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Wer hat seine Beziehungsangst überwunden/verbessert?

28. Oktober 2019 um 14:02 Letzte Antwort: 18. Dezember 2019 um 8:21

Hallo, dies ist mein erster Beitrag und ich bin tatsächlich besonders wegen diesem Thema hier angemeldet, weil ich nicht mehr weiter weiß.

Ich sehne mich schon lange nach einer Beziehung, erster Freund hat nicht geklappt, dachte vllt lag es an unseren Unterschiedlichkeiten, aber offensichtlich an mir. Denn nun habe ich wieder einen Freund, fast drei Jahre später, und ich erkenne dieselben Verhaltensmuster in mir, wie immer, wenn jemand mich wirklich mag. 
Gefühlskälte, Distanz, Vermeidung von körperlichen Kontakt, Konfliktsuche, Ausreden damit die Beziehung nichts wird...dabei ist das ein wirklich toller, verdammt lieber Kerl und ich will ihm beim besten Willen nicht wehtun!
Aber es ist wie ein böser Geist, der mir ständig die Synapsen verdreht und ich weiß gar nicht, wie mir geschieht. Ein ständiges Wechselbad zwischen, ich will meinen Freund sehen, aber eig will ich doch lieber komplett meine Ruhe.
Aber ich WILL eine gesunde Beziehung führen können, ich will irgendwann mal jemanden finden, der mich begleitet und auch gerne eine Familie gründen, aber wenn ich meine Beziehungsangst nicht besiege/soweit in den Griff bekomme, weiß ich nicht, wie ich das je schaffen soll und mein Problem belastet mich emotional und psychisch sehr.

Ja, ich weiß, Therapie und so. Ich bin momentan dran, alles nunmal auch eine Kostenfrage, aber ich möchte gerne wissen, ob es da draußen irgendwen gibt, dessen Partner oder der selbst, dasselbe Problem besiegt oder wenigstens unter Kontrolle bekommen hat!


Meine bisherige Suche war erfolglos und ich bin froh über jede Antwort

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28. Oktober 2019 um 15:38

doofe Frage: wieso Kostenfrage? Bist Du nicht gesetzlich versichert?

Hab es unter Kontrolle bekommen, ja. Inzwischen bin ich schon lange verheiratet

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28. Oktober 2019 um 21:22
In Antwort auf avarrassterne1

doofe Frage: wieso Kostenfrage? Bist Du nicht gesetzlich versichert?

Hab es unter Kontrolle bekommen, ja. Inzwischen bin ich schon lange verheiratet

Ich befinde mich momentan im Ausland, bin mir nicht sicher, ob das was ändert. Aber werde es nochmal aufsuchen. Bin aber gerade auf der Suche nach Therapiemaßnahmen.

Darf ich fragen, wie du das überwunden hast? Weil wie du das so sagst, würde ich es gerne mal können.

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29. Oktober 2019 um 13:06
In Antwort auf queens

Ich befinde mich momentan im Ausland, bin mir nicht sicher, ob das was ändert. Aber werde es nochmal aufsuchen. Bin aber gerade auf der Suche nach Therapiemaßnahmen.

Darf ich fragen, wie du das überwunden hast? Weil wie du das so sagst, würde ich es gerne mal können.

hmmmmmmmmmmmmmmmm....

ich denke, Dir ist klar, dass ich nix schreiben kann, was mit 2 (oder 50... ) Sätzen mal eben das Problem löst...

In der Hauptsache, indem ich meinen Emotionen nicht zu viel Macht über mich gebe. Und aus der Erfahrung heraus, dass mir irgendwann schon auch klar, war, dass immer wieder der Punkt kommt, wo die Fluchtreflexe zuschlagen, man das Haar in der Suppe sucht (und wer Haare in der Suppe sucht, findet in einer Suppe selten, im zwischenmenschlichen Bereich aber natürlich IMMER! ) usw. - und ab da rational statt emotional. Als die "Phantomschmerzen" behandelt, die es sind.

