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Zu verschlossen gegenüber anderen Menschen

30. Oktober 2011 um 14:25

Hallo. Ich habe ein riesiges Problem mit mir selber.
Beziehungsweise habe ich ein Problem mit mir selber, da mein Freund es mit mir hat und ich ihn durch mein Verhalten nicht verlieren möchte.

Und zwar ist mein Problem, dass ich unglaublich wenig rede. Zum Beispiel bei meiner Schwiegerfamilie, die sind alle total aufgeschlossen und reden über alles mögliche und ich sitze immer nur da und weiß nicht, was ich sagen soll und fühle mich total unwohl.
Das hat nichts damit zutun, dass ich sie nicht leiden kann, sondern einfach damit, dass ich nicht weiß, was ich sagen soll. Seine Geschwister sind alle mindestens 15 Jahre älter und haben Familie und reden über Kinder, Windeln und allem möglichen wovon ich einfach noch keine Ahnung habe.

Ich habe mir so oft vorgenommen, dass ich einfach mehr rede etc., aber es klappt nicht und das macht mich fertig.
Diese Situation habe ich allgemein mit Menschen, die nicht meine Familie oder meine engsten Freunde sind und dadurch werde ich oft falsch beurteilt und stehe immer außen vor, da alle glauben ich wolle nichts mit ihnen zutun haben.

Ich verspreche meinem Freund immer wieder, dass ich mir Mühe geben werde und dass ich es versuchen werde zu ändern, weil ich mir wirklich denke "so schwer kann das doch nicht sein!". Aber aus irgendeinem Grund ist es das für mich.

Hat vielleicht irgendwer ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir vielleicht ein par Tips geben?
ich habe wirklich Angst durch mein Verhalten zu vereinsamen, weil alle denken, ich würde sie nicht mögen, dabei bin ich einfach nur unsicher :/

Liebe Grüße, Leyla

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30. Oktober 2011 um 15:15

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Hallo Leyla,
das kann ernster sein, als du denkst. In deinem Alter ging es mir ähnlich. Ich habe nun, 10 Jahre später begriffen, dass es mit eine psychosomatische Problematik ist - deren Ursachen unterschiedlichst sein können. Sicherlich würde dir jeder zu therapeutischer Hilfe raten. In dieser könntest du lernen, herauszufinden, WARUM du nicht unbekümmert in Kontakt treten kannst. Vielleicht ist es Angst vor Ablehung, vielleicht ungewohnt, dass es wichtig ist, was du sagst...
Vielleicht redest du mit deinen Eltern mal darüber (sofern sie Vertrauenspersonen für dich sind) und wende dich an eine Psychologin oder an eine Beratungsstelle. Dort kann man dir Hinweise und Hilfe geben, mit denen du heruasfinden kannst, was gut für dich wäre.
Weihe deinen Freund offen in diese Problematik ein und entscheide dich für den Weg, der dein Selbstbewusstsein stabilisiert, nicht irritiert. Natütlich kannst du mit 17Jahren noch nicht über Windeln reden..
Aber wenn dieses Problem oft in neuen Menschenkreisen auftritt, liegt der Schlüssel wahrscheinlich viel tiefer..

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30. Oktober 2011 um 15:51
In Antwort auf renellla1

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Hallo Leyla,
das kann ernster sein, als du denkst. In deinem Alter ging es mir ähnlich. Ich habe nun, 10 Jahre später begriffen, dass es mit eine psychosomatische Problematik ist - deren Ursachen unterschiedlichst sein können. Sicherlich würde dir jeder zu therapeutischer Hilfe raten. In dieser könntest du lernen, herauszufinden, WARUM du nicht unbekümmert in Kontakt treten kannst. Vielleicht ist es Angst vor Ablehung, vielleicht ungewohnt, dass es wichtig ist, was du sagst...
Vielleicht redest du mit deinen Eltern mal darüber (sofern sie Vertrauenspersonen für dich sind) und wende dich an eine Psychologin oder an eine Beratungsstelle. Dort kann man dir Hinweise und Hilfe geben, mit denen du heruasfinden kannst, was gut für dich wäre.
Weihe deinen Freund offen in diese Problematik ein und entscheide dich für den Weg, der dein Selbstbewusstsein stabilisiert, nicht irritiert. Natütlich kannst du mit 17Jahren noch nicht über Windeln reden..
Aber wenn dieses Problem oft in neuen Menschenkreisen auftritt, liegt der Schlüssel wahrscheinlich viel tiefer..

Danke.
Hast du denn eine Therapie gemacht? Und fällt es dir heute leichter?

Ich habe bereits vor einem Jahr schon eine Therapie gemacht nach der Trennung meiner Eltern. Vielleicht sollte ich die wieder aufnehmen..

Danke dir für deinen Rat, ich hatte gehofft, dass man das leichter in den Griff bekommt, aber die Vermutung hatte ich auch schon, dass das ganze tiefer geht.

Vielen Dank für deine Antwort.(:

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30. Oktober 2011 um 17:58

Üben, üben, üben
Nimm dir vor, jedes Mal etwas zu erzählen.
Auch wenn du rot wirst und stotterst.
Überlege dir schon zu Hause, was du erzählen wirst.
Z. B. eine kleine Geschichte aus deiner eigenen Kindergartenzeit oder Grundschulzeit.
Oder auch eine Geschichte, die du mit deiner Freundin erlebt hast. Irgend etwas.
Übe diese Geschichte, indem du sie z. B. deinem Teddybären erzählst.
Du solltest sie einmal wirklich gesprochen haben.

Du musst wirklich jedes Mal etwas erzählen, denn du bist so still, weil du Angst hast und Angst kann man nur überwinden, indem man genau das tut, wovor man Angst hat.

