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Wenn einem eigentlich geholfen werden sollte

5. April 2015 um 22:50

Hallo ihr Lieben. Durch Zufall bin ich auf diese Seite hier gestoßen, eher auf dieses Forum. Auch ich habe ein dunkles Geheimnis und ich möchte auch etwas mit euch teilen. Als erstes möchte ich mich bei der Seite bedanken, dass sie so ein Forum überhaupt eröffnet haben. Vorab möchte ich etwas zu meiner Geschichte sagen, ein paar Infos, da ich diese nicht im Text erwähnen möchte.

Damals war ich frisch 13 geworden, heute, wo ich diesen Text verfasse, bin ich 16 Jahre alt.

Alles begann damit, dass ich an falsche Freunde in der Schule geraten bin. Ich habe mir durch diese beiden Mädels echt verdammt viel Scheiße antun müssen. Ich war durch diese beiden Damen in damaligen Verhältnissen echt beliebt in der Schule gewesen, was sich schlagartig auch wieder geändert hatte. Von heute auf morgen waren alle gegen mich, ich wurde tagtäglich gehänselt, ausgelacht, gemobbt. Klingt alles nach Teeniealltag.
Irgentwann bekamen es meine Eltern mit, weil die ganze Sache auch über Facebook ging. Und wie die lieben Eltern nun mal so sind, machen sie sich natürlich Sorgen. Das reden mit den Eltern der beiden Grazien brachte logischerweise nichts, wie das nun mal bei 12-13 jährigen Mädchen nun mal so ist. Alles ging immer weiter, sogar ziemlich lange. Ich hatte Angst zur Schule zu gehen, habe geschwänzt und auch angefangen mich selbst zu verletzen, usw..
Keiner war für mich da, jeder hat mich gehasst und gemobbt. Die beiden haben es damals irgentwie geschafft Leute die mich jahrelang kannten davon zu überzeugen, dass ich sie beleidigt hätte, gelästert hatte und so weiter und sofort...
In dem Alter war das halt eine Todsünde.
Irgentwann war es bei mir halt soweit, dass meine Mutter die Verletzungen an Armen & Beinen gefunden hatte. Nach langem Gerede stand der Entschluss fest: Ich wurde zu einem Psychologen geschickt.
Ich war super froh, dass endlich alles so schien als würde alles aufhören, und ich habe die ganze Sache auch mit viel Optimismus mitgemacht, bis die Situation für mich irgentwann anfing komisch zu werden. Mein Psychologe war ein Mann, muss ich hier erwähnen. In dieser Praxis gab es allerdings noch seine Frau, Freundin, keine Ahnung was genau sie war. Der liebe Herr begann mich diskret zu fragen, (natürlich der Behandlung wegen) zu fragen, ob ich einen Freund hätte, ob ich Jungfrau wäre oder welche Körbchengröße ich denn mit 13 Jahren schon hätte..?
Ich habe mich immer wieder durch Notlügen rausgerettet, zum Glück.
Von dort an hatte ich erstmal Behandlungspause, für ca. 2 Wochen.
Als ich dann wieder kam, war dieser Mann wie ausgewechselt. Direkt als ich zu ihm rein kam, (Ich war dort immer alleine, weil die Praxis etwas weiter weg war, weil wir nichts bezahlen mussten, da es ein Freund der Familie WAR.) begann er mich zu kommentieren, wie hübsch ich doch sei, genau wie Mama eben, und das er mein schönes Gesicht vermisst hätte. Ich dachte mir natürlich nichts dabei. Für mich kleines Wrack war das alles sehr aufbauend, natürlich. Nach ca. 10 Minuten Sprechstunde begann er dann näher zu mir her zu kriechen, mich in den Arm zu nehmen und mich zu küssen. (Stirn und Hals) ich merkte nach einer gewissen Zeit, wie flach sein Atem wurde, und ich wusste was mir heute blüht. Wir saßen auf einem Sofa, (denke sowas ist in einer Psychologenpraxis nicht üblich.) er stürtzte sich auf mich, umschlung mich, begann mich langsam auszuziehen. Ich war wie gelähmt, und hatte eh null Chancen. Ihr kennt dieses Gefühl. Er machte sich über mich her, wie ein ekelhaftes, wildes