Dazu gehört aber auch:
- ein Partner, der mit einem gewissen Maß an Distanz in einer Beziehung gut klar kommt. Also eine Wohnung, wo jeder auch sein eigens Zimmer und damit Rückzugsmöglichkeiten hat. Eine Beziehung, wo jeder auch eigene Interessen und Freunde hat und auch ein Teil des Urlaubes nicht zusammen verbracht wird.
- ein Partner, der es nicht unbedingt emotional und persönlich nimmt, wenn der Gefühlsfasching grad mal wieder Freilauf hat und der sich dennoch dessen bewußt ist, dass das MEIN Kasper ist und ich dem erst mal wieder die Richtung weisen muss, bevor es normal weiter geht - und nichts, gar nichts mit IHM zu tun hat.
In Zeiten, wo "es liegt nicht an Dir es liegt an mir" die Ausrede No 1 für alles ist, hat man es in den Fällen, wo gerade das verdammt noch mal einfach stimmt, jetzt auch nicht gerade leichter

********************

Okay, Ausland ist ein gutes Argument, wenn Du da gar keine dt. KV mehr hast, fällt das weg, falls die noch "mit läuft" - guck auf deren Homepage mal, wie das geregelt ist, ggf. kann man auch online Kontakt zu den Beratern aufnehmen und zumindest grundlegende Fragen beantwortet bekommen.
Nur eines nicht vergessen: man neigt dazu, Probleme, die "NUR" psychisch sind, herunter zu spielen. Vor sich und anderen. Eben wie das "NUR psychisch". Das schafft auf vielen Ebenen mehr Probleme als es löst. Man kann Schmerzen ignorieren. Immer körperliche wie seelische. Nur in beiden Fällen kommt fast immer nichts schlaues dabei heraus. Und die Kasse zahlt nur für Behandlungen, die NÖTIG sind. Also: nicht herunter spielen, wenn es Dich wirklich belastet und (seelisch) schmerzt - dann musst Du es auch so ausdrücken...

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31. Oktober 2019 um 8:24
Beste Antwort
In Antwort auf queens

Ich befinde mich momentan im Ausland, bin mir nicht sicher, ob das was ändert. Aber werde es nochmal aufsuchen. Bin aber gerade auf der Suche nach Therapiemaßnahmen.

Darf ich fragen, wie du das überwunden hast? Weil wie du das so sagst, würde ich es gerne mal können.

eigentlich dachte ich, ich hatte hier vor ein paar Tagen schon geantwortet... mysteriös...

ok, noch mal:
Du kannst Dir sicher vorstellen, dass ich Dir keine Lösung in 3 (oder 30) Sätzen in ein Forum schreiben kann, mit der sich alle Probleme auflösen - sonst wären es ja keine Probleme...
Jedenfalls... Schritt 1 Muster erkannt - so wie Du es ja auch beschreibst, es kommt immer wieder der Punkt, wo man engagiert das Haar in der Suppe sucht (und wer Haare in der Suppe sucht, findet in einer Suppe zwar selten, im sprichwörtlichen Sinne aber eben IMMER), Fluchtreflexe getriggert werden - und zu gigantischer Stärke anschwellen, ... die ganze Nummer eben. Bei mir noch dazu: die Zweifel, dass ich für Beziehungen sowieso völlig ungeeignet bin und dabei für alle Beteiligten nichts gutes bei heraus kommen kann...
Schritt 2: das wirklich als die "Phantomschmerzen" behandeln, die es sind. Es ist eine "Fata Morgana" - es ist nun einmal "nicht echt". Leider trotzdem da und fühlt sich total echt an, aber wenn man weiß, dass es das nicht ist, kann man es schaffen, dass man dem die Zügel nicht überlässt - was es zugleich auch wieder eindämmt statt die Spirale zu füttern.
Es gibt inzwischen zahllose Filme, Bücher, Serien... wo die Protagonisten plötzlich nahestehenden Menschen "gegenüber stehen" - die eigentlich längst tot sind. Stell es Dir so ähnlich vor. Lassen die Protagonisten sich emotional von den nicht realen Begegnungen mitnehmen, läuft das überhaupt nicht gut. Aber meistens kommt irgendwann die Stelle wo sie dem Gegenüber erklären, dass es gar nicht real ist und sich deswegen jetzt mal bittschön heraushalten soll!!! - und voila... damit ist noch nicht alles gewonnen, aber der Wendepunkt erreicht. Du hast solche Filmszenen bestimmt schon gesehen? Erinnere Dich daran. Sowas in der Art passiert auch mit uns.

