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Was will sie?

3. Februar 2014 um 0:54

Ich bin in einer komischen Situation...

Ich, fast fertiger Physiker, kenne meine Kommilitonin von meiner Hiwi-Stelle seit 4 Jahren.

Seit dem ich angefangen habe unsere Freundschaft zu vertiefen und sie um Rat gefragt habe, weil ich seit Monaten überlege meine Freundin, mit der ich bereits seit 7(!) Jahren zusammen bin, aber erst seit 2 Jahren wirklich zusammenlebe, zu verlassen, hat sie angefangen mir Komplimente zu machen...

Ich würde sie nicht für eine andere Person verlassen, sondern einfach, weil ich denke, dass ich es ihr schuldig bin mitzuteilen, dass ich starke Zweifel habe, dass ich auch noch die nächsten Jahrzehnte mit ihr verbringen kann.

Man muss dazu noch sagen, dass meine Freundin vollkommen auf mich fixiert ist, ihre sämtlichen sozialen Kontakte und sich selbst vernachlässigt und verändert hat.
Sie hat kaum noch Freunde. Sie verabredet sich vielleicht maximal 5 mal im Jahr und wenn sie weggeht, dann zusammen mit mir und meinem Freundeskreis.

Dann kam noch ihre Ausbildung zur Krankenschwester. Während dieser Ausbildung hat sie 25kg zugenommen. Dies stört mich eigentlich bis einem gewissen Maße auch nicht, weil ich an sich kein oberflächlicher Mensch bin. Immer wenn sie sich beklagt hat, dass sie sich selbst zu fett findet, habe ich sie unterstützt wo ich konnte, mit ihr zusammen Diät gemacht, für Sie gesunde Sachen gekocht (weil sie selbst weder kochen kann oder Interesse hat es zu lernen), mit ihr zusammen beim Fitnessstudio angemeldet und sogar für Sie Eiweißbrot gebacken. Außerdem hab ich sie animiert, ihre sozialen Kontakte wieder aufzubauen, sich überhaupt wieder Hobbys zu suchen. Aber Nichts von Alledem hat gefruchtet.

So hockt nur zu Hause, wir sitzen zwar im selben Zimmer, ich gehe meinen Hobbies nach oder erledige was für die Uni, aber wir reden kaum miteinander. Und das was wir mit einander reden, ist belanglos.
Sie sitzt ihrerseits gelangweilt auf dem Sofa, weiß offensichtlich Nichts mit sich anzufangen, fordert ständig meine Aufmerksamkeit, zieht sich irgendeinen Assi-TV Müll im Fernsehen rein und spielt geistlose Internet-Browsergames...und das tagein tagaus.

Es gibt scheinbar Nichts wofür sie sich interessiert, sie hat keinerlei Hobbies mehr. Sie tut Nichts. Das ist auch der Grund, warum wir uns nichts mehr zu erzählen haben.

Wenn ich andererseits versuche Konversation zu betreiben, dann versteht sie die Themen nicht, da sie über kaum für ihr Alter (25) nennenswerte Allgemeinbildung verfügt und unsere normale Konversation in Streitgespräche ausarten, weil sie sich angegriffen fühlt, wohingegen ich es einfach nur liebe einfach mal über ein Thema zu diskutieren und ich es meinerseits gar nicht so meine.

Klar...sie hat einfach diese akademische Diskussionskultur nie kennengelernt...

Wir haben eben auch keine gemeinsamen Hobbies, die eine Basis für unsere Beziehung darstellen könnte, weil sie keine mehr hat.

Ich habe das Gefühl, dass sie die Anti-These meiner Selbst ist. Ich bin neugierig auf die Welt, ehrgeizig, will Alles verstehen und erfassen. Wenn ich Auto fahre, will ich wissen wie es funktioniert, will wissen, wie ich Öl und Wasser nachfülle etc..
Aber sie interessiert sich nicht im Geringsten dafür, denn sie ruht sich darauf aus, dass ich für alle technischen Sachen zuständig sei. Ich kann das einfach nicht begreifen.
Auf der anderen Seite gibt sie mit mir bei ihren Arbeitskollegen in Gesprächen an, klar sie ist stolz darauf mich zu haben, aber wie kann ich mich auf den Lorbeeren ausruhen für die andere gearbeitet haben?

