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Wie soll ich mich bloß verhalten?

17. Februar 2013 um 21:32 Letzte Antwort: 22. Februar 2013 um 23:33

Hallo,

Ich bin neu hier und es geht um ein Thema, das mich mein ganzes Leben lang schon begleitet und sehr emotional behaftet ist, also fange ich einfach direkt an euch mein Problem zu schildern.

Zu meiner Vorgeschichte: Ich bin 20 Jahre alt und wurde zwei Tage vor meinem 14.Geburtstag vergewaltigt. Es war quasi mein "erstes Mal" wenn man das so bezeichnen will, und ich wurde daraufhin schwanger.
Ich lies das Baby in meiner Verzweiflung und Hilflosigkeit abtreiben, was mir das Herz brach und was ich bis heute nicht verwunden habe. Ich bin alle Phasen der Trauer und des Selbsthasses durch aber im Endeffekt kann man Tatsachen nicht ändern.
Aber meine nicht verwundene Abtreibung ist eigentlich nicht mein Problem, sondern Folgendes:

Ich habe seit längerer Zeit einen wirklich sehr lieben Freund, mit dem ich eine glückliche Beziehung führe und den ich über alles liebe. Er weiß von meiner Vergangenheit, er weiß dass ich traurig bin noch immer, allerdings verstecke ich meine tiefe Verzweiflung vor ihm sowie auch vor allen anderen, denn ich denke mehr als die Leute um mich sowieso schon tun, so können sie nicht vollständig verstehen wie ich fühle und mir die Traurigkeit und Erinnerung nicht nehmen.
Mein Freund hat einen Bruder, dessen Freundin nun ein Baby bekommt, sie ist momentan gerade im KH und bekommt es.

Ich freue mich wirklich sehr für sie, und ich will nicht, dass ihr mich falsch versteht, ich gönne den beiden wirklich ihr Glück und freue mich für sie.

ABER: wir werden sie in den nächsten Tagen besuchen fahren, das Baby kennenlernen mit allem drum und dran. Und ich hab keine Ahnung wie ich da durch soll.

ich habe seit damals den Kontakt zu Babys gemieden, z.B. nie ein Baby auf den Arm gehalten oder ähnliches (es gab in der nahen Verwandtschaft aber auch keine), weil es mich so unendlich traurig macht und ich in ein tiefes Loch von Vorwürfen und "was wäre wenns" falle.

Der Bruder meines Freundes und seine Freundin wissen nichts von meiner Vergewaltigung/Abtreibung und ich weiß einfach nicht, wie ich reagieren werde, wenn man mir z.B. das Baby auf den Arm gibt.
Ich habe Angst, dass ich anfange zu weinen. Ich will diesen Augenblick nicht vermiesen.

Und ich glaube mein Freund versteht nicht, wie sehr mich soetwas noch mitnimmt, nach all der Zeit.

Ich habe auch schon überlegt, nicht mitzufahren, aber das geht natürlich nicht.

Ich weiß einfach nicht was ich tun soll und erhoffe mir Rat.

Tut mir Leid, dass es so lang geworden ist, ich hoffe jemand hat die Zeit, es durchzulesen.

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22. Februar 2013 um 23:33

Hey..
Natürlich ist es schwer deine Situation als Außenstehender zu beurteilen.
Hast du dir schon mal überlegt professionelle Hilfe zu suchen? Als meine Eltern sich getrennt haben wurde ich da auch hingeschickt. Ich weiß Trennung der Eltern und Vergewaltigung kann man nicht annähernd vergleichen. Es geht nur darum das solche Menschen dafür ausgebildet sind und dies Jahre lang studiert haben.Mir hat es zum Beispiel total geholfen..

Alles Alles Gute für deine Zukunft

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