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Wie damit umgehen????

5. Juli 2016 um 23:20

Ich weiß eigentlich gar nicht wie ich hier anfangen soll...
Seit einiger Zeit habe ich eine Partnerin.
Mit der Zeit habe ich herausgefunden das sie auf Themen die sie persönlich betreffen auch sehr stark reagiert, was sich bei ihr besonders hervorhebt, da sie zu allem immer eine recht neutrale Haltung hat. Irgendwann kam im Radio ein Bericht über irgendeinen Vergewaltiger der geschnappt wurde und auch da hat sie sehr emotional reagiert, so sind wir auf das Thema gekommen und in kleinen Schritten habe ich immer wieder auf das Thema angespielt bis ich herausgefunden habe das sie Vergewaltigt wurde. Jetzt muss ich hinzufügen das sie nie versucht hat es abzustreiten oder zu verheimlichen. Zuerst war sie still und nach wenigen Minuten hat sie es bestätigt.
Es war trotzdem bzw. ist ein schweres Stück mit ihr darüber zu reden, was ich natürlich verstehen kann. Auch wenn mir so etwas nie passiert ist, ist doch leider fast jede Frau schon sexuell belästigt worden und kann deshalb in geringem Maße mitfühlen...
Jedenfalls behauptet sie das sie damit abgeschlossen hat und das es in Ordnung wäre. Ich denke aber das sie es einfach nur Verdrängt hat und gar nichts in Ordnung ist. Sie hat noch nie mit jemandem darüber geredet und es ist wirklich schon lange her. Weder mit Partnerinnen noch mit der Famlie. Wir können kaum bis gar nicht darüber reden. Ich kann verstehen das sie keine Therapie will und sich keinem fremden anvertrauen möchte, aber das Thema einfach totschweigen? Ich habe angst um sie das es irgendwann zurückkommt, auch wenn sie momentan ganz gut damit umgehen kann oder es von sich wegschieben kann.... wie auch immer...
Denkt ihr ich sollte sie einfach in ruhe lassen ? Oder wirklich nicht aufgeben bis sie sich öffnen kann?
Vielleicht kann jemand antworten der selbst betroffen ist oder aber auch als Partner/in von einer Betroffenen.

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8. Juli 2016 um 17:17

Zeit...
Sie muss selbst entscheiden, wann und von dem sie Hilfe annimmt.

Bitte dränge sie nicht, zu einer Beratung oder Therapie zu gehen. Das ist sicher nur gut gemeint, kann aber bei ihr anders ankommen.

Ich habe nur sehr wenigen Leuten überhaupt sagen können, was passiert ist. Den meisten gegenüber habe ich nur Andeutungen gemacht.

Hilfe wollte / konnte ich damals so gut wie nicht annehmen. Zumindest nicht in Form von Therapie.
Ich war der Meinung, das ganz gut allein hinzukriegen und habe ziemlich lange verdrängt.

Hat zum Ende nicht mehr so funktioniert und nun hab ich mich nach 2 Jahrzehnten dazu entschlossen, doch eine Therapie zu beginnen. Weil meine Mauern, die ich gebaut hatte, irgendwie nicht mehr halten. Und weil mir plötzlich Bemerkungen, die ich sonst einfach überhört hatte, auf einmal nicht mehr egal sind sondern richtig triggern.

Du musst ihr auf jeden Fall die Enscheidung selbst überlassen, wem sie etwas erzählen möchte.
Meine Eltern wissen bis heute nicht, was passiert ist. Und das wird auch so bleiben.

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9. Juli 2016 um 14:58
In Antwort auf zartbitter17

Zeit...
Sie muss selbst entscheiden, wann und von dem sie Hilfe annimmt.

Bitte dränge sie nicht, zu einer Beratung oder Therapie zu gehen. Das ist sicher nur gut gemeint, kann aber bei ihr anders ankommen.

Ich habe nur sehr wenigen Leuten überhaupt sagen können, was passiert ist. Den meisten gegenüber habe ich nur Andeutungen gemacht.

Hilfe wollte / konnte ich damals so gut wie nicht annehmen. Zumindest nicht in Form von Therapie.
Ich war der Meinung, das ganz gut allein hinzukriegen und habe ziemlich lange verdrängt.

Hat zum Ende nicht mehr so funktioniert und nun hab ich mich nach 2 Jahrzehnten dazu entschlossen, doch eine Therapie zu beginnen. Weil meine Mauern, die ich gebaut hatte, irgendwie nicht mehr halten. Und weil mir plötzlich Bemerkungen, die ich sonst einfach überhört hatte, auf einmal nicht mehr egal sind sondern richtig triggern.

Du musst ihr auf jeden Fall die Enscheidung selbst überlassen, wem sie etwas erzählen möchte.
Meine Eltern wissen bis heute nicht, was passiert ist. Und das wird auch so bleiben.