Und warum hab ich das Alles jetzt erst gemerkt?! Vielleicht lernt man eine Person erst wirklich kennen, wenn man mit ihr zusammenlebt und all ihre Marrotten miterlebt. Klar. Auch ich habe meine Ticks und bin Lichtjahre von der Perfektion entfernt...

Lange Geschichte, ich komme immer stärker zum Schluss, dass es vielleicht nicht passt. Und ich brauche da wahrscheinlich einfach nur nochmal ne Rückmeldung, ob ich noch klar bei Verstand bin...und wie mach ich Schluss?!

Das Problem ist, dass sie vollkommen glücklich ist und das nur ich es nicht zu sein scheine. Das Problem ist, dass ich früher manisch depressive Phasen hatte/habe, damals noch ne Psychose, Derealisation, Depersonalisation...und ich immer dachte, dass ich einfach nicht glücklich sein kann und dass es nur an mir liegt....Wie mach ich mit einem Menschen Schluss, den ich eigentlich noch liebe, aber ich bemerke, dass die Differenzen immer größer werden? Sie wird es nicht verstehen...in ihren Augen bin ich perfekt und sie scheint schon ihre gesamte Lebensplanung auf mich gerichtet zu haben...für sie wird eine Welt zusammenbrechen. Dazu kommt noch: Sie ist emotional instabil, hat sich früher geritzt...mir ist es halt nich egal, was danach mit ihr passiert...ich will nicht, dass sie sich was tut oder sie ein anderes ... verletzt. Alles Scheiße...

Über meine Ratlosigkeit habe ich zeitweise in ihrer Abwesenheit einfach ganze Vodkaflaschen geleert, habe/hatte Schlafstörungen ohne Ende und habe angefangen auf meiner Praktikumsstrecke Niedersachsen-Bayern (jedes zweite Wochenende 1200km - 4 Monate lang - 10 Stunden Arbeitstag) über die Autobahn zu brettern wie ein Geisteskranker (natürlich nüchtern - immer voll durchgetreten wo nur ging mit 200)...naja..vielleicht steckt da eine gewisse Todessehnsucht dahinter...in meinem Freundeskreis bin ich schon auf lustige Weise als sehr trinkfester Vodkaexperte auf Grund dessen eingestuft...schon diverse Male keinerlei Erinnerung mehr an den gestrigen Abend...Filmrisse...leider kennt von denen nur einer die wahren Gründe...mittlerweile habe ich damit aufhören können...mit dem exzessiven Trinken und dem Rasen...

Manchmal bin ich einfach am Ende und hab einfach keinen Bock mehr auf diese ganze Scheiße und würde am liebsten einfach nicht mehr aufwachen,,,und wenn ich Glück hätte, würde ich dann endlich die Antworten auf alle meine Fragen erhalten, auf die ich immer versucht habe Antworten zu finden...aber dann rappel ich mich auf, wie eine Machine, ein Zombie, gefühlsleer durch die Welt streifend...und mal fühl ich mich wie glücklicher als je zuvor...naja manisch depressiv eben..vielleicht kommt auch noch Burnout dazu...kein Plan. In der therapeutisch-psychologischen Beratungsstelle war ich schon...und das war keine Hilfe. Der Therapeut hat sich nur drauf fixiert, dass ich meine Prüfungen angstfrei durchziehen kann...aber meine wahren Probleme hat er nie verstanden. Letztendlich hab ich trotz aller Ängste alles gut oder sehr gut bestanden..naja anderes Thema...Hab immer mein Uni-Programm durchgezogen.

