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Wohnsituation mit tyrannisierendem Grossvater

7. August um 12:36 Letzte Antwort: 26. August um 11:20

Ausgangslage:
Bauernhof, 3 Generationen

Grosseltern wohnen in einer Wohnung im Bauernhaus. Eltern ebenfalls in einer Wohnung im Bauernhaus. Per 1.1. übernimmt der Sohn den Hof. Der Sohn lebt in einem anderen Dorf mit seiner Freundin. Die Grosseltern haben lebenslanges Wohnrecht in der Wohnung, ausser sie verzichten freiwillig darauf.

Die Stimmung zwischen Grosseltern und Eltern ist sehr negativ aufgrund vielen Vorfällen in der Vergangenheit. Der Grossvater hat vor langer langer Zeit seine Tochter und ein Nachbarsmädchen mehrmals sexuell missbraucht. Niemand wollte damals Anzeige erstatten und nun ist es natürlich verjährt. Der Grossvater weckte seine Kinder jeweils damit, dass er das Kissen auf ihr Gesicht drückte, bis die Lippen blau anliefen. Dann hat er gelacht und gesagt, sie sollen aufstehen. Natürlich alles verjährt mittlerweile.
Auch die Eltern wurden oftmals tyrannisiert. Als der Hof schon den Eltern gehörte (von den Grosseltern übernommen) und sie mal abwesend waren, ging der Grossvater ins Büro und durchsuchte alle Finanzunterlagen. Anschliessend erzählte er im Dorf wie es finanziell um den Hof stehe und was die Eltern alles falsch und schlecht machen. Wenn er mit einer Meinung nicht einverstanden war, spritzte er beim nächsten Mal Herausgehen der Person einfach aus dem Hinterhalt mit dem Gartenschlauch ins Gesicht. Die an Multiple Sklerose erkrankte Hofbesitzerin wurde durch den Grossvater im ganzen Dorf als Simulantin hingestellt, welche einfach ein faules Stadtkind sei und die Krankheit nur vorspiele. In all diesen Jahren hat die Grossmutter generationsbedingt immer zum Grossvater gehalten, obwohl sie selber oft mit Schlägen und Stössen traktiert wurde.
Es gäbe noch so viele Beispiele zu erzählen, aber sie wären alle etwa im gleichen Segment.

Nun hat sich der Sohn von seiner Freundin getrennt und will dort ausziehen. Durch die Übernahme des Hofes auf 1.1. würde es natürlich Sinn ergeben, wenn er ins Bauernhaus ziehen würde. Die Eltern werden weiterhin auf dem Hof arbeitstätig sein. Der Sohn sagt, dass er diese negative Stimmung auf dem Hof nicht akzeptiere und hier etwas passieren müsse.

Wir junge Generation haben das Gespräch mit den Eltern gesucht und es kristallisierte sich heraus, dass sie extrem müde sind, nicht mehr mögen, ja fast traumatisiert sind durch all die Aktionen der Grosseltern. Wir werden nächstens das Gespräch mit den Grosseltern suchen und hier brauche ich Inputs. Kennt jemand auch so eine Situation? Gäbe es Lösungsvorschläge? Ich sehe im Moment nur folgende, wäre aber sehr happy wenn es weitere gäbe.

-- Option 1: Eltern ziehen aus dem Bauernhaus aus
++ weg vom Problemherd / -- Mietausgaben, Weg zum Arbeitsort

-- Option 2: Grosseltern verzichten auf Wohnrecht und ziehen aus dem Bauernhaus aus
++ Stimmung positiv bei Eltern + Sohn, Problemherd beseitigt / -- Mietausgaben für die Wohnung der Grosseltern

-- Option 3: Wohnsituation mit Grosseltern + Eltern bleibt bestehen
++ beide hätten gewohntes Wohnumfeld / -- negative Stimmung bleibt, Mietausgaben für Wohnung vom Sohn

Vielen Dank für eure Ratschläge/Gedanken. 

