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Was ist los mit mir?

20. November 2010 um 5:15

Ich weiss ehrlich gesagt garnicht wo ich anfangen soll und auch garnicht was ich mir selber mit diesem Beitrag erhoffe. Ich versuche es trotzdem einfach mal, es ist schließlich schon spät und einschlafen kann ich leider nicht. Vorab sollte ich wohl erwähnen das ich männlich bin, aber ich hoffe das der Beitrag hier trotzdem vielleicht seinen Platz finden.

Ich werde einfach ersteinmal versuchen mich, meine Persönlichkeit bzw Charakterzüge, näher zu beschreiben.
Ich bin eigentlich ein sehr kommunikativer Mensch, ich rede gerne und auch viel. Des Weiteren habe ich eine eigene Meinung die ich auch immer vertrete, im allgemeinen bin ich der Meinung das ich immer Recht habe bzw meine Meinung die richtige ist, was nicht heisst das ich mich nicht durch Fakten oder Logik überzeugen lasse. Allerdings liege ich leider Gottes in ca 99% der Fälle wirklich richtig.
Meine Art wird oft als Arrogant beschrieben, während der Real-Schulzeit war es oft so das mich Mitschüler entweder wirklich mochten oder eben überhaupt nicht. Einige schienen dankbar für meine direkte Art zu sein, andere weniger.

Zu der damaligen Zeit, also vor ca 9 Jahren, habe ich einen Suizidversuch begangen und (un)glücklicherweise überlebt. Als ich ins Krankenhaus eingeliefert worden bin hat mein Herz aufgehört zu schlagen und ich musste reanimiert werden.
Ich stelle mir gelegentlich einige der üblichen W-Fragen, wie zB "wäre es besser gewesen?", "wem hätte es geschadet?" usw. Wahrscheinlich spielten viele Dinge eine Rolle für den damaligen Versuch, aber der Hauptgrund wird wphl der frühe, unerwartet, unglückliche und unfaire Tod meines Vaters gewesen sein. Zu dem Zeitpunkt war ich 7 und meine Mutter hat mir einmal erzählt das ich auch da schon versucht habe mich umzubringen, mit der Begründung "ich will zu Papa".
Ich versuche mit vorzustellen wie meine Gefühle und meine Wahrnehmung vor meiner Geburt waren, fällt einem schwer oder? Ich denke dabei an eine vollkommene Leere, so wie an dem Tag bzw die Nacht im Krankenhaus. Keinerlei Gefühl für Raum und Zeit, keine Existenz, keine Ängste, keine Selbstbemitleidung, kein Druck und keine Erwartungen die andere von einem haben oder die man selber von sich hat. Von einem weissen Licht kann ich leider nicht berichten, hätte ich doch theoretisch haben sollen. Es tut mir leid wenn ich nun den einen oder anderen damit enttäuscht habe.

Machen wir wieder einen Sprung, nach dem Krankenhausaufenthalt "durfte" ich mich 2 Wochen in einer psychiatrischen Jugendklinik aufhalten. Nach dem ich alle Register gezogen hatte, holte mich meine Mutter entgegen des Rates des behandelnden Arztes raus. Im Abschlussgespräch zu dritt (Arzt, Mutter, Ich), erwähnte er meiner Stimmungsschwankungen, die ich immernoch habe und die ganze Zeit über hatte, als sehr gefährlich. Zu Tode betrübt und in der nächsten Sekunde keine Anzeichen von Gefühlen. Heutzutage fällt es mir sehr leicht anderen Menschen meine Unzufriedenheit zu zeigen, des Öfteren bin ich wirklich taktloss selbst wenn ich mir Mühe gebe taktvoll zu sein. Was mir wirklich Probleme bereitet sind positive Gefühle zu zeigen und normale Gefühle, Reaktionen zu zeigen, die für mich keinen Sinn ergeben. Es ist mir zB unmöglich auf der Achterbahn zu schreien, kreischen da es keinen Sinn ergibt dabei zu schreien, auch habe ich nicht das Bedürfnis dieses zu tun. Ich vermeide Körperkontakt der mit "Gefühlen" verbunden, zB mag ich es nicht wenn mich Verwandte, Mutter oder Frauen umarmen, jedoch habe ich kein Problem damit anderen Menschen die Hand zu schütteln, Es ist schwer zu erklären, ich habe keine Angst vor der Berührung selber, sondern von der Erwartung die dahinter steckt. Es wird erwartet das man zurückdrückt, das man Gefühle bei dieser Umarmung zeigt, ich verspüre allerdings nur Unbehagen. Ich bin in einer Situation die mir unangenehm ist, ich weiss nicht wie ich mich zu Verhalten habe ohne künstlich zu wirken. Meine Mutter sagt immer "hör auf dich wie ein Roboter zu verhalten" und das sind die Augenblicke in denen ich mir Mühe gebe zufriedenstellened zu agieren.
Ich hasse es andere um einen Gefallen zu bitten, dieser Gedanke ist schrecklich. Es ist einfach eine Person nach dem Weg zu fragen oder nach Feuer (ich rauche zwar nicht, aber mir fällt kein besserer Vergleich ein), aber jemanden um einen Gefallen zu bitten den man jeden Tag sieht liegt in einer anderen Dimension. Man verkauft sich sozusagen wie eine ... man muss jederzeit damit rechnen das man selber um etwas gebeten wird, was man vielleicht nicht tun möchte und dann hat man kaum eine Möglichkeit "NEIN" zu sagen, da man diese innere Schuld hat. Schließlich liegt man mit einem Gefallen sozusagen in der Kreide. Wenn man sich diesen Gedanken durch den Kopf gehen lässt fragt man sich unweigerlich "bescheuert?", aber das ist was ich wirklich denke und gleichzeitig stelle ich mich selber dabei in Frage.

