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Warum muss ich so sehr leiden?

15. März 2016 um 12:55

Ich entschuldige mich jetzt schon dafür, falls der Text etwas undurchsichtig werden wird.
Mein Problem ist es, dass ich seit einiger Zeit an Depressionen leide..denke ich zumindest. Ich war bisher einmal beim Bereitschaftspsychologen im Krankenhaus und dieser meinte nur, ich solle mich einweisen lassen. Aber das kann ich nicht. Ich bin erst 18 Jahre alt, gehe in die 12.Klasse eines Gyms und mache gerade Abitur. Nächste Woche ist Notenschluss und danach beginnen die Prüfungen; da kann ich nicht 4 oder 5 Wochen fernbleiben.
Ich musste schon viel durchmachen. Seit meiner frühen Kindheit habe ich gespürt, dass ich nicht erwünscht war. Wurde ständig zwischen Mutter und Großeltern hin- und hergeschoben. Meine Mutter hielt mich von so vielen Sachen fern wie den Kindergarten oder Veranstaltungen meiner Grundschule (Wandertage, kleine Feiern, Abschlussfeier). Dementsprechend hatte ich kein großes Sozialverhalten entwickeln können. Deshalb war ich dann auf dem Gym ein gefundenes Fressen für Mobber und fand nur sehr schwer Anschluss. Ich kann eigentlich erst seit der 11.Klasse sagen, dass ich endlich mal irgendwie angekommen bin. Aber ich habe Probleme, dieser Ruhe zu vertrauen; ich misstraue meinen Mitschülern. Die familiäre Situation wurde auch nicht besser. Meine Mutter sperrte mich immer mehr daheim ein, mein neuer Stiefvater denunzierte mich (aber nur, wenn wir alleine waren..soll ja niemand mitbekommen), machte sexuelle Anspielungen (wurde aber nie wirklich handgreiflich) und schrie mich an. Vor zwei Jahren lernte ich meinen ersten richtigen Freund kennen (Anfang 20) und der machte mich erst mal darauf aufmerksam, dass ich so kein normales Leben führe (ich habe hier weitaus nicht alles beschrieben) und ich begann mich zu wehren. Es wurde aber immer schlimmer, ich litt unter starker Angst vor meiner Mutter, Großeltern und Stiefvater. Ich begann, Suizidgedanken zu entwickeln. Irgendwann wagte ich den Schritt zum Jugendamt. Es folgten Inobhutnahme für 3 Wochen, einige Gerichtstermine usw. Dann durfte ich endlich zu meinem (jetzigen Ex-)Freund ziehen. Seine Familie, er wohnte noch daheim, nahm mich herzlich auf. Trotzdem wurde ich nie wirklich glücklich. Letztes Jahr gegen Jahreswechsel haben wir uns dann getrennt (ich habe es nicht mehr mit ihm ausgehalten) und jetzt beziehe ich meine erste eigene Wohnung mit Stütze der Ämter und Unterhalt vom leibl. Vater (den ich aber so gut wie nie sehe und ich kaum Kontakt habe). Ich komme hier endlich mal zur Ruhe. Ich habe auch einen neuen Freund gefunden (seit einem Monat, aber was das so zwischen uns ist hat keiner von uns beiden bisher ausgesprochen). Er ist auch mein Nachbar, ich kenne ihn aber schon eine Weile. Er weiß einige wenige Dinge aus meiner Vergangenheit und unterstützt mich sehr. Ich habe aber die Angst, dass er meine Krankheit nicht so wirklich versteht, denn ich rede mit ihm nur sehr wenig darüber. Ich will ihn nicht verscheuchen, denn er ist momentan mein ganzer Lebenserhalt...ohne ihn..hätte ich so manchen Gedanken wohl ausgeführt.
Mein eigentliches Problem ist aber, dass ich mich permanent antriebslos, motivationslos und schlecht fühle. Habe negative Gedanken, will niemanden sehen (nicht mal meinen Freund) und verliere jegliches Interesse an meinen eigentlich heißgeliebten Hobbys. Ich schaffe es nicht mehr, frühs aufzustehen und in die Schule zu gehen. Immer öfter muss ich mich krank melden und lasse mich vom Arzt krankschreiben. Dann gegen Nachmittag fühle ich mich so besch*** und hasse mich selbst, weil ich einfach alles liegen lasse.. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich so oft nicht in der Schule wahr, mein Sporttraining enorm vernachlässige und mich generell kaum mehr aus der Wohnung rausbewege. Ich bekomme ständig Heulkrämpfe, doch plötzlich werde ich aggressiv und könnte jeden umbringen oder doch ganz emotionslos und mir ist alles gleichgültig. Mein Freund könnte sterben, ich würde im Lotto gewinnen, es wäre mit einem Schulterzucken abgetan. Ich habe richtige seelische Schmerzen..ich spüre diese Schmerzen..oft kommt mir der Gedanke, das Leid einfach in Alkohol zu ertränken, aber meine Vernunft verbietet es mir.
Ich weiß nicht mehr weiter..ich finde eine Therapie sinnlos..ich war damals schon in einer Gesprächstherapie und es hat mir nichts gebracht. Dieses einfache Reden hilft mir nicht, es war eher nur Stress und verschenkte Zeit in meinen Augen. Und ich habe keine Zeit für Tageskliniken oder eine stationäre Aufnahme. Ich glaube nicht daran, dass mir jemand durch Gespräche oder Gedankenübungen helfen kann, erachte das alles als sinnlos.. Gibt es irgendwelche Ratschläge, damit ich mir selbst helfen kann oder fremde Hilfe an mich heranlassen kann? Ich weiß bald nicht mehr weiter und stehe immer wieder einen Schritt vor dem Aufgeben..

