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Wieso kann mich meine Chefin nicht leiden?

11. Juni 2010 um 19:46

Ich bin Rechtsreferendar und momentan zur Ausbildung für insgesamt 9 Monate bei einer Anwaltskanzlei. Da es sich um eine größere Kanzlei handelt, hatte ich vor einigen Monaten mit einem Anwalt ein Bewerbungsgespräch, das super gelaufen ist, aber er sagte mir schon, dass noch nicht sicher sei, welchem Anwalt ich zugeteilt würde, aber da gäbe es sicher keine Schwierigkeiten. Der Meinung war ich auch.
Als ich dann allerdings Anfang Mai dort anfing zu arbeiten, kam alles ganz anders. Ich wurde einer Anwältin zugeteilt, die auch erst vor kurzem ihr Examen gemacht hat und zudem die Tochter eines Seniorpartners (den ich übrigens noch nie zu Gesicht bekommen habe) ist. Sie konnte mich von Anfang an nicht ausstehen, obwohl mir meine bisherigen Arbeitszeugnisse während der Juristenausbildung allesamt ein freundliches und höfliches Auftreten bescheinigen. Gekleidet war ich an diesem ersten Arbeitstag übrigens exakt wie auf meinem Profilfoto, damit Ihr Euch ein besseres Bild machen könnt. Sofort nach der Begrüßung meinte meine neue Chefin, wie ich denn angezogen sei. Zuerst einmal hätte ich meinen Hemdkragen komplett zuzuknöpfen und die Krawatte ordentlich zu binden. Ferner werde sie es nicht dulden, dass ich mit einem solchen "Zuhälteranzug" in Ihrer (!) Kanzlei rumlaufe. Damit sie nicht den ganzen ersten Tag dieser "Beleidigung für die Augen" ausgesetzt sei, musste ich den ganzen Tag Akten aus dem Archiv entstauben.
Seither betrachtet sie mich wohl als soetwas wie ihren persönlichen Diener, zumindest nicht wie einen Auszubildenden. Ich muss jeden Morgen bereits vor ihr im Büro sein und vor ihrem Zimmer mit Kaffee und Snacks auf sie warten. Wenn eine Besprechung mit anderen Anwälten ist, dann muss ich immer hinter ihrem Stuhl stehen und ein Glas Wasser für sie bereithalten. Bei Verhandlungen vor Gericht liest sie nur aus Akten vor, die ich ihr neben ihr stehend vorhalte. Selbstverständlich trage ich bei Terminen auch immer die Aktentasche und die Aktenordner, halte ihr die Tür auf, rücke ihr den Stuhl zurecht und helfe ihr in die Jacke. Trotz der heißen Temperaturen der letzten Woche ist nach wie vor langärmeliges Hemd mit Krawatte (komplett zugeknöpft) und Anzug mit zugeknöpftem Sakko Pflicht (dabei hat sie mir netterweise ein Büro mit Südseite gegeben), während sie im leichten Sommerkleid kommt und auch alle Anwälte aus der Kanzlei nur kurzärmelige Hemden ohne Krawatte tragen. Als ich es einmal wagte mich vorsichtig zu beschweren, meinte sie nur, dass ich ja ein gutes Zeugnis von ihr wolle und sie kein Problem damit hätte mich mit 3 Notenpunkten nicht bestehen zu lassen. Als wir gestern bei Gericht waren und einen Kommilitonen von ihr trafen, den sie seit dem Studium nicht mehr gesehen hatte, meinte sie nur zu mir: "Bück Dich mal, wir müssen mal auf Deinem Rücken unsere Nummern und Adressen gegenseitig aufschreiben." Ich kam mir mal wieder wie der letzte Idiot vor. Selbstverständlich duzt sie mich, während ich sie siezen muss.
Ich weiß nicht, was ich dieser Frau getan habe, dass sie mich so behandelt. Vielleicht könnt Ihr aus den Schilderungen ja was entnehmen. Mir graut vor jedem Arbeitstag, aber ich werde wohl keinen Arzt finden, der mich bis Jahresende krank schreibt. Meinen Freunden habe ich bisher noch gar nichts genaueres erzählt, weil es mir einfach peinlich ist, wie ich behandelt werde. Was kann ich nur machen, damit ich die Sache halbwegs lebend überstehe? Bin echt für jeden Tip dankbar. Vielen Dank für Eure Antworten.

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14. Juni 2010 um 12:20

Du tust mir echt leid!
Ich denke, dass Jedermann/jeder Mann nachvollziehen kann, was für eine tolle Arbeitsathmosphäre das dort bei Dir ist. Unterstützung kannst Du von den Kollegen auch nicht erwarten, weil sie ja nun mal die Tochter vom Chef ist. Sie scheint auf jeden Fall unter starken Minderwertigkeitskomplexen zu leiden, weil sonst würde sie wohl kaum jemals irgendjemanden so behandeln. Sie hat vermutlich noch nie "Untergebene" gehabt und genießt jetzt die Macht in vollen Zügen. Allerdings sollte Dir auch klar sein, dass Du als Azubi deutlich mehr wegstecken musst wie Deine anderen Kollegen. Und mit dem zugeknöpften Hemdkragen und der korrekt gebundenen Krawatte kann ich sie sogar verstehen, gerade in einer Kanzlei ist tadelloses Auftreten Pflicht. Über den Anzug kann man sicher streiten, aber dennoch hat sie insofern überreagiert. Sie hätte Dir nicht gleich einen Einlauf verpassen müssen.
Mein Vorschlag für Dein künftiges Verhalten wird Dir zwar kaum gefallen, aber ich bin überzeugt, dass Du nur so mit ihr auf Dauer auskommen wirst und ein gutes Arbeitszeugnis bekommst (das scheint Dir ja auch wichtig zu sein): Kriech ihr in den Hintern und zwar so oft und so tief Du kannst. Du darfst Dir dabei für nichts zu schade sein, denk einfach immer dran, dass Du es ja letztlich nur für Dich machst. Wenn sie ihren Morgenkaffee trinkt, rühr ihr mit einem Löffel um, sortiere ihre Akten, putze ihr Büro und meinetwegen auch noch ihre Schuhe. Wichtig ist aber, dass alles von Dir ausgeht und sie Dich nicht immer um etwas "bitten" muss, das wird sie ganz sicher total beeindrucken. Lobe sie für ihr Äußeres und für ihre fachliche Kompetenz. So wirst Du sicher bei ihr punkten. Und noch ein kleiner Tipp: da sie offenbar auf Äußerlichkeiten viel Wert legt, würde ich mich künftig jeden Morgen rasieren. Macht sicher einen noch besseren Eindruck. Halte uns doch bitte auf dem Laufenden, ob die Tipps Dir genutzt haben.

