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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Wurde ich sexuell missbraucht?

Letzte Nachricht: 20. März 2013 um 18:01
C
curtis_12465892
18.03.13 um 0:35

Hallo, ich bin 18 Jahre alt und mache mir momentan sehr viele Gedanken über mein Leben. Ich bin nun seit einiger Zeit bei einer Therapeutin für Essgestörte, da ich seit einem Jahr an Bulimie leide. Dort versuchen wir natürlich die Gründe usw. herauszubekommen, warum ich mit dem Erbrechen anfing. Für mich war die Sache bis vor kurzem klar..Weil ich mich schon immer zu dick fand. Ganz einfach.. Allerdings liegen die Gründe viel tiefer in der Vergangenheit oder sogar in der Kindheit sagte sie..

Ich kann mich erinnern, dass ich mit 13 Jahren einen ersten richtigen Freund hatte. Er war damals 16 und hatte natürlich ganz andere Interessen als ich. Als wir uns kennenlernten war alles ok, ich fand ihn toll und nett. Doch bereits am 3. oder 4. Treffen fing es schon damit an, dass er mich festhielt und meine Hose herunter zog. Ich fand das gar nicht witzig und war total geschockt, da mich noch nie ein Junge nackt gesehen hatte. Er fing an zu lachen und lies mich los, da alles nur ein Spass sei. Ich war natürlich sauer aber dachte mir nichts dabei. Dann wurde es immer mehr. Die nächsten Male fing er an mich wild zu küssen und fasste mich an Stellen an, was ich in dem alter völlig unpassend fand. Ich hatte keine Erfahrung und wollte sie auch nicht sammeln. Allerdings war ich viel zu schüchtern, um etwas zu sagen oder um mich zu wehren. Er dachte anscheinend ich will das alles auch. Also musste ich alles über mich ergehen lassen. Wenn ich mal seine Hand wegnahm hieß es gleich, ich würde ihn nicht "lieben", dabei kann man in dem alter noch nicht von "Liebe" sprechen. Ich war verknallt, er war älter, sah gut aus, und ich dachte er weiß schon was richtig ist. Ich wollte ihn nicht verlieren auch wenn es total absurd klingt. Ich fand ihn damals einfach toll..
Wir haben nie etwas unternommen was mir Spaß machte. Wir gingen nicht raus, nicht in die Stadt, nicht ins Kino, gar nix! Er kam immer nur zu mir und wir blieben den ganzen Tag im Bett, so wie er es wollte. Er verlangte Sachen von mir die ich damals nicht einmal kannte. Ich sollte ihn Oral befriedigen und er wollte das gleiche bei mir tun. Ich war 13!!! Ich hatte Angst und habe gesagt, dass ich es nicht will. Ich habe mich so geekelt. Aber er hat gesagt ich würde ihn ja nur veraschen, ich spiele ihm nur vor, dass ich ihn liebe und solche Sachen. Ich wusste nicht was ich tun sollte also machte ich am Ende doch fast alles was er verlangte.
Ich kam mir so fremd und widerlich vor. Ich hätte am liebsten heulend das Zimmer verlassen. Aber dann hätte er mich für eine Memme gehalten. Ich war einfach unreif und konnte meine Meinung nicht sagen. Das ganze ging 4 Monate so. Immer wenn er zu mir kam, konnte ich die Stunden davor nichts essen, weil mir so schlecht war. Ich habe es gehasst wenn er kam. Aber auf der anderen Seite gab es auch die schönen Momente, wo er mich in den Arm nahm und wir einfach nur da lagen. Ich habe die ganzen schlimmen Sachen irgendwann nicht mehr wahrgenommen und in Kauf genommen, nur um in den Arm genommen zu werden.
... Dazu muss man wissen, dass ich schon immer eine sehr schlechte Beziehung zu meinem Vater habe. Er hat sich nie richtig für mich und meine Schwester interessiert und war immer nur mit seinem Beruf beschäftigt. Er weiß wenig über mich und eigentlich streiten wir uns nur, wenn wir überhaupt mal miteinander reden..
Naja irgendwann verlangte er auch "Nacktfotos" von mir, vorauf hin ich ihm welche in Unterwäsche machte. Ich habe sie ihm geschickt, weil er mir Komplimente machte.. Ich fühle mich gut, da ich mich ja sonst immer zu dick fand. Es hat mir Kraft und Mut gegeben. Er war der einzige der mir sagte, dass er mich "liebt" und dass ich schön bin.. Jetzt im Nachhinein ist mir natürlich klar, dass er mich nur benutzt hat. Ich war klein und dumm.. Irgendwann hab ich es dann doch geschafft, das ganze zu beenden und dann folgte eine schöne, kindliche "Beziehung" , in der ich Spass mit meinem Freund hatte. Wir gingen Inliner fahren, Eis essen, auf Geburtstage, hatten gemeinsame Freunde und alles was dazu gehört. Nun sind einige Jahre vergangen und ich Blicke auf die Zeit zurück. Ich habe seit 2 Jahren einen Freund mit dem ich anfangs noch geschlafen habe. Nicht oft ..aber es gab diese Momente. Doch es wurde immer weniger bis wir und 2-3 Monate nicht genähert oder berührt haben. Gar nichts. Ich hasse meinen Körper und will das alles nicht. Ich fühle mich falsch wenn ich so etwas zulasse. Mein Freund kann damit zwar umgehen, dennoch fühle ich mich schuldig und schlecht wenn ich ihm ständig den Rücken zudrehe, da wir lange zusammen sind und es anfangs ja noch gut lief. Ich hasse es schon, wenn er mich am Hals küsst oder zu nahe kommt. Ich fühle mich eingeengt und bedrängt. Ich würde dann am liebsten aufspringen und abhauen. Ich werde wütend und lege seine Hand weg oder Zicke ihn an, dass er mich in Ruhe lassen soll. Darüber habe ich mit meiner Therapeutin noch nicht gesprochen aber ich mache mir seit einigen Tagen Gedanken, ob ich sexuell Missbraucht wurde. Vielleicht ist das der Grund für meine Bulimie und den Hass auf körperliche Nähe.. Kann mir jemand helfen?

