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Was "darf" ein Psychologe?

6. Dezember 2009 um 12:53 Letzte Antwort: 30. Dezember 2009 um 12:24

Hallo, liebes Forum,

ich weiß gar nicht so richtig, wie ich anfangen soll, da meine Geschichte sehr lang ist, aber ich versuche mich mal kurz zu fassen..

Mein Freund und ich sind unter sehr schwierigen Umständen zusammengekommen. Er war frisch von seiner Frau getrennt und in Scheidung lebend, als wir zusammenkamen, nachdem wir jahrelang nur sehr Freunde gewesen waren (was auch wirklich stimmt!). Seine Frau sah das anders und trichterte ihm furchtbare Schuldgefühle ein, zumal er zwei kleine Kinder hat.
Anfangs "verdrängte" er dies und wir führten eine wunderschöne Beziehung miteinander. Klar belastete uns die Vergangenheit, aber wir waren sehr, sehr lange Zeit furchtbar glücklich miteinander. Trotzdem steigerte er sich angesichts der Drohungen seiner Frau in eine Essstörung hinein und er nahm furchtbar ab.

Ich bat ihn damals sich in psychologische Behandlung zu begeben, was er nach einigem Für und Wider dann auch tat.
Ab da begann unsere Beziehung aus dem Ruder zu laufen..
War er sich lange Zeit so sicher gewesen mit der Beziehung zu mir das richtige getan zu haben (man beachte: er hatte sich nicht für mich getrennt, sondern aus anderen Gründen!), zweifelte er plötzlich. Der Psychologe drängte ihn zudem dazu zu Frau und Kindern zurück zu gehen.
Mein Freund meinte immer, der Doktor rede ihm etwas ein, was er gar nicht möchte. Seit einigen Monaten nun rudert mein Freund, er habe Angst seine Kinder zu verlieren, überlegt zu seiner Frau zurückzukehren, aber mich will er auch nicht verlieren.

Man hat ihm Depressionen diagnostiziert, Entscheidungen zu fällen fällt ihm furchtbar schwer und ich erkenne ihn teilweise nicht mehr wieder.

Der Doktor rede ihm aber ein, er solle wieder zur Vernunft kommen und zu seiner Frau zurück, er solle an die Kinder denken. Mich irritiert diese Art der Therapie des Arztes so sehr!
Sollte mein Freund nicht seinen eigenen Weg finden, anstatt etwas vom Arzt eingetrichtert zu bekommen? Ich sehe mir meine Beziehung entgleiten.

Welche Intentionen kann der Arzt haben?
Was will er damit provozieren oder erreichen oder was hat er erkannt, was mein Freund scheinbar nicht erkennt, der ja weiterhin darauf beharrt mich zu lieben, aber eben Angst um seine Kinder hat?

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12. Dezember 2009 um 15:16

Was einen guten Psychologen ausmacht!
Hallo Ikeakerze,
genau dieses Problem hatte ich vor 6 Jahren auch.
Dieser Mann war verheiratet und hatte 2 Kinder. Seit der Pubertät waren sie zusammen. Mit Anfang 30 meinte sie etwas verpasst zu haben und ekelte ihn mit Lügen raus. Er war wie vor den Kopf gestoßen. Ich kannte ihn schon sehr lange, erstens war er der große Bruder von einer Freundin von mir und zweitens war er lange Zeit mein Nachbar. Nach dieser Trennung kamen wir zusammen. Er war beim Psychologen. Bei einem schlechten würde ich sagen. Der redete ihm ein, er solle die Beziehung zu mir beenden. Das täte ihm nicht gut. Er leide an der Trennung seiner Kinder und der ganzen Vorgehensweise was ihm seine Ex alles nachsagte. Er hätte sie beim Möbel abholen vergewaltigt etc. Ich weiß dass er das nicht getan hat. Der Psychologe meinte daher, er müsse erst mit seinem Problem fertig werden, bevor er eine neue Beziehung hat. Er erzählte es mir und ich sagte, das kann ja nicht sein? Die Wunden müssen heilen und mit Liebe kriegen wir das schon hin. Dieser Psychologe war übrigens geschieden. Ist zwar nur eine Vermutung, daß das mit dem zusammenhängt, doch liegt das nahe.
Es kam zur Trennung. Zwar aus einem anderen Grund, weil meine Mutter (auf die ich nicht näher eingehen möchte) ihn sehr schikaniert hat. Sie parkte sein Auto ein, damit er nicht mehr weg konnte etc. In seiner Verfassung war ihm das einfach zu viel!
Wir sind jetzt sozusagen Freunde. Wenn wir uns sehen reden wir kurz miteinander. Die Trennung von mir bereue er sehr, doch in seinem Verhalten merke ich, daß ihm dieser Psychologe nicht wirklich eine Hilfe war.
Also mein Rat! Den Psychologen wechseln! Wie wäre es wenn er zu einer Psychologin geht?

