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Was will ICH wirklich? Und was will ich nur, weil ich denke, dass andere wollen, dass ich es will?

27. März 2017 um 12:13 Letzte Antwort: 31. März 2017 um 9:38

Hallo zusammen
vor einiger Zeit habe ich mich hier im Hochzeits-Forum noch über ein paar Mädchen aufgeregt, die meines Erachtens aus Prestige und nur um anderen zu gefallen grosse Hochzeits-Feste planen usw.
Inzwischen habe ich aber festgestellt, dass ich selbst mir andauernd Gedanken darüber mache, was andere Leute über mich denken und dass ich möglicherweise andauernd bemüht bin, mein Leben so zu gestalten, dass andere (mir wichtige aber z.T. auch unwichtige) Leute "gut" von mir denken.

Beispiele: manchmal frage ich mich, ob ich meine Ausbildung(Studium) so gewählt habe, weil es mich tatsächlich interessiert oder ob ich in den Augen anderer durch die Fachrichtung speziell und interessant wirken möchte. Oder die Person mit der ich seit kurzem Lebe, hat einen etwas biederen Einrichtugsstil, was mir nicht soo gefällt. Nun realisiere ich aber mehr und mehr, dass ich mich persönlich an dieser Einrichtung kaum störe (hauptsache funktional), sondern dass ich andauernd nur daran denke, was mein Besuch davon (und somit von mir, der bewohnerin) halten würde... Ob ich mich ehrenamtlich engagiere, weil ich das für mich will und gerne tue, oder ob ich damit engagiert wirken und "Sympathiepunkte" sammeln will. Ob ich mich mit Freundne/Bekannten/Kollegen treffe, weil ich sie mag, oder weil ich es diesen Leuten recht machen will, sie nicht verletzen und gegen mich aufhetzen will, indem ich ihnen Treffen absage... Oft denke ich auch ewig im Nachhinein über Dinge nach und überlege wie Leute dieses oder jenes was ich gesagt oder gemacht habe interpretieren könnten und mache mir dann oft unnötige sorgen und Gedanken etcetc
Ich hoffe ich konnte so meine Gedanken verständlich beschreiben.

Nun Meine Fragen:
Ist das normal -menschlich-, dass man all sein Tun und Lassen so von anderer Leute Meinung abhängig macht? oder wenigstens in meinem alter (mitte 20)? Habe ich mangelndes Selbstbewusstsein?
Wie kann ich:
1. damit aufhören, mich darum zu kümmern, was andere Leute möglicherweise über mich denken
2. herausfinden was ich selbst wirklich möchte?

Hilft ev. Therapie etwas, Meditieren oder älter werden.... ich habe keinen Plan

PS: es gibt durchaus auch die andere seite, z.b bin ich immer ungeschminkt und fühle mich nicht unwohl so in der Gesellschaft. Und ich bin mir auch ganz sicher, dass ich meinen Partner liebe und nicht aus irgendwelchen finanziellen, sozialen oder was weiss ich Gründen... mit ihm zusammen bin... Oder ich weiss auch dass zumindest ein bestimmtes meiner Hobbies wirklich meine Leidenschaft ist usw

Naja auf jeden fall danke, falls sich jemand die Mühe macht, das alles zu lesen und dann noch zu anwtorten 

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31. März 2017 um 4:11

Hallo
Ich habe auch so gelebt. Mir hat nur ein radikaler Umbruch geholfen (aus gewissen Gründen mit 18 von Zuhause ,,ausgezogen" und ich habe in wenigen Monaten neu angefangen. Ich tändelte herum und fraß, kompensierte mein Leben mit Zucker und tat gar nichts.
Es ist nicht so einfach, sich diese Gedanken abzugewöhnen, doch das geht wohl nur auf die etwas ruppige Art. Mittlerweile ist es mir egal, wie wer denkt oder über mich urteilt.
Meine erste Erkenntnis: das ist alles nur pure Zeitverschwendung.

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31. März 2017 um 6:44

Man muss manchmal wirklich in sein Inneres hineinhören und bewusst überlegen: was will ich, was tut mir gut usw. Oft denkt man selbst nur, wo/wie man den anderen genügen muss.
Es ist das klassische "Nein" sagen können, was man sich meist zu oft selbst untersagt.
Probier es aus, es tut einem wirklich gut und Du wirst merken, dass man wesentlich mehr selbst entscheiden kann und es die anderen nicht krumm nehmen!

