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Wie kann ich dem Kreislauf der Angst entkommen???

19. August 2010 um 12:22

Ich leide seit meiner Kindheit immer wieder mal an Panikattacken.
So schlimm wie es momentan ist, war es jedoch noch nie! Das liegt vermutlich zum einen daran, dass mein Mann Anfang Mai fast erstickt wäre und wir fast einen Monat im Krankenhaus verbracht haben und zum anderen daran, dass meine Tante vor zwei Wochen fast an einer Kopfverletzung gestorben wäre.

Die Sache mit meinem Mann habe ich wohl nur verdrängt und jetzt kommt gerade alles wieder hoch.

Ich habe wirklich den ganzen Tag durchgängig eine Panikattacke nach der anderen. Ich zitter nur noch, habe keinen Hunger, mein Kopf glüht, ich kann mich nicht mehr freuen und das schlimmste ist, alles kommt mir so seltsam vor... Das heißt, ich habe das Gefühl, meine Umwelt gar nicht mehr richtig wahrzunehmen, weil ich ständig nur auf mich konzentriert bin.

Als Kind fiel es mir immer ziemlich leicht mich abzulenken, aber irgendwie funktioniert das jetzt nicht mehr

Habt ihr Tipps für mich, wie ich aus diesem schrecklichen Kreislauf Angst vor der Panik zu haben und dann natürlich sofort eine Panikattacke zu bekommen raus komme?

Zu einem Psychologen wollte ich auch schon, aber da bekommt man frühstens Mitte/Ende November einen Termin und ich weiß nicht, wie ich es bis dahin überstehen soll

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22. August 2010 um 14:33

Ich bin gerade dabei
Hallo,

ich bin gerade genauso wie du an dieser echt beschissenen Phase angekommen, an der irgendwie gar nichts mehr läuft.

Mein Selbstvertrauen ist total weg. Ich kann zur Zeit nicht mehr als Hostess arbeiten und mein Studium ist eine enorme Hürde geworden, obwohl nur noch die Abschlussarbeit fehlt.

Ich seit März 2010 in einer Psychotherapie. Damals aufgrund familiärer Probleme, Aggressionen und immer wiederkehrender Alpträume von Morden und Poltergeistern.

Jetzt gerade bin ich in der Therapie an einem Punkt angelangt, der alles von mir abverlangt.
Ich kann fast nicht mehr einkaufen gehen, in den Zug steigen ist undenkbar. Alles kommt mir so unlösbar vor.

Meine Angstattacken, die ich anscheinend schon Jahre unbemerkt habe, sind jetzt gerade ständig bei mir. Ich fühle mich richtig hilflos. Bisher habe ich nur Promethazin bekommen, falls eine Panikattacke nicht mehr auszuhalten ist. Bisher habe ich sie aber noch genommen.

Ich weiß nicht, was bei dir so in der Vergangenheit war, aber ich leide auch seit frühester Kindheit unter Verlustängsten, Angst vor Dunkelheit. Und mir fehlt das Selbstvertrauen, das mir sagt, dass ich das alles schaffe. Es sind gerade viele Dinge, die ich nachträglich bewältigen muss.

Wie sieht es da bei dir aus?

Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass man diese Angst ohne einen Therapeuten in den Griff bekommen kann. Weil man sich ständig verrückt macht und irgendwann gar keine Hoffnung mehr hat. Und: Man muss es auch nicht alleine schaffen. Dafür gibt es diese Leute.

Naja, so sieht es bei mir aus. Diese Attacken kommen anscheinend, wie mir eine Psychologin erklärt hat, weil man ungelöste Konflikte in sich hat. Diese muss man in einen Guss bringen, sie akzeptieren usw. - Ja, ich finde das hört sich schwer und langwierig an. Ich glaube auch, dass eine Therapie mit Tabletten, es meine Vorgängerin geschrieben hat, sehr gut tun kann. Weil man erstmal wieder frei von Sorgen ist und sich Selbstbewusstsein aufbauen kann.

Ich hoffe wir können in Kontakt bleiben. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich alleine auf der Welt wäre. Weil ja alle irgendwie ziemlich normal ihren Alltag machen..

