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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Wohin mit der Trauer und dem Schmerz?!

Letzte Nachricht: 11. September 2007 um 18:01
K
kerttu_12363130
01.08.07 um 1:54

Hallo ihr Lieben!

Ich habe mich angemeldet und schreibe für wildfremde Menschen auf, was mir bei meinen Freunden und Verwandten nicht gelingt.

Ich stehe vor einem Scherbenhaufen namens "Leben" und weiss nicht welche Scherben ich als erstes aufheben soll.

Ich fange mal an in der Hoffnung jemand liest dies und weiss einen Rat für mich!!

Vor etwas über 5 Jahren im Mai habe ich meinen Vater verloren - er starb nach 1,5 Wochen im Koma liegend...die Zeit war schwer, ich hing sehr an ihm und kam mit dem Verlust dank meiner Mutter nach einiger Zeit zurecht. Ich habe meinen Vater das letzte mal gesehen, als er im Koma lag - noch geatmet hat und ein wenig Hoffnung noch da war.

Vor knapp 3 Monaten ist meine Mutter nach schwerer Krankheit gestorben - wir haben alle damit rechnen müssen (ich habe 2 geschwister) und der Tag war dann da. Ich habe meine Mutter das letzte mal gesehen, als sie bereits verstorben war. Ich habe versucht mich zusammenzureissen, ich habe versucht nicht zu weinen, ich habe versucht stark zu sein. Doch ich kann nichtmehr. Alles hängt irgendwie an mir...meinem Bruder helfen - er muss noch sooooo viele behördengänge erledigen immer und immer wieder fällt denen nämlich noch etwas ein. Ich sitze fast jeden Tag hier zu hause und komme nichtmehr klar...sobald ich die Augen schliesse, da sehe ich meine tote mutter vor mir und wieder rollen mir Tränen herunter. Es ist nun fast 3 Monate her doch der Schmerz wird immer schlimmer. Ich komme mit ihrem Tot einfach nicht zurecht und weiss nichtmehr wohin mit all der Trauer, den Tränen und dem Schmerz der in mir ist.

Ich habe ein weiteres Problem. Ich bin verheiratet - mein Mann ist nie da...nach dem Tod meiner Mutter war er nur mit seinen Kumpels unterwegs...nie bei mir...ich habe von ihm keinen Trost erfahren und keine Liebe...und auch meine Liebe zu ihm ist gestorben...es ist nichtsmehr da - ich freue mich nicht ihn zu sehen, eine SMS von ihm zu bekommen oder ihn zu hören. wenn er jetzt am WE kommt habe ich vor ihm dies auch zu sagen. Das da nichtsmehr ist und ich nichtmehr so will und eine Trennung für besser halte - aber ich habe doch auch "angst" vor seiner reaktion. Er scheint sehr viel für mich zu empfinden...doch kann ich so nichtmehr.

Dann kommt das 3. Problem: Ich habe einen anderen kennengelernt...nunja...ich kenne ihn schon länger und seit dem Tod meiner Mutter habe ich sehr viel mit ihm geredet...er war für mich da und aus symphatie wurde Freundschaft und aus Freundschaft Liebe...ich sehne mich sehr nach ihm...freue mich wenn ich ihn sehe und bin in seiner Nähe ansatzweise mal wieder glücklich. Er ist derjenige der mich zum lachen bringt, er ist derjenige der für mich da ist.

Ich will das alles nicht - ich will ein normales Leben, ich möchte einen Menschen an meiner Seite der mich liebt wie ich bin und der für mich da ist und für den ich da sein kann. Ich möchte wieder glücklich sein oder zumindestens den Ausblick auf Glück wieder haben...

Ich habe irgendwie aufgegeben und denke das ich mich einfach meinem "schicksal" ergebe - bei meinem Mann bleibe, den Kontakt zu dem anderen Mann abbreche und einfach versuche wieder glücklich zu werden...

