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Warum schaffe ich das einfach nicht ?

17. Juni 2014 um 10:48

Jeder hat mal Depressionen nicht wahr ? Jeder kennt das Gefühl, wenn man gerade nicht weiter kommt. Aberirgendwann kriegt man die Kurve.

Ich bin jetzt 22 und meine Vergangenheit ist geprägt von viel Schmerz. Ich dachte, dass ich das meiste jetzt hinter mir gelassen habe, denn ich bin viel selbstbewusster und eigenständiger geworden.
Aus einigen Gründen, die ich jetzt des Themas wegen nicht unbedingt aufzählen muss, habe ich trotz durchschnittlicher Intelligenz einen automatischen Hauptschulabschluss. 2011 bin ich von zuhause rausgeworfen worden. Ich habe es geschafft von der Straße runter zu kommen und einige Probleme zu überwinden. Jetzt, 3 Jahre später wohne ich zwar noch in einer Unterkunft aber suche eine Wohnung und Arbeit, denn beides habe ich nicht wirklich. Vom Jobcenter wurde ich in eine Maßnahme extra für die Wohnungssuche gesteckt. SUPER - Ich hatte vieles geschafft und bin vorwärts gekommen um mein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen...

Dachte ich.

Immer, wenn ich gerade etwas geschafft habe, läuft das eine Weile gut... und plötzlich stecke ich in einer Sackgasse. Ich komme bei irgendetwas nicht weiter und egal wie sehr ich mich anstrenge ich schaffe es nicht allein. Dann werde ich depressiv und gebe auf. Warum gebe ich immer auf, wenn ich doch gerade so weit gekommen bin ? Ich habe immer Angst weiter zu machen. Wieso lande ich immer wieder in diesem Loch? Ich kenne die Konsequenzen und trotzdem sitze ich hier, zitter, habe Angst und tu nichts.


Lisa

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19. Juni 2014 um 10:28

Hallo Lisa!
Danke für deinen Bericht, es geht nämlich sicher vielen so, auch sehe ich mich selbst in deiner Beschreibung.

Eines kann ich aber aus eigener Erfahrung berichten: Ich beobachte immer mehr, dass ich meinen Gedanken ausgeliefert bin. Mein Geist ist ständig aktiv. Und: Nur selten gesellt sich mal ein neuer, konstruktiver, schöner Gedanke zu den sich ewig im Kreis drehenden Gedanken über meine Lebensgeschichte, meine derzeitigen Umstände und die unausweichlich daraus folgende Prognose für die Zukunft.

Der Gedankenlärm in meinem Kopf hat sich irgendwie verselbständigt. Ich dachte immer, denken ist etwas, das ICH tue, als könnte ich da mitreden, aber genauso könnte ich sagen, "Ich kreise jetzt mein Blut".

Nein, ich hab immer noch kein eigenes Haus und sitze in einem unbefriedigenden Mietverhältnis fest, das wenig Spielraum für positive finanzielle Entwicklung lässt, ich hab noch immer zuwenig Auslastung an kreativer freudvoller Arbeit, und vieles an einfachen Haushaltstätigkeiten oder Pflege freut mich heute immer noch nicht. Aber:

Irgendwie ist durch dieses regelmässige Beobachten meines Denkverhaltens so etwas wie eine Beruhigung des mentalen Lärms da oben eingetreten. Ich muss nicht mehr alles so 100% glauben, was da durch den Kopf geht. Ich bin dem nicht mehr so absolut ausgeliefert. Das "eigene Haus" ist - zumindest im Moment des Beobachtens - nicht mehr so wichtig. Irgendwie nimmt diese Enge und Unausweichlichkeit ab. Und das gibt Raum für neue Möglichkeiten, Visionen. Und es lässt mich neue Ideen mit mehr Ausdauer und Entschlossenheit - und vor allem Ruhe - realisieren.

Vielleicht läßt sich diese uns innewohnende ungeheure Kraft, wie ALLTHELITTLETHINGS23 es großartig beschreibt, erst nach Still Werden dieses Dank-Lärms wahrnehmen und nutzen?

Liebe Grüße

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