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Was geht in mir vor? Warumhttp://www.gofeminin.de/world/communaute/forum/imforum/smiley/g13.gif

8. Juli 2009 um 13:38 Letzte Antwort: 8. Juli 2009 um 15:18

Hallo
Ich brauch mal dringend Euren Rat. Ich weiß einfach nicht mehr so Recht weiter.
Kurz über mich:
Ich bin mitte 20, verheiratet und hab ein Kind, dass im Herbst 2 jahre wird.
Meine Ehe ist Intakt und uns geht es rundherum gut. Keine finanziellen Belastungen (nur die normalen ohne Schulden zum Glück)
Jetzt:
Ich habe eine Schwester, die 31 Jahre alt wird.
Sie ist noch nicht verheiratet; Ihr Freund will aus irgendwelchen Gründen 4 Jahre seit Beginn der Partnerschaft warten, bis eine Hochzeit oder ein Kind in Frage kommt.
Diese 4 Jahre sind nächstes Jahr vorbei; also ist dann bestimmt eine Hochtzeit und ein Baby in Planung.
Jetzt kommt meine komische Verhaltensweise ins Spiel.
Ich möchte nicht, dass meine Schwester ein Kind bekommt. Ob Sie heiratet, ist mir egal. Nur kein Kind soll Sie bekommen.
Komisch ist, dass ich mich mit Ihr gut verstehe; ich sag Ihr natürflich nicht, was ich empfinde. Ich sag Ihr, ich freu mich für Sie (blabla)
Ich kann mich einfach nicht freuen. OK, noch ist es ja noch nicht soweit und es ist auch noch kein Baby unterwegs. Nur Gedanke daran macht mich wahnsinnig. Was mich ein wenig beruhigt ist, dass Sie 40km von uns weg wohnt.
Ich verstehe einfach nicht, warum ich Ihr dass nicht gönne.

Was meint Ihr dazu?

PS: Das die Gedanken von mir sch...ße sind weiß ich selbst. Das braucht Ihr mir nicht zu sagen.

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8. Juli 2009 um 13:57

Eins vorweg:
Ich habe nicht vor über dich zu urteilen, aber es könnte natürlich sein, dass du dich selbst auf der Suche nach dem Ursprung deiner Gedanken mit unangenehmen, höchst selbstkritischen Fragen auseinander setzen musst. Daher: Mit keiner meiner Fragen will ich dir eine Falle stellen und ich will auch nicht über dich werten.

Geschwisterbeziehungen sind teilweise schon recht schwierig. Bei Männern habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sich stark auf ihre Persönlichkeit ausprägt, wenn sie die Nesthäkchen (also die Jüngsten) waren. Ob das bei Frauen ebenso stark ausgeprägt ist, weiß ich nicht.
Ich habe das Gefühl, das liegt daran, dass die Nesthäkchen immer etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen als die älteren Geschwister: An der Wursttheke bekamen sie noch länger eine Scheibe Wurst, die Mama hat ihnen immer bei Dingen geholfen, die das ältere Geschwisterteil schon konnte, usw...
Gleichzeitig sind die jüngeren Geschwister auch neidisch auf die Fähigkeiten der älteren Geschwister, sie haben das Gefühl, ihnen hinter her zu laufen und haben außerdem oftmals Angst, schlechter zu sein als diese.

Vielleicht ist damit dein Problem schon geklärt: Du hast deine ältere Schwester in Familien-Dingen "überholt", hattest zuerst einen Mann und ein Kind und nun holt sie wieder auf. Vielleicht ist es also so, dass sie als Konkurrentin wieder in Erscheinung tritt und du diese Art der Beziehung scheust.

Aber kommen wir mal zu meinen Fragen:

Gab es zwischen euch Rivalität bezüglich der elterlichen Aufmerksamkeit?
Hattest du das Gefühl, in ihrem Schatten zu stehen?
Hast du früher versucht, wie deine Schwester zu sein?
Wie siehst du deine Schwester jetzt? Respektierst du sie? Beneidest du sie? Bewunderst du sie? Bist du stolz auf sie? Oder bemitleidest du sie eher und hast das Gefühl ihr vorraus zu sein? Und war das schon immer so oder hat sich das eines Tages dahingehend gewandelt? Wenn ja wann?

Du brauchst auch nicht unbedingt die Fragen öffentlich beantworten. Du musst sie auch nicht MIR beantworten. Wenn du das Gefühl hast, du hast in der Bewantwortung der Fragen schon deine Antwort gefunden, dann ist das auch bestens.
Ansonsten müssen wir weiter schauen. Ich habe jetzt ja sehr naheliegend gedacht.

LG
Ele

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8. Juli 2009 um 14:18
In Antwort auf liva_11977900

Eins vorweg:
Ich habe nicht vor über dich zu urteilen, aber es könnte natürlich sein, dass du dich selbst auf der Suche nach dem Ursprung deiner Gedanken mit unangenehmen, höchst selbstkritischen Fragen auseinander setzen musst. Daher: Mit keiner meiner Fragen will ich dir eine Falle stellen und ich will auch nicht über dich werten.

Geschwisterbeziehungen sind teilweise schon recht schwierig. Bei Männern habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sich stark auf ihre Persönlichkeit ausprägt, wenn sie die Nesthäkchen (also die Jüngsten) waren. Ob das bei Frauen ebenso stark ausgeprägt ist, weiß ich nicht.
Ich habe das Gefühl, das liegt daran, dass die Nesthäkchen immer etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen als die älteren Geschwister: An der Wursttheke bekamen sie noch länger eine Scheibe Wurst, die Mama hat ihnen immer bei Dingen geholfen, die das ältere Geschwisterteil schon konnte, usw...
Gleichzeitig sind die jüngeren Geschwister auch neidisch auf die Fähigkeiten der älteren Geschwister, sie haben das Gefühl, ihnen hinter her zu laufen und haben außerdem oftmals Angst, schlechter zu sein als diese.