Liebe Grüße

Daniela

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22. August 2010 um 17:13

Hallo twinkie
hallo twinkie,

vielen dank für deine antwort!
ich habe schon mehrmals von ärzten gesagt bekommen, ich solle doch einfach antidepressiva nehmen, weil man es ohne sowieso nie schaffen würde.
leider hält mich dieser eine satz in der packungsbeilage jedoch davon ab:

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22. August 2010 um 17:29
In Antwort auf odila_11950221

Ich bin gerade dabei
Hallo,

ich bin gerade genauso wie du an dieser echt beschissenen Phase angekommen, an der irgendwie gar nichts mehr läuft.

Mein Selbstvertrauen ist total weg. Ich kann zur Zeit nicht mehr als Hostess arbeiten und mein Studium ist eine enorme Hürde geworden, obwohl nur noch die Abschlussarbeit fehlt.

Ich seit März 2010 in einer Psychotherapie. Damals aufgrund familiärer Probleme, Aggressionen und immer wiederkehrender Alpträume von Morden und Poltergeistern.

Jetzt gerade bin ich in der Therapie an einem Punkt angelangt, der alles von mir abverlangt.
Ich kann fast nicht mehr einkaufen gehen, in den Zug steigen ist undenkbar. Alles kommt mir so unlösbar vor.

Meine Angstattacken, die ich anscheinend schon Jahre unbemerkt habe, sind jetzt gerade ständig bei mir. Ich fühle mich richtig hilflos. Bisher habe ich nur Promethazin bekommen, falls eine Panikattacke nicht mehr auszuhalten ist. Bisher habe ich sie aber noch genommen.

Ich weiß nicht, was bei dir so in der Vergangenheit war, aber ich leide auch seit frühester Kindheit unter Verlustängsten, Angst vor Dunkelheit. Und mir fehlt das Selbstvertrauen, das mir sagt, dass ich das alles schaffe. Es sind gerade viele Dinge, die ich nachträglich bewältigen muss.

Wie sieht es da bei dir aus?

Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass man diese Angst ohne einen Therapeuten in den Griff bekommen kann. Weil man sich ständig verrückt macht und irgendwann gar keine Hoffnung mehr hat. Und: Man muss es auch nicht alleine schaffen. Dafür gibt es diese Leute.

Naja, so sieht es bei mir aus. Diese Attacken kommen anscheinend, wie mir eine Psychologin erklärt hat, weil man ungelöste Konflikte in sich hat. Diese muss man in einen Guss bringen, sie akzeptieren usw. - Ja, ich finde das hört sich schwer und langwierig an. Ich glaube auch, dass eine Therapie mit Tabletten, es meine Vorgängerin geschrieben hat, sehr gut tun kann. Weil man erstmal wieder frei von Sorgen ist und sich Selbstbewusstsein aufbauen kann.

Ich hoffe wir können in Kontakt bleiben. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich alleine auf der Welt wäre. Weil ja alle irgendwie ziemlich normal ihren Alltag machen..

Liebe Grüße

Daniela

Hallo daniela
vielen dank auch für deine antwort!

wie lange musstest du denn auf einen therapieplatz warten?
ich habe mich bisher bei drei verschiedenen therapeuten vorgestellt, die aber alle nicht die richtigen für mich waren und außerdem wartezeiten von 3 - 6 monaten hatten!

für mich ist es ganz wichtig, dass ich mich dem therapeuten auch wirklich voll und ganz anvertrauen kann und dass er meine ängste auch versteht! diese woche war ich bei einem, der mir direkt erzählte, er leide selbst auch an panikattacken und alles was ich ihm über mich erzählt habe, hat er dann direkt mit einer erfahrung von sich kommentiert
das ist definitiv nicht das richtige für mich! ich brauche jemanden, der mich da raus holt und mir nicht noch neue ängst einredet!

verlustängste habe ich auch schon seit frühster kindheit, was vermutlich daran liegt, dass meine oma als ich noch sehr klein war an hautkrebs erkrankt und als ich sieben war schließlich dran gestorben ist
damit komme ich zwischenzeitlich aber relativ gut zurecht.