Tier. Als er nach gefühlten 8 Stunden dann endlich fertig mit mir war, ließ er mich gehen. Ich bin dann mit dem Zug zurück gefahren. Zu meinen damaligen psychischen Umständen kann ich leider nichts sagen, da ich es erst nach ca. 1 Jahr richtig verstanden habe. Wieso erzähle ich später. Das Mobbing in der Schule ging einfach nicht zuende, und meiner Mutter zu liebe bin ich nochmals hingegangen. Meine Mutter erklärte mir das ich mich diesmal bei seiner Frau melden sollte, da er krank seie oder so. Ich bin natürlich mit dieser Info ohne Angst hingegangen und habe mir nichts dabei gedacht. Ich saß in meinem Raum, und aufeinmal (wie hätte es auch anders sein können) stand ER vor mir. Die Tür ging zu, und ich bekam Todesangst. Er begann unser Gespräch wie immer, fragte nach Verbesserungen in der Schule. Mich beschäftigte aber nur eine Frage: Was sollte das beim letzten Mal? Als ich diese Frage dann stellte, begann er zu toben, mir zu drohen und mich zu schlagen. Wieso weiß ich nicht. Ich solle bloß ruhig sein, da meine Eltern ihm eh mehr glauben würden. Ich schlug zurück und er begann mich zu schütteln, auf mich einzuschlagen und dann, als wäre es wie ein Wandel gewesen, mich zu küssen und zu berühren. Er drückte mich runter, und vergang sich auch nun ein zweites Mal an mir. Als er fertig war schickte er mich raus und ließ mich wieder gehen. Ich verstehe bis heute nicht warum er das getan hatte. Beim dritten und somit letzten Mal, ging ich freiwillig hin, um ihm eine Lektion zu erteilen. Nun ja, eine Lektion war es eigentlich nicht wirklich, aber ich empfand es als solche. Ich betrat die Praxis am Termindatum, setzte mich in meinen Raum, und wartete auf ihn. Als er rein kam, mich ansah und fragte; "Willst du das also nochmal mitmachen?" Zog ich mich sofort aus, und stellte mich ihm frei zur Verfügung. Er begann mit dem Üblichen, und ließ dann nach ein paar Minuten von mir ab und schubste mich weg. Ich verzog keine Miene bei seinem Treiben und zuckte nicht einmal. Anscheinend wurde es ihm zu langweilig.
Mittlerweile denke ich darüber nach, ob ich durch dieses Handeln vielleicht etwas in ihm bewegt hatte, oder ob ich der Grund war warum er noch weiter Mädchen missbrauchte...
Nun nochmal zu meinem damaligen Psychischem Stand: zu der Zeit war ich nicht reif genug um dies zu verstehen. Das kam erst mit der Zeit, eher so mit 14-15, in der Zeit wo ich mich das erste mal meinem Freund anvertraut hatte. Meine Eltern wissen nichts davon, und auch zur Polizei bin ich nie gegangen. Der einzige der es weiß ist und bleibt er. Der Typ sitzt grade seine Strafe ab, da noch viele weiter Mädchen und Frauen ihn wohl angezeigt haben. Die Zeit in der ich angefangen habe es zu realisieren war schrecklich, ich habe wieder angefangen mich zu verletzen und einen Suizidversuch habe ich bereits hinter mir. Dank meinem Freund, der mich ermutigt, therapiert und auch wieder repariert hat, sitze ich hier und liebe wieder. Ja, es ging sehr schnell (das Verarbeiten) und darüber bin ich auch froh!
Das Mobbing legte sich nach einem Schulwechsel wieder und ist auch nach einem neuen Freundeskreis nie wieder vorgekommen!

Ich danke meinem Freund, und auch ein bisschen Gott dafür das ich dem ganzen so standgehalten habe. Ich danke auch euch, oder demjenigen, der es bis hierhin durchgehalten hat!

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6. April 2015 um 0:07

Hey
Ist schon schrecklich was du erlebt hast .Mutig das du dich hier oeffnest. Hoffentlich dient dein positives Ende deiner Geschichte manchen hier als Vorbild.

Gruß

Pudius

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