Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Wie fühlt sich Antidepressiva nehmen an?

Letzte Nachricht: 6. November 2015 um 22:55
O
opal_12641025
27.10.15 um 8:40

Ich habe schreckliche Angst Antidepressiva zu nehmen. Ich wehre mich so dagegen, obwohl mir 3 Fachärzte und Psychologen gesagt haben, dass ich es nehmen muss, um nicht noch weiter in ein Loch zu fallen.

Auf einmal bilde ich mir ein, dass es mir ja gut geht und ich das nicht brauche! Ich will und kann es nicht akzeptieren "krank" zu sein. Kennt jemand das Problem?

Wie fühlt es sich an AD zu nehmen? Merken Freunde, dass man anders ist? Wobei ich sagen muss, vor meinen Freunden spiele ich immer die fröhliche und lustige...

Danke für eure Antworten!

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A
axelle_12926152
06.11.15 um 22:55

Oh Mann
Jetzt ist mein Text weg. Dabei hast du eine ausführliche Antwort verdient. Also versuche ich es nochmal:

Ich hatte die gleichen Bedenken. Habe dann in einem sehr tiefen Loch doch zugestimmt. Es sollte aus diversen Gründen (die wie immer sehr unterschiedlich sind) Sertralin sein. Die ersten zwei Wochen waren chaotisch für mich. Ich habe mich manchmal angeschwippst gefühlt. Übelkeit, flaues Gefühl im Bauch, Kreislauf.. Dazu teilweise sehr aktiv (was bei modernen Antidepressiva nicht zu viel werden sollte, da du erst in der Therapie lernst, mit dem Antrieb umzugehen), fast euphorisch. Als diese ersten Wochen durch waren, war da (Trommelwirbel) NIX. Ich habe also brav täglich eine Tablette geschluckt, von der ich sonst nix mitbekommen habe. Das war auch richtig so.

Aus Therapiesicht haben die Pillen viel gebracht. Ich konnte dem Faden folgen, geordneter denken und ich hatte auch einen Antrieb, um da weiter zu kommen. Es hat z.B. bei dem Thema, wieder mit Sport anzufangen, sehr viel geholfen. Dann habe ich gemerkt, wie gut mir das tat und weiter gemacht. Wenn du also gut auf Antidepressiva eingestellt wirst, unterstützen sie dich bei deiner Therapie.

Wer es in meinem Umfeld nicht wissen sollte, hat nix gemerkt. Ich habe allerdings mit allen, mit denen ich auch über die Krankheit gesprochen habe, auch über die Pillen gesprochen. Auch wenn ich selbst mit den Pillen immer noch Probleme hatte, den Zustand als Krankheit anzuerkennen. Ich habe inzwischen übrigens wegen Schwangerschaft und da benötigten Medikamenten, die Wechselwirkungen mit den Antidepressiva haben, inzwischen abgesetzt. Das Chaos in meinem Hirn ist wieder da. Inzwischen kann ich die Gedanken ganz gut sortieren. Damals hätte ich das ohne Medis nicht gepackt.

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