Dann kommen einfach einige verrückte Geschichten dazu auf die ich mir keinen Reim machen kann, weil sie, meine jetzige Beziehung, meine erste Beziehung überhaupt war..
Keine Ahnung. Vielleicht bin ich gehemmt, vielleicht hab ich auch autistische Züge, vielleicht bin ich trotz Bi-Neigungen und Dreier verklemmt kein Plan...

aber zurück zum eigentlichen Problem:

Diese besagte Kommilitonin, ich finde sie sehr nett und attraktiv, hat seit dem ich mich ihr mit diesem ganzen Thema geöffnet habe, angefangen oder ich bilde mir das zumindest ein, mir mehr oder weniger eindeutige Komplimente zu machen, mich zu berühren, was sie zuvor nie tat.

Eigentlich ist sie selbst seit 3 Jahren in einer festen Beziehung mit der sie zusammenlebt...

Jedenfalls hat sie einmal auf mich umarmt und ihren Kopf auf meine Brust gelegt...sie meinte sie sei müde...das ganze ging dann so ne halbe Minute...ich war einfach nur verdattert...weil ich Berührungen von anderen "weiblichen" Wesen nicht gewohnt bin und nach einigen Sekunden als ich mir der Situation bewusst war, hab ich angefangen mich daraus zu lösen...aber ohne dass es für sie jetzt peinlich gewesen wär.

Dann ein anderes Mal als wir festgestellt haben, dass wir den gleichen Musikgeschmack haben (Progressive, Alternative Rock, System of a Down, Puscifer, Massive Attack, a perfect circle, linkin park, beck etc), hat sie mich wieder (dieses Mal von der Seite) im Gehen umarmt, mich angesehen und mich gefragt, warum wir nicht zusammen seien...

Dann kommt noch dazu, dass sie mich fragt, wie definitv nun meine Entscheidung sei mich von meiner Freundin zu trennen, sie mir Komplimente macht, indem sie sagt, dass ich nett und attraktiv und intelligent sei und sie mir anbietet wenn ich Quatschen will auf nen Bier oder zum Zocken (!) vorbei zukommen.

Ein Kumpel meinte Bier+Zocken würde gleich "VIdeo/DVD-Abend" bedeuten...oh mann...naja und wir necken uns immer...ich hab das bislang nur als lustiges Spielchen ohne Bedeutung gesehen...naja sie ist Studentin und ist eindeutig selbstständiger, selbstbewusster und intelligenter, unabhängiger, gutaussehend etc pp....aber wie gesagt...ich habe meine Freundin immer geliebt und war und bin ihr immer noch treu.

Nicht nur sie macht mir Komplimente...schon zwei Kumpel von mir, die sich nicht kennen, sagen dass ihre Mütter (!) meinten, dass ich gutaussehend sei...oh mann...(Originalzitat: "ein hübscher Mann" und "der hat was aus sich gemacht...") Dabei sind die verheiratete Frauen um die 40 bis 50 und ich 25...

Ich bin eigentlich ständig am Rande des Wahnsinns...alles ist verrückt, die Gedanken unkontrolliert...merkt man vielleicht schon am Textfluss.

Dann kam noch ein Erlebnis von neulich aus der Disko hinzu...

Ich werde von einer Frau angetanzt...Blickkontakt...SIE quatscht mich an..unterhalten uns ein wenig, sie fässt mich die ganze Zeit an..und es stellt sich heraus, dass sie ebenfalls Krankenschwester ist...was fürne Ironie...

Und sie erzählt mir brühwarm, dass sie sich ja erst gestern von ihrem Freund getrennt hätte, sie nichts bereuen oder hinterhertrauern würde....

dann gibt sie mir von sich aus ohne, dass ich danach gefragt hätte ihre Nummer, schaut mich die ganze Zeit an, und umarmt mich dabei als wenn sie auf was meinerseits warten würde...schließlich endet das ganze in einer intensiven Umarmung und geht dann nur widerwillig ihre Freunde suchen und ich die meinen..

Wollte die einen ONS? Vermutlich brauchte sie nur Selbstbestätigung und Trost...und sie hat mir noch das Versprechen abgerungen, dass sie mich ja sehr gern wiedersehen und ich mich deswegen doch bei melden könne/sollte...

ist jetzt nen Tag her...ich schreibe ihr was Sache ist, denn es ist alle schon kompliziert genug...auf freundschaftlicher Basis ok, aber nicht mehr...ach f.....