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14. Juni 2010 um 18:10

Das sehe ich ja ein,
dass sie die Chefin ist und es geht mir auch nicht darum, dass ich den Kragen bis oben zuknöpfen muss, sondern es geht in erster Linie darum, dass sie mich wie einen Sklaven behandelt. Findest Du das etwa angemessen? Außerdem trugen bei der großen Hitze alle anderen Mitarbeiter der Kanzlei ja auch keine Krawatten, nur für mich war Dauerhecheln angesagt. Auch heute habe ich mich schon wieder geärgert. Sie hatte drei Freundinnen in ihr Büro zum Kaffee eingeladen und ich durfte die jungen Damen von vorne bis hinten bedienen. Es war natürlich auch klar, dass ich die ganze Zeit stehen musste wie ein Kellner. Würdest Du das etwa als Teil der Juristenausbildung ansehen? Danach meinte sie, ich solle ihren Glasschreibtisch reinigen, weil er von Kaffee und Gebäck schmutzig sei. Als ich die Aufgabe erledigt hatte, war sie aber nicht zufrieden, weil noch zwei kleine Flecken da waren. Also schnappte sie sich meine Krawatte, zog mich zum Tisch und polierte mit meiner Seidenkrawatte ihren Tisch. Ist das ok für Dich?
Außerdem habe ich mich doch schon erkundigt, ob ich die Kanzlei wechseln kann. Aber da sieht es ganz schlecht aus, weil die Ausbildung ja schon 6 Wochen läuft und die Anwälte bereits ausgebucht sind und außerdem müsste meine Chefin unterschreiben, dass unser Vertrauensverhältnis zerrüttet ist, was sie aber wohl kaum machen wird.
Es wird mir daher nichts anderes übrige bleiben und ihr wie von jesse vorgeschlagen in den Hintern zu kriechen. Da freue ich mich doch schon richtig drauf.... Ich bin nur mal gespannt, ob ich am Freitag wenigstens das WM-Spiel anschauen darf oder ob ich noch "dringend gebraucht" werde. Fühle morgen mal vor. So wie ich sie kenne, wird sie mir bestenfalls kurz vor 13.30 freigeben und dass heißt dann für mich mit Anzug, Schlips und Kragen zum Public viewing. Echt toll.

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14. Juni 2010 um 18:47
In Antwort auf markus19871

Das sehe ich ja ein,
dass sie die Chefin ist und es geht mir auch nicht darum, dass ich den Kragen bis oben zuknöpfen muss, sondern es geht in erster Linie darum, dass sie mich wie einen Sklaven behandelt. Findest Du das etwa angemessen? Außerdem trugen bei der großen Hitze alle anderen Mitarbeiter der Kanzlei ja auch keine Krawatten, nur für mich war Dauerhecheln angesagt. Auch heute habe ich mich schon wieder geärgert. Sie hatte drei Freundinnen in ihr Büro zum Kaffee eingeladen und ich durfte die jungen Damen von vorne bis hinten bedienen. Es war natürlich auch klar, dass ich die ganze Zeit stehen musste wie ein Kellner. Würdest Du das etwa als Teil der Juristenausbildung ansehen? Danach meinte sie, ich solle ihren Glasschreibtisch reinigen, weil er von Kaffee und Gebäck schmutzig sei. Als ich die Aufgabe erledigt hatte, war sie aber nicht zufrieden, weil noch zwei kleine Flecken da waren. Also schnappte sie sich meine Krawatte, zog mich zum Tisch und polierte mit meiner Seidenkrawatte ihren Tisch. Ist das ok für Dich?
Außerdem habe ich mich doch schon erkundigt, ob ich die Kanzlei wechseln kann. Aber da sieht es ganz schlecht aus, weil die Ausbildung ja schon 6 Wochen läuft und die Anwälte bereits ausgebucht sind und außerdem müsste meine Chefin unterschreiben, dass unser Vertrauensverhältnis zerrüttet ist, was sie aber wohl kaum machen wird.
Es wird mir daher nichts anderes übrige bleiben und ihr wie von jesse vorgeschlagen in den Hintern zu kriechen. Da freue ich mich doch schon richtig drauf.... Ich bin nur mal gespannt, ob ich am Freitag wenigstens das WM-Spiel anschauen darf oder ob ich noch "dringend gebraucht" werde. Fühle morgen mal vor. So wie ich sie kenne, wird sie mir bestenfalls kurz vor 13.30 freigeben und dass heißt dann für mich mit Anzug, Schlips und Kragen zum Public viewing. Echt toll.

