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Wie erzählt man der Familie von schlimmen Ereignissen(nicht 'ich bin geblitzt worden')?

16. Februar 2017 um 0:33 Letzte Antwort: 19. Februar 2017 um 6:12

Hallo,
nach über einem Jahr wende ich mich doch nochmal hierher, auch, wenn ich eigentlich wissen muss, dass es wahrscheinlich nichts wird. Ich weiß einfach nicht weiter.

Vor über einem Jahr ist mir jemand deutlich näher gekommen, als ich es wollte. Die Umstände und wie es dazu kam, möchte ich hier nicht erläutern, Fakt ist, ich war in keinerlei Beziehung mit dieser Person und es ist nicht im 'schönen', Deutschland passiert.
Ich habe damals nur sehr wenigen Leuten erzählt was passiert ist, Freundinnen, meinem Partner, einfach, weil ich es irgendwie los werden musste. Zu der Zeit war ich nicht bei meienr Familie und hatte eher spärlich Kontakt zu ihr, auchw enn ich ein absoluter Familienmensch bin und sie sehr liebe. Ich wusste ich könnte sie nicht belügen und habe es daher verschwiegen. Sie wissen, dass dort nicht alles super war, aber was wirklich war eben nicht. Meiner Mutter kann ich es nicht erzählen, sie hat selbst genug Schwierigkeiten und ich glaube, es bricht ihr das Herz. Meinen Vater habe ich noch nie belogen und seit ich wieder bei ihnen bin, kämpfe ich mit mir selbst ob ich es erzählen soll. Ich fühle mich schrecklich dabei sie zu belügen, aber schäme mich so sehr. Dort hatte ich mich durch die ganzen Folgen (Notfall-Pille bis zum gehässigen Tratsch der Kollegen) alleine gekämpft und dadurch aber eine Mauer aufgebaut, die nur mein Partner und eben jene zwei guten Freundinnen durchbrechen können.

Dazu sollte man wissen, dass sie meine psychischen Schwierigkeiten in gewisser Weiße mitbekommen haben. Zum beispiel habe ich mich an einem Tag im Familienurlaub hemmungslos betrunken, weil ich nach einem halben Jahr immer noch Alpträume (bis heute teilweise) hatte und nicht damit klar kam. Es war ein wirklich schlimmer Tag und abends wollte ich die Gedanken einfach beiseite schieben. Meiner Stiefmutter hatte ich nach langem Drängen in etwa gesagt was war, aber sie hat es nicht wirklich verstanden, zumindest nach dem Abend nie wieder ein Wort darüber verloren und mich da ach nicht wirklich ernst genommen (zugegeben, ich war nicht mal mehr in der Lage zum Essen nach unten zu kommen) Mein Vater denkt bis heute, dass ich mich da einfach nicht unetr Kontrolle hatte und ich würde es ihm so gerne erklären, aber ich weiß nicht wie.

Also an all die Mütter, Väter, Geschwister, Tanten Onkel, wie spricht man sowas an, wenn man selbst immer noch nicht wirklich damit klar kommt.

Liebe Grüsselchen
TheChaosqueen

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16. Februar 2017 um 10:38

Du wirst ES beim Namen nennen müssen, wenn du möchtest, dass mehr Menschen Details kennen.
Ansonsten bin ich der Meinung, dass es reicht, wenn dein Partner und zwei gute Freundinnen durch deine Mauer dringen.
Je mehr Menschen da durch dringen dürfen, desto verletzlicher machst du dich. Nicht alle Menschen reagieren mit Trost sondern auch mit Unverständnis oder gar vorwurfsvoll. Obwohl du nichts dafür kannst !!!! Überlege dir gut, ob du das Risiko eingehst oder gezielt professionelle Hilfe in Anspruch nimmst. Alles Gute und viel Erfolg auf dem Weg der Verarbeitung! 

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17. Februar 2017 um 21:05

Ich als Mutter würde wollen, dass mein Kind einfach zu mir kommt und es mir erzählt! 
Es gibt keinen guten Zeitpunkt und keine richtige Art! 
Für dich scheint es auch sehr wichtig zu sein.

Das schwierige ist über den Schatten zu springen. Nimm allen Mut zusammen und fange einfach an. Du musst nicht viel sagen oder erklären. Lass das Gespräch einfach laufen wie du dich am wohlsten fühlst und beginne es auch einfach. Ein Schock ist es so oder so. Womöglich ahnt er auch schon was. 
Es ist ein Schritt um besser damit umgehen zu können. Meist ist die Angst vor einer Situation größer als die Situation dann tatsächlich ist.