Mir ist es eigentlich egal, ob sich hier Einer die Mühe macht das zu lesen, wenn nicht, dann ist es auch egal. Ich musste mir einfach mal Alles von der Seele schreiben...so wie früher. Als ich meine pubertären Konflikte mit der Welt und mir selbst in gesellschaftkritischen Manifesten verarbeitet habe...

Aber es ist alles echt und zu 100% die Wahrheit und wers nicht glaubt, dann ist es sein Problem. Kümmert mich nicht.

Ich suche einfach Orientierung, einen Rat, eine unabhängige dritte Meinung zu dem riesen Berg Scheiße in dem ich mich befinde und mit jedem Strampeln weiter hinein manövriere...

Ich bin einfach nur ein verzweifelter, orienterungsloser, kranker Mensch, der einfach nur verzweifelt versucht glücklich sein und es Jedem, allen voran mir selbst recht zu machen und sich dabei selbst sein größter Kritiker ist.




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3. Februar 2014 um 20:06

V
Erstmal solltest du dich v deiner freundin trennen. Es ist zwar toll, dass du dir sorgen um sie machst. Aber du kannst doch nicht ein lebenlang mit ihr zusammen sein, weil sie sich etwas antun KÖNNTE!

Mit der anderen dame solltest du es langsam angehen lassen. Erstens aus respekt deiner ex/freundin gegenüber. Und zweitens aus liebe zu dir. Wer zu schnell nach einer langen beziehung eine neue hat - trennt sich meist schnell wieder. Du und auch die "neue" müsst einmal eure alten beziehungen verarbeiten - bevor es zu etwas ernsthaften kommen kann. Ihr könnt natürlich trotzdem in komtakt bleiben und euch treffen. Aber mit dem beziehungsding solltet ihr noch etwas warten, finde ich

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3. Februar 2014 um 20:46

Schritt für Schritt!
Hey!

Dir geht ja gerade viel durch den Kopf! Ist aber total verständlich und falls Du den Eindruck hast, dass Du der Einzige bist, dem es so geht, dann täuscht Du Dich aber

Wir haben alle unsere Probleme. Deswegen sind wir ja noch lange nicht krank! Ich hab jedenfalls nichts bei Dir rausgelesen, was nicht jedem zu schaffen machen würden. Dann wären aber alle krank! Ausserdem hast Du ja schon Erfahrung mit psychotischen Störungen und hast die bewältigt und absolvierst ein Studium. Beides, gerade "nacheinander", verdient Respekt.

Also eins nach dem anderen. Krank gibt es so nicht was die Psyche angeht (schau mal hier: http://noch-dohf.blogspot.de/2014/02/ich-bin-nicht-labil-ich-hab-nur-viel.html). Vor allem bist Du gerade ein einer ziemlich normalen Zwickmühle. Ich denke jeder von uns hat schon mit dem Ende von Beziehungen zu kämpfen gehabt.

Ich finde erstmal ist wichtig, dass Du Dir überlegst welche Möglichkeiten Du hast. Du kannst bei Deiner Freundin bleiben oder Sie verlassen. Was davon richtig ist musst Du leider entscheiden; das kann niemand für Dich tun. Aber bei Ihr zu bleiben heisst ja nicht alles so zu lassen!!! Du kannst Euch noch eine Chance geben und versuchen gemeinsam das Problem anzugehen. Wenn Du schon eigene Erfahrung mit Therapie hast, dann bist Du ein guter Berater was das Nutzen von Hilfe angeht. Du kannst Dich aber auch von Ihr trennen, ohne sie im Stich zu lassen! Natürlich ist das auch sehr schwierig, aber wir wissen ja nicht ob Sie wirklich glücklich ist, wie es gerade läuft. In einem Ende einer Beziehung liegt eine Chance für einen Neuanfang in einer anderen Beziehung; und damit könnten beide zufriedener sein.

