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Wie es weiter geht...

23. November 2006 um 12:36

Hallo,

ich habe mich jetzt doch endlich überwunden hier rein zu schreiben. Der Grund dafür ist, dass ich jemaden Suche der ähnliches durchmacht, durchgemacht hat wie ich.

Ich muss ganz von vorne anfangen damit man mich verstehen kann, also wird es leider etwas viel zu lesen. Als ich klein war, hat mich mein Vater mit Schlägen gezüchtigt, das war nicht mal eine Ohrfeige sondern das ging so weit dass ich überall blaue Flecken hatte so dass ich nicht mal mehr sitzen konnte. Ich habe mich niemandem anvertraut, ich wusste ja nicht dass es verboten war, ich kannte es ja nicht anders. Aber irgendwann habe ich bei meiner Freundin übernachtet und ihre Mutter hat meine Flecken entdeckt und mich darauf angesprochen, ich habe ihr alles erzählt sie hat mich dann zum arzt und zum Jugendamt begleitet so dass mit meinen Eltern gesprochen wurde. Es hat sich dann etwas gebessert, bis es dann wirklich nur einmal in drei Jahren "dazu" kam!

Als ich dann sieben Jahre alt war, hat sich mein Cousin umgebracht, ich hatte eine enge Bindung zu ihm da er oft auf mich aufpasste als meine Eltern arbeiten waren. Das schlimmste daran aber war und ist dass meine Mutter mich nicht gesagt hat dass er sich umgebracht hat, ich habe das zwei Tage nach seinem Tod von einer Schulfreundin erfahren und diese dann auch noch als Lügner beschimpft, meine Mutter meint heute dazu dass sie mich nur schützen wollte. Sie hat auch nie mit mir darüber gesprochen ich konnte erst vor einem halben Jahr mit ihr darüber sprechen (ich bin jetzt fast 19). Zur Beerdigung durfte ich auch nicht mit, ich wollte aber "Abschied" nehmen. Aber auch hier wollte man mich schützen. Das fehlt mir bis heute und wird mir auch immer fehlen, ich kann einfach nicht los lassen.

Ich hab dann meine Schulzeit erfolgreich beendet und eine Ausbildung angefangen, ich wollte das "alte" Leben bzw. meine Kindheit endlich hinter mir lassen und erwachsen werden. Leider gelingt mir das nicht. Ich bin seit 2 1/2 Jahren in der Ausbildung und mit den Nerven am Ende, ich werde dort gemobbt. Ich habe viele Mittagspausen heulen auf der Toilette verbracht oder musste mich krampfhaft oft übergeben.

Mittlerweile bin ich soweit dass ich mich dort nicht mehr hin traue, ich habe Angstzustände und Panikattacken, kann nachts nicht mehr schlafen und wenn ich doch mal ein schlafe bekomme ich Albträume. Außerdem habe ich extremen Verfolgungswahn. In letzter Zeit verletze ich mich auch oft selbst und male mir aus wie erlösend es wäre auf der Stelle zu sterben. Ich bin fast zu nichts mehr fähig.

Hab mich dann endlich mit meinem ganzen Leid an meine Mutter gewandt. Die mich auch gleich zum Hausarzt mitnahm. Dieser hat mich erstmal krank geschrieben und mich zu einem Psychiater geschickt. Dort wurde dann eine Depression fest gestellt, ich muss auch Antidepressiva nehmen und schaue mich nach einer geeigneten Therapie um.

Meint ihr dass das wirklich eine Depression ist? Ich habe viele Artikel und Beiträge gelesen und für mich sieht das alles eher nach Borderline aus, ich weiß nicht!? Ist hier jemand der sich damit auskennt oder betroffen ist? Kann mir das der Therapeut sagen oder behandelt mich dieser dann auf eine Depression?

Ich weiß vielleicht kommt euch das alles etwas unbeholfen vor aber so geht es mir momentan, ich will doch nur wieder Mut zum Leben haben und darauf hoffen können dass ich gesund werde und nicht dass ich sterbe!

Liebe Grüße
Siatera

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27. November 2006 um 3:04

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Hallo Siatera,
ich habe natürlich nicht das selbe erlebt wie du, aber Ähnlichkeiten sind da. Der Druck in mir war früher oft so groß das ich dacht ich müßte zerspringen. Sei ein bischen wählerisch was deinen Therapeuten angeht, es ist wichtig das ein Vertrauensverhältnis entstehen kann und er dich nicht nur als Akte betrachtet. Du hast viel aufzuarbeiten.
Mir hatte es auch geholfen die Geschichte meiner Familie zu verstehen (bis zu den Großeltern), denn es wird emotional immer viel an die nächste Generation weiter gegeben. Das hat dann eigentlich gar nichts mit einem selbst zu tun und beeinflusst doch so stark das eigene Leben. Das ist sehr verwirrend. Und es erklärt auch vieles über die eigenen Eltern, warum sie sind wie sie sind und daraus dann wieder vieles über einen selbst. Egal wie schlecht es dir geht, gib den Glauben an bessere Tage nicht auf!

Ganz liebe Grüße,
freeminder

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