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Wurde gekündigt

12. Oktober 2010 um 17:56 Letzte Antwort: 14. Oktober 2010 um 10:09

Hallo zusammen,

vor etwa zwei Monaten wurde ich aus meinem Ausbildungsverhältnis in der Probezeit entlassen, nachdem ich eine Einstiegsqualifizierung in dem Betrieb absolviert hatte. Eben zu dieser Einstiegsqualifizierung wollte ich dann ein Arbeitszeugnis ausgestellt bekommen, weil es mit einer Dauer von einem Jahr dann doch recht lang war.

Nun habe ich dieses Zeugnis erhalten, es beinhaltet allerdings sehr wenige schriftliche und individuelle Angaben. Meine Leistungen und mein Arbeitsverhalten werden darin mithilfe eines Multiple- Choice- Verfahrens bewertet und sonst stehen darin nur zwei kurze Sätze, ja mehr sogar nur Fragmente, Phrasen.

"Herr (Arbeitnehmer) ist oft unkonzentriert."
"Herr (Arbeitnehmer) hat noch starke Schwächen in der Emotionsarbeit."

Zunächst würde mich interessieren, ob eine Beurteilung meiner Person in einem Arbeitszeugnis in einem solch negativen Wortlaut formuliert werden darf, weil mir dadurch doch klare Nachteile im beruflichen Fortkommen entstehen und das Zeugnis doch, nach meinem Informationsstand, wohlwollenden Inhalts sein muss.

Ist das so richtig

Würde mich sehr freuen, wenn mir hier jemand weiterhelfen könnte. Ich blicke bei Wiki nicht so recht durch, da viele Aussagen, die ich dem Text entnommen habe, zunächst zwar darauf schließen lassen, dass meine Vermutungen richtig sind, dann aber im weiteren Verlauf der Ausführungen wieder relativiert werden.


Gruß

David

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13. Oktober 2010 um 13:43


Ein Zeugnis MUSS wohlwollend sein? Wie kommst du den bitte auf sowas? Und welchen Wert soll ein Zeugnis dann noch haben? Nach deiner Logik gar keinen, denn jeder bekäme ja eins.

Nein, beim Arbeitszeugnis ist es im Prinzip wie beim Schulzeugnis, es gibt Noten von 1-6. Nur steht das meistens nicht so da, es ist verschlüsselt und für Laien schwer verständlich. Es sei denn man gehört zu den Ausreißern, entweder nach oben oder nach unten, das versteht man es schon, weil es deutlicher geschrieben ist (und nicht mittels umschreibender Worte). Bei dir würde ich sagen, dass du zu den Ausreißern nach unten gehörst, wenn das deinen Leistungen entspricht, ist das Zeugnis ok so.

Wir hatten im Betrieb mal einen ähnlichen Fall. Da mussten wir auch ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellen, klang ähnlich wie das bei dir. Der Ex-Angestellte kam danach zu uns und wollte es erklärt haben (was sein gutes Recht ist und deins auch!), wir sprachen dann lange darüber und änderten schließlich einige Punkte leicht zu seinen Gunsten. Es war, unterm Strich, aber immer noch mies.

Deine Chance ist nun, nach den Gründen für die Bewertung zu fragen. Vielleicht kann man über den ein oder anderen Punkt noch einmal sprechen und gff. etwas ändern. Es gibt eigentlich nur eine Regel, das Zeugnis muss fair sein und deinen Leistungen entsprechen.

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13. Oktober 2010 um 15:59
In Antwort auf ume_12553983


Ein Zeugnis MUSS wohlwollend sein? Wie kommst du den bitte auf sowas? Und welchen Wert soll ein Zeugnis dann noch haben? Nach deiner Logik gar keinen, denn jeder bekäme ja eins.

