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Was ist los mit mir?

6. August 2012 um 14:32

Hey Leute. Ich hoffe ihr könnt mir helfen. Ich versuche mich kurz zu halten.
Ich habe vor einem Jahr eine kaufmännische Ausbildung abgefangen. Die Ausbildung wollte ich nie machen, habe sie aber genommen, weil ich in meinem Traumberuf 2 Jahre keine Ausbildung bekommen habe.
Und seitdem fängt alles an.
Ich wache jeden Morgen mit dem Gedanken auf, dass ich 9 Stunden die Arbeit machen muss die uxh hasse. Dadurch komme ich total kaputt nach Hause. Ich kann mich mittlerweile nicht mal mehr zum Haushalten aufraffen. Ich lasse alles liegen und mache meinen Dreck nicht weg. Ich setze mich direkt auf die Couch und fühle mich totmüde und ausgelaugt. Das ist natürlich nicht an meinem Freund vorbei gegangen, mit dem ich seit 1,5 Jahren zusammen lebe. Allerdings kann ich nicht über Gefühle reden und sage deshalb das nichts ist. Unsere Beziehung steht kurz vor dem aus. Ich liebe ihn, aber distanziere mich unbewusst von ihm. Er hat mir das letztens vor Augen geführt.
Unser Geld ist sehr knapp. Er hat drei gehaltspfändungen und zwei kontopfändungen (die natürlich erst hintereinander kommen). Dadurch bezahle ich das meiste, weil er nicht mit Geld umgehen kann. Er trinkt jeden Tag 2-3 Flaschen Bier und kifft stündlich. Es hört sich zwar hart an, aber er ist sehr lieb zu mir. Nur seine Probleme machen mir natürlich auch sorgen.
Ich weine seit Monaten fast jeden Tag und ich habe das Gefühl mein Kopf explodiert.
Das einzige was mich zum lächeln bringt ist mein Kater.
Wie kann ich aus diesem Kreis ausbrechen?
Danke für eure antworten

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6. August 2012 um 21:07

Wie
lange machst du denn diese Ausbildung noch? Wenn es nicht mehr sehr lange ist würde ich dir raten dich einfach durchzubeißen, nachher wirst du unglaublich stolz auf dich sein dass du durchgehalten hast.
Aber wenn du es gar nicht mehr aushältst, gibt es keine Chance was anderes zu machen? Es muss ja nicht dein Traumberuf sein, aber du könntest ja vorübergehend etwas anderes machen bis du eine Chance auf die Ausbildung in deinem Traumberuf kriegst...
Was macht denn dein Freund beruflich? Zwei bis drei Flaschen Bier (am Abend) hören sich nicht so tragisch an wenn es ihn nicht beeinträchtigt, aber dann noch stündliches Kiffen den ganzen Tag über dazu... Klingt nicht gut. Glaubst du, er könnte damit aufhören?
Du musst mal ein ernsthaftes Gespräch mit ihm führen und ihn fragen ob er das braucht, ob er schon längst süchtig ist oder ob er es auch lassen könnte.
Und er kann dir ja auch mit dem Haushalt helfen wenn er weiß dass du in einer schwierigen Situation bist.

Deine zwei Hauptprobleme sind anscheinend deine Ausbildung und dein Freund, aber beides lässt sich sicher irgendwie lösen. Wenn du deine Ausbildung so furchtbar findest, hat es eigentlich keinen Sinn. Wenn du deinen Beruf wirklich so hasst, dann wirst du nie gut in deinem Beruf sein und dann ist es schlicht und einfach sinnlos. Dann solltest du deine ganze Kraft darauf richten, etwas anderes zu suchen was dir Spaß macht.

Und bei dem Problem mit deinem Freund: Redet miteinander. Viel und oft. Frag ihn, warum er trinkt und kifft (Normalerweise tut man das, um die Realität zu vergessen)
Wenn es nicht besser wird, überleg dir mal ob es nicht besser ist wenn ihr getrennte Wege geht.

Viel Glück bei dem Ganzen, ich hoffe für dich dass du in ein paar Jahren auf die Situation zurückblickst und dir denkst dass es trotz allem irgendwie gut für dich war. Es wird schon alles... irgendwie.
Liebe Grüße, du schaffst das schon.