Ich weiß nicht ob das mit Deiner neuen Kollegin was neues ist oder nicht. Aber das ist auch eine andere Frage. Wenn man hofiert wird, fühlt man sich auf jeden Fall toll. Auch wenn man verknallt ist fühlt sich das super an. Aber in so einer Euphorie sieht man auch nur das was einem gefällt. Also gönn Dir ein bisschen Zeit und geh erstmal das mit Deiner Freundin an. Das kannst Du Deiner Kollegin ja evtl. auch sagen; sie weiß ja, dass Du überlegst.

Also sei nicht so kritisch mit Dir: Du scheinst ja gut auszusehen (auch wenn Du das gar nicht glauben kannst), Du hast eine psychotische Störung gemeistert und bist gut in Deinem Studium und Du hast gerade ein ganz häufiges Problem. Bloß weil mal eine Sache nicht so gut klappt bist Du doch nicht komplett schlecht. Jeder hat Sachen, in denen er gut ist und Sachen in denen er schlecht ist. Ich kann auch nicht singen und es ist mir wurscht (außerdem siehst Du wohl besser aus als ich ) Lass Dich nicht verwirren, was man haben muss um glücklich zu sein; entscheide das selbst.

Also ob Du Dich trennst oder nicht: Hilf Deiner Freundin, dass sie sich auch Hilfe sucht um aus ihrem "Loch raus zu kommen". Sprich es offen bei Ihr an und rechne erstmal mit Widerstand. Und denk nicht, dass Du krank bist. Wir möchten alle gern die Lösung für ein Problem haben, die keine Nachteile hat. Aber wenn es eine Lösung ohne Nachteile gäbe, dann wäre es kein Problem, oder? Wenn Du nicht nur "trennen oder nicht trennen" denkst, findest Du vielleicht auch noch eine andere Lösung, die gut funktioniert (technisch gesprochen: Zwischen Schwarz und Weiß liegen doch unzählige Graustufen - wenn nicht sowieso Millionen von Farben).

Für mich ist es auch schwer da jetzt was echt gutes zu schreiben. Ich denke Du kannst Dir ja auch einen professionellen Berater und Helfer suchen um das gut zu bewältigen. Das muss man alles eigentlich ordentlich und in Ruhe besprechen und dann kannst Du Dir eine Lösung erarbeiten.

Du hast schon viel geschafft - warum solltest Du das jetzt nicht auch schaffen?

Frederic

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4. Februar 2014 um 0:11

Was will sie?
Hi,

vielen Dank für die Einschätzungen und Ratschläge.
Ich hätte ehrlich gesagt nicht erwartet, dass das überhaupt Jemand liest.

Natürlich kann mir Niemand eine Entscheidung abnehmen - das soll, kann und darf auch Niemand. Ich habe ja schließlich einen eigenen Willen und jeder muss die Konsequenzen seines Handelns verantworten.

Zunächst einmal ist es sehr interessant zu sehen, dass Jeder, den ich bisher in dieser Sache um Rat gefragt habe, eine ähnliche Position vertritt:

Probier's nochmal und mach dann Schluss oder sofort.

Naja - mein Bekanntenkreis hat mir ironischerweise zu Beginn dieser Beziehung schon ein frühzeitiges Ende dieser auf Grund des unterschiedlichen intellektuellen Niveaus prognostiziert. Aber natürlich wollte ich das nicht hören.

Klingt zwar scheiße und überheblich und ich dachte immer, dass der Satz "love conquers all" der Wahrheit entspricht.
Aber leider ist es das nicht. Vor allem aber ist die Frage wichtig:

"Wäre ich unter normalen Umständen auch mit ihr befreundet?" Wenn ich diese Frage nicht mit "Ja" beantworten kann, wie kann ich dann mit ihr zusammen sein?

Probiert habe ich ja wie gesagt schon Einiges. Seit einem Jahr.
Aber in manchen Punkten wird sie sich einfach nie ändern können und das kann und will ich auch gar nicht von ihr erwarten. Genauso wenig wie sie von mir erwarten kann, dass ich mich für den Rest meines Lebens verstelle.
Sie selbst sagt sie sei glücklich mit Allem so wie es ist.