Dazu gehört aber auch eine Beziehung mit einem nicht zu engen Nähe-Distanz-Verhältnis. Mein Mann und ich fühlen uns beide am wohlsten, wenn in unserer gemeinsamen Wohnung jeder sein eigenes Zimmer hat - und damit auch eine Rückzugsmöglichkeit (wobei ich die nicht nur in Beziehungen brauche, ich werde generell wunderlich, wenn ich mich längere Zeit nicht zurückziehen kann). Wir haben auch einen eigenen Freundeskreis, auch eigene Interessen / Hobbys verbringen auch einen Teil des Urlaubes getrennt. - Mit einem Menschen, dessen Ideal es ist, in einer Beziehung immer ALLES zusammen zu machen - no f**ing way. Da bekomme ich beim Gedanken daran Schreikrämpfe.
Dazu gehört auch, dass ich mich in den Phasen, wo die Gespenster mal wieder Ausgang haben, eher mehr zurück ziehe - in der Hauptsache aus zwei Gründen: a) um sie nicht massiv zu füttern und b) um da nicht sinnlos Porzellan zu zerschlagen. Grundregel ist: in so einer Pahse KEINE ENTSCHEIDUNG TREFFEN, deren Konsequenzen über den aktuellen Tag hinausgehen. Ohne Ausnahmen. Egal wie klar es auch erscheint. Dennoch ist da der eher das Teufelchen auf der Schulter am Zuge und nicht das Engelchen und Gesagtes zurücknehmen geht nicht, also lieber ganz die Klappe halten. Es braucht auch einen Partner, der mit solchem phasenweisen Rückzug umgehen kann, ohne den persönlich zu nehmen (das "es liegt nicht an Dir, es liegt an mir" ist heutzutage ja gern genutzte Ausreden für jeden möglichen und unmöglichen Bullsh*t, was es in den Fällen, wo es halt einfach mal STIMMT vieles sinnlos schwerer macht).

********************

hm, im Ausland ist ein Argument.
Hast Du Deine dt. Krankenversicherung noch "mit laufen"? Wenn ja, informiere Dich mal online über die Möglichkeiten, Anfragen stellen geht meist auch online.
Bedenke dabei aber: Eine Krankenversicherung zahlt nur für Therapien, die NÖTIG sind. Man neigt doch sehr dazu, etwas, was "nur psychisch" ist, vor sich selbst und anderen herunter zu spielen. In vielerlei Hinsicht der falsche Weg. Sollte man vor sich selbst und vor anderen KEIN bißchen ANDERS behandeln, als würde man im gleichen Maße körperliche Schmerzen (oder Einschränkungen oder Taubheitsgefühle oder... ) haben, wie man sie auf seelischer Ebene hat. Abgesehen von den anderen Folgen für sich selbst, wenn man das nicht tut, gibt es auch keine Therapie, wenn es noch selbst als "nicht so schlimm" darstellt, obwohl man eigentlich ordentlich darunter leidet.
 

