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Werde von meiner Mutter tyrannisiert, am Ende

28. April 2013 um 7:47

Guten Morgen und Hallo, Zusammen !

Ich bin am Ende meiner 4. Lebensdekade und werde unaufhörlich von meiner 80-jährigen Mutter tyrannisiert, weil diese nicht damit klar kommt, dass ich, die ich gesundheitlich beeinträchtigt sprich behindert bin, wegen guter Medikamenteneinstellung nicht mehr ihrer Hilfe bedarf und mir das Recht nehme, ein Leben in Selbstständigkeit und Freiheit zu leben.
Aus beruflichen Gründen wohne ich in einer anderen Stadt, die aber immer noch zu nah ist, weil meine Mutter diese noch sehr gut mit dem Auto erreichen kann.
Zudem ist meine Mutter seit längerer Zeit schon sehr aggressiv zu mir und beschimpft mich häufig,
Zwischendurch hat sie Phasen, in denen sie relativ normal ist, in denen ich ihr aber auch nicht traue und Angst vor ihren unbeherrschten Gefühlsausbrüchen habe.
Meine Mutter lebt alleine.
Zwei meiner insgesamt drei Geschwister wohnen in ihrer Nähe.
Ich kann mit meinen Geschwistern aber nicht über mein Problem reden, da ich wegen meiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen auch von meinen Geschwistern nicht ernst genommen werde.
Zeit meines Lebens werde ich deshalb nur aufs Unerträglichste bevormundet und erniedrigt.
Meine Mutter hat mich immer nur abgelehnt.
Zudem konnte sie ihre Kinder nicht vor einem unberechenbaren gewalttätigen Vater beschützen, weshalb ich vermute, dass ich und meine beiden Schwestern am Posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS) leiden.
Ich bin ein sehr stiller, schüchterner und ängstlicher Mensch.
Ich bin wie gelähmt, wenn jemand aggressiv zu mir ist.
Auf der Arbeit werde ich häufig gemobbt.
Wenn es meinen Schwestern psychisch nicht gut geht, sind sie zu anderen aggressiv.
Meine Mutter hat mich vor einiger Zeit mit den Worten beschimpft, "dass sie früher viel zu sehr meine Launen hat durchgehen lassen, was eiin großer Fehler war. Nun werden andere Seiten aufgezogen".
Ich war ein sehr stilles und zurückgezogenes Kind. Wenn es mir schlecht ging, habe ich mich zurückgezogen und war noch stiller. Ich bin nie zu jemandem gewesen, wie meine Mutter nunmehr behauptet.
Sie hat mich auch schon mal als "Autist" bezeichnet.
Weil ich eben so bin wie ich bin und keine aggressive streitlustige Furie wie meine Mutter und meine Schwestern.
Ich habe seit meinem 30. Lebensjahr Epilepsie und nach meiner Geburt haben die Ärzte meinen Eltern eine schlechte Zukunftsprognose für mich abgegeben, die man mit einem frühkindlichen Gehirnschaden diagnostiziert hat. Ich bin mit der Zange geholt worden.
Meine Mutter ist aufgrund dieser Diagnose seit damals in eine Art Schreckstarre verfallen und hat alles daran gesetzt, mich zu einem unfähigen und unmündigen Wesen zu "erziehen", während mein Vater das Gegenteil wollte, sich aber nicht durchsetzen konnte.
Mein Vater war jedoch selbst psychisch krank aufgrund einer traumatischer Erfahrungen mit dem Vater und ist dann zu einer schrecklichen Kopie geworden, weshalb ich dreimal in Frauenhäuser musste, weil meine Mutter eine inkonsequente Frau war. Jedes Mal ging es nach den 3 Frauenhausaufenthalten wieder zurück in die unveränderte häusliche Atmosphäre der Angst und Unberechenbarkeit. Meine Geschwister, die im Gegensatz zu mir schon früh selbstständig waren, hatten einen entsprechenden Freundeskreis, der ihnen in solchen Krisensituationen die Familie ersetzte, weshalb sie nicht in die Obhut von Frauenhäusern mit mussten.
Nur meine jüngere Schwester einmal, aber das hatte ihr gereicht.
Meine jüngere Schwester neigt im Übrigen zu ähnlichen Aggressionsausbrüchen der besonderen Art.
Ich habe wie gelähmt (vor Angst) in meinem Bett gelegen und die Schreie meiner Mutter gehört, wenn mein Vater sie geschlagen hat.
Als meine ältere Schwester ausgezogen ist, fühlte ich mich unendlich allein gelassen.
Durch unsere schwere Kindheit, in der wir nicht zusammen aufwachsen konnten, weshalb keine entsprechend starke geschwisterliche Bindung entstehen konnte, sind wir heute wie Fremde.
Mein Vater hat sich letztendlich das Leben genommen.
In Bezug auf meine Krankheit bin ich, um es nochmals zu betonen, seit 17 Jahren so gut medikamentös eingestellt, dass ich ein menschenwürdiges Leben leben kann.
Doch diese Würde nimmt mir meine Familie/Mutter ständig, in dem sie mich nicht in Ruhe lassen und sich ständig um mich "bemühen", als wäre ich geistig behindert, was sehr erniedrigend und belastend ist.
Dazu die ständigen Beschimpfungen meiner Mutter mir gegenüber und ihre Aggressionen, die mit einer besonderen Enthemmtheit mir gegenüber verbunden sind, da sie noch nie Respekt für mich empfinden konnte.
Ostern war ich krank.
Sie ist trotzdem gekommen, um mit mir "schön" essen zu gehen und mich aus meinen 4 Wänden, "meinem Loch", wie sie sagt, zu holen.
Durch eine heftige fiebrige Bronchitis war ich sehr geschwächt.