Mein Sohn und ich mussten auch (wegen meiner Mutter)
zum Psychologen und unsere Erfahrungen waren gut. Ich erwähne es hier nur grob, damit du weißt, wie ein guter Psychologe arbeitet.
Der Kinderpsychologe (männlich) ließ die ganze Wut von meinem Sohn über sich ergehen. Mein Sohn stellte ihn an die Wand und rief ganz laut: Hänge hoch du Dieb! Ich war schockiert als ich das vom Wartezimmer aus mitbekam. Der Psychologe meinte dass das gut wäre. Mein Sohn würde alles in sich hineinfressen und da kommt alles raus.

Ich hatte eine Psychologin. Eine gute!
Die trichterte mir ein auf mich zu schauen! Immer zuerst auf mich! Was ich anfangs überhaupt nicht konnte. Ich solle das tun was mir gut tut und wenn was schlechtes kommt soll ich mich wehren und kämpfen.
Nur zum verstehen: Meine Mutter ist der Teufel in Person. Damit ich unserem Familiennamen, der Fa. meiner Eltern u.s.w. nicht schade, hätte ich alles auf mich genommen.

Natürlich kann ich mich meiner Vorgängerin nur anschließen, daß für Kinder eine Trennung sehr schlimm ist. Der Satz "Kinder lassen sich nicht scheiden" stimmt total.

Weisst du aus welchem Grund der Psychologe deinem Freund rät, zu seiner Frau zurückzugehen?
Wegen den Kindern?
Sind es die Schuldgefühle die ihm seine Ex eintrichtert, daß dein Freund beim Psychologen vielleicht einen Rückgang zur Familie in Erwägung zieht?

Ich fühle mit dir, denn ich hatte das ja auch schon mal mitgemacht. Wenn nicht meine Mutter der Auslöser gewesen wäre, ich glaube, der hätte auf seinen Psychologen gehört.

Viele Grüße
Freundin226

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27. Dezember 2009 um 16:19

Danke!
Hallo Ihr Lieben,

ich weiß, ich schreibe reichlich spät, aber ich mag mich auf diesem Weg noch ganz sehr für Eure lieben Antworten bedanken, es tat gut und hat mir sehr geholfen.
Im Moment ist trotzdem alles nicht so einfach und ich habe mit meinem Freund sehr zu kämpfen.
Ich werd dazu einen neuen Thread eröffnen, weil ich das Gefühl habe zunehmend überfordert zu sein.

Danke also nochmal.

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28. Dezember 2009 um 1:40

Hey
vlt. hilft es dir den psychotherapeuten besser zu verstehen wenn du dir das buch 'psychoanalyse' von sigmund freud anschaust, da ja soweit ich weiß vieles oder zumindest einiges aus diesem buch in den heutigen erkenntnissen und therapiemethoden der tiefen psychologie, die angewendet wird, steckt...
vlt. aber auch nicht so direkt, ich hab psychologie nicht studiert von daher ist das nur eine vermutung, aber es ist auf jeden fall hilfreicher als unwissend darüber, wie der therapeut seine handlungen begründet, zu urteilen ob er sich i-wo reinsteigert oder nicht.

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30. Dezember 2009 um 12:24

...
Er liebt dich aber bedenke , seine Kinder stehen auch an erster Stelle .

Schlag ihm einfach vor , dass er seine KInder einfach öfters besuchen sollte.
Ihr könnt vllt nicht seine Kinder zu euch holen aber immerhin besuchen.
Oder die KInder können eben übers Wochenende zu euch kommen.
Ich denke ihr habt kein Problem.
Meine Eltern sind auch geschieden. Ich lebe bei meinen Großeltern.
Mein Vater hat auch eine Freundin und sie besuchen uns ständig. Ich finde sie auch total nett.

Versuchs auch mal
Die Kinder wollen auch sicher zu ihren Pappi

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