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Wie hättet ihr an meiner Stelle gehandelt?

5. Mai 2013 um 10:30

Hallo liebe Community,

lange habe ich mich nicht mehr gemeldet aber jetzt habe ich doch wieder eine Frage an euch. Beziehungsweise, es ist weniger eine Frage, als vielmehr ein Meinungsaustausch.

Kurz zu meiner Person: Ich (w) bin 19 Jahre alt und schreibe in vier Wochen mein Abitur.

Es hat alles kurz nach Weihnachten begonnen. Ich hatte einen besten Freund, welcher nach eigener Aussage schwul sei und zu diesem Zeitpunkt auch einen Freund hatte.
Ich hingegen hatte eine lange Beziehung hinter mir und hatte dann eine kurze Affäre mit einem 23-jährigen Mann.

Und genau das beginnt das Problem: Nachdem ich meinem besten Freund von meiner Affäre erzählt habe, begann für mich eine viermonatige Phase des Psychoterrors. Er hat sich von seinem Freund getrennt und wurde schrecklich depressiv. Er hat jeden Tag in der Pause geweint, vor der Schule, nach der Schule. Ich habe mich bemüht, immer für ihn da zu sein, habe jeden Abend mehrere Stunden mit ihm geschrieben und drei bis vier Nachmittage mit ihm verbracht.

Aber das hat ihm nicht genügt. Immer wieder hat er mir vorgeworfen, dass ich eine Affäre hatte und warum ich das getan habe. Meine Erklärungsversuche haben ihn jedoch nie wirklich beeindruckt.
Plötzlich fing er dann damit an, dass er verliebt in mich sei. Ich hatte ihm auch erklärt dass das leider nicht auf Gegenseitigkeit beruhe, aber auch das wollte er nicht akzeptieren und hat immer und immer wieder gefragt.

Letzendlich ging es dann so weit, dass er mich in Facebook "gestalkt" hat und jeden meiner Kommentare gegen mich verwendet hat, um mir vorzuwerfen, dass ich zwar on sei aber mich nicht um ihn kümmere. Er selbst kam immer seltener zur Schule, stand aber jeden Tag vor der Türe um mich abzuholen, obwohl er wusste, dass ich das nicht wollte.

Eines Nachmittags war ich mit meiner Mutter in einer Wellness-Therme. Als ich zurück ins Auto kam und auf mein Handy blickte, hatte ich mehrere verpasste Anrufe und Nachrichten innerhalb einer Stunde, alle gefüllt mit Vorwürfen, dass ich nicht für ihn da sei.

Er hat mir Schuldgefühle eingeredet, gesagt dass ich andere Freunde nicht mehr treffen darf und dass er es nicht akzeptieren kann, dass wir uns an den Wochenenden nicht sehen, da ich diese eigentlich zum Lernen nutzen wollte.

Geendet hat es dann so, dass meine Noten immer schlechter wurden, denn in der Zeit, in der ich lernen wollte, saß er neben mir und hat geweint sodass ich - charakterschwach wie ich bin - immer wieder meine Zeit auf ihn verwendet habe anstatt auf Mathe oder Englisch. Zeitweise konnte ich dann auch nicht mehr essen und habe in kurzer Zeit ein paar Kilo verloren (5 kg um genau zu sein: von 73 auf 68 ) und konnte nur noch sehr schlecht schlafen. Ich bin immer so spät wie möglich in der Schule erschienen, sodass ich zuhause noch allein sein konnte.

Mitte März wurde er dann von seiner Psychologin (jedoch auf freiwilliger Basis) in eine Klinik eingeliefert. Ich habe ihn dort einmal besucht, einmal er mich und ich habe ihm aus dem Urlaub eine Karte geschickt.

Auch genau - mein Urlaub: Er wusste, dass ich im Urlaub war, und jeden Tag (JEDEN TAG) kam eine lange SMS dass ich so unfair ihm gegenüber bin, ihn so sehr verletze und nicht für ihn da bin. Wieder die Frage, warum ich diese Affäre hatte und warum ich ihm darauf nicht mehr antworten will.

Jedenfalls habe ich vor 1 1/2 Wochen eine lange Nachricht an ihn gesendet, dass es mir sehr leid tut aber ich auf der Basis nicht mehr weitermachen kann. Ich stehe kurz vorm Abitur, kann nicht essen oder schlafen und habe vor allem schreckliche Angst vor ihm. Ich habe dann auf mein Handy auch einen SMS Blocker eingefügt, damit ich nicht sehe, wenn er mich schreibt außer ich will es lesen.