Dass..
sie mit deiner krawatte den tisch poliert, geht definitiv zu weit das hättest du ihr ruhig auch (natürlich in einem höflichen ton) sagen können.. auch dass du den kellner für ihr kaffeekränzchen spielen sollst, kann echt nicht sein.. kannst du nicht doch nochmal innerhalb der kanzlei wechseln?..oder dich wenigstens jemandem da anvertrauen?.. du lernst ja auch gar nichts bei ihr, oder?.. ansonsten versuche, die zeit so gut wie möglich rumzukriegen (in den hintern würde ich trotzdem niemanden kriechen ). ich drück dir ganz doll die daumen!!.. ps: es ist einfach furchtbar, wenn jemand seine machtposition auf so üble art und weise ausnutzt.. ich verliere jeglichen respekt vor diesen menschen, sie sind absolut charakterlos.. achso, und wegen fußball kucken kannst du ja wechsel- klamotten mitnehmen

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14. Juni 2010 um 18:52
In Antwort auf jesse28

Du tust mir echt leid!
Ich denke, dass Jedermann/jeder Mann nachvollziehen kann, was für eine tolle Arbeitsathmosphäre das dort bei Dir ist. Unterstützung kannst Du von den Kollegen auch nicht erwarten, weil sie ja nun mal die Tochter vom Chef ist. Sie scheint auf jeden Fall unter starken Minderwertigkeitskomplexen zu leiden, weil sonst würde sie wohl kaum jemals irgendjemanden so behandeln. Sie hat vermutlich noch nie "Untergebene" gehabt und genießt jetzt die Macht in vollen Zügen. Allerdings sollte Dir auch klar sein, dass Du als Azubi deutlich mehr wegstecken musst wie Deine anderen Kollegen. Und mit dem zugeknöpften Hemdkragen und der korrekt gebundenen Krawatte kann ich sie sogar verstehen, gerade in einer Kanzlei ist tadelloses Auftreten Pflicht. Über den Anzug kann man sicher streiten, aber dennoch hat sie insofern überreagiert. Sie hätte Dir nicht gleich einen Einlauf verpassen müssen.
Mein Vorschlag für Dein künftiges Verhalten wird Dir zwar kaum gefallen, aber ich bin überzeugt, dass Du nur so mit ihr auf Dauer auskommen wirst und ein gutes Arbeitszeugnis bekommst (das scheint Dir ja auch wichtig zu sein): Kriech ihr in den Hintern und zwar so oft und so tief Du kannst. Du darfst Dir dabei für nichts zu schade sein, denk einfach immer dran, dass Du es ja letztlich nur für Dich machst. Wenn sie ihren Morgenkaffee trinkt, rühr ihr mit einem Löffel um, sortiere ihre Akten, putze ihr Büro und meinetwegen auch noch ihre Schuhe. Wichtig ist aber, dass alles von Dir ausgeht und sie Dich nicht immer um etwas "bitten" muss, das wird sie ganz sicher total beeindrucken. Lobe sie für ihr Äußeres und für ihre fachliche Kompetenz. So wirst Du sicher bei ihr punkten. Und noch ein kleiner Tipp: da sie offenbar auf Äußerlichkeiten viel Wert legt, würde ich mich künftig jeden Morgen rasieren. Macht sicher einen noch besseren Eindruck. Halte uns doch bitte auf dem Laufenden, ob die Tipps Dir genutzt haben.

Jesse
"Sie scheint auf jeden Fall unter starken Minderwertigkeitskomplexen zu leiden, weil sonst würde sie wohl kaum jemals irgendjemanden so behandeln. Sie hat vermutlich noch nie "Untergebene" gehabt und genießt jetzt die Macht in vollen Zügen.".. genau.. so siehts aus.. traurig aber wahr..

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15. Juni 2010 um 9:37

Wenn jemand gleich von Anfang an
den "Chef" raushängen lässt, bedeutet das für mich dass er (oder sie) sehr unsicher ist.

Durch ihre extreme Art verhindert sie dass Du auf die Idee kommen könntest sie zu kritisieren.

Vielleicht hat sie auch mal schlechte Erfahrungen gemacht bei denen sie selber gedemütigt wurde, und gibt das jetzt weiter.

Ich würde sie einmal direkt darauf ansprechen was für ein Problem sie mit Dir hat und sie darauf hinweisen, dass Du nicht ihr Buttler bist.

Gibt es nicht auch eine Stelle (Arbeiterkammer, o.ä.) wo Du Dich beschweren könntest?

Auf jeden Fall ist es (auch für Dein Selbstwertgefühl) ganz wichtig Dich zu wehren.
Auch wenn Konfrontationen unangenehm sind, so sind sie oft die Lösung für Probleme.

Ich nehme an es gibt eine Art Arbeitsvertrag in dem Deine Aufgaben festgelegt sind.

Jemand der dauernd Deine Grenzen auslotet wie weit Du Dich erniedrigen lässt wird niemals damit aufhören wenn Du ihm keine Grenzen aufzeigst. Im Gegenteil, die sie wird immer neue Erniedrigungen ausprobieren und sie wird immer weiter gehen. Mit Wissen oder Können wirst Du nichts daran ändern.

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15. Juni 2010 um 9:42
In Antwort auf oral_12470942

Wenn jemand gleich von Anfang an
den "Chef" raushängen lässt, bedeutet das für mich dass er (oder sie) sehr unsicher ist.

Durch ihre extreme Art verhindert sie dass Du auf die Idee kommen könntest sie zu kritisieren.

Vielleicht hat sie auch mal schlechte Erfahrungen gemacht bei denen sie selber gedemütigt wurde, und gibt das jetzt weiter.

Ich würde sie einmal direkt darauf ansprechen was für ein Problem sie mit Dir hat und sie darauf hinweisen, dass Du nicht ihr Buttler bist.

Gibt es nicht auch eine Stelle (Arbeiterkammer, o.ä.) wo Du Dich beschweren könntest?

Auf jeden Fall ist es (auch für Dein Selbstwertgefühl) ganz wichtig Dich zu wehren.
Auch wenn Konfrontationen unangenehm sind, so sind sie oft die Lösung für Probleme.

Ich nehme an es gibt eine Art Arbeitsvertrag in dem Deine Aufgaben festgelegt sind.

Jemand der dauernd Deine Grenzen auslotet wie weit Du Dich erniedrigen lässt wird niemals damit aufhören wenn Du ihm keine Grenzen aufzeigst. Im Gegenteil, die sie wird immer neue Erniedrigungen ausprobieren und sie wird immer weiter gehen. Mit Wissen oder Können wirst Du nichts daran ändern.

Auffällig ist auch,
dass es ihr besonders wichtig ist Dich vor anderen zu demütigen.