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17. Februar 2017 um 23:21
In Antwort auf ani19671

Du wirst ES beim Namen nennen müssen, wenn du möchtest, dass mehr Menschen Details kennen.
Ansonsten bin ich der Meinung, dass es reicht, wenn dein Partner und zwei gute Freundinnen durch deine Mauer dringen.
Je mehr Menschen da durch dringen dürfen, desto verletzlicher machst du dich. Nicht alle Menschen reagieren mit Trost sondern auch mit Unverständnis oder gar vorwurfsvoll. Obwohl du nichts dafür kannst !!!! Überlege dir gut, ob du das Risiko eingehst oder gezielt professionelle Hilfe in Anspruch nimmst. Alles Gute und viel Erfolg auf dem Weg der Verarbeitung! 

Das Problem ist, dass ich nicht weiß was ES ist.
Ich verstehe ES nicht, dadurch kann ich es nicht benennen. Ich hatte gegen meinen Willen Verkehr. Das kann ich sagen, aber diese Diskussion um ES ist schon so ausgeartet, dass ich Monate lang nichts mehr konnte und mich gefragt habe, ob es nicht besser ist, allem ein Ende zu bereiten. Nein, ich will ES nicht beim Namen nennen.

Und es reicht auch, aber es ist meine Familie und ich werde von Schuld geplagt, wenn ich daran denke, dass ich etwas verschweige. Das könnte so viel von meinem Verhalten erklären, was für mich sehr untypisch und den anderen gegenüber auch unfair war, im nachhinein betrachtet....

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17. Februar 2017 um 23:25
In Antwort auf sfsp

Ich als Mutter würde wollen, dass mein Kind einfach zu mir kommt und es mir erzählt! 
Es gibt keinen guten Zeitpunkt und keine richtige Art! 
Für dich scheint es auch sehr wichtig zu sein.

Das schwierige ist über den Schatten zu springen. Nimm allen Mut zusammen und fange einfach an. Du musst nicht viel sagen oder erklären. Lass das Gespräch einfach laufen wie du dich am wohlsten fühlst und beginne es auch einfach. Ein Schock ist es so oder so. Womöglich ahnt er auch schon was. 
Es ist ein Schritt um besser damit umgehen zu können. Meist ist die Angst vor einer Situation größer als die Situation dann tatsächlich ist.

Ich wohne c.a. 500 km weit weg von meiner Mutter (ich habe ganz dringend einen Ortswechsel gebraucht), bei meinem Vater ist es weniger, da kann man leider nicht mal eben vorbei fahren. Wenn ich bei ihnen bin, sind es besondere Anlässe, schöne Anlässe, die will ich nicht kaputt machen. und auch wenn wir viel telefonieren, ist das für mich ein Thema, dass persönlich besprochen werden sollte, oder nicht?

Ich bin einfach mega unsicher....
Danke auf jeden Fall für die mutmachenden Worte! Vielleicht muss ich wirklich einfach damit rausrücken...

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19. Februar 2017 um 6:12

Hallo thechaosqueen,
ich sehe Deine Geschichte erstmal so,dass DU vordringlich für Dich Hilfe brauchst.
Du schreibst,du hast/hättest noch immer Albträume. Bist dir unsicher,WIE du mit der
ganzen Geschichte umgehen sollst.
Mein Rat wäre einfach-such dir therapeutische Hilfe dafür,in erster Linie erstmal für DICH,
darin kannst du dann auch später abklären, Ob und Wie Du diese Geschichte Deinen Eltern
beibringen möchtest,wenn du es dann noch für notwendig erachtest oder es Dir ein inneres
Bedürfnis ist.
Freunde sind toll,keine Frage und es ist sicher gut,wenn Du auch mit Ihnen darüber sprechen kannst, allerdings um Dir psychisch wieder ein wenig mehr Luft zu verschaffen,kann ich Dir
nur raten,Dir einen Fachmann zu suchen.
Denn solche Traumatas können posttraumatische Belastungsstörungen geben,die Dir,auch nach vielen Jahren immer wieder das Leben schwer machen können.
Ein wenig Mut gehört schon dazu,sich Hilfe zu holen-aber glaub mir, Therapeuten werden dich
wegen deiner Geschichte ganz sicher  weder schräg anschauen noch sich irgendwelche Urteile
erlauben. Und achte bitte darauf,dir jemanden zu suchen,bei dem Du dich nach ein paar Terminen wohl und aufgehoben fühlst-also,auch die menschliche Beziehung zwischen Euch stimmt.!!
Ich wünsche Dir die richtige Entscheidung und ganz viel Kraft und Alles Liebe!

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