Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Was ist auf einmal los? Plötzlich Angst und Schreckhaft

Letzte Nachricht: 2. August um 16:17
01.08.21 um 18:25

Hallo. Ich bin 19 Jahre alt. Seit gestern Abend bin ich extrem schreckhaft und ängstlich. Der Auslöser war eine Kette von Ereignissen in der Nacht. Aber vorab: Ich bin körperlich behindert, pflegebedürftig weil ich eine frühe Form von MS und Epilepsie habe. Ich sitze im Rollstuhl. 

Ich habe wirklich extremen Ekel vor Motten und Schmetterlingen, die sollen mir bloß nicht zu nahe kommen. Als Phobie hätte ich das aber nicht bezeichnet. Bei Spinnen war ich immer recht locker. Ich fürde sagen, "fasziwiedert"? Die konnten ihr Ding tun und ich meins, solange die mir nichts tun. 

Ich habe ein Insektennetz am Fenster, und das Fenster war offen, damit mein Zimmer abkühlt. Auf einmal habe ich ein flatterndes und dann ein bumm gehört, und als ich hochsah war da ein riesiger (5-8cm) Nachtfalter, der gegen die Ecke des Netzes geflogen war und es geschafft hatte es zu lösen, sodass er nun wild in meinem Zimmer rumflog. Und da fing es an. 

Meine Reaktion war viel heftiger als ich es gewohnt war. Ich hatte wirklich ein bisschen Angst, der Falter kam mir oft viel zu nah. Ich rief meine Mutter an und sie reagierte mit wenig Verständnis. Aber sie hat den Falter mit Hilfe von Licht an und aus in verschiedenen Räumen nach draußen gelockt. Dachten wir jedenfalls. 

Die Zeit in der das Loch am Netz offen war hat dann direkt eine fette Winkelspinne genutzt um in mein Zimmer zu kommen. Meine Mutter wollte sie rausbringen, aber sie entwischte und war nicht mehr aufzufinden. 

Mit Hilfe einer Meditation konnte ich mich irgendwann beruhigen und schlafen. 

Aber jetzt kommt es erst. Ich wachte auf, weil mir etwas auf den Bauch viel. Fühlte sich an wie eine Nuss oder so etwas. 

Es war die Spinne(c.a 8cm). Sie ist mir einfach auf den Bauch gefallen und krabbelte dann in meinem Bett herum. Ich habe mich extrem erschreckt und habe wieder panisch meine Mutter angerufen. 

Die hat mich nur angemotzt, es sei mitten in der Nacht, ich könne die Spinne doch irgendwie wegschleudern oder meinen Bruder anrufen. Da bekam ich Panik.
Aber in dem Moment sah es so aus als ob die Spinne von meinem Bett (übrigens ein Pflegebett, wie im KH) krabbeln würde. Also legte ich auf und beobachtete sie weiter. Mit der Handy Lampe sah ich sie dann auf dem Boden und dachte, na gut solange sie da unten bleibt sollte das gehen. 

Aber nach 2min war sie auf einmal wieder neben mir auf der Matratze. Da hab ich mich dann so erschreckt dass ich fast über die Bettgitter gefallen wäre. Mein Überwachungsmonitor hat angefangen zu piepen, Puls 150+-.
Ich konnte meinen Bruder nicht erreichen. Meine Mutter hat sich dann gemeldet und mich angemotzt was ich da mache, weil der Monitor so anschlägt. 

Ich war schon so panisch dass ich nicht mehr vernünftig sprechen konnte, und meine Mutter kam endlich in mein Zimmer. Aber sie hat nur gemeckert, fast geschrien. Wo denn da eine Spinne wäre, (die hatte sich unter meiner Decke verkrochen, wie sich dann rausstellte). Ich wurde dann immer panischer, war wie erstarrt, konnte nichts tun. Was meine Mutter nur noch genervter gemacht hat, ich solle mich nicht so reinsteigern, sie fände keine Spinne, wahrscheinlich bilde ich mir die nur ein. 

Ich dachte schon es kann nicht mehr schlimmer kommen, da sagte sie: das ist nur eine Spinne, davon sind hier ganz viele. Und dann hat sie jeden einzelnen Weberknecht aufgezählt den sie gefunden hat und dann: Ach und die Motte ist auch wieder da. 

Da war ich dann völlig am Ende. 
Irgendwann hatte sie die Motte gefangen gehabt und nach draußen gebracht, und auch die Spinne gefunden und ebenfalls weggebracht. 

Aber ich war wie versteinert. Ich konnte nichts tun. Ich hatte einfach nur Angst. Ich musste meinen anderen Bruder auf der Nachtschicht anrufen, damit er meiner Mutter sagt sie soll aufhören zu schreien, und er hat mir dann mit Atemübungen aus der Panikattacke geholfen. 

Ich konnte danach stundenlang nicht schlafen. Und heute bin ich extrem ängstlich und schreckhaft. Ich sehe immer kleine Bewegungen am Rand meines Blickfeldes und erschrecke mich weil ich denke es könnte irgendein Tier sein. 

Ich bin normalerweise nicht so. Ich reagiere nicht panisch wegen Tieren. Ich hatte noch nie eine Panikattacke vor gestern. Was ist auf einmal los?

Und was kann ich wegen der Reaktion meiner Mutter tun? Ich bin mir teilweise nicht sicher ob sie nicht teilweise der Grund ist dass die Panik so schlimm geworden ist. 
 

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01.08.21 um 18:59

Ist irgendwas einschneidenes in deinem Leben passiert?

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01.08.21 um 20:32
In Antwort auf

Ist irgendwas einschneidenes in deinem Leben passiert?

Nicht dass ich wüsste jetzt im Stehgreif. Die Epilepsie hat sich verschlechtert, und ich muss jetzt bald in eine neue Epilepsieklinik für Erwachsene, denn meine bisherige war für Kinder und Jugendliche. Sonst wüsste ich nichts. Ich hatte vorgestern einen etwas heftigeren Anfall. 

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02.08.21 um 6:22

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles gute!

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02.08.21 um 15:15

Hallo,

deine Mutter hat leider völlig falsch reagiert, dies tun Mütter manchmal, aus Überforderung oder Übermüdung ohne es eigentlich zu wollen. 

Ich möchte dich bitten, heute noch einen Arzt zu konsultieren. Für mich klingt alles nach epileptischer Aura. Dies kann natürlich durch den starken Anfall ausgelöst worden sein, oder einen erneuten Anfall ankündigen. Daher bitte umgehend einen Facharzt hinzuziehen, dem du genau das erzählst, was du hier geschrieben hast. 

Alles, alles Gute!
LG Sis

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02.08.21 um 16:17

OK alles klar. Ich werde mal meine Neurologin anrufen. Ich wusste gar nicht dass so etwas auch von der Epilepsie kommen kann. Ich weiß zwar dass es nicht nur die eher bekannten Krampfanfälle sind, ich selbst habe auch solche die man erst einmal gar nicht mit Epilepsie in Verbindung bringt. Du hast da einen Punkt. Ich werde um einen schnellen Termin bitten. 

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