Es ist ihr also sichtlich wichtig als "erfolgreich" dazustehen. Vermutlich konnte sie es ihren Eltern nie recht machen und versucht jetzt auf diese perverse Art das Gefühl zu erreichen wer zu sein.

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15. Juni 2010 um 18:33

Stop - Du musst sofort selbst einschreiten!!!
Mobbing! Mobbing! Mobbing!

Du darfst auf gar keinen Fall das noch weiter über Dich 'ergehen' lassen. Du musst sofort zu IHREM Vorgesetzten und ihm das erzählen, was Du hier geschrieben hast. Drucke am besten Dein Posting aus und sage dem Vorgesetzten, dass Du bereits dabei bist, an die 'Öffentlichkeit' (ja, dieses Forum ist auch die Öffentlichkeit) zu gehen.

Das schuldest Du Dir selbst - und auch allen, die nach Dir kommen. Solche Charakterschweine müssen sofort gestoppt werden.

Du bist ein wasch-echtes Mobbingopfer. Du hast die Pflicht, Dich sofort zu wehren!!!

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15. Juni 2010 um 19:03

Vielen Dank für Eure Antworten.
Es tut echt gut, wenn man auf Leute trifft, die verstehen, was man da jeden Tag durchmachen muss. Ich kann Eurer Einschätzung nur zustimmen, in meinen Augen ist sie wirklich ein ärmlicher Charakter. Also seitens der Kollegen wird dies zwar schon gesehen wie sie mich behandelt, aber niemand sagt natürlich was. Kann ich auch verstehen, weil ja niemand seinen Job gefährden will und dann schon gar nicht für einen Referendar, der nicht mal ein Jahr da sein wird. Diese Macht nutzt meine Chefin eben schamlos aus. Wechseln in der Kanzlei dürfte auch schwierig werden, ich denke, das ginge nur, wenn sie mich freiwillig an einen Kollegen abgeben würde (was sie aber wohl kaum machen wird). Auch an eine Beschwerde bei der Anwaltskammer habe ich schon gedacht, aber letztlich wieder verworfen. Ihr Vater hat einen sehr guten Ruf als Anwalt und das wird dann natürlich auf die Tochter übertragen. Ich denke, dass mir eine Beschwerde am Ende mehr schaden als nutzen würde und es mir bei ihr dann noch mehr an den Kragen ginge. Außerdem würde sie es eiskalt in mein Zeugnis schreiben und das macht dann später bei einer Bewerbung auch nicht den besten Eindruck. Ich lerne aber selbstverständlich auch etwas, sie deckt mich mit Arbeit immer sehr gut ein. Ich sitze oft bis Mitternacht am Laptop und tippe Klageschriften etc. Aber fachlich hat sie meist nicht viel auszusetzen, möglicherweise ärgert sie das auch.
Heute war schon wieder so ein toller Tag. Ich hatte seitens eines Kollegen erfahren, dass am Freitag zur WM in der Kanzlei ein Großbildschirm aufgestellt wird, damit wer Lust hat das Spiel anschauen kann. Allerdings wollte ich eigentlich lieber mit einigen Kumpels zum Public Viewing in der Innenstadt. Ich fragte daher später meine Chefin, ob ich Freitags bereits um 13.00 Feierabend machen könnte, damit ich es noch zum Anstoß schaffen würde. Es sei mir sehr wichtig, weil ich ein großer Fußballfan bin. Sie meinte nur trocken, dass das nicht möglich sei, weil sie mich freitags bereits für die Neuordnung des Kellerarchivs eingeteilt habe und es daher durchaus möglich sei, dass ich auch länger wie bis 15.00 arbeiten müsse. Ich bot ihr an, die Arbeit am Samstag nachzuholen, aber sie lehnte ab. Dann kam mir noch eine Idee. Ich fragte sie, ob ich das Spiel in der Kanzlei anschauen dürfte, wenn ich für sie und ihre Kollegen als Kellner tätig würde und sie während des Spiels mit Erfrischungen versorge. Nach kurzem Überlegen willigte sie ein. Ist zwar alles andere als toll, aber das Spiel ist mir halt wichtiger wie mein Stolz. Man sieht ja schon, was sie für eine Person ist, wenn sie mir nicht mal ein WM-Spiel gönnt.
Heute nachmittag kam dann noch eine Anwaltskollegin von ihr ins Büro und für mich hieß das wieder Demütigung vom Feinsten. Ich musste den beiden Damen auf die Kanzleiterrasse zwei Tassen Kaffee bringen, natürlich muss ich die ganze Zeit stehen und die Tassen auf dem Tablett halten, weil nur zwei Stühle da sind und kein Tisch. Als meine Chefin ihre beiden Zuckerpäckchen in die Tasse entleert hatte, legte sie sie nicht aufs Tablett, sondern steckte sie sie mir in die Reverstasche meines Sakkos. Ihre Kollegin ist anscheinend von der gleichen Sorte, denn sie meinte nur, "ach, das ist ja wirklich praktisch" und stopfte mir ihren Abfall auch in die Reverstasche. Das gleiche taten sie dann mit der Verpackung ihrer Amarettini. Ich weiß wirklich bald nicht mehr, wie ich mich noch verhalten soll, aber das kann es doch nicht sein. Ich hoffe, Ihr habt Verständnis dafür, dass ich diese Peinlichkeiten meinen Freunden nicht erzählen kann, weshalb ich hier im Forum mein Leid klage. Freue mich auf weiteren Zuspruch. Vielen Dank.

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15. Juni 2010 um 19:05
In Antwort auf nastassja1212

Stop - Du musst sofort selbst einschreiten!!!
Mobbing! Mobbing! Mobbing!

Du darfst auf gar keinen Fall das noch weiter über Dich 'ergehen' lassen. Du musst sofort zu IHREM Vorgesetzten und ihm das erzählen, was Du hier geschrieben hast. Drucke am besten Dein Posting aus und sage dem Vorgesetzten, dass Du bereits dabei bist, an die 'Öffentlichkeit' (ja, dieses Forum ist auch die Öffentlichkeit) zu gehen.

