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Wieso schauen mich die Menschen so an?

23. Mai 2017 um 16:08 Letzte Antwort: 24. Mai 2017 um 12:42

Wieso schauen mich die Menschen so an? Hallo ihr Lieben, Ich bin total traurig und am Boden zerstört. Ich weiß einfach nicht, was an mir falsch ist? Egal welcher Mensch, jeder schaut mich komisch an oder macht einen großen Bogen um mich. Ich verstehe das einfach nicht. Früher war ich sehr beliebt und habe mir Komplimente bekommen und so, jetzt ist das Gegenteil der Fall! Ich war 6 Jahre mit einem narzisstischen Mann zusammen, der mich und mein Selbstwertgefühl komplett getötet hat. Ich weiß nicht, ob das damit zusammenhängt? Ich bin so traurig und verzweifelt. Das einzige was ich mir erklären kann, ist meine Neurodermitis im Gesicht (meine Haut sieht unrein aus und nicht schön). Bitte helft mir, jeder negative Blick wirft mich zurück.


 

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23. Mai 2017 um 20:10

Schon möglich, dass es an der Neurodermitis liegt; und wenn du erst einmal an dir selbst zweifelst, nimmst du solche Blick usw. auch besonders intensiv war und interpretierst wahrscheinlich auch Blicke/Gesten, die sich eigentlich auf etwas anderes beziehen auf dich. Zudem könnten dich die deine Selbstzweifel auch ernster wirken lassen; Lockerheit und vlt. ein Lächeln auf den Lippen würden dich gleich viel sympathischer wirken lassen. 

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23. Mai 2017 um 20:51
In Antwort auf windwald

Schon möglich, dass es an der Neurodermitis liegt; und wenn du erst einmal an dir selbst zweifelst, nimmst du solche Blick usw. auch besonders intensiv war und interpretierst wahrscheinlich auch Blicke/Gesten, die sich eigentlich auf etwas anderes beziehen auf dich. Zudem könnten dich die deine Selbstzweifel auch ernster wirken lassen; Lockerheit und vlt. ein Lächeln auf den Lippen würden dich gleich viel sympathischer wirken lassen. 

Du magst Recht haben, aber was soll ich tun, um das zu ändern? Ich schaffe es einfach nicht, weil wenn ich Menschen sehe, dann löst das in mir eine Angst aus und zwar Angst vor Kritik. Sobald ich dann diese Blicke zugeworfen bekomme, fühle ich mich in meiner Vermutung, dass an mir was falsch ist,bestätigt.

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23. Mai 2017 um 22:35
In Antwort auf lyydia_12841494

Du magst Recht haben, aber was soll ich tun, um das zu ändern? Ich schaffe es einfach nicht, weil wenn ich Menschen sehe, dann löst das in mir eine Angst aus und zwar Angst vor Kritik. Sobald ich dann diese Blicke zugeworfen bekomme, fühle ich mich in meiner Vermutung, dass an mir was falsch ist,bestätigt.

Zunächst solltest du dir bewusst machen, dass die Neurodermitis nicht dein Verschulden ist. Du bist ja nicht ungepflegt, sondern es ist eine Krankheit - ein Stück Natur, das sich Bahn bricht und dem es ziemlich egal ist, ob wir Menschen es mögen oder nicht. 

Aus dem weiblichen Rollenbild heraus ist Schönheit für dich vielleicht zusätzlich noch ein besonders wichtiges Ideal. Sei dir bewusst, dass selbst der hässlichste Mensch (egal ob Mann oder Frau) genauso viel Wertschätzung verdient wie der Schönste. (Wobei ich nicht glaube, dass du hässlich bist) Natürlich gibt es auch Leute die das oberflächlicher sehen, aber die sollten nicht dein Orientierungspunkt sein. Du musst auch nicht allen gefallen. Du siehst so aus wie du aussiehst, und das ist ok so. Versuch dich so anzunehmen wie du bist. Was dich wirklich ausmacht sind doch deine inneren Werte! 

Ich weiß, das schreibt sich alles leichter, als es umzusetzen ist, aber vielleicht konnte ich dir zumindest ein bisschen helfen.

