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Was soll ich tun? Trauer, Verlust

20. Dezember 2017 um 14:24 Letzte Antwort: 20. Dezember 2017 um 23:29

Hey Leute, 

Ich weiß nicht mehr weiter. Aber am besten fange ich mal von vorne an.

Am 04.06.2016 habe ich mein erstes eigenes Pferd bekommen. Er war schwer krank und ich wusste, dass unsere Zeit nur begrenzt sein wird. Wir haben zusammen um sein Leben gekämpft und Ende April 2017 ging es dann aufwärts mit ihm. Er hat wieder Freude am Leben bekommen, er wollte und konnte wieder. Ich hatte eine sehr starke Verbindung zu ihm. Wenn ich ihn einen Tag nicht gesehen habe, war ich schon fertig mit den Nerven und er hat nach einigen Tagen, in denen er mich nicht sah, aufgehört zu fressen. Ich war die einzigste die ihn verstand und er der einzigste der mich verstand. Außer mir hat er niemanden an sich rangelassen.

Nach einem wunderschönen Jahr mit ihm, leider aber auch mit vielen Tränen, habe ich ihn einschläfern lassen, da er schwer krank war, es keine Heilungsmöglichkeit gab und er sich aufgegeben hat. Ich war bei ihm, als er einschlief. Es war besser so für ihn, das sehe ich ein.

Ich habe eine Woche lang nichts mehr gegessen und ununterbrochen geweint. Danach wurde es schlagartig besser, ich bekam wieder Hunger und konnte plötzlich nicht mehr weinen. Ich fühlte nur noch Leere. Ich habe mir eingeredet, dass ich darüber hinweg bin, weil ich nicht zu tief in das Loch voller Trauer fallen wollte und mir klar war, dass ich sonst nicht mehr alleine raus kommen würde.

Das ging dann einige Zeit so weiter. In der Zeit ist dann noch meine Katze, die ich 14 Jahre lang gekannt habe und meine Oma gestorben. Ich habe ihnen keine einzige Träne nachgeweint, es ging einfach nicht mehr. Ich habe alles in mich rein "gefressen" und vor 3 Wochen ist dann das Fass übergelaufen. Ich kann nicht mehr und ich will ehrlich gesagt auch nicht mehr. Alles fühlt sich so leer an, ich halt es einfach nicht mehr aus. Eine Zeit lang bin ich laufen gegangen, oder mit meinem "neuen" Pferd ausreiten, doch irgendwann wurde es dadurch auch nicht mehr besser. Ich habe angefangen mich zu Ritzen, nicht aus dem Grund, dass ich den Zwang habe mich selbst zu verletzen, sondern weil es das einzigste Mittel ist den ganzen Frust und die Trauer rauszulassen. Ich weiß, dass es falsch und keine dauerhafte Lösung ist, aber es ist das einzige was hilft. 
Meine Freunde wissen davon und haben mich gefragt ob es für mich okay wären, wenn sie einen Lehrer um Rat fragen. Ich vertaue diesem Lehrer und er hat mir auch schon ein paar mal weitergeholfen. Aber ich will nicht, dass er dann von mir denkt, ich wäre zu schwach um über den Verlust eines "einfachen Pferdes" hinwegzukommen. Wir haben auch eine Schulpsychologin, mehrere Vertrauenslehrer und einen Beratungslehrer an der Schule. Mit denen kann und will ich aber nicht reden, obwohl sie unter Schweigepflicht stehen.

Was soll ich tun? Soll ich mit dem Lehrer sprechen? Wird er dann meine Eltern anrufen?

Ich weiß einfach nicht mehr weiter.
 

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20. Dezember 2017 um 23:29
In Antwort auf milahc

Hey Leute, 

Ich weiß nicht mehr weiter. Aber am besten fange ich mal von vorne an.