Liebe Grüsse..

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A
an0N_1272562199z
19.03.13 um 11:00

...
Helfen kannst Du dir nur selber und das machst Du auch schon ganz prima. Reden ist das Schlüsselwort. Du hast ein Therapeuten der dir ja schon in einer Weise hilft. Finde raus was Du brauchst, was dich glücklich macht, was dir Hilft.

Ich wurde mit 14 vergewaltigt und weil ich damit nicht umgehen könnte, so erzogen wurde, dass man die Dinge allein Regeln muss und meine Mama depressiv war/ist und ich mich immer verantwortlich für alle Gefühlt habe, begann ich die Tat zu verschweigen und zu überbrücken. Ich quälte mich wie Du mit Magersucht und Ritzen. Schaffte allein davon wegzukommen und verdrängt alles ganz Prima. Aber irgendwann brach einfach alles zusammen. Ich kann ihn riechen, wenn ich in der Disco gerade viel Spaß haben. Ich spüren sein Gewicht auf mein Brustkorb. Ich lese/höre nur noch von Vergewaltigungen,Opfern und welche die so tun, als wären Sie angegriffen wurden. Sieben! Jahre Bach der

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an0N_1272562199z
19.03.13 um 11:15
In Antwort auf an0N_1272562199z

...
Helfen kannst Du dir nur selber und das machst Du auch schon ganz prima. Reden ist das Schlüsselwort. Du hast ein Therapeuten der dir ja schon in einer Weise hilft. Finde raus was Du brauchst, was dich glücklich macht, was dir Hilft.

Ich wurde mit 14 vergewaltigt und weil ich damit nicht umgehen könnte, so erzogen wurde, dass man die Dinge allein Regeln muss und meine Mama depressiv war/ist und ich mich immer verantwortlich für alle Gefühlt habe, begann ich die Tat zu verschweigen und zu überbrücken. Ich quälte mich wie Du mit Magersucht und Ritzen. Schaffte allein davon wegzukommen und verdrängt alles ganz Prima. Aber irgendwann brach einfach alles zusammen. Ich kann ihn riechen, wenn ich in der Disco gerade viel Spaß haben. Ich spüren sein Gewicht auf mein Brustkorb. Ich lese/höre nur noch von Vergewaltigungen,Opfern und welche die so tun, als wären Sie angegriffen wurden. Sieben! Jahre Bach der

...das wollte ich eigentlich nicht abschicken.
...jetzt bin ich ausersehen bei mein Handy auf den senden Button gekommen, aber worauf ich hinaus wollte: nach über sieben Jahren 'erfolgreicher' selbst Manipulation bin ich komplett ausgetickt. Ähnlich wie bei dir. Ich hab mich operieren lassen um nicht mehr seine Hände, sein Gewicht zu spüren. Meinen Körper entfremdet, damit es nicht mehr der seine war. Ich war früher immer sehr dünn. Ich wurde so extrem in meiner Handlung, dass es kaum jemand lange bei mir aushielt und ich jagte so den vergessen hinterher, das ich es nur noch mehr einprägte. Ich spielte mit Männern. Ich traute niemanden....ich war so kaputt am Ende. Macht das einfach nicht...Du bist mit dem Reden einfach schon ein Schritt weiter und klüger. Rede dir niemals ein, dass Du in irgendeiner weiße anders gehandelt haben solltest. Du warst ein Kind. Was dir passiert ist, ist grauenvoll. Nur Du wirst es in Gänze fassen können. Versuch dich aber nicht vor allem zu verschließen. Liebe Grüße, ich hoffe Du kannst den Sinn erkennen, auf den ich hinaus möchte. Leider bin ich gerade unter Zeitdruck und dann noch mir mein Handy ...aber ich wollt such nicht allein damit lassen.