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31. Oktober 2019 um 17:35
In Antwort auf avarrassterne1

eigentlich dachte ich, ich hatte hier vor ein paar Tagen schon geantwortet... mysteriös...

ok, noch mal:
Du kannst Dir sicher vorstellen, dass ich Dir keine Lösung in 3 (oder 30) Sätzen in ein Forum schreiben kann, mit der sich alle Probleme auflösen - sonst wären es ja keine Probleme...
Jedenfalls... Schritt 1 Muster erkannt - so wie Du es ja auch beschreibst, es kommt immer wieder der Punkt, wo man engagiert das Haar in der Suppe sucht (und wer Haare in der Suppe sucht, findet in einer Suppe zwar selten, im sprichwörtlichen Sinne aber eben IMMER), Fluchtreflexe getriggert werden - und zu gigantischer Stärke anschwellen, ... die ganze Nummer eben. Bei mir noch dazu: die Zweifel, dass ich für Beziehungen sowieso völlig ungeeignet bin und dabei für alle Beteiligten nichts gutes bei heraus kommen kann...
Schritt 2: das wirklich als die "Phantomschmerzen" behandeln, die es sind. Es ist eine "Fata Morgana" - es ist nun einmal "nicht echt". Leider trotzdem da und fühlt sich total echt an, aber wenn man weiß, dass es das nicht ist, kann man es schaffen, dass man dem die Zügel nicht überlässt - was es zugleich auch wieder eindämmt statt die Spirale zu füttern.
Es gibt inzwischen zahllose Filme, Bücher, Serien... wo die Protagonisten plötzlich nahestehenden Menschen "gegenüber stehen" - die eigentlich längst tot sind. Stell es Dir so ähnlich vor. Lassen die Protagonisten sich emotional von den nicht realen Begegnungen mitnehmen, läuft das überhaupt nicht gut. Aber meistens kommt irgendwann die Stelle wo sie dem Gegenüber erklären, dass es gar nicht real ist und sich deswegen jetzt mal bittschön heraushalten soll!!! - und voila... damit ist noch nicht alles gewonnen, aber der Wendepunkt erreicht. Du hast solche Filmszenen bestimmt schon gesehen? Erinnere Dich daran. Sowas in der Art passiert auch mit uns.

Dazu gehört aber auch eine Beziehung mit einem nicht zu engen Nähe-Distanz-Verhältnis. Mein Mann und ich fühlen uns beide am wohlsten, wenn in unserer gemeinsamen Wohnung jeder sein eigenes Zimmer hat - und damit auch eine Rückzugsmöglichkeit (wobei ich die nicht nur in Beziehungen brauche, ich werde generell wunderlich, wenn ich mich längere Zeit nicht zurückziehen kann). Wir haben auch einen eigenen Freundeskreis, auch eigene Interessen / Hobbys verbringen auch einen Teil des Urlaubes getrennt. - Mit einem Menschen, dessen Ideal es ist, in einer Beziehung immer ALLES zusammen zu machen - no f**ing way. Da bekomme ich beim Gedanken daran Schreikrämpfe.
Dazu gehört auch, dass ich mich in den Phasen, wo die Gespenster mal wieder Ausgang haben, eher mehr zurück ziehe - in der Hauptsache aus zwei Gründen: a) um sie nicht massiv zu füttern und b) um da nicht sinnlos Porzellan zu zerschlagen. Grundregel ist: in so einer Pahse KEINE ENTSCHEIDUNG TREFFEN, deren Konsequenzen über den aktuellen Tag hinausgehen. Ohne Ausnahmen. Egal wie klar es auch erscheint. Dennoch ist da der eher das Teufelchen auf der Schulter am Zuge und nicht das Engelchen und Gesagtes zurücknehmen geht nicht, also lieber ganz die Klappe halten. Es braucht auch einen Partner, der mit solchem phasenweisen Rückzug umgehen kann, ohne den persönlich zu nehmen (das "es liegt nicht an Dir, es liegt an mir" ist heutzutage ja gern genutzte Ausreden für jeden möglichen und unmöglichen Bullsh*t, was es in den Fällen, wo es halt einfach mal STIMMT vieles sinnlos schwerer macht).