Am 04.06.2016 habe ich mein erstes eigenes Pferd bekommen. Er war schwer krank und ich wusste, dass unsere Zeit nur begrenzt sein wird. Wir haben zusammen um sein Leben gekämpft und Ende April 2017 ging es dann aufwärts mit ihm. Er hat wieder Freude am Leben bekommen, er wollte und konnte wieder. Ich hatte eine sehr starke Verbindung zu ihm. Wenn ich ihn einen Tag nicht gesehen habe, war ich schon fertig mit den Nerven und er hat nach einigen Tagen, in denen er mich nicht sah, aufgehört zu fressen. Ich war die einzigste die ihn verstand und er der einzigste der mich verstand. Außer mir hat er niemanden an sich rangelassen.

Nach einem wunderschönen Jahr mit ihm, leider aber auch mit vielen Tränen, habe ich ihn einschläfern lassen, da er schwer krank war, es keine Heilungsmöglichkeit gab und er sich aufgegeben hat. Ich war bei ihm, als er einschlief. Es war besser so für ihn, das sehe ich ein.

Ich habe eine Woche lang nichts mehr gegessen und ununterbrochen geweint. Danach wurde es schlagartig besser, ich bekam wieder Hunger und konnte plötzlich nicht mehr weinen. Ich fühlte nur noch Leere. Ich habe mir eingeredet, dass ich darüber hinweg bin, weil ich nicht zu tief in das Loch voller Trauer fallen wollte und mir klar war, dass ich sonst nicht mehr alleine raus kommen würde.

Das ging dann einige Zeit so weiter. In der Zeit ist dann noch meine Katze, die ich 14 Jahre lang gekannt habe und meine Oma gestorben. Ich habe ihnen keine einzige Träne nachgeweint, es ging einfach nicht mehr. Ich habe alles in mich rein "gefressen" und vor 3 Wochen ist dann das Fass übergelaufen. Ich kann nicht mehr und ich will ehrlich gesagt auch nicht mehr. Alles fühlt sich so leer an, ich halt es einfach nicht mehr aus. Eine Zeit lang bin ich laufen gegangen, oder mit meinem "neuen" Pferd ausreiten, doch irgendwann wurde es dadurch auch nicht mehr besser. Ich habe angefangen mich zu Ritzen, nicht aus dem Grund, dass ich den Zwang habe mich selbst zu verletzen, sondern weil es das einzigste Mittel ist den ganzen Frust und die Trauer rauszulassen. Ich weiß, dass es falsch und keine dauerhafte Lösung ist, aber es ist das einzige was hilft. 
Meine Freunde wissen davon und haben mich gefragt ob es für mich okay wären, wenn sie einen Lehrer um Rat fragen. Ich vertaue diesem Lehrer und er hat mir auch schon ein paar mal weitergeholfen. Aber ich will nicht, dass er dann von mir denkt, ich wäre zu schwach um über den Verlust eines "einfachen Pferdes" hinwegzukommen. Wir haben auch eine Schulpsychologin, mehrere Vertrauenslehrer und einen Beratungslehrer an der Schule. Mit denen kann und will ich aber nicht reden, obwohl sie unter Schweigepflicht stehen.

Was soll ich tun? Soll ich mit dem Lehrer sprechen? Wird er dann meine Eltern anrufen?

Ich weiß einfach nicht mehr weiter.
 

Hey! Tut mir wirklich sehr leid für dich! Ich habe selber Tiere und weiß wie schlimm sich das alles für dich anfühlt. Dazu dann auch noch der Verlust deiner Oma. 
Wenn es wirklich so schlimm ist und du es alleine nicht schaffst, dann gehe zum Schulpsychologen. Bei ihm bist du auch besser aufgehoben als bei deinem Lehrer. Mach dir keine Gedanken dass der Psychologe oder Lehrer etwas über dich denken werden. Der Psychologe ist doch dafür da und alle wissen wie schwer es ist ein Tier oder einen Menschen zu verlieren. Auch wenn es nur ein Pferd ist, trotzdem war das für dich ein Familienmitglied. Du hast ihn jeden Tag gesehen und die Zeit mit ihm verbracht. Merken deine Eltern nicht, dass es dir schlecht geht? Da du geschrieben hast, nicht dass der Lehrer deine Eltern anruft. Lass das Ritzen sein, besorge dir lieber einen Boxsack o.ä. um deine Frust bzw. Wut rauszulassen
 

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