Das schuldest Du Dir selbst - und auch allen, die nach Dir kommen. Solche Charakterschweine müssen sofort gestoppt werden.

Du bist ein wasch-echtes Mobbingopfer. Du hast die Pflicht, Dich sofort zu wehren!!!

Tja,
sie hat leider nun mal keinen direkten Vorgesetzten, sondern ihr Vater ist Mitbegründer und Mitinhaber der Kanzlei. Fortsetzung: siehe oben.

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16. Juni 2010 um 0:57

Um es kurz zu machen respektive die kurze Frage zu stellen:
Wäre es für dich möglich ggf. die Kanzlei komplett zu wechseln?

Ich habe mir hier natürlich jetzt nicht alles durchgelesen und größtenteils überflogen, (abgesehen von deiner Anfangsgeschichte). Es wäre ja möglich, dass du selber schon mit dem Gedanken gespielt hast (?)

Sofern du das jedoch noch nicht getan hast, würde ich in der Tat mal darüber nachdenken? Hast du dich diesbezüglich schon einmal einem Dozenten oder Prof anvertraut und dir von dort diverse Ratschläge eingeholt?

Ich bin der Meinung, du solltest da Nägel mit Köpfen machen und dir ganz gewiss nicht alles bieten lassen. Das bedeutet allerdings nicht, dass du versuchen sollst ihr die Stirn zu bieten, denn wie ich aus deiner Erzählung entnehmen kann, scheint das dann eher heikel auszugehen...

Wenn du einigermaßen Selbstbewusst und entschlossen bist, versuche einen Plan B zu bilden.

MfG,

SaSo

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16. Juni 2010 um 13:11
In Antwort auf markus19871

Vielen Dank für Eure Antworten.
Es tut echt gut, wenn man auf Leute trifft, die verstehen, was man da jeden Tag durchmachen muss. Ich kann Eurer Einschätzung nur zustimmen, in meinen Augen ist sie wirklich ein ärmlicher Charakter. Also seitens der Kollegen wird dies zwar schon gesehen wie sie mich behandelt, aber niemand sagt natürlich was. Kann ich auch verstehen, weil ja niemand seinen Job gefährden will und dann schon gar nicht für einen Referendar, der nicht mal ein Jahr da sein wird. Diese Macht nutzt meine Chefin eben schamlos aus. Wechseln in der Kanzlei dürfte auch schwierig werden, ich denke, das ginge nur, wenn sie mich freiwillig an einen Kollegen abgeben würde (was sie aber wohl kaum machen wird). Auch an eine Beschwerde bei der Anwaltskammer habe ich schon gedacht, aber letztlich wieder verworfen. Ihr Vater hat einen sehr guten Ruf als Anwalt und das wird dann natürlich auf die Tochter übertragen. Ich denke, dass mir eine Beschwerde am Ende mehr schaden als nutzen würde und es mir bei ihr dann noch mehr an den Kragen ginge. Außerdem würde sie es eiskalt in mein Zeugnis schreiben und das macht dann später bei einer Bewerbung auch nicht den besten Eindruck. Ich lerne aber selbstverständlich auch etwas, sie deckt mich mit Arbeit immer sehr gut ein. Ich sitze oft bis Mitternacht am Laptop und tippe Klageschriften etc. Aber fachlich hat sie meist nicht viel auszusetzen, möglicherweise ärgert sie das auch.
Heute war schon wieder so ein toller Tag. Ich hatte seitens eines Kollegen erfahren, dass am Freitag zur WM in der Kanzlei ein Großbildschirm aufgestellt wird, damit wer Lust hat das Spiel anschauen kann. Allerdings wollte ich eigentlich lieber mit einigen Kumpels zum Public Viewing in der Innenstadt. Ich fragte daher später meine Chefin, ob ich Freitags bereits um 13.00 Feierabend machen könnte, damit ich es noch zum Anstoß schaffen würde. Es sei mir sehr wichtig, weil ich ein großer Fußballfan bin. Sie meinte nur trocken, dass das nicht möglich sei, weil sie mich freitags bereits für die Neuordnung des Kellerarchivs eingeteilt habe und es daher durchaus möglich sei, dass ich auch länger wie bis 15.00 arbeiten müsse. Ich bot ihr an, die Arbeit am Samstag nachzuholen, aber sie lehnte ab. Dann kam mir noch eine Idee. Ich fragte sie, ob ich das Spiel in der Kanzlei anschauen dürfte, wenn ich für sie und ihre Kollegen als Kellner tätig würde und sie während des Spiels mit Erfrischungen versorge. Nach kurzem Überlegen willigte sie ein. Ist zwar alles andere als toll, aber das Spiel ist mir halt wichtiger wie mein Stolz. Man sieht ja schon, was sie für eine Person ist, wenn sie mir nicht mal ein WM-Spiel gönnt.
Heute nachmittag kam dann noch eine Anwaltskollegin von ihr ins Büro und für mich hieß das wieder Demütigung vom Feinsten. Ich musste den beiden Damen auf die Kanzleiterrasse zwei Tassen Kaffee bringen, natürlich muss ich die ganze Zeit stehen und die Tassen auf dem Tablett halten, weil nur zwei Stühle da sind und kein Tisch. Als meine Chefin ihre beiden Zuckerpäckchen in die Tasse entleert hatte, legte sie sie nicht aufs Tablett, sondern steckte sie sie mir in die Reverstasche meines Sakkos. Ihre Kollegin ist anscheinend von der gleichen Sorte, denn sie meinte nur, "ach, das ist ja wirklich praktisch" und stopfte mir ihren Abfall auch in die Reverstasche. Das gleiche taten sie dann mit der Verpackung ihrer Amarettini. Ich weiß wirklich bald nicht mehr, wie ich mich noch verhalten soll, aber das kann es doch nicht sein. Ich hoffe, Ihr habt Verständnis dafür, dass ich diese Peinlichkeiten meinen Freunden nicht erzählen kann, weshalb ich hier im Forum mein Leid klage. Freue mich auf weiteren Zuspruch. Vielen Dank.

