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Was stimmt mit mir nicht?

8. Januar 2013 um 1:49

Hallo?

Ganz klar ist,irgendwas haut bei mir nicht hin!
Die frage ist nur was?
Ich möcht nicht so viel schreiben daher sag ich einfach mal,meine kindheit war echt scheiße und hat mich vieles gelehrt.

Trotzdem scheine ich nicht "normal" zu sein und auch wenn ihr keine diagnose stellen könnt,dann vielleicht eine einschätzung?

Syptome sind folgende:
Meine umwelt kommt mir manchmal nicht real vor,ich weiß aber sie istes
Ich bin oft der meinung,keiner ist so ein toller,cleverer,intelligenter mensch wie ich-weil ich(und das stimmt tatsache) die muster und menschen viel zu schnell durchschaue
Ich bin stumpf-kann nicht nachempfinden was andere fühlen
Egal um welchen preis,ich zieh mein ding durch
Ich manipulier um meinen willen zu bekommen und sorge auch wenn es sein muss dafür,dass andere sich schuldig fühlen ohne grund
Manchmal spüre ich meinen körper oder teile davon nicht.
Ich denke mittlerweile das leben und alles wäre ein spiel-es ist mir egal was passiert
Ich kriege immer irgendwie meinen willen
Ich ekel mich vor kontakt zu menschen,wenn sie mich mögen-ohne grund

So ich glaub das reicht erstmal,vielleicht jemand eineahnung was das sein könnte?

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8. Januar 2013 um 7:57

Was stimmt mit mir nicht?
Was soll mit Dir nicht stimmen? Dass Du nicht "innerhalb der erwarteten Parameter funktionierst"? Dass Du nicht bist, wie nach unserem kulturellen Ideal ein Mensch zu sein hat?
Na und? Nur weil die christliche Hauptreligion und irgend ein verdrehtes buddhistisches Ideal predigen, dass man immer Rücksicht auf andere nehmen muß, immer lieb zu anderen sein muß und immer fein höflich - heißt das noch nicht, dass mit denen, die es nicht sind, etwas "nicht in Ordnung" ist.

Ich kann es auch nicht haben, wenn Menschen mich berühren, auch zufällig. Wenn es mir richtig schlecht geht, schließt das sogar meinen Mann ein, da muß ich erst meine Gefühle auf Richtung bürsten, damit ich nicht mit den Zähnen knirsche, wenn er mich berührt.
Wäre ich ein ... Grieche, wäre das ein echtes Problem. Wäre ich hingegen ein Japaner, dann wäre es völlig normal, dass es als absolut unhöflich gilt, einen anderen Menschen zu berühren, ohne ausdrücklich dazu aufgefordert worden zu sein.

Diese Welt IST zuweilen sehr surrealistisch, das kommt einem nicht nur so vor.

Das mit dem Manipulieren ist vermutlich eine Folge Deiner Kindheit, ebenso dass Du "die Muster so schnell durchschaust" - wenn Du eine schwierige Kindheit hattest, hast Du wahrscheinlich von klein auf gelernt, soziale Interaktion bewußt wahrzunehmen und bewußt anzusprechen. Lies ein NLP - Buch und Du wirst feststellen, dass Du all das schon seit Jahren weißt, kannst und machst. Aus dem Buch erfährst Du nur viele tolle Namen wie "Metabotschaften" für das, was Menschen "zwischen den Zeilen" sagen. Du kannst Körpersprache lesen, Du weißt nicht, dass es höflich ist, wenn jemand ein Angebot ablehnt, dennoch nachzufragen, Du weißt, dass derjenige sich sonst zurückgewiesen fühlt, den Eindruck hat, dass Du Dein Angebot nur "pro forma" gemacht hat und vermutlich im ersten Durchgang abgelehnt hat, um Dir seinen Respakt und seine Rücksicht zu zeigen, weil es ihm unhöflich und egoistisch erscheinen würde, einfach "ja" zu sagen. - Dinge, die für die meisten unbewusst ablaufen, aber für Dich nicht, weil Du das in Deiner Kindheit schon gebraucht hast, weil Du sonst nicht weiter gekommen wärst. Na klar kann man damit auch manipulieren. Ohne Schwierigkeiten. Manipulation ist "bewusste und zielgerichtete Einflussnahme" - also jede soziale Interaktion.
Hast Du ein schlechtes Gewissen, weil Du nicht lieb zu Menschen bist, die Dich nerven und die Du nicht magst? Warum?