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7. August um 13:02

Ich frage mich, warum machen mehrere Menschen das überhaupt mit? Nur weil man keine Miete zahlen muss?

wäre mir scheiß egal.  Sachen packen und sofort in eine schöne Stadt ziehen, von mir aus in eine Kleinstadt. Pflichtteil gehört einem eh. 

keine Sekunde würde ich mir das antun. Nicht eine Silbe ist es wert. 

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7. August um 14:07
In Antwort auf kazumi_20715265

Ich frage mich, warum machen mehrere Menschen das überhaupt mit? Nur weil man keine Miete zahlen muss?

wäre mir scheiß egal.  Sachen packen und sofort in eine schöne Stadt ziehen, von mir aus in eine Kleinstadt. Pflichtteil gehört einem eh. 

keine Sekunde würde ich mir das antun. Nicht eine Silbe ist es wert. 

Danke für deinen Input. Das habe ich mich auch gefragt. Aber die Situation ist so wie sie ist.
Die Eltern leben unter dem Existenzminimum und bis zur Hofübergabe sind sie finanziell und vertraglich an den Hof gebunden. Eine Wohnung zu finanzieren wäre eine riesige finanzielle Belastung, die womöglich kaum zu tragen mögich wäre.

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7. August um 15:02
In Antwort auf user1661726894

Danke für deinen Input. Das habe ich mich auch gefragt. Aber die Situation ist so wie sie ist.
Die Eltern leben unter dem Existenzminimum und bis zur Hofübergabe sind sie finanziell und vertraglich an den Hof gebunden. Eine Wohnung zu finanzieren wäre eine riesige finanzielle Belastung, die womöglich kaum zu tragen mögich wäre.

Nein. Wenn beide Vollzeit arbeiten kann man sich eine kleine Wohnung leisten. Millionen von Bundesbürgern machen das so. Wer will, macht das. Alles andere sind Ausreden und bequemlichkeiten. In der mit, kann man sogar in einem Appartement wohnen aber sich nicht schlagen oder demütigen lassen. Das muss sich niemand gefallen lassen. Es sind nur vorgeschobene Gründe. Auch aus Verträgen kommt man raus. 

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7. August um 16:05

Kapier ich auch nicht. Wäre ich sofort weg. Und ihr glaubt ja wohl nicht, dass der Großvater freiwillig auszieht??? 

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7. August um 22:08

"Der Sohn sagt, dass er diese negative Stimmung auf dem Hof nicht akzeptiere und hier etwas passieren müsse."


Da passiert garnichts. Weder Eltern noch Großeltern sind selbst darauf gekommen dort weg zu gehen, noch wird man nach Jahren den scheinbar psychisch kranken und ggf gefährlichen Großvater änden. Will der Enkel dort wirklich ggf Kinder aufziehen?

 

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7. August um 22:08

"Der Sohn sagt, dass er diese negative Stimmung auf dem Hof nicht akzeptiere und hier etwas passieren müsse."


Da passiert garnichts. Weder Eltern noch Großeltern sind selbst darauf gekommen dort weg zu gehen, noch wird man nach Jahren den scheinbar psychisch kranken und ggf gefährlichen Großvater änden. Will der Enkel dort wirklich ggf Kinder aufziehen?

 

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11. August um 9:14
In Antwort auf user1661726894

Ausgangslage:
Bauernhof, 3 Generationen

Grosseltern wohnen in einer Wohnung im Bauernhaus. Eltern ebenfalls in einer Wohnung im Bauernhaus. Per 1.1. übernimmt der Sohn den Hof. Der Sohn lebt in einem anderen Dorf mit seiner Freundin. Die Grosseltern haben lebenslanges Wohnrecht in der Wohnung, ausser sie verzichten freiwillig darauf.