Ich weiss einfach nicht weiter - bitte gebt mir einen rat!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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S
sri_11955996
01.08.07 um 23:47

Zu deiner
geschichte fällt einem soviel ein, was man dir raten könnte...

wieso wolltest du denn nach dem tod deiner mutter so stark sein? Wieso nicht weinen?
.. du hast das recht zu weinen, deine ma zu vermissen, und traurig zu sein

wie sind denn deine geschwister damit umgegangen? hast du ihnen von deinem schmerz erzählt..habt ihr versucht euch gegenseitig zu stützen..oder versucht jeder vor (und für) den anderen stark zu sein..stärke zu spielen?

lass deine trauer zu..kuschel dich an einem ruhigen abend mit einer decke auf dein sofa, zünde kerzen an..schau dir bilder deiner ma an und erzähl ihr all das was dir durch den kopf geht..vielleicht schreibst du ihr einen brief und legst ihn auf nen friedhof...

hast du versucht mit deinem mann darüber zu reden, was in dir vorgeht? wie sehr du dir seine unterstützung gewünscht hättest?

ich hab die erfahrung gemacht, wenn man einen Menschen verloren hat, wissen viele nicht, wie sie mit einem umgehen sollen..wissen nicht, ob sie trösten, normal reden und lachen oder sich zurück ziehen sollen... vielleicht geht es deinem mann ja genauso? dass er nicht wußte, wie er dir helfen könnte, weil er über dein verhalten zb so erstaunt war (dass du keine trauer zulassen wolltest usw)

ist glück für dich, einen menschen zu haben, der dich liebt? (Du hast geschrieben, dein man empfindet sehr viel für dich)

was wäre glück für dich? dich wieder an kleinigkeiten freuen können? Was hindert dich daran? die trauer?

eine freundin hat mir nach dem tod des vaters meines sohnes gesagt..wenn ein weißer schmetterling an dir vorei fliegt..er ist ein gruß von deinem engel und bringt dir einen kuss..und egal wie es mir gefühlstechnisch geht..wenn ich so einen kleinen weißen schmetterling seh, geht es mir gleich ein wenig besser..vielleicht findest du für dich ja auch so ein zeichen?

lg
bunny

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K
kerttu_12363130
02.08.07 um 0:03
In Antwort auf sri_11955996

Zu deiner
geschichte fällt einem soviel ein, was man dir raten könnte...

wieso wolltest du denn nach dem tod deiner mutter so stark sein? Wieso nicht weinen?
.. du hast das recht zu weinen, deine ma zu vermissen, und traurig zu sein

wie sind denn deine geschwister damit umgegangen? hast du ihnen von deinem schmerz erzählt..habt ihr versucht euch gegenseitig zu stützen..oder versucht jeder vor (und für) den anderen stark zu sein..stärke zu spielen?

lass deine trauer zu..kuschel dich an einem ruhigen abend mit einer decke auf dein sofa, zünde kerzen an..schau dir bilder deiner ma an und erzähl ihr all das was dir durch den kopf geht..vielleicht schreibst du ihr einen brief und legst ihn auf nen friedhof...

hast du versucht mit deinem mann darüber zu reden, was in dir vorgeht? wie sehr du dir seine unterstützung gewünscht hättest?

ich hab die erfahrung gemacht, wenn man einen Menschen verloren hat, wissen viele nicht, wie sie mit einem umgehen sollen..wissen nicht, ob sie trösten, normal reden und lachen oder sich zurück ziehen sollen... vielleicht geht es deinem mann ja genauso? dass er nicht wußte, wie er dir helfen könnte, weil er über dein verhalten zb so erstaunt war (dass du keine trauer zulassen wolltest usw)

ist glück für dich, einen menschen zu haben, der dich liebt? (Du hast geschrieben, dein man empfindet sehr viel für dich)

was wäre glück für dich? dich wieder an kleinigkeiten freuen können? Was hindert dich daran? die trauer?

eine freundin hat mir nach dem tod des vaters meines sohnes gesagt..wenn ein weißer schmetterling an dir vorei fliegt..er ist ein gruß von deinem engel und bringt dir einen kuss..und egal wie es mir gefühlstechnisch geht..wenn ich so einen kleinen weißen schmetterling seh, geht es mir gleich ein wenig besser..vielleicht findest du für dich ja auch so ein zeichen?