Ich und meine Komplexe, ein Thema für sich. Eine lustige Anekdote wäre zB das folgende:
Meine Ex-Freundin und ich kommen wieder zusammen, Nach einigen Tagen lese ich auf ihrem digitalen Gästebuch folgendes "hey Schatz wie läufts" und als Antwort auf den Eintrag folgt von ihr "der Spinner nervt total"
Mein Rückschluss war in dem Augenblick folgender:
"Dieses ... Erst spielt sie mir wieder glückliche Beziehung vor und dann lästert sie mit ihren Freundin in der digitalen Öffentlichkeit über mich."
Folge war das ich sie 2 Wochen ignoriert habe und als wir uns zufällig gesehen haben wollte sie natürlich reden und dabei warf ich ihr genau das an den Kopf und des Rätsels Lösung war "Spinner" ist "Herr Spinner" und war ihr Lehrer. Ein sehr peinlicher Moment als ihre Freundin mir bestätigte das Herr Spinner wirklich existiert. Das traurige an der Sache ist, das ich eigentlich keinen Grund hatte so etwas zu denken. Immerhin hatte ich beim ersten Versuch die Beziehung beendet. Auch der zweite Versuch wurde anschließend von mir beendet und manchmal frage ich mich wieso.
Ich meine ich hatte sie gern und hab sie immernoch gern, ich wünsche ihr alles Gute dieser Welt, wieso auch nicht. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, das keine wirkliche Liebe dabei war. Man trifft sich und unternimmt etwas gemeinsam, aber im Endeffekt war es nur eine Gewohnheitssache. Als ich die Beziehung beendet hatte, fehlte nicht sie mir, sondern diese alltägliche das ich hatte, der gewohnte Ablauf war nicht mehr gegeben und das fehlte mir.

Während der Ausbildungszeit und dem anschließenden Wehrdienst habe ich ich eigentlich alle Freunde verloren. Irgendwie traurig das ganze, wenn man so darüber nachdenkt. Man hat wenig Zeit und wenn man Zeit hat, hat der andere keine Zeit. Freunde entwickeln sich weiter, ziehen um, einige machen wie bereits erwähnt eine Ausbildung und andere beginnen ein Studium. Ich selber bin ja auch umgezogen und hole nun die Fachhochschulreife nach, strebe ich doch ein anscließendes Studium an. Über die Noten kann ich mich theoretisch nicht beklagen, alles 1 bis auf 2 Fächer nur 2. Das sind jedoch Gott sei Dank Hauptfächer und demanch werden in den Fächern noch jeweils 1 Arbeit geschrieben.
Meine Mitschüler sind an sich ganz ok, die meisten sind ca 3 Jahre jünger aber wirklich kennenlernen will ich die nicht. Ich meine im Mai/Juni sind die Prüfungen und dann bin ich hier wieder weg, wieso sich die Mühe machen Menschen kennenzulernen mit dem Wissen diese sowieso nicht wieder zu sehen bzw nur mit sehr großen Aufwand. Manchmal frage ich mich ob diese Einstellung an den Erlebnissen der Vergangenheit liegt. Vielleicht bin ich auch einfach nur dazu verflucht alleine zu leben und alleine zu sterben.

Keine Angst ich hege keine Suizidgedanken, das wäre im Augenblich auch einfach unlogisch und dumm. Die Schule läuft gut und dann wäre die investierte Zeit umsonst. Ausserdem wäre es egoistisch meiner Mutter gegenüber. Ihr trauriges, besorgtes Gesicht wird mich wohl auch den Rest meines Lebens verfolgen.

Es gibt noch etwas, aber darüber möchte ich nicht schreiben. Mir fiel es ohnehin schwer meine wirre Gedankenwelt, zu dieser unmenschlichen Zeit, verständlich auszudrücken.

Ich fühle mich einfach traurig und ich weiss nicht wieso. Das ist einfach so unglaublich verrückt, der Text enstand einfach weil ich traurig war und auf der Suche nach einem "lebens Forum" hierher gelangte. Nun am Ende fühle ich mich immernoch einfach nur traurig, zwischendurch kam mir die eine oder andere Träne aber der Grund für das wieso bleibt mir immernoch verborgen.

Gute Nacht bzw guten Morgen

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20. November 2010 um 9:45

Hallo explizit,
Stimmungsschwankungen, Taktlosigkeit, Probleme Gefühle zu zeigen, sicherlich sollte das so nicht sein, aber Symptome, die bei mir nun die Alarmglocken schrillen lassen, sind es nun auch wieder nicht.

Deine Traurigkeit hat gute Gründe. Durch die hohe Mobilität unserer Zeit verliert man alte Freunde, hält man sich irgendwo nur kurz auf, entsteht der Eindruck, dass es sich erst gar nicht lohnt, neue Freundschaften zu gründen, da man ja doch wieder auseinander geht. Das alles kann schon gewaltig auf`s Gemüt gehen, ebenso wie peinliche Missverständnisse mit einer Freundin.

Helfen könnte dir wahrscheinlich eine Psychotherapie, aber für unbedingt notwendig halte ich sie nicht, zumindest nach dem, was du uns bislang geschrieben hast.Aber entscheide selbst. Mach es davon abhängig, wie sehr dich deine" Schwächen" im Alltag behindern.

LG Nus

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