Ich fühle mich wie der gemeinste und furchtbarste Mensch auf Erdenl Ich habe auch noch nicht nachsehen können ob er mir geantwortet hat, weil ich bei dem Gedanken daran wirklich Schweißausbrüche bekomme.

Was mich allerdings ernsthaftet belastet ist das Sprichwort, dass nur richtige Freunde in schlechten Zeiten für einen da sind. Da frage ich mich.. habe ich ihn alleine gelassen? Bin ich eine schlechte Freundin? Hätte ich es einfach ignorieren sollen und weiterhin für ihn da sein? Wie hättet ihr an meiner Stelle gehandelt??

Vielen lieben Dank,

Chaoscookie

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5. Mai 2013 um 18:47


Meiner Meinung nach, warst du eine super Freundin! Du hast dich um ihn gekümmert und deine persönlichen Interessen hinter angestellt. Du darfst dir keine Vorwürfe machen, schließlich ist dein Abitur sehr wichtig für dein zufünftiges Leben.
Viel Glück dafür

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6. Mai 2013 um 15:27

Hej
Auch ich kann die bisherigen Kommentare nur bestätigen. Wenn es dich innerlich so ausfrisst und du so viel abnimmst, dann ist dein freund dir alles andere als scheissegal. und kein mensch hat das recht den anderen so sehr für sich einzufordern, dieser mann hat wirklich ein problem. du solltest nun auf deine gesundheit und die schule achten und auf deine bedürfnisse.

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6. Mai 2013 um 17:25

Vielen lieben Dank
für die bisherigen Rückmeldungen - ich bin sehr erleichtert, dass ich wohl nicht völlig versagt habe !
Danke, anonymefrau1, das mit dem Abitur wird schon werden!

Ich möchte mich auch gerne noch speziell auf die Antwort von sicula29 äußern

Genau das war ja das Problem. Hätte ich gewusst, dass er etwas für mich empfindet oder dass das so ausartet, hätte ich natürlich nie etwas gesagt. Normalerweise geht man eben noch davon aus, dass man mit den besten Freunden auch darüber mal reden kann - falsch gedacht.

Hinzuzufügen wäre eventuell noch, dass ich früher auch mal kurzzeitig in ihn verliebt war. Ich hatte ihm das auch gesagt und er sagte mir damals deutlich dass es da KEINE Chance gäbe und ich mir gar keine Hoffnungen zu machen brauche. Als wir dann später nochmal darüber geredet hatte, hatte ich ihm auch ehrlich gesagt, dass ich keine derartigen Gefühle mehr habe und mit meinem (damaligen) Freund sehr glücklich war.

Sein "offizielles Problem" sind schlicht und einfach Depressionen.
Vor seiner Beziehung war er schon immer etwas deprimiert, weil er sich einsam gefühlt hat.
Da dies durch seinen Freund ja dann nicht mehr der Fall war, habe ich mir ehrlich gesagt keine größeren Gedanken gemacht, als ich ihm davon erzählt habe.
2-3 Wochen später fing die ganze Geschichte dann an. Ich habe mich oft gefragt, ob das der Auslöser war, aber sicher sagen kann ich es nicht.

Auch war immer eins seiner Probleme, dass er nicht nachvollziehen konnte und wollte wie ich "einfach so" mit jemandem Sex haben kann, ohne mit der Person zusammen zu sein oder sie besser kennengelernt zu haben und ihr zu "vertrauen". Jedenfalls hat er das so dargestellt ...

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7. Mai 2013 um 12:23

Gute Frage ..
..ich nehme an er ist bi .

Aber auf deine Überlegung bin ich auch schon gekommen .. dass er sich wirklich extrem von mir abhängig gemacht hat, war mit Sicherheit nicht gespielt .. und dass er depressiv is auch nicht. Aber meine Mutter hatte die Vermutung aufgestellt, dass er nur behauptet hat, dass er verliebt in mich ist, um mich an ihn zu binden . Außer mir hatte er ja nach eigener Aussage nie richtige Freunde ...

Erklärt habe ich ihn meine Gedanken und Gefühle ja uns bin auf Distanz gegangen .. momentan will ich ihn gar nicht sehen . Ich bin froh dass er nicht zur Schule kommt ..

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