Vielleicht ist damit dein Problem schon geklärt: Du hast deine ältere Schwester in Familien-Dingen "überholt", hattest zuerst einen Mann und ein Kind und nun holt sie wieder auf. Vielleicht ist es also so, dass sie als Konkurrentin wieder in Erscheinung tritt und du diese Art der Beziehung scheust.

Aber kommen wir mal zu meinen Fragen:

Gab es zwischen euch Rivalität bezüglich der elterlichen Aufmerksamkeit?
Hattest du das Gefühl, in ihrem Schatten zu stehen?
Hast du früher versucht, wie deine Schwester zu sein?
Wie siehst du deine Schwester jetzt? Respektierst du sie? Beneidest du sie? Bewunderst du sie? Bist du stolz auf sie? Oder bemitleidest du sie eher und hast das Gefühl ihr vorraus zu sein? Und war das schon immer so oder hat sich das eines Tages dahingehend gewandelt? Wenn ja wann?

Du brauchst auch nicht unbedingt die Fragen öffentlich beantworten. Du musst sie auch nicht MIR beantworten. Wenn du das Gefühl hast, du hast in der Bewantwortung der Fragen schon deine Antwort gefunden, dann ist das auch bestens.
Ansonsten müssen wir weiter schauen. Ich habe jetzt ja sehr naheliegend gedacht.

LG
Ele

OK
Hallo
vielen lieben dank für Deine Antwort.
Ich war nie im Schatten meiner Schwester gestanden. Ich hab mich eigenltich immer gefreut, wenn Sie Ärger bekam.
Auf der anderen Seite haben wir zusammen schwere Zeiten durchgemacht und zusammengehalten.
Das ist ja grad das komische. Verlieren möcht ich Sie nicht, aber gönnen tu ich Ihr das Kind auch nicht.
Gefreut hat mich natürlich auch, dass meine Eltern z.b meinen Mann mehr mögen als den Ihren.
Ich würde mich doch nur so gerne mit Ihr freun.
Woran liegt es, dass mein Verhalten so gemein ist?
Umgekehrt freut Sie sich für mich. Über mein Kind, über mein Leben.
Die Freude für Sie kann ich jedoch nicht empfindne.
LG

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8. Juli 2009 um 15:18
In Antwort auf almut_12751034

OK
Hallo
vielen lieben dank für Deine Antwort.
Ich war nie im Schatten meiner Schwester gestanden. Ich hab mich eigenltich immer gefreut, wenn Sie Ärger bekam.
Auf der anderen Seite haben wir zusammen schwere Zeiten durchgemacht und zusammengehalten.
Das ist ja grad das komische. Verlieren möcht ich Sie nicht, aber gönnen tu ich Ihr das Kind auch nicht.
Gefreut hat mich natürlich auch, dass meine Eltern z.b meinen Mann mehr mögen als den Ihren.
Ich würde mich doch nur so gerne mit Ihr freun.
Woran liegt es, dass mein Verhalten so gemein ist?
Umgekehrt freut Sie sich für mich. Über mein Kind, über mein Leben.
Die Freude für Sie kann ich jedoch nicht empfindne.
LG

Klingt nach Rivalität
Als Laie kann ich nur zu diesem Schluss kommen. Ob dir ein Psychologe (nein, du bist natürlich nicht krank ) mehr dazu sagen kann, weiß ich nicht.

Leider weiß ich auch nicht, wie man diese Gefühle des Nicht-Gönnens abstellen kann. Ein Ansatz ist vielleicht, dass du es selbst nicht so weiter laufen lassen willst.
Anstatt aber zu bedauern, wie du deiner Schwester gegenüber *nicht* sein willst, solltest du dir vielleicht überlegen, was für eine Beziehung du dir zu ihr wünscht. Irgendetwas scheint dir das Besser-Sein/Halten ja zu geben, ansonsten würde es dir keine Freude bereiten. Dagegen kannst du vermutlich nur etwas setzen, was dir mehr Freude bereitet.
Vielleicht würdest du ja sehr viel Freude daran haben, wenn ihr euch in Zukunft mit den Kindern zusammen setzen könntet und wie beste Freundinnen tratscht während die Kinder miteinander spielen. Ist ja auch lustig: Jetzt ist dein Kind älter als ihres und kann ihrem etwas beibringen
Außerdem kannst du ihr viele Erfahrungen auf den Weg mitgeben. Auch dadurch kann man sich gut (auch etwas besser) fühlen und dabei auch noch freundschaftlich sein.

Natürlich kommt immer etwas Rivalität auf. Gerade bei Kindern! "Als mein Kind in dem Alter war, konnte es aber schon blablabla....!" oder "Mein Kind hat ja soooo schnell ....blubberblubber... gelernt!". Das gibt es ja auch unter Nichtgeschwistern

Ich frage mich gerade, wie ich mich fühlen würde, wenn mein jüngerer Bruder vor mir heiraten und Kinder kriegen würde. Ganz ehrlich: Ich glaube, ich würde es ihm auch ein wenig missgönnen.
Ein wenig wird das wohl auch normal sein. Vielleicht war es bei deiner Schwester ja auch genau so?
Und vielleicht wirds ja hinterher doch sehr schön, wenn deine Schwester auch verheiratet und Mutter ist, weil es in der Praxis eben doch schöner ist, als man es sich vorher vorstellt.

LG
Ele

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