was mich momentan wirklich fertig macht, ist diese ständige angst vor der angst.
ich muss noch nicht mal über irgendwas bestimmtes nachdenken, sondern kann wie auf knopfdruck einfach dieses alles zieht sich zusammen gefühl herholen! das ist sooo extrem schlimm für mich, weil ich echt nicht weiß, was ich dagegen machen soll! frühst habe ich mich immer irgendwie abgelenkt. zum beispiel mit meinen eltern ein spiel gemacht, oder mit freunden telefoniert, aber das funktioniert im moment alles nicht. im gegenteil, sobald ich daran denke, dass ich zum beispiel duschen muss, oder die wäsche machen, oder morgen arbeiten, oder auch nur die therapeuten anrufen um termine auszumachen ist sofort das gefühl von absoluter panik da!

ich hab solche angst, dass es nie wieder normal wird und dass ich mich nie wieder auf irgendetwas freuen kann! und dazu kommt dann natürlich sofort die angst, dass ich es irgendwann nicht mehr aushalte und mir was antue... was eigentlich ja totaler unsinn ist, aber die gedanken kommen trotzdem :'(

ich hoffe, ich finde morgen die kraft mich an therapeuten zu wenden und muss dann nicht allzu lang auf einen termin warten...

ich wünsche dir viel erfolg bei deiner therapie!

viele liebe grüße,
nadine

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25. August 2010 um 12:08
In Antwort auf gussie_12570311

Hallo daniela
vielen dank auch für deine antwort!

wie lange musstest du denn auf einen therapieplatz warten?
ich habe mich bisher bei drei verschiedenen therapeuten vorgestellt, die aber alle nicht die richtigen für mich waren und außerdem wartezeiten von 3 - 6 monaten hatten!

für mich ist es ganz wichtig, dass ich mich dem therapeuten auch wirklich voll und ganz anvertrauen kann und dass er meine ängste auch versteht! diese woche war ich bei einem, der mir direkt erzählte, er leide selbst auch an panikattacken und alles was ich ihm über mich erzählt habe, hat er dann direkt mit einer erfahrung von sich kommentiert
das ist definitiv nicht das richtige für mich! ich brauche jemanden, der mich da raus holt und mir nicht noch neue ängst einredet!

verlustängste habe ich auch schon seit frühster kindheit, was vermutlich daran liegt, dass meine oma als ich noch sehr klein war an hautkrebs erkrankt und als ich sieben war schließlich dran gestorben ist
damit komme ich zwischenzeitlich aber relativ gut zurecht.

was mich momentan wirklich fertig macht, ist diese ständige angst vor der angst.
ich muss noch nicht mal über irgendwas bestimmtes nachdenken, sondern kann wie auf knopfdruck einfach dieses alles zieht sich zusammen gefühl herholen! das ist sooo extrem schlimm für mich, weil ich echt nicht weiß, was ich dagegen machen soll! frühst habe ich mich immer irgendwie abgelenkt. zum beispiel mit meinen eltern ein spiel gemacht, oder mit freunden telefoniert, aber das funktioniert im moment alles nicht. im gegenteil, sobald ich daran denke, dass ich zum beispiel duschen muss, oder die wäsche machen, oder morgen arbeiten, oder auch nur die therapeuten anrufen um termine auszumachen ist sofort das gefühl von absoluter panik da!

ich hab solche angst, dass es nie wieder normal wird und dass ich mich nie wieder auf irgendetwas freuen kann! und dazu kommt dann natürlich sofort die angst, dass ich es irgendwann nicht mehr aushalte und mir was antue... was eigentlich ja totaler unsinn ist, aber die gedanken kommen trotzdem :'(

ich hoffe, ich finde morgen die kraft mich an therapeuten zu wenden und muss dann nicht allzu lang auf einen termin warten...

ich wünsche dir viel erfolg bei deiner therapie!

viele liebe grüße,
nadine

An Nadine
Hej,

ok.

Ich glaube, jeder, der das durchgemacht hat, weiß wie schrecklich das alles sein kann.

