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Wie soll ich den Tod meiner Mutter verarbeiten?

4. August 2008 um 13:34

Hallo, ich habe diesen Weg gewählt, mit dem Tod meiner Mutter klarzukommen. Ob es der richtige ist, weiß ich nicht. Seit dem 23.03.07 bin ich in einem wie soll ich sagen Schockzustand und habe - glaube ich - bis jezt noch nicht einmal ernsthaft versucht, das für mich schrecklichste Erlebnis zu verarbeiten. Ich habe gelernt zu verdrängen in der kindlichen Hoffnung, eines Tages aufzuwachen und alles war nur ein Traum. Es ist jetzt aber mehr als ein Jahr her und ich wache immer noch jeden Tag auf und er ist noch da - dieser Klumpen im Magen, der mich auffrisst.

Meine Ma ist im März letzten Jahres an Krebs gestorben. Ich habe sie aus dem Krankenhaus geholt und bin zu ihr in die Wohnung gezogen. Wir hatten eine Woche lang nur uns beide. Dank der Medikamente hatte sie keine Schmerzen, wir konnten uns die ersten beiden Tage auch noch gut unterhalten, naja ich redete mehr, sie hörte zu und verstand. Wir waren beide zusammen, als sie von mir ging. Auch jetzt beim schreiben trifft mich der Schmerz. Ich hoffe so sehr, dass ich drüber reden kann ohne, dass die Augen sich füllen, der Hals dick wird. Ich kann die Situation im letzten Jahr hier in meinem ersten Brief nicht vollends schreiben, das würde erstmal zuviel werden.

Ich weiß auch nicht, was ich direkt suche. Mein Partner meint, ich solle zum Psychologen, einfach mal mit einem Fremden reden. Ich gehe zu keinem Psychologen. Ich glaube einfach nicht daran, dass mir die dortigen Gespräche helfen können. Ich bin in meinem bisherigen Leben immer taff gewesen, stehe mit beiden Beinen voll im Leben - im Prinzip eigentlich wie eine Eiche - habe in den letzten Jahren vielen Freunden helfen können, oft nur durch zuhören. Ich gelte als unbesiegbar. Doch der Tod meiner Mutter hat mein Innerstes zerfetzt, mich überempfindlich gemacht. Ich habe mich von Freunden zurückgezogen aus vielerlei Gründen. Habe einen dicken Panzer um mich herumgelegt. Denn das Leben geht ganz normal weiter, die Jahreszeiten kommen, die Menschen auf der Straße erfreuen sich über das Wetter, gehen spazieren und ich mittendrin und denke, keiner sieht es mir an, ich könnte schreien, meinen Schmerz mitteilen wollen. Nein, ich gehe auch durch die Straße - grüße Bekannte und erwidere auf die Frage, wie es mir geht:"gut!"

Ich weiß, dass ich dringend all dies verarbeiten muss. Aber wie? Die einzige Lösung ist - meine Mutter ist da wie immer. Und ich weiß, dass das nie wieder passieren wird. Und diese NIE kann einem die Beine wegziehen.

Ich muss jetzt ersteinmal Schluss machen

Es grüßt Tess422

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Beste hilfreiche Antwort

19. August 2016 um 21:11
In Antwort auf bulus_12048379

Trauer
Hallo,
meine Mutter ist vor einigen Tagen verstorben, deswegen habe ich Ihre Seite gelesen.
Wie geht es Ihnen heute, haben Sie es geschafft wieder Freude am Leben zu finden und was hat Ihnen am meisten geholfen?
Danke fuer eine Antwort.
Lg
Christian
charlie60@gmx.at

Mutter Gesund und Tod
Meine Mutti hatte zu Ihren 85 einen Beckenbruch eir haben Sie abends ins Krankenhaus zum Röntgen fahren lassen.Diagnose Beckenbruch.Einen Tag später lag sie auf der Intensivstadion Gehirnschlag und keiner hat etwas dagegen getan.Jetzt ist sie nach 7 Wochen gestorben.Ich fühle mich so schuldig dascich das nicht in vorab gemerkt habe,es war ihr immer si schwindlig habe es aber auf die Wärme geschoben.Ich will meine Mama wieder, ich werde einfach nicht fertig damit.Was könnt ihr mit raden.

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4. August 2008 um 13:52

Trauer
Hallo,
zuerst möchte ich dir mein tiefes Mitgefühl aussprechen.
Ich kann dich sehr gut verstehen.

Meine liebe Mama ist am 24.3.2008 an einem Sekundentod gestorben.
Für mich sind die unausgesprochenen Worte und nicht erlebten Dinge mit meiner Mama das Schlimmste.