Übrigens finde ich Leute sympatischer, die weniger reden, weil sie meinen, nicht so viel Wichtiges beitragen zu können, als Menschen, die ihre Grenze nicht kennen und jeden Pups zum Thema machen.
Am besten ist es aber, wenn man in Gemeinschaft auch selber einmal etwas erzählt.

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30. Oktober 2011 um 19:37
In Antwort auf essie_11887999

Üben, üben, üben
Nimm dir vor, jedes Mal etwas zu erzählen.
Auch wenn du rot wirst und stotterst.
Überlege dir schon zu Hause, was du erzählen wirst.
Z. B. eine kleine Geschichte aus deiner eigenen Kindergartenzeit oder Grundschulzeit.
Oder auch eine Geschichte, die du mit deiner Freundin erlebt hast. Irgend etwas.
Übe diese Geschichte, indem du sie z. B. deinem Teddybären erzählst.
Du solltest sie einmal wirklich gesprochen haben.

Du musst wirklich jedes Mal etwas erzählen, denn du bist so still, weil du Angst hast und Angst kann man nur überwinden, indem man genau das tut, wovor man Angst hat.

Übrigens finde ich Leute sympatischer, die weniger reden, weil sie meinen, nicht so viel Wichtiges beitragen zu können, als Menschen, die ihre Grenze nicht kennen und jeden Pups zum Thema machen.
Am besten ist es aber, wenn man in Gemeinschaft auch selber einmal etwas erzählt.

-
Es ist ja nicht so, dass ich es nicht versuche und gar nicht rede, nur eben nicht so wie ein Wasserfall, sondern nur wenn ich gefragt werde.

Bei mir ist immer die Sorge, dass es niemanden interessiert, was ich sage. Und selbst wenn ich mir eine Geschichte zu Recht lege.. vielleicht passt sie nicht in den Kontext oder ist völlig uninteressant vor Ort :/
Das ist so meine Sorge !

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30. Oktober 2011 um 20:38
In Antwort auf etta_12487500

-
Es ist ja nicht so, dass ich es nicht versuche und gar nicht rede, nur eben nicht so wie ein Wasserfall, sondern nur wenn ich gefragt werde.

Bei mir ist immer die Sorge, dass es niemanden interessiert, was ich sage. Und selbst wenn ich mir eine Geschichte zu Recht lege.. vielleicht passt sie nicht in den Kontext oder ist völlig uninteressant vor Ort :/
Das ist so meine Sorge !

Kurze
Ist doch egal, wenn die Geschichte uninteressant ist.
DU musst ja nicht zuhören.
Es kann dir wirklich egal sein.

Und mit dem Reden, wenn du gefragt wirst, kannst du auch vergessen. Dich fragt bestimmt keiner: Erzähl doch mal eine Geschichte aus deiner Kindergartenzeit.

Also, mach es so, wie ich's dir hier rate! Klappt schon!

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1. November 2011 um 9:11
In Antwort auf essie_11887999

Üben, üben, üben
Nimm dir vor, jedes Mal etwas zu erzählen.
Auch wenn du rot wirst und stotterst.
Überlege dir schon zu Hause, was du erzählen wirst.
Z. B. eine kleine Geschichte aus deiner eigenen Kindergartenzeit oder Grundschulzeit.
Oder auch eine Geschichte, die du mit deiner Freundin erlebt hast. Irgend etwas.
Übe diese Geschichte, indem du sie z. B. deinem Teddybären erzählst.
Du solltest sie einmal wirklich gesprochen haben.

Du musst wirklich jedes Mal etwas erzählen, denn du bist so still, weil du Angst hast und Angst kann man nur überwinden, indem man genau das tut, wovor man Angst hat.

Übrigens finde ich Leute sympatischer, die weniger reden, weil sie meinen, nicht so viel Wichtiges beitragen zu können, als Menschen, die ihre Grenze nicht kennen und jeden Pups zum Thema machen.
Am besten ist es aber, wenn man in Gemeinschaft auch selber einmal etwas erzählt.


Noch mal Hallo Leyla,
das mit dem Üben ist schon ganz gut.
Ja, ich habe einige Einzeltharapien hinter mir, jedoch eher wegen anderer Probleme, damals war mir dieses! Problem nicht so bewusst wie heute. Ich denke das eine Gruppentherapie in dieser Situation das wichtigste wäre. Persönlich habe ich mich auch immer wieder mit solchen Situationen konfrontiert, in der Hoffnung, ich könne selbst üben. Also, dass ich mit Gruppen ein bis zwei Wochen weg gefahren bin, in diesen Kreisen kannte ich niemanden.
Dabei ist mir dann erst so richtig klar geworden, wie schlimm sich das schon bei mir ausgeprägt hatte.
Aber kein Hopfen verloren ich habe eine sehr nette Frau getroffen, die mich in so einer Situation mal "therapeutisch wertvoll" aufgefangen hat...was aber wirklich Glück war. So, ja, suche ich nun Gruppentherapie.
Eigenartiger Weise fällt es mir heute! endlich, nach diesem Gespräch mit dieser Frau und nach anderen zufälligen Ereignissen schon viel leichter (Vergangenheitskonfrontation).
Sinn einer solchen Therapie ist ja einzig und alleine, dass du lernst und spürst!, dass NIEMAND etwas von dir erwartet. Jeder ist so mit sich beschäftigt, dass du dir nun wirklich keine Sorgen machen musst.
Aber du nimmst dich selbst so wichtig oder so unwichtig, dass du keinen Abstand findest zu den anderen - Hypothese.
Du musst viel an deinem Ego arbeiten und das tue besser mit Therapeutischer Unterstützung.

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