Das interessierte sie aber überhaupt nicht.
Und sie ist trotzdem gekommen.
Generell interessiert sie meine Empfindungen und meine Meinung überhaupt nicht bzw. steuert sie immer dagegen, weshalb es ständig zwischen uns zum Krach kommt.
Die Schuld dafür gibt sie natürlich ausschließlich mir.
Bis vor einigen Jahren bin ich jedes Wochenende zu ihr gefahren, was ich inzwischen nicht mehr tue, womit sie auch nicht gut klar kommt und mir "bösartigen Kontaktabbruch" vorwirft, weshalb sie meint, dass es für mich "das Beste" wäre, wenn sie sich erneut über meinen Willen hinweg setzt und mich gegen meinen Willen "besuchen" kommt.
Zudem beschimpft sie mich als Messie, da ich ihrer Meinung nach meine Wohnung nicht genug pflege.
Wenn man sie selber kritisiert, wird sie ungeheuer aggressiv.
Meine Geschwister haben auch schon gemerkt, wie schwierig sie geworden ist, aber sie haben ja ein eigenes Leben mit Beruf und Beziehung und sie brauchen Mutti ja nicht mehr zum Hintern Abputzen.
Ich habe auch ein eigenes Leben, wovor aber kein Schwein Respekt zu haben scheint.
Seit 2 Jahren habe ich zudem auch mein Privatleben geändert, indem ich eine Initiative gegründet habe und dafür viel Zeit und Ruhe brauche, die ich nur bei mir zu Hause habe, da meine Mutter, wenn ich bei ihr bin, ständig in mein Zimmer rein kommt und nicht versteht, was ich da mache bzw. mit Eifersucht darauf reagiert und es auch deshalb oft zu Streit kommt.
Durch diese Initiative habe ich zum ersten Mal in meinem Leben die Bedeutung von "Freundschaft" kennengelernt.
Ich habe 46 Jahre lang diesbezüglich in einem dunklen Verließ gelebt, in der nur meine Familie mein Lebensinhalt war. Egal, was ich gemacht habe, ich habe sie nie zufriedenstellen können. Ich musste mich doppelt anstrengen. Heute beschimpft mich meine Mutter, "dass sie mir Hilfe zur Selbsthilfe gegeben hat und dass ich ohne ihre Hilfe nichts geworden wäre", was mir enorm weh tut.
Das sagt sie immer dann, wenn sie besonders schlecht drauf ist bzw. wenn sie die Hartnäckigkeit meines Willens spürt, was für sie gleichfalls eine enorme Kränkung darstellt. Denn sie empfindet es als eine enorme Beleidigung und Kränkung, dass ich ihre Hilfe nicht mehr brauche. Ich habe ihr bereits mehrmals gesagt, dass ich so lebe, um niemandem zur Last zu fallen und dass sie doch mal anfangen sollte, ihr eigenes Leben zu leben, aber das ignoriert sie und mischt sich ständig in das Leben ihrer Kinder ein. Sie will immer alles wissen und kann nicht damit umgehen, dass ich ihr z. B. nicht sage, um wieviel Uhr ich nach der Arbeit zu Hause bin. Nach unseren üblichen Streitereien kommen von ihr weitere penetrante Anrufe und SMS. Und zum Wochenanfang: "Mutti wünscht Dir einen guten Start in die Woche".
Das nervt ungemein.
Inzwischen habe ich eine Psychotherapie angefangen, deren Quintessenz ist, dass man meine Mutter nicht mehr ändern kann, aber dass ich etwas ändern kann.
Doch was soll ich wie ändern, wenn meine Erzeugerin mich ständig so erniedrigt und behandelt und mich dann auch noch ohne Vorankündigung besuchen kommt, wie es viel. heute wieder der Fall sein wird, weil sie der Meinung ist, dass man mich mal unbedingt "aus meinem Loch" raus holen muss ungeachtet der Tatsache, dass man sich als Mutter nicht auf diese Weise über den Willen des Kindes hinwegzusetzen hat?
Ich habe Schlafstörungen und leide an Appetitmangel, weil es zusätzlich einem sehr, sehr lieber Freund von mir gesundheitlich nicht gut geht und man ständig mit dem Schlimmsten rechnen muss.
Im Rahmen der von mir gegründeten Initiative habe ich ihn kennengelernt und er ist wie ein Vater für mich.
Manchmal verreise ich auch im Rahmen dieser Initiative, womit meine Mutter natürlich enorme Probleme hat, da ich dann endgültig aus ihrem Überwachungsradar verschwinde.
2012 habe ich Weihnachten und Silvester erstmals außerfamiliär verbracht. Die Zeit, die ich zwischen meinen Terminen bei meiner mutter war, war schrecklich, da sie mich nur beschimpft hat. Ich bin dann vorzeitig zurück zu meiner Wohnung gefahren, da auch noch meine beiden Schwestern hinzu gekommen waren.
Meine guten Wesenszüge und Willensbekundungen kommen bei meiner Mutter nicht an.
Sie und meine ältere Schwester beschimpfen mich zusätzlich wegen meiner außerfamiliären Kontakte und können nicht verstehen, dass sich Menschen für mich unmögliches und behindertes Wesen freiwillig interessieren.
Meine ältere Schwester wirft mir zudem vor, dass ich mich von meiner Mutter immer nur bedienen lasse.
Ob ich mich von meinen neuen Bekannten auch nur bedienen lasse, war mal ihre Frage.
Meine Mutter hat mich "so erzogen", dass es noch heute bei manch Anspruchsvollen den Eindruck erweckt, ich würde mich nur von ihr bedienen lassen.
Ich möchte jetzt erst Mal zum Ende kommen, da es mir nicht gut geht.
Ich danke für Euer Zuhören und Eure Antworten.
Wünsche Euch Allen einen schönen Sonntag, obwohl ich große Angst habe und am liebsten nicht mehr leben möchte.