Markus - da hilft nur noch eines...!!!
Die Flucht in die Krankheit. Bitte höre mir zu, denn Du 'siehst im Moment den Wald vor lauter Bäumen nicht'.

Markus, Du musst da sofort raus. Pfeife auf das Zeugnis. Melde Dich bitte sofort krank, suche Dir einen neuen Platz in einer anderen Anwaltskanzlei. Du wirst überall sofort genommen. Es geht um Deine ganze Entwicklung zu einem Rechtsanwalt. Du bist ein Mann der Zukunft, ist Dir das eigentlich klar??? Du bist sehr sehr wichtig für unser Land - und Du musst jetzt dafür sorgen, dass von so einer widerlichen Kriminellen nicht gebrochen wirst. Ich schreibe ganz bewusst, dass sie kriminell ist, denn das was sie tut, ist RECHTSWIDRIG!!!!!!

Dass Du Deinen Kumpels das nicht sagen möchtest, kann ich verstehen, aber Du kannst bei einem anderen Anwalt, bei dem Du Dich sofort bewerben solltest, offen über diese Diskrepanzen sprechen. Dass die Chemie im Unternehmen oft nicht passt, passiert recht häufig. Aber Du wirst misshandelt!!!

Ich bin so wütend, ich weiss gar nicht, wie ich das in Worte fassen soll...

Bitte Markus, in dem Fall hast Du die Pflicht zu handeln. Geh jetzt sofort zum Arzt und gehe dort nie wieder hin.

Und danach - wenn Du eine neue Stelle hast - dann machst Du beim Pappa einen Termin und Du sagst ihm, was Du mit dieser Ekel-Tochter erlebt hast. Und dass Du auf ein Zeugnis verzichtest. Freiwillig.

Dann - und nur dann - wird aus Dir ein wunderbarer, starker, erfahrener ANWALT!!!!!!!!!!

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16. Juni 2010 um 15:56
In Antwort auf nastassja1212

Markus - da hilft nur noch eines...!!!
Die Flucht in die Krankheit. Bitte höre mir zu, denn Du 'siehst im Moment den Wald vor lauter Bäumen nicht'.

Markus, Du musst da sofort raus. Pfeife auf das Zeugnis. Melde Dich bitte sofort krank, suche Dir einen neuen Platz in einer anderen Anwaltskanzlei. Du wirst überall sofort genommen. Es geht um Deine ganze Entwicklung zu einem Rechtsanwalt. Du bist ein Mann der Zukunft, ist Dir das eigentlich klar??? Du bist sehr sehr wichtig für unser Land - und Du musst jetzt dafür sorgen, dass von so einer widerlichen Kriminellen nicht gebrochen wirst. Ich schreibe ganz bewusst, dass sie kriminell ist, denn das was sie tut, ist RECHTSWIDRIG!!!!!!

Dass Du Deinen Kumpels das nicht sagen möchtest, kann ich verstehen, aber Du kannst bei einem anderen Anwalt, bei dem Du Dich sofort bewerben solltest, offen über diese Diskrepanzen sprechen. Dass die Chemie im Unternehmen oft nicht passt, passiert recht häufig. Aber Du wirst misshandelt!!!

Ich bin so wütend, ich weiss gar nicht, wie ich das in Worte fassen soll...

Bitte Markus, in dem Fall hast Du die Pflicht zu handeln. Geh jetzt sofort zum Arzt und gehe dort nie wieder hin.

Und danach - wenn Du eine neue Stelle hast - dann machst Du beim Pappa einen Termin und Du sagst ihm, was Du mit dieser Ekel-Tochter erlebt hast. Und dass Du auf ein Zeugnis verzichtest. Freiwillig.

Dann - und nur dann - wird aus Dir ein wunderbarer, starker, erfahrener ANWALT!!!!!!!!!!

Mach ein Riesen-Theater, erzähle es der Bild-Zeitung...
Das fördert Deine Karriere zum Anwalt.

Ich kann diese menschenverachtende Geschichte einfach nicht annehmen. Die Details sollten wirklich in der Bild-Zeitung für Jedermann zu lesen sein, inkl. Foto mit dieser Männerhasserin.

So darf man mit jungen dynamischen Leuten nicht umgehen in unserem Land....

Ich bin wirklich entsetzt...