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6. August 2012 um 22:20

...
Welchen Job willst du denn gern machen? Kaufmännische Ausbildungen geben ja häufig so eine Grundbasis die sich auf viele Jobs nachher anwenden lässt.

Vielleicht kommst du mit deiner jetzigen Ausbildung nachher in ein cooles Unternehmen wo die Arbeit echt Spaß macht.

Dann hättest du die Motivation, das durchzuziehen. Käufmännisches Wissen ist ja eigentlich nie verkehrt. Bestimmt bist du noch jung. Das heißt du kannst danach immer noch was anderes machen.

Aber wenn du die Ausbildung abgeschlossen hast, hast du auf jedenfall schonmal ne gute Basis und dieses Wissen hilft dir auch wenn du dich später irgendwann mal selbstständig machen solltest und auch sonst überall.

Glaub mir, ich bin in einer kreativen branche tätig, genau das was ich wollte mag meinen Job aber es ist super stressig und oft zum Haare ausreißen. Auch nervts mich das ich von BWL und Steuern etc keinen Plan hab sondern bzgl dessen immer von anderen abhängig bin.

Wenn du schon ein Jahr lang dabei bist, dauert es doch blos noch ein weiteres. Also fertig machen und währenddessen klare Ziele setzen wo du hin willst damit du danach daraufhinarbeiten kannst.

Und das beste für deinen Freund wäre es, wenn du ihn nicht mehr aus dem Schlamassel ziehen würdest, sondern er sich selbst, wenn er das nicht schafft muss er sich professionelle Hilfe suchen, ist zwar lieb gemeint das du seine Rechnungen bezahlst aber damit hilfst du ihm überhaupt nicht.

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7. August 2012 um 8:18

Hm
Nach Deiner Beschreibung und meinem laienhaften Wissen ist das eine ausgewachsene Depression. Die gehört behandelt. Ärztlich behandelt.

*Wenn* es eine ist (das muss ein Arzt beurteilen, also auch kein Psychologe) tust Du Dir keinen Gefallen, wenn Du Dich weiter "zusammenreißt" und "durchbeißt" und "nicht gehen läßt" - es ist wie mit jeder anderen Erkrankung. Wenn Du das "verschleppst", wird es schlimmer. Deine Beschreibung klingt nicht, wie etwas, was schon irgendwie wieder weggeht.
Nicht nur die überwältigende Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit können dazu gehören sondern auch Antriebslosigkeit, Motivationslosigkeit bis hin dazu, dass man sich wie gelähmt fühlt. Auch die allerkleinste Tätigkeit frißt unglaublich viel Energie.

Ich denke auch, Du brauchst eine geschützte Umgebung (Klartext: Krankenhaus), zu Hause prügelt viel zu viel auf Dich ein, als dass Du Dich darum kümmern könntest, Dich zu heilen. Wer jetzt lieb zu Dir ist oder nicht - Du mußt zu erst wieder mit Dir selbst klar kommen - und dann mit anderen.

Es gibt vieles, was man selbst tun kann, um aus einer Depression wieder herauszufinden, aber in Deiner Situation kann und sollte ich Dir nichts anderes raten, als erst mal zum Arzt zu gehen.

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9. August 2012 um 23:13

Vielen lieben Dank
Für eure Worte!
Meine Ausbildung geht noch genau zwei Jahre. Ich habe vor die Zähne zusammen zu beißen und sie durchziehen. Alleine schon für meine Mutter. Wenn ich die Ausbildung abbrechen würde, hätte ich glaube ich Schwierigkeiten eine neue zu bekommen, weil ich bald "schon" 22 werde.
Das sind die Gründe, warum ich die Arbeit überhaupt noch mache.
Gestern hatte ich ein Mitarbeitergespräch, bei dem ich zu weinen anfing, nachdem ich gefragt wurde wie mir die Ausbildung gefällt. Ich habe Klartext gesprochen und mir wurde geraten für Gedanken darüber zu machen was ich genau will. Mir war das tierisch unangenehm, aber es war doch befreiend mal mit jemanden darüber zu reden.
Könnten das wirklich Depressionen sein? Ich hatte von dieser Krankheit immer ein anderes Bild, zb dauerhafte schlechte Laune. Die habe ich zwar auch oft, aber wenn Leute um mich rum sind kann ich das gut vertuschen.
Zu meinem Freund: seitdem er mit mir zusammen ist, ist er schon viel vernünftiger geworden. Er bezahlt jetzt noch circa 2 Jahre seine Schulden ab. Er ist schon süchtig nach dem kiffen. Das macht er ja schon seit ungefähr 8 Jahren. Aber glücklicherweise zieht ihn das nicht runter. Er geht arbeiten seit er 16 ist. Er macht auch nicht blau.