lg
bunny

Ich war immer...
...die Stärkste, die Stütze für meine Geschwister - so hab ich es immer gehalten. Daher wollte ich stark sein. Zu hause in meiner eigenen Wohnung, habe ich zugelassen, das ich weine...ich habe versucht mit meinem Mann zu reden...er ist weggegangen. Er hat nie mit mir geredet - immer nur so sätze wie "Du kannst es nciht ändern!" Punkt - das war es für ihn...ja ich hab geschrieben er empfindet sehr viel für mich, aber ich weiss nicht ob das überhaupt zutrifft...ob ich das wirklich denke...denn er war ja auch vorher also vor dem Tod meiner ma, anders...also es ist alles sehr abgekühlt und man schlief bzw. schläft schon rücken an rücken. Ich sehe für mich einfach keinen Weg...ich weiss nicht welchen Schritt ich zuerst machen soll!! ich weiss das meine ehe am ende steht - denn ich liebe diesen mann nichtmehr...natürlich ist es schön wenn er mich liebt, aber er hat es nicht verdient, dass ich ihn nicht liebe und doch bei ihm bleibe oder?? meisstens herrscht hier nur zank und streit...! Alles ziemlich verzwickt bei mir und ich danke für die lieben worte. Ich glaube über den tod meiner ma komme ich irgendwie hinweg...es braucht nur zeit...viel zeit! alles wird sich sicher wieder geben....aber es braucht alles zeit und ich habe kaum geduld...leider eine schwäche von mir!!

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M
mabel_12432043
11.09.07 um 18:01
In Antwort auf kerttu_12363130

Ich war immer...
...die Stärkste, die Stütze für meine Geschwister - so hab ich es immer gehalten. Daher wollte ich stark sein. Zu hause in meiner eigenen Wohnung, habe ich zugelassen, das ich weine...ich habe versucht mit meinem Mann zu reden...er ist weggegangen. Er hat nie mit mir geredet - immer nur so sätze wie "Du kannst es nciht ändern!" Punkt - das war es für ihn...ja ich hab geschrieben er empfindet sehr viel für mich, aber ich weiss nicht ob das überhaupt zutrifft...ob ich das wirklich denke...denn er war ja auch vorher also vor dem Tod meiner ma, anders...also es ist alles sehr abgekühlt und man schlief bzw. schläft schon rücken an rücken. Ich sehe für mich einfach keinen Weg...ich weiss nicht welchen Schritt ich zuerst machen soll!! ich weiss das meine ehe am ende steht - denn ich liebe diesen mann nichtmehr...natürlich ist es schön wenn er mich liebt, aber er hat es nicht verdient, dass ich ihn nicht liebe und doch bei ihm bleibe oder?? meisstens herrscht hier nur zank und streit...! Alles ziemlich verzwickt bei mir und ich danke für die lieben worte. Ich glaube über den tod meiner ma komme ich irgendwie hinweg...es braucht nur zeit...viel zeit! alles wird sich sicher wieder geben....aber es braucht alles zeit und ich habe kaum geduld...leider eine schwäche von mir!!

... du bist nicht allein
Liebe Brokenheart,
ich bin eben per Zufall auf diese Seite gestoßen und habe deinen Beitrag entdeckt.
Ich hatte das Bedürfnis dir unbedingt zu schreiben.

Ich finde du hast das bis jetzt alles sehr gut
hinbekommen und einfach versucht das beste daraus zu machen!!! Das hätt nicht jeder so tapfer ausgehalten.

Was deine Mutter anbelangt:
Du sagtest, dass du das schon schaffen wirst.
Ich finde aber, dass du dir wirklich auch Zeit für die Trauer geben solltest. Es ist wichtig zu weinen und damit alle Trauer hinauszuspülen!!! Jede Träne, die du weinst, nimmt ein Stück Trauer mit und macht dich um ein 'Stück Kummer' leichter!!! Also, wenn die Tränen kommen, lass sie alle raus!!!