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23. Mai 2017 um 23:01

Danke für deine tollen Worte.
Ich weiß sie sehr zu schätzen. 
Ja, die Neuro ist extrem anstrengend, aber da muss ich eben an die Ursachen ran. 
Was mich eben sehr traurig macht, dass ich nicht weiß, wieso mich andere immer so komisch anschauen. Früher dachte ich, es sei mein Aussehen, heute denke ich, es liegt an meinem Verhalten.
Sobald ich am helligten Tag nach draußen gehe, fängt mein Körper und mein Kopf zu spinnen an. Ich verhalte mich wahrscheinlich ängstlich, schüchtern und abweisend. Meine Mimik ist sehr streng und ich denke, das fällt eben auf oder überträgt sich auch auf andere.
ich hoffe nur, dass ich diesen Teufelskreis irgendwann durchbrechen kann.
ich danke dir sehr für deine Zeit und dein Verständnis.

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24. Mai 2017 um 9:20

Hi,

Krass....was Du da schreibst...

Also wenn ich mal ganz ehrlich bin - ich glaube eigentlich nicht, dass dieses Gefühl dass Dich alle anstarren ursächlich etwas mit Deiner Hauterkrankung oder Deinem Verhalten zu tun hat - habe Dich ja noch nicht damit gesehen und denk jetzt mal Du bist nicht die einzige die dieses Problem hat.
Und : Das ist eigentlich ( auch für meine weitere Argumentation hier ) auch völlig egal ob oder ob nicht.

Ich meine nicht dass Du dir etwas einbildest oder gar ein psychisches Krankheitsbild zeigst, wenn Dir das auffällt.
Ich meine - und meine auch zu wissen - das viele im Alltag sonst unauffällige Menschen sich wenn sie etwas sehen oder hören was sie nicht kennen oder nicht zu ihrem Alltag gehört - ja ich will es mal so sagen - ihren Gefühlen bei Fremden ungehindert ihren Lauf lassen...das ist auch ganz "logisch" weil sie meinen jemand Fremden auf der Strasse doch nie wieder zu sehen oder zumindest seltener. Da"lohnt" die "empathische Investition" aus der Sicht derer die vorbeigehen dann nicht.
Ich finde solches Verhalten anderer Menschen offen nach aussen getragen (an sich selbst aber empfindlich) schon einen Mangel an gutem Ton im Umgang miteinander  ...das war früher seltener.
(Im Geiste sehe ich Schüler/innen (selbst meist mit argen Problemen) an der Haltestelle die sich ins Ohr schreien(!) (mit vorgehaltener Hand!) "Hast Du Die gesehen?!" oder "Was ist das denn?!"..... )
Hinzu kommt noch dass viele Menschen in ihrem persönlichen Alltag immer perfekt und überlegen und - seit etwa 20 Jahren verstärkt wieder - "gebildet" wirken wollen. Das ist leider eine Fassade die typischerweise heute überall (wieder) gesellschaftlich erwartet wird und von denen die sich bemühen es zu erfüllen als wahre Wirklichkeit akzeptiert, empfunden und gelebt wird.
In der wirklichen Wahrheit können sie aber nicht einmal verstehen ob das Aussehen einer fremden Person die sie einmal oder sehr selten sehen auf eine Krankheit zurückzuführen ist und ob die Person daran - wenn sie will - etwas ändern kann oder nicht. Andere die vorbeigehen machen sich auch keine Mühe einen Gedanken daran zu verschwenden weil sie meinen Dich nicht wiederzusehen und nichts weiter mit Dir zu tun zu haben und auch weil sie einfach dazu zu ungebildet sind.
Viele meinen inzwischen auch alles sei irgendwie korrigierbar wenn die Person die es betrifft nur will - vom Lebenslauf bis zum Körper - und es sei eine selbst verantwortete Nachlässigkeit anderen dies "zuzumuten" was bei genug Willen nicht sein müsse. Wenn Du ( oder wer anders ) also "auffällt" dann immer aus eigener Entscheidung und Verantwortung.
Das kann sehr weit gehen, dieses Urteil....nicht anderes ist es. Ich will nicht schreiben wie weit.... Es ist auch ein Spiel auf Kosten anderer mit dem Verantwortungsbegriff jenseits eigener Grenzen...Ich nenne es eher eine Verurteilung. Sie Silbe "Ver-" zeigt dabei dass es eben ein versehen - also eine Täuschung ist.
Daran wirst Du selber nicht viel im Moment ändern können, weil es mit der mangelnden Disziplin und den Schwächen der Menschen zu tun hat, die Dich so anschauen...aus welchem Grund auch immer. Mit Dir persönlich und Deinem Verhalten hat es ursächlich - ganz klar - nichts zu tun.