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hm, im Ausland ist ein Argument.
Hast Du Deine dt. Krankenversicherung noch "mit laufen"? Wenn ja, informiere Dich mal online über die Möglichkeiten, Anfragen stellen geht meist auch online.
Bedenke dabei aber: Eine Krankenversicherung zahlt nur für Therapien, die NÖTIG sind. Man neigt doch sehr dazu, etwas, was "nur psychisch" ist, vor sich selbst und anderen herunter zu spielen. In vielerlei Hinsicht der falsche Weg. Sollte man vor sich selbst und vor anderen KEIN bißchen ANDERS behandeln, als würde man im gleichen Maße körperliche Schmerzen (oder Einschränkungen oder Taubheitsgefühle oder... ) haben, wie man sie auf seelischer Ebene hat. Abgesehen von den anderen Folgen für sich selbst, wenn man das nicht tut, gibt es auch keine Therapie, wenn es noch selbst als "nicht so schlimm" darstellt, obwohl man eigentlich ordentlich darunter leidet.
 

Hallo und vielen lieben Dank für die Mühe in deiner Antwort!

Das mit der Krankenkasse schau ich mir im Moment an und suche nach Optionen. Ich weiß, dass es mir helfen könnte.

Eindeutig kann man keine ganze Lösung in einer Nachricht schreiben, aber ich möchte wirklich diesbezüglich an mir arbeiten und deine Nachricht enthält viele gute Aspekte, an die ich noch gar nicht gedacht habe! Vielen Dank dafür. Ich versuche mich wirklich zu bessern, es ist aber auch wahnsinnig schwierig. Ein ständiges Kalt- und Heißbad zwischen "Ich mag ihn und will Zeit mit ihm verbringen" und "Ich will überhaupt nix und niemanden um mich herum haben".
Habe auch schon angezweifelt, ob ich für eine Beziehung geeignet bin, aber ich stelle mir mein Leben in dieser Ausführung einfach nicht vor. Deswegen will ich daran arbeiten.

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31. Oktober 2019 um 17:37
In Antwort auf avarrassterne1

eigentlich dachte ich, ich hatte hier vor ein paar Tagen schon geantwortet... mysteriös...

ok, noch mal:
Du kannst Dir sicher vorstellen, dass ich Dir keine Lösung in 3 (oder 30) Sätzen in ein Forum schreiben kann, mit der sich alle Probleme auflösen - sonst wären es ja keine Probleme...
Jedenfalls... Schritt 1 Muster erkannt - so wie Du es ja auch beschreibst, es kommt immer wieder der Punkt, wo man engagiert das Haar in der Suppe sucht (und wer Haare in der Suppe sucht, findet in einer Suppe zwar selten, im sprichwörtlichen Sinne aber eben IMMER), Fluchtreflexe getriggert werden - und zu gigantischer Stärke anschwellen, ... die ganze Nummer eben. Bei mir noch dazu: die Zweifel, dass ich für Beziehungen sowieso völlig ungeeignet bin und dabei für alle Beteiligten nichts gutes bei heraus kommen kann...
Schritt 2: das wirklich als die "Phantomschmerzen" behandeln, die es sind. Es ist eine "Fata Morgana" - es ist nun einmal "nicht echt". Leider trotzdem da und fühlt sich total echt an, aber wenn man weiß, dass es das nicht ist, kann man es schaffen, dass man dem die Zügel nicht überlässt - was es zugleich auch wieder eindämmt statt die Spirale zu füttern.
Es gibt inzwischen zahllose Filme, Bücher, Serien... wo die Protagonisten plötzlich nahestehenden Menschen "gegenüber stehen" - die eigentlich längst tot sind. Stell es Dir so ähnlich vor. Lassen die Protagonisten sich emotional von den nicht realen Begegnungen mitnehmen, läuft das überhaupt nicht gut. Aber meistens kommt irgendwann die Stelle wo sie dem Gegenüber erklären, dass es gar nicht real ist und sich deswegen jetzt mal bittschön heraushalten soll!!! - und voila... damit ist noch nicht alles gewonnen, aber der Wendepunkt erreicht. Du hast solche Filmszenen bestimmt schon gesehen? Erinnere Dich daran. Sowas in der Art passiert auch mit uns.

