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Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychopharmaka gemacht?

28. Juni 2017 um 19:00 Letzte Antwort: 29. Juni 2017 um 13:02

Ich habe eine Schwere Depression, aber ich habe extreme Angst, vor den Medikamenten.
Ich frage mich immer wieder, ob ich welche nehmen soll oder nicht
Die Gespräche mit meiner Psychologin helfen mir nicht wircklich weiter und ich habe jede Nacht selbstmordgedanken und kann kaum schlafen.
Das geht schon seit zwei Jahren so und es wird immer schlimmer, also es gibt immer wieder mal Phasen, in denen es mir besser geht und ich voller Tatendrang bin, aber meistens bin ich immer müde, habe keine Intresse und möchte mich dann auch nicht mit Freunden treffen. Die kleinsten dinge im Alltag machen mich schon richtig müde und ich brauche viele Pausen.
Ich stehe auch und geh duschen, danach bin ich schon übermüdet und wenn ich dann aus der Schule komme, dann muss ich erstmal schlafen.
Die Wartezeiten für die Klinik beträgt ca. ein halbes Jahr.

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28. Juni 2017 um 20:20
In Antwort auf sameer_12381566

Ich habe eine Schwere Depression, aber ich habe extreme Angst, vor den Medikamenten.
Ich frage mich immer wieder, ob ich welche nehmen soll oder nicht
Die Gespräche mit meiner Psychologin helfen mir nicht wircklich weiter und ich habe jede Nacht selbstmordgedanken und kann kaum schlafen.
Das geht schon seit zwei Jahren so und es wird immer schlimmer, also es gibt immer wieder mal Phasen, in denen es mir besser geht und ich voller Tatendrang bin, aber meistens bin ich immer müde, habe keine Intresse und möchte mich dann auch nicht mit Freunden treffen. Die kleinsten dinge im Alltag machen mich schon richtig müde und ich brauche viele Pausen.
Ich stehe auch und geh duschen, danach bin ich schon übermüdet und wenn ich dann aus der Schule komme, dann muss ich erstmal schlafen.
Die Wartezeiten für die Klinik beträgt ca. ein halbes Jahr.

also erst mal: wenn Du suizidal bist, besteht Lebensgefahr und damit liegt die Wartezeit für die Klink bei genau Null Stunden! Direkt dort hin fahren, in die Notaufnahme gehen, klipp und klar sagen, dass Du Hilfe brauchst. JETZT. Und warum. Du solltest da natürlich nichts herunter spielen.

Was die Medikamente angeht: sind meine Erfahrungen duchwachsen. Alles auf dieser Welt hat (mindestens) zwei Gesichter. Es gibt immer Vor- und Nachteile. Auch bei Psychopharmaka also.
Vorteil: macht vieles sehr, sehr viel leichter. Unbezahlbar. In dieser Situation kann man es sich selten leisten, eine mögliche Erleichterung vorbeiziehen zu lassen.
Nachteile: es gibt einige (im Klartext: Tranquillizer), die ich nie, nie, niemals wieder nehmen würde. Völlig egal, was kommen mag. Weil die massiv abhängig machen und der Entzug ist mit dem von Heroin absolut vergleichbar. Gar nicht lustig.
Nächster Nachteil: die Wirkungen entscheiden sich von Mensch zu Mensch. Auch bei gleichen Symptomen und gleichem Krankheitsbild. Ist an sich normal und bei allen Medikamenten so (bei mir haben Aspirin und Spalt-Tabletten beispielsweise noch nie gegen Kopfweh geholfen, ich muss bei Kopfschmerzen immer etwas anderes nehmen) - bei Psychopharmaka aber stärker. Es ist also leider normal, dass auch Ärzte erst einmal ausprobieren müssen, was bei Peter Müller und Andrea Schneider nun hilft.
Nachteil 3: die Medikamente unterscheiden nicht unbedingt zwischen "gut" und "böse" (was auch schon theoretisch nur bedingt geht, auch wenn sie immer auf gezielte und bestimmte Botenstoffe wirken) - oft ist es so, dass Emotionen generell "flacher" werden.

Der Vollständigkeit halber: alles nur meine Meinung und meine Erfahrung, ich bin kein Arzt, kein Fachmann, kein Experte, ich bin Laie.

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29. Juni 2017 um 13:02
In Antwort auf sameer_12381566

Ich habe eine Schwere Depression, aber ich habe extreme Angst, vor den Medikamenten.
Ich frage mich immer wieder, ob ich welche nehmen soll oder nicht
Die Gespräche mit meiner Psychologin helfen mir nicht wircklich weiter und ich habe jede Nacht selbstmordgedanken und kann kaum schlafen.
Das geht schon seit zwei Jahren so und es wird immer schlimmer, also es gibt immer wieder mal Phasen, in denen es mir besser geht und ich voller Tatendrang bin, aber meistens bin ich immer müde, habe keine Intresse und möchte mich dann auch nicht mit Freunden treffen. Die kleinsten dinge im Alltag machen mich schon richtig müde und ich brauche viele Pausen.
Ich stehe auch und geh duschen, danach bin ich schon übermüdet und wenn ich dann aus der Schule komme, dann muss ich erstmal schlafen.
Die Wartezeiten für die Klinik beträgt ca. ein halbes Jahr.

Hallo liebe nellycoconut,

ich finde es gut, dass du dich mit deinem Anliegen hier an das Forum wendest.
Depressionen sind behandelbar und deshalb darfst du den Mut nicht aufgeben.
Seit wann hast du die Depression und wodurch wurde sie ausgelöst?
Ich habe derzeit auch eine Depression auch schon seit längerer Zeit. Momentan ist es bei mir etwas besser. Ich absolviere derzeit ein Praktikum und wurde jetzt würde diese Woche vom Arzt krank geschrieben. Konnte nachts überhaupt nicht mehr schlafen und nehme jetzt seit einer Woche ein Antidepressivum: Citalopram. Ich hatte auch erst Angst vor den Nebenwirkungen, aber die sind bei mir total im Rahmen! Den ersten Tag war mir ein bisschen schlecht, aber ansonsten war alles gut. Ich denke man macht oft den Fehler, das gesamte Netz nach Informationen über die Verträglichkeit von Antidepressiva durchzusuchen. Nun ist es aber so, dass sich für gwöhnlich hier hauptsächlich Leute melden, bei denen die Medikamente starke Nebenwirkungen hervorgerufen haben. Die anderen, bei denen das nicht der Fall ist, haben kein großes Interesse daran, ihre Meinung preiszugeben, weil bei ihnen ja alles gut gegangen ist. Ich würde versuchen, nicht die negativen Seiten des Antidepressivums in den Fokus zu nehmen, sondern die positiven Seiten. Eben die, dass dir das Medikament sehr helfen kann!

Dass die Wartezeit in der Klinik so lange ist, finde ich berhaupt nicht gut. Wo wohnst du denn? In Karlsruhe ist es so, dass Personen denen es sehr schlecht geht sofort in die Klinik kommen können. Woher kommst du denn? Vielleicht wäre das eine Option für dich? Es ist ja schlimm genug, dass du Selbstmordgedanken hast. Da musst du ganz dringend was machen. Weil glaub mir, es gibt Hoffnung, und die Psychologen vor Ort können und werden dir helfen. Und wenn alle Stricke reißen, geh nach Karlsruhe in die Klinik.

Ganz liebe Grüße
Eseline0808

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