Das dies nicht ganz abwegig ist was ich schreibe kannst Du an zwei Beispielen erkennen und beobachten:

Bei Dir selbst wenn Du Dich im einem Personenkreis von Freunden / Bekannten auf der Arbeit usw. bewegst...da geht dieses Gefühl "viele starren mich an" plötzlich weg. Du merkst es gar nicht .... so schnell ist das verschwunden.

Dann - ich weiss nicht wie alt Du bist und ob Du es verfolgt hast / verfolgen konntest - die Haltung der Gesellschaft ( nicht nur in Deutschland ) Raucherinnen und Rauchern gegenüber - vor 40 Jahren und heute .... das ist vor dem Hintergrund der persönlichen übernahme kollektiver Wertschätzungen und der krassen Übergänge in der Zeit sehr interessant.
Die gesundheitlichen Folgen des Rauchens sind - klar - selbstverschuldet und selbstverantwortet (!) und seit spätestens 1974 weiss jede/r Raucherin / Raucher über  die gesundheitlichen Folgen ungefähr bescheid. Dennoch wurde vor 40 Jahren das Rauchen als persönliches Laster und seine Folgen (auch die beim "aufhören wollen" akzeptiert und über die Verantwortung durch die Gesellschaft nicht nachgedacht - "wir schaffen das schon"...schon diese Reklame in allen Medien "Ich rauche gern"....Heute im Kontrast ganz anders...seit dem Buch von Allen Carr "Endlich Nichtraucher" (jede/r weiss wie schwer das aufhören ist ) werden seit etwa 2002 plötzlich über Nacht die Raucher/innen heute gesellschaftlich ausgegrenzt...auch vom Gesetz. 
Wo in Südafrika früher Bänke standen "nur für weiße" so gibt es jetzt spätestens seit 2002 bei uns Raucher- und Nichtraucherräume und das öffentliche Rauchverbot...klar die Hautfarbe ist etwas wofür jemand nichts kann und die andere nicht belastet, das Rauchen aber schon (!) ... dennoch sind es "die anderen"... auf die mit dem Finger gezeigt wird und die für selbstverschuldetes Laster alleine einstehen sollen und nicht andere krankmachen sollen damit. "Jede/r kann ja aufhören"....
Apartheit und Nichtrauchergesetze sind beide Ausdruck gesellschaftlicher Wünsche.
(!) In der Hinsicht haben sie etwas gemeinsam - das steht für mich mal fest.
Daraus erkennst Du jedenfalls dass manche Sachen ( egal ob selbstverschuldet oder nicht )
zur Zielscheibe von Missbilligung und Ausgrenzung werden können ( und das auch ganz plötzlich und auf Kommando, so wie der Shitstorm im Netz heute... ) ohne das jemals nachgedacht wird ob dies angebracht ist oder Du etwas ändern kannst. Eben weil alles jederzeit als änderbar "jetzt und sofort" wahrgenommen wird.
Das gibts so ein Lied "Das ist alles nur in meinem Kopf" ....so wird das heute wahrgenommen...Daumen runter ... Daumen rauf ... von einem Liedschlag zum nächsten...

Ich selbst bin Kellnerin und habe täglich Kundenkontakt ( und das schon seit über 20 Jahren ), Nichtraucherin, und weiss wovon ich rede.
Ich mag es nicht andere Menschen auszugrenzen.
Deshalb mein Rat: Nimm dieses Gefühl gelassen hin. Im Gegenteil : Werte es als Kompliment.
Ich bin nämlich der Meinung dass mit unserer Gesellschaft was nicht in Ordnung ist und nicht mit Dir.

Zur Neurodermitis : Bist Du da in ärztlicher Behandlung? Könntest Du vielleicht auch eine Allergie haben? Das würd ich auch mal klären lassen...wenn noch nicht.

By the way : Eine Kollegin von mir hat auch Neurodermitis im Gesicht...da gab es so noch nie probleme.

Grüße,

Isa

P.S.: Zum Thema mit Rauchen empfehle ich einen anderen Thread. War nur ein schönes Beispiel....
Ich weiss dass diese Antwort folgen haben könnte...


 

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24. Mai 2017 um 12:42

Ich denke, es kommt dir in erster Linie so vor. 
Und dann ist die Frage, wie du die anderen anschaust. Passiert ja alles in Bruchteilen einer Sekunde. Meistens wirken unsichere Menschen etwas unnahbar, weil sie sich aus Furcht distanzieren. Die Mitmenschen haben dann leicht den Eindruck, dass du Nähe nicht willst. 

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