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18. Juni 2010 um 19:31

Hilfe von unerwarteter Seite! Vielen Dank für Eure Unterstützung!
Ich möchte mich bei Euch allen für die tolle Unterstützung danken, die ihr mir durch Eure Nachrichten habt zukommen lassen. Ohne Euch hätte ich vermutlich nichts an der Situation geändert und hätte still vor mich hin gelitten.
Also, ich kann es selbst immer noch kaum fassen, aber der Alptraum hat tatsächlich ein Ende. Als ich Mittwoch wieder im Archiv arbeiten musste, kam eine junge Anwältin aus der Kanzlei zu mir runter in den Keller und meinte, das jeder in der Kanzlei mit mir Mitleid hätte, sich aber eben niemand trauen würde etwas zu tun, weil meine Chefin eben die Tochter vom Seniorchef ist. Allerdings sagte sie, sie habe es nicht mehr ausgehalten, wie ich als Sklave behandelt würde. Daher habe sie mit einem Studienkollegen telefoniert, der mit seiner Frau eine Kanzlei betreibt und diesem meine Leidensgeschichte erzählt. Er war sofort bereit mich zu übernehmen. Sie gab mir noch eine Visitenkarte und wünschte mir alles Gute. Nach Feierabend rief ich sofort da an und wir vereinbarten noch einen Termin für den Abend. Es ist ein supersympathisches Ehepaar Anfang 30 mit einer Sekretärin. Ich fühlte mich sofort sehr wohl. Thomas (so heißt mein neuer Chef, aber wir duzen uns da alle) meinte nur, dass er nicht fassen könne, was ich erlebt habe und dass er und Gabi (seine Frau) daher sofort bereit waren mich zu nehmen, obwohl sie noch nicht sehr lange niedergelassen sind und eigentlich noch keinen Referendar ausbilden wollten. Er meinte nur, dass ich am Montag sofort anfangen könne. Es ist dort alles super locker und sympathisch, völlig ungewohnt für mich.
Aber ich hatte ja noch das Problem, dass meine bisherige Chefin die Entlassung unterschreiben musste. Thomas meinte nur, ich solle ihr sagen, dass ich sonst die ganze Sache an die Anwaltskammer leiten werde, wenn sie Probleme macht. Dies werde sie sicher beeindrucken, weil ihr Vater ihr dann vermutlich nicht seinen Kanzleianteil überträgt, wenn solche Vorwürfe im Raum stehen (weil der Anteil dann mitunter komplett verloren wäre).
Also ging ich gestern morgen zu meiner Chefin und sagte ihr, dass ich nicht mehr hier arbeiten will, da sie mich wie den letzten Idioten behandelt und ich jetzt eine andere Stelle habe. Natürlich meinte sie, dass sie das nicht so sehe und mich nicht gehen lassen werde. Also musste ich Thomas Rat befolgen. Sichtlich erschrocken über meine "Frechheit" unterschrieb sie die Entlassung. Das mit dem Zeugnis ist übrigens nicht problematisch, da bei einem Wechsel nur die Stelle ein Zeugnis ausstellen muss, wo man länger gearbeitet hat, ich bekomme also von ihr gar keins. Zum Abschied meinte sie nur, "verpiss Dich und komm bloß nie wieder". Ich antwortete nur "das habe ich sicher auch nicht vor". Es endete also so "toll" wie alles begonnen hatte. Ich war gestern den ganzen Tag total fertig, weil jetzt erstmals der ganze Stress abfallen konnte.
Thomas und Gabi hatten mich heute zum WM-Spiel anschauen in ihre Kanzlei eingeladen, weil sie bei sich zuhause nicht genug Platz für alle Freunde hatten und daher die Kanzlei vorziehen. Außerdem konnte ich auch noch Freunde mitnehmen. Mal abgesehen vom Endstand ein toller Tag.
Daher an dieser Stelle nochmals mein ganz besonderer Dank an Euch, ihr habt mich ermutigt, sonst hätte ich diesen Schritt vielleicht nicht gewagt. Dank auch Rebecca, die Anwältin aus meiner Ex-Kanzlei, die mir den Absprung ermöglicht hat und natürlich Thomas und Gabi.
Ich bin einfach nur noch glücklich und hoffe, dass ich hier nur noch positive Beiträge posten werde.
Viele Grüße an alle
Markus

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21. Juni 2010 um 1:31
In Antwort auf markus19871

Hilfe von unerwarteter Seite! Vielen Dank für Eure Unterstützung!
Ich möchte mich bei Euch allen für die tolle Unterstützung danken, die ihr mir durch Eure Nachrichten habt zukommen lassen. Ohne Euch hätte ich vermutlich nichts an der Situation geändert und hätte still vor mich hin gelitten.
Also, ich kann es selbst immer noch kaum fassen, aber der Alptraum hat tatsächlich ein Ende. Als ich Mittwoch wieder im Archiv arbeiten musste, kam eine junge Anwältin aus der Kanzlei zu mir runter in den Keller und meinte, das jeder in der Kanzlei mit mir Mitleid hätte, sich aber eben niemand trauen würde etwas zu tun, weil meine Chefin eben die Tochter vom Seniorchef ist. Allerdings sagte sie, sie habe es nicht mehr ausgehalten, wie ich als Sklave behandelt würde. Daher habe sie mit einem Studienkollegen telefoniert, der mit seiner Frau eine Kanzlei betreibt und diesem meine Leidensgeschichte erzählt. Er war sofort bereit mich zu übernehmen. Sie gab mir noch eine Visitenkarte und wünschte mir alles Gute. Nach Feierabend rief ich sofort da an und wir vereinbarten noch einen Termin für den Abend. Es ist ein supersympathisches Ehepaar Anfang 30 mit einer Sekretärin. Ich fühlte mich sofort sehr wohl. Thomas (so heißt mein neuer Chef, aber wir duzen uns da alle) meinte nur, dass er nicht fassen könne, was ich erlebt habe und dass er und Gabi (seine Frau) daher sofort bereit waren mich zu nehmen, obwohl sie noch nicht sehr lange niedergelassen sind und eigentlich noch keinen Referendar ausbilden wollten. Er meinte nur, dass ich am Montag sofort anfangen könne. Es ist dort alles super locker und sympathisch, völlig ungewohnt für mich.
Aber ich hatte ja noch das Problem, dass meine bisherige Chefin die Entlassung unterschreiben musste. Thomas meinte nur, ich solle ihr sagen, dass ich sonst die ganze Sache an die Anwaltskammer leiten werde, wenn sie Probleme macht. Dies werde sie sicher beeindrucken, weil ihr Vater ihr dann vermutlich nicht seinen Kanzleianteil überträgt, wenn solche Vorwürfe im Raum stehen (weil der Anteil dann mitunter komplett verloren wäre).
Also ging ich gestern morgen zu meiner Chefin und sagte ihr, dass ich nicht mehr hier arbeiten will, da sie mich wie den letzten Idioten behandelt und ich jetzt eine andere Stelle habe. Natürlich meinte sie, dass sie das nicht so sehe und mich nicht gehen lassen werde. Also musste ich Thomas Rat befolgen. Sichtlich erschrocken über meine "Frechheit" unterschrieb sie die Entlassung. Das mit dem Zeugnis ist übrigens nicht problematisch, da bei einem Wechsel nur die Stelle ein Zeugnis ausstellen muss, wo man länger gearbeitet hat, ich bekomme also von ihr gar keins. Zum Abschied meinte sie nur, "verpiss Dich und komm bloß nie wieder". Ich antwortete nur "das habe ich sicher auch nicht vor". Es endete also so "toll" wie alles begonnen hatte. Ich war gestern den ganzen Tag total fertig, weil jetzt erstmals der ganze Stress abfallen konnte.
Thomas und Gabi hatten mich heute zum WM-Spiel anschauen in ihre Kanzlei eingeladen, weil sie bei sich zuhause nicht genug Platz für alle Freunde hatten und daher die Kanzlei vorziehen. Außerdem konnte ich auch noch Freunde mitnehmen. Mal abgesehen vom Endstand ein toller Tag.
Daher an dieser Stelle nochmals mein ganz besonderer Dank an Euch, ihr habt mich ermutigt, sonst hätte ich diesen Schritt vielleicht nicht gewagt. Dank auch Rebecca, die Anwältin aus meiner Ex-Kanzlei, die mir den Absprung ermöglicht hat und natürlich Thomas und Gabi.
Ich bin einfach nur noch glücklich und hoffe, dass ich hier nur noch positive Beiträge posten werde.
Viele Grüße an alle
Markus