Nein, beim Arbeitszeugnis ist es im Prinzip wie beim Schulzeugnis, es gibt Noten von 1-6. Nur steht das meistens nicht so da, es ist verschlüsselt und für Laien schwer verständlich. Es sei denn man gehört zu den Ausreißern, entweder nach oben oder nach unten, das versteht man es schon, weil es deutlicher geschrieben ist (und nicht mittels umschreibender Worte). Bei dir würde ich sagen, dass du zu den Ausreißern nach unten gehörst, wenn das deinen Leistungen entspricht, ist das Zeugnis ok so.

Wir hatten im Betrieb mal einen ähnlichen Fall. Da mussten wir auch ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellen, klang ähnlich wie das bei dir. Der Ex-Angestellte kam danach zu uns und wollte es erklärt haben (was sein gutes Recht ist und deins auch!), wir sprachen dann lange darüber und änderten schließlich einige Punkte leicht zu seinen Gunsten. Es war, unterm Strich, aber immer noch mies.

Deine Chance ist nun, nach den Gründen für die Bewertung zu fragen. Vielleicht kann man über den ein oder anderen Punkt noch einmal sprechen und gff. etwas ändern. Es gibt eigentlich nur eine Regel, das Zeugnis muss fair sein und deinen Leistungen entsprechen.

Soweit ich das beurteilen kann...
habe ich eigentlich eine ganz solide Leistung erbracht, habe zusätzliche Tage gearbeitet, Überstunden des Öfteren auf mich genommen und hatte auch keine Fehlzeiten in der Berufsschule. Den Aufträgen bin ich schnell nachgekommen, habe keinen verweigert. Mein Notenschnitt war 1,0... Ich vermute dahinter nur puren Hass, weil sie auf meine eigentlichen Zukunftsabsichten gestoßen sind. Als "Ausreißer" kann man mich höchstens in eine Richtung bezeichnen und das nach oben. Mit denen kann ich aber unmöglich in Verhandlungen treten.

Ja, nach BGB muss ein Zeugnis wohlwollend formuliert sein.

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13. Oktober 2010 um 16:12
In Antwort auf ume_12553983


Ein Zeugnis MUSS wohlwollend sein? Wie kommst du den bitte auf sowas? Und welchen Wert soll ein Zeugnis dann noch haben? Nach deiner Logik gar keinen, denn jeder bekäme ja eins.

Nein, beim Arbeitszeugnis ist es im Prinzip wie beim Schulzeugnis, es gibt Noten von 1-6. Nur steht das meistens nicht so da, es ist verschlüsselt und für Laien schwer verständlich. Es sei denn man gehört zu den Ausreißern, entweder nach oben oder nach unten, das versteht man es schon, weil es deutlicher geschrieben ist (und nicht mittels umschreibender Worte). Bei dir würde ich sagen, dass du zu den Ausreißern nach unten gehörst, wenn das deinen Leistungen entspricht, ist das Zeugnis ok so.

Wir hatten im Betrieb mal einen ähnlichen Fall. Da mussten wir auch ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellen, klang ähnlich wie das bei dir. Der Ex-Angestellte kam danach zu uns und wollte es erklärt haben (was sein gutes Recht ist und deins auch!), wir sprachen dann lange darüber und änderten schließlich einige Punkte leicht zu seinen Gunsten. Es war, unterm Strich, aber immer noch mies.

Deine Chance ist nun, nach den Gründen für die Bewertung zu fragen. Vielleicht kann man über den ein oder anderen Punkt noch einmal sprechen und gff. etwas ändern. Es gibt eigentlich nur eine Regel, das Zeugnis muss fair sein und deinen Leistungen entsprechen.

Es dient auch
der Beschreibung der ausgeführten Tätigkeiten, des Arbeitsverhaltens und der Dauer des Arbeitsverhältnisses. Halte mich nicht für dumm, ich denke darüber nach, was ich schreibe.

