob du deine eltern aus der sache raushalten kannst.

aber prinzipiell muss / kann ich deinem freund recht geben: es ist für dich persönlich und auch für euch beide in der beziehung das beste, wenn du die sache anpackst und mit hilfe einer psychotherapie verarbeitest. ich habe die erfahrung gemacht, dass es einem wirklich unglaublich doll helfen kann. klar, es tut weh, sich damit auseinanderzusetzen. aber du schreibst es ja selbst: du hast sehr häufig mit alpträumen zu kämpfen und auch im alltag holt es dich immer wieder ein. das heißt, du erlebst es ungewollt immer wieder, die schlechten gefühle kommen einfach immer wieder hoch, ob du es willst oder nicht. wenn du dich im rahmen der Therapie damit konfrontierst, kostet das zwar überwindung, weil du es quasi freiwillig machst, aber dafür geschieht dies in einem geschützten raum unter begleitung eines profis, der auf dich aufpasst. und es wirkt wunder, dir ist wahrscheinlich jetzt noch gar nicht bewusst, wie sehr dich das erlebnis in deinem täglichen tun und denken beeinflusst. jedenfalls ging es mir so, dass sich während der therapie meine lebensqualität unerwartet stark verbessert hat, weil ich viele folgeerscheinungen / probleme / ängste / vermeidungsverhalten etc. ablegen konnte, auch die dinge, die ich selbst noch gar nicht so als folge des traumas wahrgenommen habe.

also ich kann dir nur empfehlen, es zu versuchen, du hast ja nichts zu verlieren. sieh es mal so: es kann im grunde nur besser werden. und dein freund würde dich wahrscheinlich unterstützen, das ist auch eine große hilfe, wenn ihr es beide wollt und beide auf eine glücklichere / unbeschwertere beziehung hinarbeiten wollt. wenn du noch fragen hast, stell sie einfach .

lg anni

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
wallpaper