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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Was hättet Ihr im Nachhinein anders machen sollen?

Letzte Nachricht: 24. Juni 2007 um 19:39
P
perle_12902424
22.06.07 um 11:57

Hallo!

Bei mir hat man Platzangst diagnostiziert, die Therapie hat gerade begonnen, ich nehme Opipramol, Gastrovegetalin und Argentum Nitricum. Die Angst zeigt sich durch Schwindel, Blutdruck, Schwitzen, schwaches Gefühl in den Beinen, Übelkeit, häufigem Stuhlgang, leichten Brustdruck, Unruhe, Nervösität, Meiden von Terminen (was ich schon versuche NICHT mehr zu tun, bin berufsätätig, 1 Kind). Ich lese gern hier im Forum, obwohl mich die vielen Berichte über Dauer der Behandlungen und Panickattacken auch sehr beunruhigt.

Aus diesem Grund habe ich eine Frage an Euch:

Wenn Ihr (mit dem Wissen und den Erfahrungen die Ihr nun habt) nochmal am Anfang Eurer Krankheit stehen würdet - wie würdet Ihr den Anfang der Erkrankung angehen, was würdet Ihr machen in Sachen Therpaie, Medikamente, verkriechen oder der Angst stellen, wie würdet Ihr bereits den Anfang "bekämpfen"... ?

Natürlich ist jeder anders und jede Erkrankung verläuft anders. Ich setzte mich nur diesmal (die letzten 2 Behandlungen sind Jahre her) anders mit dem Thema auseinander, zudem habe ich nie so genau eine Diagnose bekommen.

Vielleicht bekomme ich ein paar gute Tips, Anregungen, Nachdenkliches, nur bitte nichts was mich runterzieht, das kann ich derzeit nicht brauchen ...

Schönes Wochenende
dieTina

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Y
ylva_11864922
22.06.07 um 14:46

Auch Hallo
Ja, das ist immer schwierig zu beantworten, was man im nachhinein anders hätte machen sollen.

Du hast schon eine Therapie angefangen, das ist doch das Wichtige!!!!

Andere können oder trauen sich nicht.
Du hast nun den richtigen Schritt gemacht, das find ich toll!!!

Was ist denn das für eine Therapie? Bist Du bei einem Psychotherapeuten?
Wogegen helfen all diese Medikamente?
Wahrscheinlich, um die Symptome erstmal zu lindern oder zu beseitigen?

Die Frage ist halt, woher kommt die Platzangst, was sind die Ursachen.

Vielleicht wäre es nicht schlecht, Deinen Mann, Freund oder eine liebe gute Freundin mit in die Therapiestunde zu nehmen, wenn die Zeit dafür reif ist.
Damit meine ich, wenn es darum geht, die Platzangst mit praktischen Übungen wieder "abzutrainieren".

Wie bei jeder Art von Angst oder Phobie vor Gegenständen, Tieren oder Situationen müsste man ja wieder desensilibiert werden, d.h. sich den Situationen stellen.

Hand in Hand mit der Freundin dies anzugehen wäre evtl. beruhigender.

Ich wünsch Dir alles Gute, Du wirst es schaffen, denn Du hast den entscheidenen Schritt schon getan!!!!

Alexandra

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M
marisa_12533112
24.06.07 um 19:39

Der Angst stellen!
Hallo Tina,

denk nicht an die Vergangenheit die sowieso nicht mehr zu verändern ist. Das Hier und Jetzt ist das entscheidende. Und da bist du doch auf einem guten Weg mit der Therapie.
Grübel nicht über das was du irgendwann hättest anders machen sollen, sondern beschäftige dich mit dem was du jetzt aktiv machen kannst, um dein Leben so zu gestalten wie du es dir wünscht. Wer immer nur Zurück sieht, der kann nicht vorwärts kommen.
Denk daran: "Du bist der Meister deines Lebens".
Also nur du kannst es gestalten, positiv wie negativ. Du bist nicht machtlos, sondern kannst viel bewegen. Auch dein eigenes Leben und zwar in eine Richtung in die du auch möchtest.

Die Frage verkriechen oder der Angst stellen, ist leicht zu beantworten: Der Angst stellen und ihr ins Auge blicken!