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an0N_1197900799z
19.03.13 um 12:37

Klingt wie bei mir
Das was dir da mit 13 passiert ist, mit deinem ersten Freund, das war doch schon sexueller Missbrauch, oder nicht!? Suchst du nach einer anderen Situation, die eindeutiger wie ein Missbrauch war?
Ich kenne das, was du schreibst sehr gut. Ich wurde nie vergewaltigt oder so etwas Schlimmes, aber in meiner früheren Beziehung wurde so lange auf mich eingeredet, bis ich auch Sachen über mich habe ergehen lassen, die ich absolut nicht wollte. Es gab nie Gewalt, ich habe mich überreden lassen, war damals nicht in der Lage, mich von ihm zu trennen, habe ihn geliebt und war unerfahren. Er hat es geschafft, mir einzutrichtern, dass ich komisch und falsch und verklemmt bin usw. Immer sollte ich alles, doch ihm zu Liebe machen und mich nicht so anstellen.
Das hat leider sehr große Folgen bei mir hinterlassen und ich habe in meiner jetzigen Beziehung wahnsinnig Probleme. Ich schäme mich immer dafür, weil ja ich irgendwie selbst Schuld daran bin, ich habe damals einfach nicht/zu wenig Nein gesagt.
Alles was du schreibst, klingt ganz ähnlich. Nur, dass du damals viel jünger warst.
Mit meinem Freund jetzt klappt sexuell gar nichts. Ganz am Anfang unserer Beziehung sah es erst mal ganz gut aus, wir waren uns auch körperlich nahe, haben Fortschritte gemacht, aber an einem bestimmten Punkt geht es nicht weiter bei mir und ich kann/will nicht mit ihm schlafen. Ich habe oft ein unglaublich schlechtes Gewissen deswegen. Zeitweise habe ich überlegt, ob ich mich dazu zwingen soll, auch ihn einfach machen zu lassen, aber das wäre der größte Fehler und das Schlimmste, was ich mir selbst antun könnte. Mittlerweile kann ich die Nähe meines Freundes teilweise gar nicht mehr ertragen. Ich möchte oft nicht mal kuscheln, keinen Kuss auf den Hals, schon gar nicht auf den Mund, ich fühle mich oft total bedrängt, obwohl mein jetziger Freund da sehr zurückhaltend ist und mich nicht unter Druck setzt.
Inzwischen gehe ich zu einer Beratungsstelle, schon viele Stunden. Es geht nicht anders. Die Probleme gehen nicht von allein weg, obwohl ich mir da lange Zeit ganz sicher war. Die helfen mir dort. Es sind schwierige Gespräche teilweise, aber sie nehmen mich ernst und ich habe endlich das Gefühl, dass ich was tue und dass es Hoffnung gibt. Wichtig ist das Vertrauen zu der Person. Ich habe eine Therapie abgebrochen, in der es mir unglaublich schlecht ging. Mit der Therapeutin hatte es persönlich gar nicht geklappt, ich hatte das Gefühl, sie versteht mich gar nicht, macht sich lustig, nimmt meine Probleme nicht ernst usw. Wenn du auch solche Probleme hast, dan rate ich dir, dir Hilfe zu suchen. Es hat lange gedauert, bis ich mich überwinden konnte, zu einer Beratungsstelle zu gehen und ich hatte schreckliche Angst davor, dass mich dort alle auslachen und fortschicken. Aber es war die beste Entscheidung, dort Hilfe zu suchen. Geh doch einfach mal hin und schau, was die dort sagen!
Kannst mir auch gerne nochmal schreiben...

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C
curtis_12465892
20.03.13 um 18:01

Heute habe ich es geschafft..
Ich war heute bei meiner Therapeutin und habe ihr von dem vorfall erzählt.. Es kamen alle Erinnerungen hoch und ich musste nur noch weinen. Eigentlich tat es gut mal alles rauszulassen. Ich hatte diese schlimme Vergangenheit einfach immer verdrängt und nie richtig wahrgenommen. Doch seit ein paar Tagen ist mir klar, was mir wirklich passiert ist. Meine Therapeutin sagt, es war ohne zweifel ein Missbrauch und ich muss lernen es zu verarbeiten. Ich hoffe ich schaffe es mit ihrer Hilfe, sie ist wirklich nett und hat gute Ratschläge. Danke für eure antworten, sie haben mir einiges klargemacht!!

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