Das Problem mit ihrer Lethargie und ihrer sozialen Isolation und ihrem Übergewicht ist, dass sie das scheinbar so will und es sie nicht stört.

Als ein ernstes Gespräch auf das Thema Freundschaften und Hobbies fiel, meinte sie: "Ich brauche keine Freunde."
"Für Hobbies habe ich wegen des Jobs keine Zeit."

Sie empfand es schon als Klammern, als eine neue Bekannte sich von sich aus bei ihr nach einer Woche Funkstille gemeldet hat und gefragt hat, ob alles in Ordnung sei. Von sich aus meldet sie sich nie bei ihren Bekannten.

Aber im umgekehrten Falle, wollte sie nicht verstehen, dass es mich bei klein genervt hat, wenn sie mich 3 bis 5 mal am Tag anrufen muss, aber wir uns defacto Nichts zu sagen haben und uns dann am Telefon anschweigen. Was ist das ihrerseits denn, wenn nicht klammern?

Bezüglich des Themas Übergewicht sagte sie nur: "Ich will auf Nichts verzichten." Und das sagt sie mir, nachdem ich mir bereits den A.... für sie aufgerissen hab. Das ist wie ein Hieb auf die Fresse.

Aber ich kann das nicht. Ich bin noch jung. Jeden Abend, jedes Wochenende zu Hause vor dem Fernseher zu versauern kann ich noch, wenn ich nicht mehr anders kann, mit Gehbehinderung mit Ende 80 im Rollstuhl vorm Fernseher beim Tatort einschlafe mit 'nem Glas Mineralwasser in der Hand... Ich habe auch das Gefühl, dass ich irgendwas nachholen müsste, weil ich das in dem Alter, in dem man normalerweise Erfahrungen sammelt, genau dies nicht getan habe.

Die Alternative, nicht mit ihr Schluss zu machen, würde bedeuten Heirat, Familie, Kinder.
Genau das ist ihr Wunsch. Es ist in den vergangenen 2 Jahren kein Monat vergangen, indem sie mir nicht in den Ohren lag mit "Wann heiratest du mich endlich? Wann fragst du micht endlich?" und das mit einer Naivität einer 15-Jährigen. Und wenn nicht sofort innerhalb einer Sekunde die Antwort, die sie hören möchte wie aus der Pistole aus meinem Munde geschossen kommt, benimmt sie sich wie ein bockiges Kind.

Diese Art von Fragen sind wohlgemerkt auch noch 3 Wochen später wieder aufgetaucht, nachdem ich mit ihr ein weiteres ernstes Gespräch geführt habe, indem ich ihr gesagt habe, was mich alles stört. Und scheinbar ist sämtliche Kritik an ihr abgeperlt, sodass sie meine Kritik nur auf "Übergewicht" reduziert hat.

Anfang des Jahres hat sie ne Diät angefangen, mal wieder, nur 2 Wochen später schon wieder nicht mehr dran gehalten. Null Diszplin.
Da hat sie sich schon wieder abends um 10 irgendwelches Süßzeug vorm Fernseher reingestopft und trinkt eigentlich nur Limonaden.

Deswegen: Sie will es selbst gar nicht, ist aber nicht zufrieden mit ihrem Körper, und hat nur damit angefangen, um mir zu Gefallen. Sie kompensiert doch auch mit der Fresserei nur was. Sie rückt aber damit nicht heraus.

Im Gegenteil: Sie gab mir sogar die Schuld dafür, dass sie vorm Fernseher sich mal wieder ne ganze Tafel Schokolade reingezogen hat mit der Begründung "Du warst ja nicht da!"...in dem Augenblick damals hab ich gar nicht kapiert, wie unverschämt das eigentlich ist. Das sie mir die Schuld zuschiebt und sich ihrer eigenen Verantwortung für ihr Handeln damit entzieht.

Aber naja...zurück zum Thema:

Wenn ich nicht studieren würde, wäre "Heirat, Familie, Kinder" genau das, was sie will. Dann hätte sie auch schon Kinder. Sie will mich um jeden Preis an sich binden. Aber da mache ich nicht mit. Ich glaube unabhängig von der Partnerin würde ich nicht heiraten.