Oooohhh..
das sind ja tolle neuigkeiten.. super

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22. Juni 2010 um 10:42
In Antwort auf markus19871

Hilfe von unerwarteter Seite! Vielen Dank für Eure Unterstützung!
Ich möchte mich bei Euch allen für die tolle Unterstützung danken, die ihr mir durch Eure Nachrichten habt zukommen lassen. Ohne Euch hätte ich vermutlich nichts an der Situation geändert und hätte still vor mich hin gelitten.
Also, ich kann es selbst immer noch kaum fassen, aber der Alptraum hat tatsächlich ein Ende. Als ich Mittwoch wieder im Archiv arbeiten musste, kam eine junge Anwältin aus der Kanzlei zu mir runter in den Keller und meinte, das jeder in der Kanzlei mit mir Mitleid hätte, sich aber eben niemand trauen würde etwas zu tun, weil meine Chefin eben die Tochter vom Seniorchef ist. Allerdings sagte sie, sie habe es nicht mehr ausgehalten, wie ich als Sklave behandelt würde. Daher habe sie mit einem Studienkollegen telefoniert, der mit seiner Frau eine Kanzlei betreibt und diesem meine Leidensgeschichte erzählt. Er war sofort bereit mich zu übernehmen. Sie gab mir noch eine Visitenkarte und wünschte mir alles Gute. Nach Feierabend rief ich sofort da an und wir vereinbarten noch einen Termin für den Abend. Es ist ein supersympathisches Ehepaar Anfang 30 mit einer Sekretärin. Ich fühlte mich sofort sehr wohl. Thomas (so heißt mein neuer Chef, aber wir duzen uns da alle) meinte nur, dass er nicht fassen könne, was ich erlebt habe und dass er und Gabi (seine Frau) daher sofort bereit waren mich zu nehmen, obwohl sie noch nicht sehr lange niedergelassen sind und eigentlich noch keinen Referendar ausbilden wollten. Er meinte nur, dass ich am Montag sofort anfangen könne. Es ist dort alles super locker und sympathisch, völlig ungewohnt für mich.
Aber ich hatte ja noch das Problem, dass meine bisherige Chefin die Entlassung unterschreiben musste. Thomas meinte nur, ich solle ihr sagen, dass ich sonst die ganze Sache an die Anwaltskammer leiten werde, wenn sie Probleme macht. Dies werde sie sicher beeindrucken, weil ihr Vater ihr dann vermutlich nicht seinen Kanzleianteil überträgt, wenn solche Vorwürfe im Raum stehen (weil der Anteil dann mitunter komplett verloren wäre).
Also ging ich gestern morgen zu meiner Chefin und sagte ihr, dass ich nicht mehr hier arbeiten will, da sie mich wie den letzten Idioten behandelt und ich jetzt eine andere Stelle habe. Natürlich meinte sie, dass sie das nicht so sehe und mich nicht gehen lassen werde. Also musste ich Thomas Rat befolgen. Sichtlich erschrocken über meine "Frechheit" unterschrieb sie die Entlassung. Das mit dem Zeugnis ist übrigens nicht problematisch, da bei einem Wechsel nur die Stelle ein Zeugnis ausstellen muss, wo man länger gearbeitet hat, ich bekomme also von ihr gar keins. Zum Abschied meinte sie nur, "verpiss Dich und komm bloß nie wieder". Ich antwortete nur "das habe ich sicher auch nicht vor". Es endete also so "toll" wie alles begonnen hatte. Ich war gestern den ganzen Tag total fertig, weil jetzt erstmals der ganze Stress abfallen konnte.
Thomas und Gabi hatten mich heute zum WM-Spiel anschauen in ihre Kanzlei eingeladen, weil sie bei sich zuhause nicht genug Platz für alle Freunde hatten und daher die Kanzlei vorziehen. Außerdem konnte ich auch noch Freunde mitnehmen. Mal abgesehen vom Endstand ein toller Tag.
Daher an dieser Stelle nochmals mein ganz besonderer Dank an Euch, ihr habt mich ermutigt, sonst hätte ich diesen Schritt vielleicht nicht gewagt. Dank auch Rebecca, die Anwältin aus meiner Ex-Kanzlei, die mir den Absprung ermöglicht hat und natürlich Thomas und Gabi.
Ich bin einfach nur noch glücklich und hoffe, dass ich hier nur noch positive Beiträge posten werde.
Viele Grüße an alle
Markus

Das freut mich ja nun sooooo sehr !!!!
Toll, toll, toll wie sich das entwickelt hat.

Kannst Du dem Pappa nicht trotzdem sagen, was Du da mitgemacht hast??? Och bitte.....

Wir Menschen haben alle eine große Verantwortung unseren Mitmenschen gegenüber. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass wir alle das ertragen werden müssen, was wir anderen antun. Wenn nicht in diesem Leben, dann im nächsten...

Diese Rechtsanwältin wird mal genauso viel Leid ertragen müssen wie sie dem Markus angetan hat. So lange, bis sie kapiert hat, worum es im Leben geht und warum wir überhaupt hier sind.

Lieber Markus, ich wünsche Dir alles alles Gute für Deine Zukunft. Bitte bleib immer ein anständiger Mensch - auch wenn Du mal Chef bist, hörst Du...???

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