Dazu gehört aber auch eine Beziehung mit einem nicht zu engen Nähe-Distanz-Verhältnis. Mein Mann und ich fühlen uns beide am wohlsten, wenn in unserer gemeinsamen Wohnung jeder sein eigenes Zimmer hat - und damit auch eine Rückzugsmöglichkeit (wobei ich die nicht nur in Beziehungen brauche, ich werde generell wunderlich, wenn ich mich längere Zeit nicht zurückziehen kann). Wir haben auch einen eigenen Freundeskreis, auch eigene Interessen / Hobbys verbringen auch einen Teil des Urlaubes getrennt. - Mit einem Menschen, dessen Ideal es ist, in einer Beziehung immer ALLES zusammen zu machen - no f**ing way. Da bekomme ich beim Gedanken daran Schreikrämpfe.
Dazu gehört auch, dass ich mich in den Phasen, wo die Gespenster mal wieder Ausgang haben, eher mehr zurück ziehe - in der Hauptsache aus zwei Gründen: a) um sie nicht massiv zu füttern und b) um da nicht sinnlos Porzellan zu zerschlagen. Grundregel ist: in so einer Pahse KEINE ENTSCHEIDUNG TREFFEN, deren Konsequenzen über den aktuellen Tag hinausgehen. Ohne Ausnahmen. Egal wie klar es auch erscheint. Dennoch ist da der eher das Teufelchen auf der Schulter am Zuge und nicht das Engelchen und Gesagtes zurücknehmen geht nicht, also lieber ganz die Klappe halten. Es braucht auch einen Partner, der mit solchem phasenweisen Rückzug umgehen kann, ohne den persönlich zu nehmen (das "es liegt nicht an Dir, es liegt an mir" ist heutzutage ja gern genutzte Ausreden für jeden möglichen und unmöglichen Bullsh*t, was es in den Fällen, wo es halt einfach mal STIMMT vieles sinnlos schwerer macht).

********************

hm, im Ausland ist ein Argument.
Hast Du Deine dt. Krankenversicherung noch "mit laufen"? Wenn ja, informiere Dich mal online über die Möglichkeiten, Anfragen stellen geht meist auch online.
Bedenke dabei aber: Eine Krankenversicherung zahlt nur für Therapien, die NÖTIG sind. Man neigt doch sehr dazu, etwas, was "nur psychisch" ist, vor sich selbst und anderen herunter zu spielen. In vielerlei Hinsicht der falsche Weg. Sollte man vor sich selbst und vor anderen KEIN bißchen ANDERS behandeln, als würde man im gleichen Maße körperliche Schmerzen (oder Einschränkungen oder Taubheitsgefühle oder... ) haben, wie man sie auf seelischer Ebene hat. Abgesehen von den anderen Folgen für sich selbst, wenn man das nicht tut, gibt es auch keine Therapie, wenn es noch selbst als "nicht so schlimm" darstellt, obwohl man eigentlich ordentlich darunter leidet.
 

Und was mich aber auch interessieren würde, natürlich ist das für jeden anders und eine Pauschalantwort, aber wie lange hat es dich gebraucht, bis du ein Wohlgefühl entwickelt hast?
Mir ist klar, dass das ein Prozess ist.

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31. Oktober 2019 um 19:14

Denke nicht dass man das immer pauschalisieren kann, jeder Mensch ist unterschiedlich, gilt auch für die potenziellen Partner/innen...
hab schon ein paar Enttäuschungen hinter mir, eine war extrem hat mich ständig angestritten bis ich mir das nimmer gefallen ließ... bei einer anderen hatte ich irgendwann keine Gefühle mehr und hab's im Guten beendet, sind aber noch befreundet... die letzte die mich wieder dazu gebracht hat mein Herz zu öffnen hatte nach ein paar Wochen plötzlich nen anderen, hat auch etwas weiter weg gewohnt wo ich keinen Einfluss hatte...
naja... durch das alles halt irgendwie kein Bock auf Beziehungen,  aber vielleicht kommt ja doch nochmal eine mit der alles passt, die mein Herz erstmal zamflickt...

