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Was tun? Freund hat Depressionen und will da ganz allein durch???

17. November 2010 um 23:37 Letzte Antwort: 19. November 2010 um 18:48

Hallo!

Ich bin neu hier... sorry, wenns grad zu lang ist, bin Euch aber für etliche Tips und Meinungen dankbar

Mein Freund und ich sind erst seit 3 Monaten zusammen und führen eine Fernbeziehung. Wir sahen uns daher bisher nur an den Wochenenden. Sie waren immer unbeschreiblich schön! Soviel hab ich noch nie in einer Beziehung von meinem Partner bekommen! Ich liebe ihn über alles!
Das schleichende Problem in den letzten Wochen sind seine Depressionen, die er nun allein durchstehen möchte. Das kann ich einerseits für sein Selbstwertgefühl sehr gut verstehen. Andererseits fühle ich mich hilflos.. habe Angst.
Da wir z. Zt. weniger Kontakt haben, damit die Tabletten bei ihm
eine Wirkung erzielen können, weiß ich grad nicht wo ich stehe.
Er war letztes WE bei mir und wir haben sehr sehr viel geredet, was zuvor nicht passiert ist und es daher zu Missverständnissen kam. Das WE war zugleich sehr schön, da er sich auch durch die Medikamente ausgeglichener fühlte.
Allerdings nimmt er sie erst seit etwa 1 1/2 Wochen, sprich der Berg ist noch nicht überwunden.
Seinem Reden nach liebt er mich genauso, wollte sogar Schluß machen mit der Begründung, er sei nicht gut genug für mich! (Zum Glück konnte ich ihm klar machen, das ich ihn so liebe wie er ist und es kam nicht dazu.) Was auf keinen Fall so ist! Ich liebe ihn über alles, wie schon gesagt. Ich will auch auf ihn "quasi" warten bis es ihm wieder gut geht.
Dennoch fühle ich mich in der Zeit, wo wir keinen Kontakt haben sehr hilflos, zerbreche mir den Kopf, wie es ihm grad geht, was er macht... und warum will er alles allein durchstehen, wo wir eigentlich immer so schöne WEs hatten? Es könnte ihm doch auch helfen. Ich könnte ihm helfen.
Ich hab einerseits tierische Angstgefühle, da es ja so ungewiss ist, wann es ihm besser geht und wir uns wieder regelmäßig sehen. Andererseits warte ich ja auf ihm, weil ich ihn so in mein Herz geschlossen habe, da er mir bisher auch soviel gegeben hat!
Wird alles wieder gut? Demnächst geht er in eine Tagesklinik.. zunächst um sich zu informieren..
Leider kann ich mich z. Zt. nur mit alltäglichem Kram ablenken, da ich leider arbeitslos bin.
Hat jmd. ähnliche Erfahrungen? Wie ist es ausgegangen?
Aufgrund von früheren Beziehungen hab ich auch einerseits die Angst, wieder gelinkt zu werden... was ich mir bei ihm nicht vorstellen kann. Warum sollte er sonst dies WE nach mir gekommen sein?

Nächste Woche wollte er sich eine Tageklinik anschauen wg. Therapien und so.
Finden die Therapien nur unter der Woche statt? Welche Möglichkeiten gibt es da?

Ich bin Euch für Tips, Erfahrungen und Ratschlägen sehr sehr dankbar!

LG!

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18. November 2010 um 9:18

Belastende Situation
Hallo stern,

der Umgang mit Depressiven ist für Angehörige stets schwierig und sehr belastend. Es ist normal, dass du dich völlig hilflos fühlst und auch verunsichert zeigst. Grundsätzlich sind Depressionen heilbar, aber welche Besserung bei deinem Freund im Einzelfall erzielt werden kann, vermag niemand zu sagen.Da hilft es auch nicht, wenn du fragst, welche Erfahrungen andere gemacht haben.

Positiv ist, dass dein Freund in ärztlicher Behandlung steht und die Medikamente ja offenbar zu wirken beginnen. Richtig ist auch, wenn dein Freund die ihm vorgeschlagene Therapie in einer Tagesklinik antreten würde. Du darfst ihn hier ruhig etwas motivieren. Ansonsten gehört es zum Krankheitsbild, dass er sich auch emotional zurückzieht, seine Ruhe haben will, von Trennung redet. Man kann solche Phasen als Partnerin nur mit Verständnis und Liebe begegnen, solange die eigenen Kräfte dazu ausreichen.

LG Nus

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19. November 2010 um 18:48
In Antwort auf nus1951

Belastende Situation
Hallo stern,

der Umgang mit Depressiven ist für Angehörige stets schwierig und sehr belastend. Es ist normal, dass du dich völlig hilflos fühlst und auch verunsichert zeigst. Grundsätzlich sind Depressionen heilbar, aber welche Besserung bei deinem Freund im Einzelfall erzielt werden kann, vermag niemand zu sagen.Da hilft es auch nicht, wenn du fragst, welche Erfahrungen andere gemacht haben.

Positiv ist, dass dein Freund in ärztlicher Behandlung steht und die Medikamente ja offenbar zu wirken beginnen. Richtig ist auch, wenn dein Freund die ihm vorgeschlagene Therapie in einer Tagesklinik antreten würde. Du darfst ihn hier ruhig etwas motivieren. Ansonsten gehört es zum Krankheitsbild, dass er sich auch emotional zurückzieht, seine Ruhe haben will, von Trennung redet. Man kann solche Phasen als Partnerin nur mit Verständnis und Liebe begegnen, solange die eigenen Kräfte dazu ausreichen.

LG Nus

Danke
Nus!

Die Liebe und vorallem Zeit möchte und geb ich ihm auch jederzeit mit auf dem Weg der Besserung, egal wie lang er sein mag.

Deine Antwort hat mir sehr geholfen. Ich danke Dir sehr dafür!

Schwierig ist es leider, aber je mehr ich mich mit ihm unterhalten kann, und je mehr ich mich über Einzelheiten informiere, desto mehr kann ich ihn auch verstehen, auch wenn es schwer fällt.

Aufgrund der uns vorliegenden Distanz und den zeitweise nicht vorhandenen Kontakt, fällt es halt noch schwer, grad über die ungewisse Zeit hinaus, keinerlei Ahnung zu haben, wie es ihm z. Zt. geht.

Aber ich denke es wird! Die Tabletten brauchen natürlich erst ihre Zeit bis sie wirken, und die Therapie wird auch noch kommen.

Wir werden uns jetzt am WE wieder sehen, so kann ich, wenn er dafür bereit ist, ihm zumindest ein bißchen zur Seite stehen. Ich hoffe, es wird ihm gut tun.
Ich möchte ja auch nicht sein Therapieersatz sein, sondern einfach seine Freundin, die ihm zeigt, das sie ihn so liebt wie er ist und das er nicht allein ist.

LG
Stern

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