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Was ist mit mir passiert..

25. Februar 2014 um 18:39 Letzte Antwort: 4. März 2014 um 18:30

Ich würde gerne wissen, ob ich depressiv bin, vertraue allerdings keinen Selbsttests und will auch nicht zu einem Psychologen gehen.
Es ist nicht so, dass mein Leben schlecht wäre, es ist nur so, dass es mir egal ist. Ich könnte mich aus dem Fenster stürzen und sterben, weil mich irgendwie nichts in dieser Welt festhält. Wenn ich alleine bin, häufen sich die Selbstmordgedanken, ich mache immer wieder Pläne, suche, mit welchen Tabletten es klappen könnte. Ich ritze mich & füge mir anderweitigen Schaden zu. Ich habe meistens eine riesige Wut in mir, will sie aber nicht an den anderen auslassen und lasse sie so oft auch an mir aus. Mein Leben ist eigentlich wirklich schön, ich bin erfolgreich, habe einen Freund der mich liebt, eine Familie die mich liebt (Mutter allerdings depressiv) & gute Aussichten auf eine wunderschöne Zukunft. Seitdem meine ehemalige Freundin zu der ich keinen Kontakt mehr habe sich umbringen wollte, ging es mir eigentlich jeden Tag schlechter. (Schlafstörungen, Albträume, heimliches Weinen auf der Toilette in der Schule..)
Wenn ich aber mit Freunden unterwegs bin; bzw. nicht alleine bin, dann weiß ich gar nicht, warum ich vor 2h noch daran gedacht habe, mich umzubringen. Und wenn ich nachts dann in meinem Bett liege & nicht schlafen kann, frage ich mich widerum, warum ich grade eben noc so glücklich war..?! Hab Angst dass ich aus Versehen mal einen spontanen Entschluss fasse & aus dem Fenster springe.. :/ Meine Freunde wissen nichts von meinen Gedanken, aus meiner Familie auch nur meine Mutter. Ich habe große Angst vor Ablehnung & bin sehr schüchtern, traue mich deswegen nicht mit irgendwem darüber zu reden. Ab wann ist man depressiv? Ist das, was ich habe, normal, irgendso eine Teenagerphase (bin 15) die bald wieder vorrüber geht? Würde mich über Antworten, Tipps, Anmerkungen etc. freuen..
LG Marlene

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4. März 2014 um 18:30

Was mit dir passiert...
Hallo liebe Marlene,

du schriebst, dass deine Mutter an Depressionen leidet. Tatsächlich können Depressionen veranlagt sein und somit ist für dich die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken ein Bisschen höher, als bei anderen.
Allerdings heißt dieses noch lange nicht, dass eine Depression tatsächlich ausbrechen muss.

Du bist gerade 15 und machst eine ganz entscheidende Phase durch, in der du von einem kleinen Mädchen zu einer jungen Frau wirst. Da gibt es ein Auf und Ab der Hormone und man weiß manchmal garnicht so recht, wer man eigentlich ist und was man hier auf der Welt für eine Aufgabe hat. Dann kann es vorkommen, dass dir einfach zum heulen zumute ist und du auch mal stundenlang über Gott und die Welt nachdenkst und nicht einschlafen kannst. Kommt dir das bekannt vor?

Ich kann mir vorstellen, dass die Stimmung bei euch zuhause manchmal eher gedrückt ist, wegen der Krankheit deiner Mama. Habe ich recht? So eine Stimmung kann auch ansteckend wirken und dich darum so traurig machen. Gerade in deinem Alter braucht man eine ältere Person, die einen ein Bisschen an die Hand nimmt, die einen stark machen kann und immer und zu jeder Zeit ansprechpartner und Vertrauensperson ist. Vermisst du soetwas manchmal oder hast du das Gefühl, dass du so einen Rückhalt von deiner Mutter trotzdem bekommst? Ist sie sehr mit sich selbst beschäftigt?

Du hast auch erwähnt, dass du eher schüchtern bist und Angst vor Ablehnung hast. Gerade darum finde ich es toll, dass du dir diese Sorgen hier von der Seele geschrieben hast.

Eine Depression ist bei dir nicht ausgebrochen, allerdings scheinst du gefährdet zu sein und solltest etwas gegen deine Suizidalität tun. Deine Freunde scheinen dir gut zu tun und deshalb solltest du unbedingt weiterhin mit ihnen Dinge unternehmen. Ganz toll wäre es für dich, wenn du immer feste Termine in der Woche hättest, mit Dingen die dir Spaß machen. Z.B. Freunde Treffen, bestimmte Hobbies, die dir Spaß machen u.s.w. vlt. probierst du ja mal ein neues Hobbie aus. Einmal die Woche Sport ist immer toll als Ausgleich es baut Stresshormone ab und lässt dich deinen eigenen Körper spüren. Oder lieber etwas kreatives? Oder ehrenamtliche Arbeit?

Empfehlen würde ich dir auch Entspannungstechniken. Viele Anleitungen findest du dazu kostenlos im Internet.
Träume dich, bei einer Traumreise doch einfach mal in eine andere Welt.

Eventuell könnte es dir auch helfen ein Tagebuch zu schreiben. Jeden Abend bevor du schläfst kannst du in dieses Buch dann all deine schlechten und guten Gedanken aufschreiben, eine Kerze anzünden und nebenbei eine heiße Milch mit Honig schlürfen. Anschließend kann dein Kopf viel befreiter sein. Manchmal wirk das Wunder. Versuche doch mal, mehr gute als schlechte Dinge auf zu schreiben. Vlt. hast du heute eine besonders schöne Blume gesehen? Es kann so schön sein, sich über kleine Dinge zu freuen.

Es gibt kostenlose Sorgentelefone, die du anrufen kannst, wenn du mal wieder Gedanken an den Tod hast oder dich selbst verletzen möchtest. Dort erfährst du garantiert keine Ablehnung, sondern Menschen die dich verstehen. Das verspreche ich dir!
Verwöhne dich selbst, sei nett zu dir, dich gibt es nur einmal auf dieser Welt, du bist einzigartig und wertvoll.
Das Glück liegt in deinen Händen. Lass es in dein Herz!
Ich wünsche dir ganz viel Glück!


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