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Weiss nicht mehr weiter...

21. Oktober 2008 um 20:00

Hey an alle!

Ich weiss einfach nicht mehr was ich machen soll Jahrelang hab' ich mich zusammengerissen und versucht normal zu sein, mich anzupassen und alles zu machen, was man von mir erwartet. Aber jetzt kann oder will ich nicht mehr!
Ich hab' gerade mein Praktikum geschmissen, wegen der ganzen Scheiße und fühl' mich jetzt als wäre ich endlich von dem Drahtseil auf dem ich die ganze Zeit balanciert bin abgerutscht und ins bodenlose gefallen. Ich hab' echt keine Ahnung wie's jetzt weitergehen soll und das ist wirklich beängstigtend für mich!
Okay, jetzt ein bissl was zu meiner (traurigen?!) Geschichte:
Hatte schon früh Probleme mit mir selbst. Übersteigerter Perfektionismus, mangelndes Selbstwertgefühl, Selbsthass etc....Mit 17 hatte ich das erste mal eine Phase der Magersucht. Meine Eltern verstanden nix und setzten mich dermaßen unter Druck dass ich irgendwann vor lauter Schuldgefühlen aufgab und wieder anfing zu essen. Hinzu kam dass meine Mutter zu dieser Zeit an Krebs erkrankte. Ihre Krankheit zog sich über mehrere Jahre und im letzten Februar ist sie letztlich gestorben. In der Zwischenzeit hatte ich zwei weitere Rückfälle in die MS, von denen aber niemand etwas gemerkt hatte, da ich wirklich versuchte mit meinen Problemen alleine klar zu kommen und niemandem Sorgen machen wollte. Und das war eigentlich auch mein weiterer Plan. Leider ist's über die Monate und Jahre nicht wirklich besser geworden, obwohl ich mich echt bemüht habe. Mich immer wieder überwunden und mich meinen Ängsten gestellt hab... Aber ich hab' dabei immer wieder diese depressive Phasen, bin emotional sehr labil, fühl' ich wertlos, ängstlich... Manchmal ist's so schlimm, dass ich sogar ritzen muss um nicht abzudrehen. Dann hab' ich auch noch soziale Probleme. Es klingt wie ein Witz! - aber ich studiere Soziale Arbeit und habe gleichzeitig total Angst unter Menschen und kann nicht oder nur schwer in Gruppen oder gar vor Leuten reden.
Aber wie gesagt, hab' ich mich bisher eisern gehalten und versucht mein Leben ohne Hilfe in den Griff zu kriegen und 'meinen Weg zu gehen'.
Dazu bin ich dann sogar vor 2 Monaten in eine andere Stadt gezogen um dort ein Praxis-Semester zu machen! Ich dachte dass mir das helfen würde! Der Abstand zu meinem alten Leben, meinem alten Selbst, neue Erfahrungen, neue Leute und so...Nur leider habe ich mich da wohl völlig verrechnet. Ich stand die letzten 2 Monate unter 'psychischem Dauerstress', sozusagen, bin jetzt total am Ende und hab' letztlich gestern das Praktikum abgebrochen. Jetzt steh' ich vor dem großen Nichts!
Ich könnt es bestimmt noch irgendwie regeln und mir 'ne neue Praktikumsstelle suchen, bei mir daheim, wo ich wenigstens eine relative Sicherheit in meiner gewohnten Umgebung hab. Nur fehlt mir dazu jetzt einfach komplett die Kraft und das Selbstbewusstsein. Und dann würden auch der Kampf und die 'Verstellung' einfach weitergehen, bis ich vielleicht irgendwann tatsächlich abdrehe. Dabei liebe ich mein Studium/die Soziale Arbeit wirklich und würde auch nix anderes machen wollen! Nur fühle ich mich momentan eher so als würde ich selber eher auf die Seite des Klienten/Patienten gehören und nicht in die Rolle des Sozialarbeiters
Aber ich hab' einfach totale Panik mich Menschen anzuvertrauen oder gar den Schritt zu einem Psychologen zu machen. Dann will ich meinem Vater nicht 'auf der Tasche liegen' oder ihm Sorgen machen. In meiner Familie herrscht ein ziemliches 'Anspruchsdenken' so wie man zu sein hat, hat man eben zu sein, alles andere ist schlecht oder geht einfach nicht -so in der Art. Mein Umfeld hat kaum Ahnung oder Verständnis für solche psychischen Problematiken. Und durch meine jahrelangen sozialen Vermeidungsstrategien hab' ich keine Freunde oder niemandem mit dem ich reden könnte. Ich fühl' mich so schrecklich! Was soll ich nur tun??

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22. Oktober 2008 um 15:01

Danke!
Hey Acecat!

Erstmal Danke für deinen Beitrag! Ich hab' jetzt nochmal "eine Nacht über die Sache geschlafen" und war heute in meiner FH um mein weiteres Vorgehen zu regeln. Hab' aber gemerkt dass ich da an der falschen Adresse bin. Du hast Recht, ich sollte zuerst mein eigenes Leben regeln und zu mir selbst finden. Deswegen werd' ich jetzt erstmal ein "Urlaubssemester" machen und darin eine "Baustelle" nach der anderen bei mir angehen und auch versuchen mir klar zu werden wie es beruflich bei mir weitergehen soll. Hab' mir mal ein paar "schlaue Bücher" gekauft - da die Wartezeiten bei einem Psychologen doch recht lange sind - und schon einige gute Anregungen erhalten.
Tja, Danke nochmal!

lg

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Jaktation ??!
Von: linchen55
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20. Oktober 2008 um 18:18

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