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4. November 2019 um 10:15
In Antwort auf queens

Und was mich aber auch interessieren würde, natürlich ist das für jeden anders und eine Pauschalantwort, aber wie lange hat es dich gebraucht, bis du ein Wohlgefühl entwickelt hast?
Mir ist klar, dass das ein Prozess ist.

inzwischen hat ein netter Mod auch meine erste Antwort wiederhergestellt, war also keine Halluzination, dass ich schon geantwortet hatte

Ein Prozess, ja ... und zwar als Spirale.
Wenn man nicht gegensteuert, wird es in der Weise schlimmer, aber auch wenn man gegensteuert, gibt es nicht den Punkt, ab dem plötzlich alles gut ist. Die Abstände zwischen den "Phantomschmerzen" werden immer größer, die Dauer der Phasen wird kürzer und sie sind nach und nach weniger heftig... Auch wenn es bei mir schon noch paar mal vor kam, dass dann mal wieder ein heftiger Rückschlag dazwischen war. Von daher... schwer da eine Zeitangabe zu machen.

Weiß Dein Partner Bescheid, wenn ich fragen darf?

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17. Dezember 2019 um 17:39
In Antwort auf avarrassterne1

inzwischen hat ein netter Mod auch meine erste Antwort wiederhergestellt, war also keine Halluzination, dass ich schon geantwortet hatte

Ein Prozess, ja ... und zwar als Spirale.
Wenn man nicht gegensteuert, wird es in der Weise schlimmer, aber auch wenn man gegensteuert, gibt es nicht den Punkt, ab dem plötzlich alles gut ist. Die Abstände zwischen den "Phantomschmerzen" werden immer größer, die Dauer der Phasen wird kürzer und sie sind nach und nach weniger heftig... Auch wenn es bei mir schon noch paar mal vor kam, dass dann mal wieder ein heftiger Rückschlag dazwischen war. Von daher... schwer da eine Zeitangabe zu machen.

Weiß Dein Partner Bescheid, wenn ich fragen darf?

Entschuldige meine späte Antwort, es war viel los!

Erstmal Danke für deine ehrliche Antwort. Mein Partner wusste über ein paar dieser Schwierigkeiten bescheid, aber inzwischen haben sich die Wege leider wieder getrennt, weil er das absolute Gegenteil von mir verkörpert hat. Am liebsten jeden Tag sehen, wenn es möglich wäre und leider ungeduldig, dementsprechend habe ich es, im Guten, beendet. In seinem Kopf stand schon Lebensbeziehung, obwohl er wusste, dass ich erstmal überwinden muss mehr Zeit zsm zu verbringen und es ein Lernprozess ist. Es war dann einfach zu wenig Verständnis von seiner Seite und ich bin zu langsam für ihn. 
Aber ich hatte inzwischen auf das GLück eine Therapie zu finden, wo ich jetzt regelmäßig bin und es mir guttut.

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18. Dezember 2019 um 8:21
In Antwort auf queens

Entschuldige meine späte Antwort, es war viel los!

Erstmal Danke für deine ehrliche Antwort. Mein Partner wusste über ein paar dieser Schwierigkeiten bescheid, aber inzwischen haben sich die Wege leider wieder getrennt, weil er das absolute Gegenteil von mir verkörpert hat. Am liebsten jeden Tag sehen, wenn es möglich wäre und leider ungeduldig, dementsprechend habe ich es, im Guten, beendet. In seinem Kopf stand schon Lebensbeziehung, obwohl er wusste, dass ich erstmal überwinden muss mehr Zeit zsm zu verbringen und es ein Lernprozess ist. Es war dann einfach zu wenig Verständnis von seiner Seite und ich bin zu langsam für ihn. 
Aber ich hatte inzwischen auf das GLück eine Therapie zu finden, wo ich jetzt regelmäßig bin und es mir guttut.

auch wenn ich inzwischen schon lange eine Lebensbeziehung habe, ein gewisses Maß an Distanz und Eigenständigkeit ist für mich dennoch Bedingung und wird es auch bleiben.

Dann wünsch ich Dir viel Glück und Erfolg

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