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13. Oktober 2010 um 17:13
In Antwort auf glenn_12064366

Soweit ich das beurteilen kann...
habe ich eigentlich eine ganz solide Leistung erbracht, habe zusätzliche Tage gearbeitet, Überstunden des Öfteren auf mich genommen und hatte auch keine Fehlzeiten in der Berufsschule. Den Aufträgen bin ich schnell nachgekommen, habe keinen verweigert. Mein Notenschnitt war 1,0... Ich vermute dahinter nur puren Hass, weil sie auf meine eigentlichen Zukunftsabsichten gestoßen sind. Als "Ausreißer" kann man mich höchstens in eine Richtung bezeichnen und das nach oben. Mit denen kann ich aber unmöglich in Verhandlungen treten.

Ja, nach BGB muss ein Zeugnis wohlwollend formuliert sein.

Stimmt; ein Zeugnis muss wohlwollend sein ...
... allerdings wird kein AG ein Zeugnis ausstellen, was nicht den Tatsachen entspricht.

Es kann Dich und Deine Arbeit hier natürlich niemand beurteilen, deshalb fällt es schwer einen Rat zu geben.

Ich habe vor etlichen Jahren ein Zeugnis von meinem AG ausgestellt bekommen, was mieser gar nicht ging.
Auch ich habe unzählige Überstunden geschrubbt, habe mich schnell in neue Aufgaben eingearbeitet und ging voll in meinem Job auf. Bei meinen Kollegen war ich anerkannt und (fast) alle schätzten mich.

Und was stand unter anderem in meinem Zeugnis?
"Sie hat sich stets bemüht, die ihr aufgetragenen Arbeiten zu erledigen. Kollegen gegenüber war sie nett und hilfsbereit."

Es gibt da bei der Erstellung von Zeugnissen ja eine besondere Sprache und wenn man die nicht kennt dann klingt so vieles nicht schlecht.

Da ich wegen der damaligen Kündigung eh übers Gericht gehen musste teilte mir mein Anwalt mit, dass ich für ein "wohlwollendes Zeugnis" klagen kann - ich sollte mir mein Wunschzeugnis ausstellen und der AG wäre verpflichtet das zu prüfen.

Im Endeffekt habe ich dann das Zeugnis bekommen, was tatsächlich meine Arbeit dargelegt hat - nichts war gemogelt und besser gemacht wie ich tatsächlich war.

Ich weiß nicht, ob Du mit Deinem ehemaligen AG das Zeugnis nochmal besprechen kannst.
Sollte er sich stur stellen bleibt Dir wahrscheinlich nur der Weg zum Anwalt und da weiß ich natürlich nicht, ob Du eine Rechtschutzversicherung hast, die die Kosten dafür übernimmt; ansonsten kann das seeeehr teuer werden.

Hoffe ich konnte Dir etwas helfen.

LG

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13. Oktober 2010 um 17:18

Wohlwollendes zeugnis
Ja, so ein zeugnis muss wohlwollend sein. Meiner meinung dürfte das mit dem unkonzentriert da nicht stehen. Stattdessen werden klauseln wie 'bemühte' benutzt, dank denen der neue arbeitgeber dann auch weiß, dass das nicht so ganz geklappt hat.

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13. Oktober 2010 um 19:28
In Antwort auf rada_12917558

Stimmt; ein Zeugnis muss wohlwollend sein ...
... allerdings wird kein AG ein Zeugnis ausstellen, was nicht den Tatsachen entspricht.

Es kann Dich und Deine Arbeit hier natürlich niemand beurteilen, deshalb fällt es schwer einen Rat zu geben.

Ich habe vor etlichen Jahren ein Zeugnis von meinem AG ausgestellt bekommen, was mieser gar nicht ging.
Auch ich habe unzählige Überstunden geschrubbt, habe mich schnell in neue Aufgaben eingearbeitet und ging voll in meinem Job auf. Bei meinen Kollegen war ich anerkannt und (fast) alle schätzten mich.

Und was stand unter anderem in meinem Zeugnis?
"Sie hat sich stets bemüht, die ihr aufgetragenen Arbeiten zu erledigen. Kollegen gegenüber war sie nett und hilfsbereit."

Es gibt da bei der Erstellung von Zeugnissen ja eine besondere Sprache und wenn man die nicht kennt dann klingt so vieles nicht schlecht.