Ich habe kein Bock zum Pantoffelhelden degradiert zu werden. Sonst dreh ich mich eines Tages im Bett um, wache auf, bin 50, schaue neben mir ins Bett und möchte mir am Liebsten selbst ne Kugel verpassen. Klingt zynisch, ich weiß. Aber so bin ich.

Und so tue ich wohl mir selbst aber vor Allem auch ihr einen Gefallen, wenn ich mit ihr Schluss mache. Dann wacht sie vielleicht auf und findet einen Partner, der bereit ist sich zu binden und sie kann ihre Lebensplanung erfüllen. Das bin ich ihr auch schuldig. Dann hat sie Gewissheit.

Ich danke allen Antwortschreibern.

Ich denke, es ist das Beste.
Es wird nicht leicht werden, aber ist die rationalste Entscheidung mit der Beide voraussichtlich glücklich sein werden.




Zu dem Thema mit der Kollegin:

Ich glaube es ist mir egal, ich interpretiere da wahrscheinlich eh nur was falsch. Vielleicht bleib ich auch jetzt erstmal jahrelang Single. Bevor ich in diese Beziehung gegangen bin, hatte ich mir immer geschworen bewusst Single zu bleiben, da ich nicht ein unmündiges Spielobjekt meines genetisch-evolutionären Erbes sein möchte. Diese ganze Ausrichtung dieser Gesellschaft auf, im Endeffekt, Reproduktion, habe ich verachtet.

Wie gesagt habe ich keine Ahnung, was sie mit ihrem Verhalten bezwecken will. Ich glaube eher, dass sie das alles nur freundschaftlich meint. Sie wird nicht wegen mir ihren Freund verlassen. Wir kennen uns dafür eigentlich auch schon zu lange.

Und ehrlich gesagt fühle ich mich unwohl, wenn ich hofiert werde. Entweder erkenne ich es nicht oder ich will es nicht erkennen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass mein Selbstbild (Nerd/Freak) nicht mit dem Bild übereinstimmt, dass meine Umwelt von mir hat. Aber scheinbar muss ja irgendwas Wahres dran sein.

Ich glaube nicht, dass alle unabhängig voneinander das gesagt haben, nur weil sie nett sein wollten.

Ich muss einfach beginnen mich selbst zu akzeptieren und meine gestörte Selbstwahrnehmung korrigieren. Punkt.

Danke nochmal. Allein durch das Schreiben konnte ich meine Gedanken ordnen und der Lösung näher kommen.


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4. Februar 2014 um 7:34

Klingt doch gut
Hallo!

Freu mich, dass Du Dir sicherer geworden bist. Es hilft viel, wenn man alles schwarz-auf-weiss vor sich hat.

Hat Deine Freundin vielleicht Depressionen? Wenn Sie oft müde ist, antriebslos (interessenslos) ist und gefühlsarm/emotionslos ist könnte das sein. Ich frag das nicht wegen Eurer Beziehung, sondern nur wegen ihr.

Wie wäre es wenn Du Dir einfach mal ein neutrales Selbstbild zulegst? Du musst ja auch nicht gleich zum Narzisten werden. Aber wir nehmen wahr was wir erwarten und wenn Du Dich für einen Freak hälst, dann wirst auch immer Sachen wahrnehmen, die darauf hindeuten und andere übersehen und anzweifeln. An sich zweifeln ist übrigens nicht "gestört"; das machen so viele Leute... Und genau so kannst Du das mit Deiner Kollegin offen lassen - das sagst Du ja schon, dass es erstmal egal ist. Aber sowas kannst Du Dir auch ein- oder ausreden.

Du bist doch Physiker: Stell mal bezüglich Deiner Selbstwahrnehmung Hypothesen auf, schätze Ihre Wahrscheinlichkeit und such dann aber ganz sauber und neutral nach Beweisen und Gegenbeweisen. Und ich glaube wenn wir solche Sachen nicht so wichtig nehmen (wenn es uns nicht so wichtig ist) dann werden wir automatisch, der der wir sein wollen.

Mach's gut
Frederic

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