Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Wie umgehen mit ewig Unzufriedenen?

Letzte Nachricht: 19. November um 11:17
P
pinacolada93
14.11.21 um 17:38

Eine Freundin (28) von mir entwickelt sich immer mehr zur Neinsagerin und chronisch unzufriedener Person.
Früher haben wir viel unternommen und hatten einen unbeschwerten Umgang miteinander. Jetzt ist es so, daß sie zu Nichts mehr Lust hat. Sie findet alles doof, Gesprächsversuche enden damit, daß sie mich abwürgt ("hör auf damit" usw.), sie wird schnell laut bishin zu beleidigeden Anspielungen. Ich finde keinen Zugang mehr zu ihr.
Sie ist - wie ich auch - glücklich verheiratet. Aber auch ihr Mann hat mir kürzlich gestanden, daß sie sehr barsch und abweisend reagiert. 
Also auch ihm gegenüber das gleiche Verhaltensmuster: alles ist doof, laß mich doch in Ruhe.....
Eine Ursache für dieses Verhalten sehe ich nicht. Alles scheint perfekt.
Ich bin offensichtlich die Einzige, mit der sie überhaupt noch regelmäßig Kontakt hat. Alle anderen sind ihr zu komisch.
Ehrlich gesagt empfinde ich den Kontakt zu ihr immer anstrengender, weil mich das auch irgendwie runterzieht. Aber als ihre vlt. beste Freundin möchte ich sie nicht fallen lassen.
Was kann man in so einem Falle bloß machen?

Pina

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L
loomida
17.11.21 um 15:36

Hast du ihr denn schon mal gesagt, wie du sie empfindest? Vermutlich wird das nichts ändern, aber mich würde interessieren, wie sie selbst sich wahrnimmt. 

Zum Thema fallen lassen: Ich bin nicht die Heilsarmee! Wenn mir jemand nicht gut tut, ist die Freundschaft eben nicht mehr das Richtige und ich würde den Kontakt vermutlich mindestens massiv reduzieren. 

Allerdings würde ich das nicht heimlich, still und leise tun, sondern ich würde ansprechen, warum ich mich so verhalte! Dann hat der andere immer noch die Wahl. 
 

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greenthumb
greenthumb
18.11.21 um 15:11

Ich denke auch, dass du sie mal nach dem Grund ihrer Einstellung fragen solltest. Vielleicht sieht von außen alles "perfekt" aus. Der Job, der Partner, das Zuhause usw. Aber was geschieht hinter den Kulissen? Vielleicht fehlen ihr wichtige Dinge, oder sie sehnt sich nach einem ganz anderen Leben? Alte Träume tauchen wieder auf und alles scheint verfahren und aussichtslos. Dies zu äußern, fällt bestimmt schwer, denn das Umfeld geht ganz selbstverständlich davon aus, dass alles bestens ist. Dann zu sagen, nein, mir fehlt das und das, ich beneide andere, vermisse wichtige Menschen, Orte oder Abenteuer, braucht viel Ehrlichkeit und Mut. Man macht sich selbst Vorwürfe, überhaupt so zu denken und unglücklich zu sein und wehrt innerlich alles ab. Macht ja eh alles keinen Sinn, das Leben ist eben so, bloß nicht optimistisch sein, auf alles schimpfen, andere zurückweisen... Das führt am Ende in die Isolation und die Verzweiflung. Wer den Mut verliert, verliert alles. Als beste Freundin würde ich ihr sagen, dass sie sich öffnen kann und dass sie dir sagen kann, was sie so denken lässt. Es ist ja ein Abwehrverhalten, eine Art Rüstung, ein "Ach, lasst mich alle in Ruhe". Und du kannst ihr auch sagen, dass du dich hilflos und abgewiesen fühlst. Nur Mut! 

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pinacolada93
19.11.21 um 11:03

Hallo loomida, 

danke für deine Antwort.
Den Kontakt zu ihr mußte ich schon zwangsläufig massiv einschränken, weil sie sich ja konsequent gegen alles sperrt.
Telefonate und Treffen enden ja sehr schnell damit, daß sie alle sie betreffenden Themen abblockt. Folglich habe ich quasi keine Chance, auf Augenhöhe meine Empfindungen mitzuteilen.
Ich glaube, sie selbst nimmt sich nicht so unfreundlich und barsch wahr.
Sie sieht ihr Verhalten immer als Reaktion auf anderes " Fehlverhalten".

Teile ich ihr meine Einschätzung mit, bin ich auch gleich die "Böse".
Deshalb habe ich schon richtige Hemmungen, überhaupt heikle Themen anzusprechen.
Ich werde jetzt mal etwas Funkstille walten lassen, um zu sehen, ob sie mal von sich aus den Kontakt sucht.

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pinacolada93
19.11.21 um 11:17

Hallo greenthumb,

danke für deine Antwort.
Ich habe schon loomita geantwortet und das betrifft zum großen Teil ja auch dein Statement.
Ich habe wirklich keinen Schimmer, was dieses Verhalten bei ihr auslöst.
Andere Freundinnen ebensowenig.
Das Schlimme: je mehr ich auf sie eingehen möchte, um so mehr verschließt sie sich ja. Das macht sachliche Gespräche unmöglich.
Ich befürchte, den Zugang zu ihr komplett zu verlieren, wenn ich sie "stresse".
Da ich momentan im Urlaub bin, beschränkt sich unser Kontakt eh auf kurze Telefonate. Aber auch dabei bin immer (IMMER!) ich ich die Anruferin. Nie sie.
Ich glaube  ich lasse erstmal einige Zeit verstreichen.

 

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