Da ich wegen der damaligen Kündigung eh übers Gericht gehen musste teilte mir mein Anwalt mit, dass ich für ein "wohlwollendes Zeugnis" klagen kann - ich sollte mir mein Wunschzeugnis ausstellen und der AG wäre verpflichtet das zu prüfen.

Im Endeffekt habe ich dann das Zeugnis bekommen, was tatsächlich meine Arbeit dargelegt hat - nichts war gemogelt und besser gemacht wie ich tatsächlich war.

Ich weiß nicht, ob Du mit Deinem ehemaligen AG das Zeugnis nochmal besprechen kannst.
Sollte er sich stur stellen bleibt Dir wahrscheinlich nur der Weg zum Anwalt und da weiß ich natürlich nicht, ob Du eine Rechtschutzversicherung hast, die die Kosten dafür übernimmt; ansonsten kann das seeeehr teuer werden.

Hoffe ich konnte Dir etwas helfen.

LG

Wenn ich
mir eine Rechtsschutzversicherung leisten könnte, dann hätte ich auch eine. Aber im Augenblick lebe ich auf dem Niveau des soziokulturellen Existenzminimums, da ist das schwierig. Das Schöne ist aber, dass ich das nicht brauche. In meiner Situation geht man einfach zum Amtsgericht und beantragt das Armenrecht. Dann ist es kostenfrei.

Natürlich hatte ich auch mal einen schlechten Tag, aber überwiegend hat es der Zufriedenheit aller entsprochen. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass bei meinem Arbeitsverhalten ein solches Zeugnis gerechtfertigt wäre.

Danke für die Hilfe.

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13. Oktober 2010 um 20:05
In Antwort auf glenn_12064366

Wenn ich
mir eine Rechtsschutzversicherung leisten könnte, dann hätte ich auch eine. Aber im Augenblick lebe ich auf dem Niveau des soziokulturellen Existenzminimums, da ist das schwierig. Das Schöne ist aber, dass ich das nicht brauche. In meiner Situation geht man einfach zum Amtsgericht und beantragt das Armenrecht. Dann ist es kostenfrei.

Natürlich hatte ich auch mal einen schlechten Tag, aber überwiegend hat es der Zufriedenheit aller entsprochen. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass bei meinem Arbeitsverhalten ein solches Zeugnis gerechtfertigt wäre.

Danke für die Hilfe.

Wer hat nicht mal einen schlechten Tag
... dafür brauchst Du Dich nicht zu rechtfertigen, das gehört zum alltägllichen Leben.

Also was hast Du dann zu verlieren - geh denn zum Amtsgericht und mach was drauß.

Wünsch Dir was!

LG

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14. Oktober 2010 um 10:09

Wohlwollend muss es sein!
Ich muss einem/einer meiner Vorschreiber/-innen deutlich widersprechen!

Ein Arbeitszeugnis MUSS wohlwollend geschrieben sein. Es muss aber andererseits auch ehrlich formuliert werden und da liegt die Schwierigkeit. Man darf aber keine direkt negativen Aussagen einfügen. Wenn jmd. wie in vorliegendem Fall unkonzentriert war, schreibt man eben er war bemüht dem Arbeitsablauf konzentriert zu folgen. Sagt dasselbe aus, ist aber wohlwollend.

Wenn es keine positiven Formulierungen gibt, weil der/die Arbeitnehmer/-in einfach zu schlecht war, schreibt man so selbstverständliche Dinge wie Er/Sie war pünktlich. Pünktlichkeit ist eine Voraussetzung, die nicht besonders erwähnenswert ist. Wird Sie dennoch erwähnt, weiß der potenzielle neue Arbeitgeber Mh, okay, er/sie ist nicht sonderlich begabt in dem Beruf.

Im Klartext: Negative Aussagen dürfen nicht direkt geschrieben werden, sondern müssen eben umschrieben werden (darum gibt es ja die Zeugnissprache) oder einfach weggelassen werden.

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