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31. März 2017 um 9:38
In Antwort auf deflorin

Hallo zusammen
vor einiger Zeit habe ich mich hier im Hochzeits-Forum noch über ein paar Mädchen aufgeregt, die meines Erachtens aus Prestige und nur um anderen zu gefallen grosse Hochzeits-Feste planen usw.
Inzwischen habe ich aber festgestellt, dass ich selbst mir andauernd Gedanken darüber mache, was andere Leute über mich denken und dass ich möglicherweise andauernd bemüht bin, mein Leben so zu gestalten, dass andere (mir wichtige aber z.T. auch unwichtige) Leute "gut" von mir denken.

Beispiele: manchmal frage ich mich, ob ich meine Ausbildung(Studium) so gewählt habe, weil es mich tatsächlich interessiert oder ob ich in den Augen anderer durch die Fachrichtung speziell und interessant wirken möchte. Oder die Person mit der ich seit kurzem Lebe, hat einen etwas biederen Einrichtugsstil, was mir nicht soo gefällt. Nun realisiere ich aber mehr und mehr, dass ich mich persönlich an dieser Einrichtung kaum störe (hauptsache funktional), sondern dass ich andauernd nur daran denke, was mein Besuch davon (und somit von mir, der bewohnerin) halten würde... Ob ich mich ehrenamtlich engagiere, weil ich das für mich will und gerne tue, oder ob ich damit engagiert wirken und "Sympathiepunkte" sammeln will. Ob ich mich mit Freundne/Bekannten/Kollegen treffe, weil ich sie mag, oder weil ich es diesen Leuten recht machen will, sie nicht verletzen und gegen mich aufhetzen will, indem ich ihnen Treffen absage... Oft denke ich auch ewig im Nachhinein über Dinge nach und überlege wie Leute dieses oder jenes was ich gesagt oder gemacht habe interpretieren könnten und mache mir dann oft unnötige sorgen und Gedanken etcetc
Ich hoffe ich konnte so meine Gedanken verständlich beschreiben.

Nun Meine Fragen:
Ist das normal -menschlich-, dass man all sein Tun und Lassen so von anderer Leute Meinung abhängig macht? oder wenigstens in meinem alter (mitte 20)? Habe ich mangelndes Selbstbewusstsein?
Wie kann ich:
1. damit aufhören, mich darum zu kümmern, was andere Leute möglicherweise über mich denken
2. herausfinden was ich selbst wirklich möchte?

Hilft ev. Therapie etwas, Meditieren oder älter werden.... ich habe keinen Plan

PS: es gibt durchaus auch die andere seite, z.b bin ich immer ungeschminkt und fühle mich nicht unwohl so in der Gesellschaft. Und ich bin mir auch ganz sicher, dass ich meinen Partner liebe und nicht aus irgendwelchen finanziellen, sozialen oder was weiss ich Gründen... mit ihm zusammen bin... Oder ich weiss auch dass zumindest ein bestimmtes meiner Hobbies wirklich meine Leidenschaft ist usw

Naja auf jeden fall danke, falls sich jemand die Mühe macht, das alles zu lesen und dann noch zu anwtorten 

Dass du überhaupt so viel darüber nachdenkst, zeigt zumindest:
- Du bist nicht zufrieden und leidest sogar
- Du tust Dinge, die dir nicht gefallen
Oft scheint es so, dass alle anderen wissen, was sie wollen. Das stimmt aber gar nicht, es gibt immer wieder Zweifel. Manche bekämpfen das, indem sie umso überzeugter tun, vor allem nach außen hin - denn dann kommt von anderen Bestätigung. 
Wir sind soziale Wesen, die Meinung der anderen ist durchaus wichtig. Provokateure und Revoluzzer brauchen diese Meinungen ebenfalls, bloß sehen sie sich meist durch Gegenwind bestätigt. Der Punkt ist: Dir fehlt das Vertrauen, dass du, so wie du bist, für die anderen akzeptabel bist.
Preisfrage: Stößt du andere vor den Kopf, wenn du geradeheraus deinen Standpunkt vertrittst? Nein, das denkst du nur deshalb, weil für dich die Meinung des anderen irgendwie wichtiger erscheint. 
Es fehlt einfach die positive Erfahrung, dass du, so wie du bist, eine Bereicherung für andere bist. Und vielleicht die negative, dass höfliches Verbiegen deiner selbst, in Wirklichkeit für andere nichts als Probleme bedeutet. 

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