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10. August 2012 um 12:42
In Antwort auf funkuchen

Vielen lieben Dank
Für eure Worte!
Meine Ausbildung geht noch genau zwei Jahre. Ich habe vor die Zähne zusammen zu beißen und sie durchziehen. Alleine schon für meine Mutter. Wenn ich die Ausbildung abbrechen würde, hätte ich glaube ich Schwierigkeiten eine neue zu bekommen, weil ich bald "schon" 22 werde.
Das sind die Gründe, warum ich die Arbeit überhaupt noch mache.
Gestern hatte ich ein Mitarbeitergespräch, bei dem ich zu weinen anfing, nachdem ich gefragt wurde wie mir die Ausbildung gefällt. Ich habe Klartext gesprochen und mir wurde geraten für Gedanken darüber zu machen was ich genau will. Mir war das tierisch unangenehm, aber es war doch befreiend mal mit jemanden darüber zu reden.
Könnten das wirklich Depressionen sein? Ich hatte von dieser Krankheit immer ein anderes Bild, zb dauerhafte schlechte Laune. Die habe ich zwar auch oft, aber wenn Leute um mich rum sind kann ich das gut vertuschen.
Zu meinem Freund: seitdem er mit mir zusammen ist, ist er schon viel vernünftiger geworden. Er bezahlt jetzt noch circa 2 Jahre seine Schulden ab. Er ist schon süchtig nach dem kiffen. Das macht er ja schon seit ungefähr 8 Jahren. Aber glücklicherweise zieht ihn das nicht runter. Er geht arbeiten seit er 16 ist. Er macht auch nicht blau.

Diagnosen kann Dir nur ein Arzt geben
Ich bin keiner. Also zitiere ich mal ganz platt wikipedia:

Die Depression ist charakterisiert durch Stimmungseinengung (Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer; Verlust der affektiven Resonanz, d. h. der Patient ist durch Zuspruch nicht aufhellbar) oder bei einer schweren Depression dem Gefühl der Gefühllosigkeit bzw. dem Gefühl anhaltender innerer Leere. Schwer depressiv Erkrankte empfinden oft eine völlige Sinnlosigkeit ihres Lebens. Häufig führt dieser qualvolle Zustand zu latenter oder akuter Suizidalität. Man geht davon aus, dass rund die Hälfte der Menschen, die einen Suizid begehen, an einer Depression gelitten haben. Bei der Depression handelt es sich daher um eine sehr ernste Erkankung, die umfassender Therapie bedarf.

Weitere Symptome können sein: Antriebshemmung, mit oder ohne Unruhe, Denkhemmung, übertriebene Sorge um die Zukunft, ...

Bei Menschen, die ich in akuter depressiver Phase kennen gelernt habe, war nicht selten die Antriebslosigkeit und / oder innere Leere stärker als die "schlechte Laune". Sprich mit einem Arzt, wenn es eine Depression ist, verlängerst Du die depressive Phase möglicher Weise um über ein Jahr (leider nicht übertrieben!) wenn das nicht behandelt wird - Du klingst nicht so, als solltest Du noch lange so weiter machen wie im Moment.

Abgesehen davon: Gut, dass Du den Abbruch der Ausbildung ablehnst, das ist keine Entscheidung, die man in so einem "Zustand" (entschuldige die Wortwahl, aber Du weißt, was ich meine, oder?) treffen sollte - übrigens auch nicht während der 3 Monate nach Behandlungsbegin würde ich Dir ganz dringend davon abraten, Deine Gefühle und Wahrnehmungen sind da wahrscheinlich zu sehr in Bewegung für endgültige Entscheidungen - Euphorie kann genauso weit daneben liegen wie Depression - ohne das man das in diesem Moment merkt.

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