Meine ersten 4 Monate ohne meine Mama sind wie in einem Traum abgelaufen.
In einem Albtraum!
Zur Zeit habe ich keine Gefühle!
Wahrscheinlich nennt man das Verdrängung, oder so.
Aber ich habe jetzt schon Angst vor dem Tag, an dem der Verlußt wieder so richtig bewusst wird.
Also ich habe auch schon einmal nachgedacht, einen Psychologen aufzusuchen, oder eine Trauer Geschrächsgruppe.
Aber weißt du was mir auch sehr hilft?
Ich habe hier im Forum Menschen "kennengelernt" die das gleiche mitmachen oder mitgemacht haben.
Nicht jeder Tag ist gleich, aber wir bauen uns gegenseitig auf.
Und freue mich immer wenn ich neue Nachrichten bekomme.
Denn wenn es den anderen schlecht geht, geht es bei mir gerade besser und andersherum.
Da geben wir uns gegenseitg Kraft.

Ich lebe jeden Tag mit dem Gedanken, dass es meiner Mama jetzt für immer gut geht und sie verdammt stolz ist auf mich.
Und irgendwann sehen wir uns wieder.
Ist zwar ein kleiner Trost, aber es ist einer.

Wenn dir zum reden ist, melde dich einfach.
Ich habe zwar noch keine guten Tipps, aber ich kann zuhören.

Ich wünsche dir viel Kraft

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4. August 2008 um 15:02

Ich frag dich jetzt provokant,
"was erwartest du" du möchtest deine Trauer nicht zeigen, bist wie ein kleines Kind "ich will meine Mami wieder" du möchtest keine Hilfe.Psychologen haben dir nichts zu sagen, da du ja so taff bist und alles selbst regeln kannst. Du hast die Kontrolle über alles. Mit dem Tod deiner Mutter wurde dir zu ersten Mal gezeigt, dass es Dinge gibt, die du annehmen mußt, dass du verwundbar sein könntest, wenn du es denn zulässt. Was glaubst du was Psychologen tun, wenn ihnen etwas wiederfährt, sie sind auch nur Menschen und gehen zu einem Kollegen oder einer Kollegin und das bedeutet wirklich Stärke zu haben, jemand um Hilfe zu bitten.
Es gibt Trauergruppen, es gibt hervorragende
Bücher und es gibt sehr gute Adressen im Internet:
www.elternlos.de
www.verwitwet.de (gilt für alle Menschen in Trauer)
Der Tod ist größer als alles, er zeigt uns ganz deutlich unsere Grenzen. Es gilt ihn liebevoll zu umarmen. Denn wir alle sind sterblich.
Gruß Melike

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25. August 2008 um 10:55

Hallo
Hallo Tess
Jeder geht mit dem Verlust eines geliebten Menschen anders um. Jeder braucht seine Zeit um zu trauern.Zu akzeptieren.
Es kann JAhre dauern bis mann es wirklich akzeptiert das der geliebte Mensch nicht mehr da ist ...was heisst nicht mehr da ist .....? Eigentlich ist er oder sie ja auch immer noch da ..das klingt für viele vieleicht errückt aber ist es nicht sie gehen uns nur vorraus....aber was ganz wichtig ist für dich das du darüber redest .vieleicht hast du auch zeichen von ihr bekommen nach dem Irdischen Tod??? Ich kann dir wenn du möchtest ein paar Bücher empfehlen! Auf alles hier einzugehn wäre zu lang . Aber ich kann dir sagen das cih viel mit sterbenden zu tun hatte...und mein eigener Vater starb vor fast 2 Jahren an Lungenkrebs.....wir hatten ihn auch zuhause und es war ein schwerer für ihn vor allen schrecklicher Kampf....ich war bei ihm als er starb und so weh es auch tat für ihn eine Erlösung.Und wenn jemand geht geschen Dinge...und niemand geht alleine .Wenn du magst kannst du mir schreiben und ich geh genauer darauf ein.....vieleicht kanne s dir ein wenig helfen.lg Anja

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18. Dezember 2015 um 20:58

Trauer
Hallo,
meine Mutter ist vor einigen Tagen verstorben, deswegen habe ich Ihre Seite gelesen.
Wie geht es Ihnen heute, haben Sie es geschafft wieder Freude am Leben zu finden und was hat Ihnen am meisten geholfen?
Danke fuer eine Antwort.
Lg
Christian
charlie60@gmx.at

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19. August 2016 um 21:11
In Antwort auf bulus_12048379

Trauer
Hallo,
meine Mutter ist vor einigen Tagen verstorben, deswegen habe ich Ihre Seite gelesen.
Wie geht es Ihnen heute, haben Sie es geschafft wieder Freude am Leben zu finden und was hat Ihnen am meisten geholfen?
Danke fuer eine Antwort.
Lg
Christian
charlie60@gmx.at

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