Agoraphobie ist die häufigste Form von Angststörungen. Du bist also nicht allein! Im Gegenteil, es gibt so viele Menschen, die solche Ängste haben bzw. hatten. Aber das Wichtigste ist doch, diese Ängste sind gut überwindbar. Es ist möglich sich der Angst zu stellen und sie damit zu verringern, sie zu überwinden.
Du musst, mit Hilfe des Therapeuten lernen dein Vermeidungsverhalten aufzugeben und deine Ängste zuzulassen und sie so zu überwinden. Der Weg geht dahin wo die Angst ist. Das ist nicht leicht, nein, aber es führt zum Erfolg.

Was manchen Menschen hilft, um seine Ängste zu überwinden, ist zu wissen was Angst eigentlich ist und was sie bewirkt. Angst hat grob drei gesagt Ebenen.
Die physiologischen Körpersymptome Herzklopfen, schnelle Atmung, Schwitzen, Atemnot usw. sind normale Folgen einer erhöhten Adrenalinausschüttung. Es ist wichtig sich klar zu machen das diese Reaktionen zwar unangenehm, aber ungefährlich sind. Da sie vom vegetativen Nervensystem ausgelöst werden, sind sie nur schwer zu kontrollieren.
Gedanken, Vorstellungen und Bewertungen sind die eigentlichen Betreiber der Angst. Der Betroffene stellt sich als Folge der unerklärlichen Körperreaktionen gleich Katastrophales vor und geht immer vom Schlimmsten aus. Diese negative Bewertung treibt die Angst in die Höhe, und in der Folge schüttet der Organismus noch mehr Adrenalin aus. Die Körperanzeichen werden stärker.
Die Verhaltensebene schließlich führt entweder zu einem Handlungsdrang oder sie lähmt den Betroffenen.
Die Erwartungsangst, also die Angst vor der Angst, ist dabei heftiger als die Angst in der realen Situation und führt deshalb zur Vermeidung.

Genau diese Vermeidung aber ist zu unterlassen, denn sie macht alles nur schlimmer und lässt das Selbstvertrauen von dir nur weiter schwinden. Aber was du jetzt benötigst sind Erfolgserlebnisse. Das Gefühl zu bekommen, ja ich bin Stärker und gehe durch die Angst hindurch und lasse sie hinter mir. Das stärkt dein Bewusstsein für dich selbst und baut die überhöhte Angst ab.
Die Angst ist wie ein Teufelskreis. Um die Angst vor der Angst im Griff zu behalten, entwickeln viele Menschen mit einer Agoraphobie ein raffiniertes System zur Alltagsbewältigung-die Vermeidung!
Auch entwickeln Agoraphobiker eine Übertrieben Selbstbeobachtung. Die Anzeichen eines Angstanfalls sollen frühzeitig entdeckt und gegensteuert werden. In Wahrheit schaffen man sich damit nur noch mehr Angstgründe. Das einzige Mittel gegen die Angst ist aber, sich angstmachenden Situationen zu stellen und somit Ängste von Mal zu Mal abzubauen. Ich betone das hier so oft, weil es das einzig wahre ist seine Ängste in den Griff zu bekommen. Am besten durch eine Verhaltenstherapie!

Was du selber sonst noch machen kannst, ist, dich Angst-Selbsthilfegruppen in deiner Nähe anzuschließen und so auf Gleichgesinnte zu treffen. Es tut einfach gut mit Menschen zu sprechen die wissen was Angst und Panik bedeutet. Und dort findest du auch Ratschläge von anderen und was ihnen geholfen hat.

Das erlernen von Entspannungstechniken ist in jedem Fall empfehlenswert. So beugst du Stress und Verspannungen vor und kannst auch bestehende Ängste minimieren. Gut geeignet ist die progressive Muskelentspannung. Diese kannst du z.B. bei der VHS erlernen und so auch gleich üben unter Menschen zu sein und mit neuen Situationen umzugehen. Oder du besorgst dir eine CD mit der du diese oder andere Techniken der Entspannung erlernst. Wichtig ist am Ball zu bleiben und nicht aufzugeben. Der Weg ist lang und steinig. Aber was sagt ein Sprichwort: "Auch mit Steinen die einem in den Weg gelegt worden sind, kann man etwas schönes bauen".

Alles Gute!

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