Diese Gedanken, sich was antun. Blaa.. vielleicht irgendwann, weil man es nicht mehr aushält. Ja, das hatte ich auch vor zehn Tagen. Es ist nicht mal lange her. Ich habe gedacht: "Oh Gott. Ohne scheiße.. ich lauf bestimmt nächste woche vor ein auto, dann ist diese scheiße vorbei".. Nicht dass ich es wirklich wollte, aber es hat mich total übermannt. Das ganze. Zum Kotzen ist das! Echt.

Bei mir war es folgendermaßen mit meiner Therapeutin:

(Empfehlenswert, weil schnelle Hilfe)
Da ich studiere, bin ich im März zu unserer Beratungsstelle an die Uni gegangen. ich hatte schlimme Alpträume jede verdammte Nacht, Angst abends einzuschlafen, ständig geheult.
Die Leute da waren ganz lieb und haben mir sofort ein Gespräch angeboten. Da sitzen nur Psychologen. Gibt es sowas in deiner Stadt auch? Google dich mal durch Beratungsstellen in deiner Nähe. Echt jetzt. Hört sich komisch an. Mulmiges Gefühl. Aber diese Leute kennen sich aus und nehmen dich gerne auf. Dass dir jemand zuhört, ist richtig schön und nimmt die erste Angst.

Auf jeden Fall hat mir die rau dort nach dem zweiten Gespräch eine Liste mit Psychotherapeuten in Bremen gegeben. Ich glaube ich hatte auch Glück. Ich habe meine Therapeutin angerufen und sie hatte am nächsten Tag einen Termin frei. So. hin da. Und du, ich muss dir sagen. Diese Frau wäre so gar nicht meine beste Freundin oder Lieblingstante. Sie ist so anders als ich. Aber. ich habe schnell gemerkt, dass mir das auch hilft. Weil ich oftmals total verhätschelt wurde und so. Und diese Frau bringt dazu an mich selbst zu glauben. Weil sie gar nicht die ganze zeit hören will, wie ich sage"Oh gott, ich schaffe das nie... Schaffe ich das? Ich bin psychisch am Ende? werd eich jemald wieder glücklich sein?".. Sie gibt mir gar keine Antwort.. sie will dass ich das selber zu mir sagen kann. Und es klappt immer ein bisschen mehr.
So viel dazu. ich finde sie richtig gut. Auch wenn ich denke.. mann mann.. die frau wirkt etwas kalt. Aber: das gibt mir kraft. für mich.. weil ich nicht darauf vertrauen kann, dass mir die antwort auf meine Fragen gibt, sondern ich mir selbst.

Verstehst du mich?

Nadine, Was möchtest du am Liebsten gerade machen? Was brauchst du deiner Meinung nach? Und was überfordert dich? Und ehrlich: Wie stark ziehst du dich selbst runter?

Ich weiß (!), es ist schwer. ich dachte ja früher auch, dass ich an einer Erkältung sterben muss. Jetzt weiß ich, dass mich diese Panikattacken warnen. Bzw. mir sagen, dass da etwas ungelöst ist in mir. Und ja: Diese Konflikte und in die Stadt gehen mit 100 wuselnden Menschen machen mich fertig und ich denke ich muss gleich schreien.
Deine Psyche, dein Geist ist überfordert mit diesen ganzen Dingen.

Gib dir Ruhe. Gönn dir eine Auszeit. Und: Nimm das ernst. Dein Körper sagt dir diese Dinge nicht ohne Grund.

Ich muss ehrlich sagen: Ich hänge jetzt lieber länger durch. Ja, ich weine und muss mich zum joggen überreden... aber dafür gehe ich zur Therapie und löse meine Konflikte. Sodass ich bald wieder in der Lage sein werde, die Dinge zu tun, die ich auch vorher gemacht habe.

Tabletten nehme ich nicht. Falls ich sie mal brauchen sollte,- OK. Dann ist das eben so. Bisher schaffe ich es aber auch so.,.. ich gehe schwimmen, laufen, manchmal in Bars, zu Freunden, spazieren.. Dinge, die ich wirklich gerne mag!

Du musst dir selbst glauben. Deine Kraft (die hast du) für dich selbst nutzen. Positiv.

Einen lieben Gruß aus Bremen


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