Ich könnte Dir jetzt für jeden Punkt ein schickes lateinische Wort sagen - aber ich finde eine andere Frage wichtiger: willst Du es *wirklich* ändern? Spontane Antwort ist sicher "ja", aber schon mal genauer darüber nachgedacht? Was stört Dich daran? Du denkst nicht und fühlst nicht, wie es unsere gesellschaftliche Konditionierung wünschenswert findet. Na schön. Stell Dir vor, Du wärst in einer anderen Zeit und / oder an einem Ort, wölltest Du dann immer noch anders sein? Wenn nein, ist mit Dir alles in Ordnung, Du passt nur nicht in das Bild der anderen.

Carl Gustav Jung gilt in der Psychologie heutzutage nicht mehr als "state of the art" - aber ich glaube, der wäre interessant für Dich zu lesen.

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8. Januar 2013 um 15:15


Meiner Meinung nach ist dies eine Folgewirkung aus dem Zwiespalt zwischen dem was du meinst empfinden zu sollen bzw. sein zu sollen und dem wie es wirklich ist.

Ja, sag ich doch ^^ Konditionierung vs. Eigenempfinden.

Nur unsere daraus folgenden Ratschläge sind unterschiedlich, nicht unsere Einschätzung der Situation

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8. Januar 2013 um 16:32


ok, da reiße ich die Hände hoch, das ist mir in der Tiefe spekulativer als ich Menschen auf der Basis von paar Zeilen Beitrag in einem Forum beurteilen möchte, tbh.

Die Theorie von den verschiedenen Bildern des Menschen - 3 wie bei dir oder bis zu 7 je nach dem, wen man fragt, mag ich und halte sie für wichtig und interessant.
da wären wir bei Bilder++ weil "so sehe ich die anderen" != so sind die anderen != so sehen sich die anderen
Bei mir ist da immer mehr Blickwinkel dabei als bei Dir, ich glaube an Objektivität generell nicht. Aber da könnten wir wieder stundenlang und natürlich allein debattieren drüber

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9. Januar 2013 um 18:29

"das selbe" ist es nie
auch nicht das gleiche, nicht mal annähernd.

Bleiben wir bei einer einzigen Person komme ich aus dem Stand auf:

- so bin ich
- so sehe ich mich
- so möchte ich mich sehen
- so möchte ich sein
- so sehen mich andere
- so möchte ich gesehen werden / so versuche ich mich darzustellen
- so glaube ich, dass mich andere sehen

Das ganze kann man auch noch in bewusste und uunbewußte Ebenen teilen... Bilder ++

Ich glaube nicht, dass das bei vielen Menschen annähernd zusamenpaßt und vermutlich gibt es keine 10 weltweit, bei denen es wirklich übereinstimmt.

Da sind wir wieder an einem unserer ewigen Differenzen: ich halte das auch nicht für erstrebenswert. Im Gegenteil, ich forciere durchaus gezielt Differenzen zwischen den einzelnen Bildern des Selbst.
Probleme machen denke ich vor allem Differenzen zwischen bewußtem und unbewußtem. "So sehe ich mich vs. so bin ich" - find ich an sich weniger dramatisch (ja, Selbstbetrug gehört auch zu den ewigen Differenzen) - es leben so viele ein Leben lang mit einem dicken Spalt dazwischen und den meisten geht es gut. Hier im Thread sind wir vllt. bei "So möchte ich mich sehen" vs "So sehe ich mich" vs. "So möchte ich gesehen werden" - 2x (noch?) konditionierungs-bestimmt und 1x was auch immer die Eigenwahrnehmung daraus macht...

Zurück zum bewussten Ideal: Ja meines ist: Schattenseiten akzeptieren, nicht korrgieren - es sei denn, man möchte wirklich anders sein. Aber bestimmt nicht, weil man dazu erzogen wurde, "gut" zu sein und etwas "richtig" zu machen.

Wer läßt noch jemanden an sich heran? Na das fragst Du ganz sicher gerade die Falsche. Ich bestimmt nicht

Wer weiß... Was stimmt mit uns nicht? Wir behandeln Fragen als wäre sie Fragen und wir haben Meinungen und wir haben darüber sogar mal nachgedacht. Das scheint voll abschreckend zu sein

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