Und stell dir vor deine Mutter würde auf dem Sofa auf einem Platz sitzen. Erzähl mit ihr. Sag ihr deinen Schmerz. Tu so als wär sie wirklich da.
Stell dir vor wie sie dich anschauen würde, wenn sie das hören würde. Erzähl ihr von deinen Ängsten, deinem Kummer ... einfach alles. Und gib ihr die Möglichkeit zu 'reagieren' und zu 'antworten'. Stell dir vor sie würde dir darauf antworten. Was würde sie sagen?
Gib auch ihr Zeit dir alles zu sagen, was sie sagen möchte. Denn SIE musste ja gehen und wollte auch noch viel mit dir besprechen.
Tu so als wäre sie da .... und du wirst sehen, es ist
fast so ... auf jeden Fall wird es dir besser gehen.

(Ich habe meinen Ex verloren ... bzw. ich musste 'Schluss machen'. Mir fehlt das klärende Gespräch. Mir fehlen überhaupt die klärenden Gespräche mit ihm. Und deswegen steh ich nun da und versuche alles alleine aufzuarbeiten. So, als wär er tot und könnte nicht reden. Denn reden und aufklären will er nicht.
Also habe ich das auch mal ausprobiert und solche Gespräche mit ihm geführt. Es hat geholfen.
Doch klar, alles braucht seine Zeit.)

Und zu deinem Mann:
Du sagst er liebt dich. Doch wo ist er? Wie zeigt er dir das? Liebe ist nicht unbedingt das Wort, was man damit meint. Frage dich ganz allgemein was Liebe für dich bedeutet? Die Zeichen der Liebe müssen da sein und weniger das Wort.
Frag dich, ob er das erfüllen kann? Liegt das wirklich nur an der schwierigen Situation (Tod)?
Es tut mir leid, aber er lässt dich, den ALLERLIEBSTEN Menschen, den er auf der Welt hat, im Stich. Sogar jetzt da du ihn brauchst.
Wenn er nicht da ist, wenn du ihn BRAUCHST,
willst du ihn dann wirklich, wenn du ihn NICHT wirklich BRAUCHST???

(Frag dich:
Wenn das alles IHM passiert wäre. WAs würde er von
dir erwarten? Wie würde er reagieren, wenn du die
ganze Zeit über mit deinen Freundinnen weg wärst?
Wie würde er reagieren?)

Mach einen Gegenüberstellung wie du dir deine ideale Beziehung vorstellst. links: deine Erwartungen,
rechts: wie dein Mann in den Punkten ist.
Welches sind für dich die 5 wichtigsten Punkte
für eine Beziehung? Schau wie dein Mann dort abschneidet.

Dann würde ich mit ihm sprechen. Würde ihm sagen,
was du dir wünscht ... bzw. was du BRAUCHST!!!
Dann würd ich ihn fragen, was er geben kann und will.
Bei diesem Gespräch würd ich viel fragen und genau ZUHÖREN!!! GLAUBE ihm, wenn er etwas nicht geben will!!!
Dieses Gespräch sollte dir helfen dir deine Zukunft mit ihm vorzustellen. Dann frag dich, ob deine Kriterien von der Liste mit IHM erfüllt sind?
Ein Leben kann lang sein ... und du WILLST richtig GLÜCKLICH sein. ... Dich verstanden fühlen ... geliebt werden ...

Durch diese Schicksalsschläge wirst du sowieso noch
'reifer' werden. Ob er da mitkommt?
Jedoch sprich es mit ihm an. Sprich alles offen an,
damit du dir irgendwann keine Vorwürfe machen kannst.

Und dann handle für DICH ... für DEIN GLÜCK ...
für DICH!!!


Ich wünsche dir alles, alles Gute!!!
Und wünsche dir noch viel Kraft, damit du die
traurigen Zeiten gut überstehst ... und bald wieder
die Sonne scheinen siehst!!!

Lg










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