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Wo bekomme ich Hilfe? Welche Therapie?

22. Februar 2009 um 19:07

Obwohl ich (w,22J.) seit Jahren ein glückliches Leben führe und mit allem recht zufrieden bin, holt mich meine traumatische Vergangenheit (Vater Alki, Misshandlungen, sexuelle Übergriffe,..) immer wieder ein.

Nun ist es grad so: Habe seit kurzem wieder einen festen Partner. Werde in diesem Zusammenhang mit vielen Ängsten meinerseits konfrontiert, denn ich kann schwer Vertrauen fassen (auch in mich selbst).
Ich hab so das Gefühl, als wenn meine starke Fassade langsam bröselt, je näher er mir kommt. Das Gefühl nicht gut genug zu sein ist wieder da, obwohl ich sonst selbstbewusst durchs Leben gehe. Das liegt daran, dass ich im Hinterkopf habe, wo ich herkomme...von ganz unten aus dem Sumpf, dem Dreck, der Hölle.

Ich habe ein Identitätskonflikt: Die Person, die ich jetzt bin passt nicht zu dem Kind das tief in meinem Inneren schlummert. Ein Kind ohne Selbstwert, Vertrauen und Freude. Mit viel Angst, Hass und Leiden.
Alles wäre wunderbar, wenn ich die Vergangenheit abschneiden könnte Mit mir allein komm ich klar, aber in engen Beziehungen mit jemanden , bin ich wieder das Kind.

Mit wem soll ich darüber reden? Mit meinem Freund kann ich das noch nicht. Wie soll jemand ohne ähnliche Erfahrungen das nachvollziehen? Wo ichs doch selbst kaum verstehe....
Das Gefühl damit allein zu sein siegt letztendlich immer.

Ich überlege in psychologische Behandlung zu gehen. Aber ich weiß nicht, welche Art von Therapie ich brauche.
Mein jetziges Leben hab ich im Griff. Dann ist eine Verhaltenstherapie doch Schwachsinn oder? Kennt sich jemand aus? Brauche dringend das Gefühl verstanden zu werden. Möchte mich ausquatschen, aber nicht zu sehr reinsteigern müssen in die schreckliche Vergangenheit.

Hoffe auf gute Anregungen. Im Voraus vielen Dank!!

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23. Februar 2009 um 13:12

Danke
Tja, du hast Recht. Ich muss mich den Ängsten und Gefühlen stellen, wenn ich will dass das aufhört. Eine Telefonseelsorge ist mir zu wenig intim.
Ich will versuchen eine Tharapie zu beginnen. Weiß halt nur noch nicht welche und wo. Habe schon mal probiert daran zu kommen, aber die Krankenkasse hat nur bestimmte Therapeuten mit langen Wartezeiten in der Liste gehabt und ich habe (leider zu schnell) aufgegeben, da ich immer wieder hoffe, dass alles okay ist.
Ich habe meinem neuen Freund schon ein paar Sachen erzählt. Über ALLES habe ich noch mit niemanden gesprochen. Auch nicht mit meinen Ex-Freunden. Habe das Gefühl, dass er das nicht verstehen kann. Außerdem habe ich keine Lust wieder "die Frau mit den Problemen" zu sein.
Letztens musste ich in einer glücklichen Situation mit ihm quasi aus dem Nichts heraus weinen. Mir war echt komisch...zwischen total glücklich und tottraurig. Er hat es Gott sei Dank nicht gemerkt.
Manchmal fühle ich mich echt wie so ne Psychobraut. Dabei ist doch alles super...

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8. März 2009 um 19:50

Tu es für Dich!
Hallo, ich bin doppelt so alt wie Du und meine Geschichte ist auch ganz anders, aber ich weiß heute, dass ich schon vor Jahren Hilfe gebraucht hätte. das hätte mir eine Menge Leid und Schmerzen erspart. Ich bin mit 18 vergewaltigt worden und habe das nur überlebt, weil der Typ glaubte, ich sei tot, dabei war ich nur ohnmächtig. Dieses Erlebnis hat 25 Jahre meines Lebens bestimmt, obwohl ich immer geglaubt habe, dass ich es verpackt habe. Wie Du habe ich ein erfolgreiches Leben mit Karriere und Partnerschaft und ich habe alles so gut verdrängt, dass es nicht wahr war. Und dann habe ich bei einem Autounfall wieder Todesangst gehabt und seitdem ist mein Leben aus den Fugen. Selbst dann habe ich noch gedacht, ich packe das alleine, nur um immer mehr abzubauen. Jetzt habe ich Hilfe, die mir hilft, mir selber zu helfen und es ist das schwierigste, was ich in meinem Leben je gemacht habe. Immer ist mir gesagt worden, ich muß eine Traumabewältigungstherapie machen, aber das stimmt nicht, jetzt mache ich eine Art Verhaltenstherapie (lerne, dass ich nicht alles selber schaffen muß, Hilfe anzunehmen und mich selber anzunehmen) und die Vergewaltigung wird NICHT durchgekaut. Ich bin vielleicht der größte Skeptiker in Bezug auf Therapien gewesen, aber ich glaube, dass mir das hilft (obwohl ich völliger Anfänger bin). Laß nicht zu, dass Du so lange leidest, sondern tu jetzt etwas. Es kommt darauf an, jemanden zu finden, der diese Schiene fahren kann. Ich wiß nicht, wo Du herkommst, aber versuche es mal mit EOS Kliniken übers Internet. Es lohnt sich auf jeden Fall, es zu probieren. Und wegen der Versicherung: Behandlungen in Akutkliniken werden übernommen. Viel Glück Yyvi

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