Die Stimmung zwischen Grosseltern und Eltern ist sehr negativ aufgrund vielen Vorfällen in der Vergangenheit. Der Grossvater hat vor langer langer Zeit seine Tochter und ein Nachbarsmädchen mehrmals sexuell missbraucht. Niemand wollte damals Anzeige erstatten und nun ist es natürlich verjährt. Der Grossvater weckte seine Kinder jeweils damit, dass er das Kissen auf ihr Gesicht drückte, bis die Lippen blau anliefen. Dann hat er gelacht und gesagt, sie sollen aufstehen. Natürlich alles verjährt mittlerweile.
Auch die Eltern wurden oftmals tyrannisiert. Als der Hof schon den Eltern gehörte (von den Grosseltern übernommen) und sie mal abwesend waren, ging der Grossvater ins Büro und durchsuchte alle Finanzunterlagen. Anschliessend erzählte er im Dorf wie es finanziell um den Hof stehe und was die Eltern alles falsch und schlecht machen. Wenn er mit einer Meinung nicht einverstanden war, spritzte er beim nächsten Mal Herausgehen der Person einfach aus dem Hinterhalt mit dem Gartenschlauch ins Gesicht. Die an Multiple Sklerose erkrankte Hofbesitzerin wurde durch den Grossvater im ganzen Dorf als Simulantin hingestellt, welche einfach ein faules Stadtkind sei und die Krankheit nur vorspiele. In all diesen Jahren hat die Grossmutter generationsbedingt immer zum Grossvater gehalten, obwohl sie selber oft mit Schlägen und Stössen traktiert wurde.
Es gäbe noch so viele Beispiele zu erzählen, aber sie wären alle etwa im gleichen Segment.

Nun hat sich der Sohn von seiner Freundin getrennt und will dort ausziehen. Durch die Übernahme des Hofes auf 1.1. würde es natürlich Sinn ergeben, wenn er ins Bauernhaus ziehen würde. Die Eltern werden weiterhin auf dem Hof arbeitstätig sein. Der Sohn sagt, dass er diese negative Stimmung auf dem Hof nicht akzeptiere und hier etwas passieren müsse.

Wir junge Generation haben das Gespräch mit den Eltern gesucht und es kristallisierte sich heraus, dass sie extrem müde sind, nicht mehr mögen, ja fast traumatisiert sind durch all die Aktionen der Grosseltern. Wir werden nächstens das Gespräch mit den Grosseltern suchen und hier brauche ich Inputs. Kennt jemand auch so eine Situation? Gäbe es Lösungsvorschläge? Ich sehe im Moment nur folgende, wäre aber sehr happy wenn es weitere gäbe.

-- Option 1: Eltern ziehen aus dem Bauernhaus aus
++ weg vom Problemherd / -- Mietausgaben, Weg zum Arbeitsort

-- Option 2: Grosseltern verzichten auf Wohnrecht und ziehen aus dem Bauernhaus aus
++ Stimmung positiv bei Eltern + Sohn, Problemherd beseitigt / -- Mietausgaben für die Wohnung der Grosseltern

-- Option 3: Wohnsituation mit Grosseltern + Eltern bleibt bestehen
++ beide hätten gewohntes Wohnumfeld / -- negative Stimmung bleibt, Mietausgaben für Wohnung vom Sohn

Vielen Dank für eure Ratschläge/Gedanken. 

Hallo, 

so lange Menschen tyrannisches Verhalten dulden/erdulden wird sich auch nichts ändern. Hier könnte man sich fragen, warum Konsequenzen so schwer aushaltbar sind. Ja, es gibt Streit, ja, es wird viel zerstört aber im Grunde war es das bereits mit der Tat des Großvaters. Das Schweigen muss unterbrochen werden, dadurch werden die Würfel neu gemischt. 

LG Sis

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11. August um 9:34

Vielen Dank euch allen für die Inputs. Werde das eine oder andere gerne mitnehmen.

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26. August um 11:20

Wenn ich das richtig lese bist du die Frau zu dem Mann der den Hof bewirtschaftet, die Tochter des "Großvaters".
Ich finde es muss alles auf den Tisch, vor allem den Großeltern gegenüber.
Sollte da nichts passieren, Einsicht, Entschuldigung und ein harmonischer Umgang, dann müsst ihr ausziehen. So was muss man sich nicht geben und es tzt der ganzen Situation auch nicht gut.
So hätte auch der Enkel die Chane dort einfacher anzufangen, wenn ein Problemherd weg ist. So wie es sich anhört gibt es da auch noch genug andere Baustellen.

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