Vielen Dank für die Hilfe
Hallo zartbitter17,
erst einmal vielen vielen Dank für deine Antwort! Ich freue mich unheimlich das ich hier mit jemandem schreibe der selbst wirklich Ahnung damit hat wie man so etwas am besten anpackt.
Du hast vollkommen recht ich soll und will sie ja auch gar nicht dazu drängen und ich freue mich das sie es mir überhaupt anvertraut hat. Ich will auch gar nicht das sie sofort in eine Therapie geht, sondern das sie einfach darüber spricht. Ich denke nicht das sie es wirklich verarbeitet hat, so wie sie es immer behauptet, sondern das sie es nur verdrängt hat. Ich möchte ihr wirklich nur helfen.
Meine größte Angst ist es das es irgendwann wirklich zurückkommt und das dann ganz viel auf einmal kommt. Genau so viel Angst habe ich sie unbewusst zu triggern.
Wie kann ich am besten verhindern das das passiert?
Ich möchte sie nicht mit dem Thema nerven, aber ich kann nicht dafür sorgen das sie nie wieder etwas zum Thema Vergewaltigung hört.....
Nochmals vielen Dank für deine Hilfe

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9. Juli 2016 um 15:02

Ja...
Aber das ist es ja ich will nicht das alles plötzlich und viel zu schnell hoch kommt ich will sie auch nicht versehentlich triggern.
Ich möchte das sie ruhig und langsam daran arbeiten kann und nicht das sie in ein Loch fällt aus dem sie schwer wieder raus kommt....

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10. Juli 2016 um 22:17
In Antwort auf jovita_12239491

Vielen Dank für die Hilfe
Hallo zartbitter17,
erst einmal vielen vielen Dank für deine Antwort! Ich freue mich unheimlich das ich hier mit jemandem schreibe der selbst wirklich Ahnung damit hat wie man so etwas am besten anpackt.
Du hast vollkommen recht ich soll und will sie ja auch gar nicht dazu drängen und ich freue mich das sie es mir überhaupt anvertraut hat. Ich will auch gar nicht das sie sofort in eine Therapie geht, sondern das sie einfach darüber spricht. Ich denke nicht das sie es wirklich verarbeitet hat, so wie sie es immer behauptet, sondern das sie es nur verdrängt hat. Ich möchte ihr wirklich nur helfen.
Meine größte Angst ist es das es irgendwann wirklich zurückkommt und das dann ganz viel auf einmal kommt. Genau so viel Angst habe ich sie unbewusst zu triggern.
Wie kann ich am besten verhindern das das passiert?
Ich möchte sie nicht mit dem Thema nerven, aber ich kann nicht dafür sorgen das sie nie wieder etwas zum Thema Vergewaltigung hört.....
Nochmals vielen Dank für deine Hilfe

Trigger
Du hast natürlich Recht, wenn du sie nicht unbewusst triggern möchtest. Aber das ist schwierig, solange du nicht weißt, was genau passiert ist.
Trigger können Worte sein, genauso wie Geräusche oder Gerüche, aber auch bestimmte Gesten. Es hängt immer davon ab, wie die Betroffenen die Tat erlebt haben bzw. woran sie sich - bewusst oder unbewusst - erinnern.

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11. Juli 2016 um 0:08
In Antwort auf zartbitter17

Trigger
Du hast natürlich Recht, wenn du sie nicht unbewusst triggern möchtest. Aber das ist schwierig, solange du nicht weißt, was genau passiert ist.
Trigger können Worte sein, genauso wie Geräusche oder Gerüche, aber auch bestimmte Gesten. Es hängt immer davon ab, wie die Betroffenen die Tat erlebt haben bzw. woran sie sich - bewusst oder unbewusst - erinnern.

Was jetzt?
Genau deshalb will ich ja mit ihr darüber reden, bzw. sie dazu motivieren es zu erzählen damit wir vilt beide auch besser damit umgehen können. Ich möchte wissen was ich tun kann um ihr zu helfen. Ich bin mir sicher das durch das verdrängen irgendwann alles auf einmal hoch kommt und ich will nicht das sie so plötzlich in ein tiefes Loch fällt.
Sollte ich deshalb doch sanft immer wieder versuchen mit ihr darüber zu reden?
Oder lieber das Thema komplett meiden?

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12. Juli 2016 um 18:23

Keine Therapie, aber mit jemandem darüber sprechen?
Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist, ihr die Möglichkeit und den Raum zu geben selbst zu entscheiden, wann und wie sie sich Hilfe holt.
Es kann auch manchmal schwierig sein, mit Bekannten, Freunden, Familie etc. darüber zu sprechen.
Aber es gibt viele Einrichtungen in ganz Deutschland, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen. Dort sind geschulte Personen, die intensiv mit dem Thema beschäftigt sind. Und damit meine ich keine Therapie. Einfach nur Gespräche, die können auch einmalig und völlig unverbindlich sein. Vielleicht wäre das ein gutes Mittelding?
Auf der Internetseite http://www.odabs.org/odabs.html ist es recht einfach eine Einrichtung in der Nähe zu suchen. Da könnte Sie sich selbstständig informieren und auch selbst aussuchen, was ihr helfen könnte.
Vielleicht wäre das eine Option?
Alles Gute

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