ImmerIch2013


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28. April 2013 um 12:35

Dass Du eine Psychotherapie machst
ist der erste und beste Schritt in die richtige Richtung. Glückwunsch dass Du Dich zu diesem Schritt entschieden hast Die Frage, bzw. die Aussage, wie Du an Deinem Problem etwas ändern kannst, hast Du selbst erkannt:

"...dass man meine Mutter nicht mehr ändern kann, aber dass ich etwas ändern kann.
Doch was soll ich wie ändern, wenn meine Erzeugerin mich ständig so erniedrigt und behandelt und mich dann auch noch ohne Vorankündigung besuchen kommt..."

Dass DU etwas ändern kannst bedeutet im Umkehrschluss, dass DU entscheidest, ob Du mit Deiner Mutter sprechen möchtest oder nicht. Wenn sie Dich besuchen kommt entscheidest DU also, ob Du ihr die Tür öffnen möchtest oder nicht. (Wenn sie einen Schlüssel hat, kann man ohne Probleme das Schloss tauschen). Wenn sie anruft entscheidest DU, ob Du rangehst oder nicht bzw. ob Du jetzt keine Zeit hast, wenn Du nicht erkennst wer anruft.... es geht darum, dass DU ALLEIN die Konsequenzen für Dein Handeln trägst. Du musst es dann natürlich auch aushalten und akzeptieren, Dir vorzustellen, dass sie sehr sauer sein wird über Dein Verhalten. Dass sie vielleicht irgendwann auch nicht mehr mit Dir sprechen möchte. Du kaufst den Schuh den Du haben möchtest, bezahlst aber auch den Preis dafür. Verstehst Du, DU entscheidest! NICHT sie! Nach (ich schätze jetzt mal) fast 50 Lebensjahren, solltest Du Dir endlich so viel wert sein dürfen, dass Du erwachen werden und eigene Entscheidungen fällen darfst, wenn man ansonsten wie ein Trampeltier alles plattgewalzt hat, was DEINE Wünsche anbelangt hat.
Ich wünsche Dir viel Glück und viel Kraft auf Deinem neuen Weg

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2. Mai 2013 um 13:02

Auch für psychotherapie
ich bin auch der meinung, dass die psychotherapie vieles in deinem leben verändern kann, vor allem viel mehr lebensqualität.

das verhalten deiner mutter scheint ja unerträglich. sie versucht dir jegliche selbstständigkeit zu untersagen.

keiner muss sich von anderen unterdrücken lassen. und mit über 40 darf man sein leben selbst bestimmen! ohne die mutter!

gerade wegen diesem hin und her in deiner familie brauchst du die unterstützung eines psychologen. damit du dich tatsächlich nicht immer wieder von ihnen einlullen lässt.

es könnte sein, dass deine mutter angst hat, dass du selbstständiger wirst, weil sie wahrscheinlich befürchtet, dich zu verlieren.
diese urangst des allein sein könnte eventuell auch der grund sein, wieso sie sich von ihrem mann so hat behandeln lassen.

wenn deine mutter keine hilfe wegen ihrem mann angenommen hat, dann ist das ihre sache.

wie gesagt: hilfe und rat vom psychologen würd ich dir dringest empfehlen!

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