Habe gerade diesen Text geschrieben und habe das Gefühl, rein gar nichts gesagt zu haben und dass das alles einfach total unverständlich und labidar für Außenstehende klingt.. Trotzdem bedanke ich mich jetzt schon für Antworten.

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15. März 2016 um 13:26

Suizid?
Du nennst es schon "meine Krankheit" und hast auch vom Bereitschaftsspychologen den Rat bekommen, Dich einweisen zu lassen. Ich kann mir ein wenig vorstellen, wie es Dir gerade geht, was bei Dir alles ansteht und was Du alles bewältigen musst.
Nein, es ist nicht unverständlich und lapidar. Die Auswirkungen die Du beschreibst, habe ich kennengelernt. Es klingt für mich eher nach einem Bourn Out. Das Studium, die Familie, der immer währende Kampf. Dies alleine zu bewältigen braucht Zeit und Hinterland, also jemanden der Dich unterstützt. Doch Zeit hast D nicht, sagst Du.
Was würdest Du Dir als erstes von allem wünschen?
Andrea

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15. März 2016 um 13:59
In Antwort auf sloan_11857645

Suizid?
Du nennst es schon "meine Krankheit" und hast auch vom Bereitschaftsspychologen den Rat bekommen, Dich einweisen zu lassen. Ich kann mir ein wenig vorstellen, wie es Dir gerade geht, was bei Dir alles ansteht und was Du alles bewältigen musst.
Nein, es ist nicht unverständlich und lapidar. Die Auswirkungen die Du beschreibst, habe ich kennengelernt. Es klingt für mich eher nach einem Bourn Out. Das Studium, die Familie, der immer währende Kampf. Dies alleine zu bewältigen braucht Zeit und Hinterland, also jemanden der Dich unterstützt. Doch Zeit hast D nicht, sagst Du.
Was würdest Du Dir als erstes von allem wünschen?
Andrea

Das Abitur lässt mir keine Zeit zur Therapie
Ich leide schon seit mehreren Jahren, nur überschlägt sich alles seit einem halben Jahr. Habe realistische und schreckliche Alpträume bekommen und stehe oft am emotionalen Abgrund..
Ich würde mir am meisten wünschen, dass ich endlich mal wieder Freude spüren kann und diese nicht mehr vorspielen muss..dass diese negativen Gedanken verschwinden.. Habe aber das Gefühl, dass eine Therapie (Gruppe oder Einzel) mir einfach nichts bringt. Wie gesagt, habe das schon alles durch und es hat sich nichts gebessert.

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15. März 2016 um 14:05
In Antwort auf ute_12324192

Das Abitur lässt mir keine Zeit zur Therapie
Ich leide schon seit mehreren Jahren, nur überschlägt sich alles seit einem halben Jahr. Habe realistische und schreckliche Alpträume bekommen und stehe oft am emotionalen Abgrund..
Ich würde mir am meisten wünschen, dass ich endlich mal wieder Freude spüren kann und diese nicht mehr vorspielen muss..dass diese negativen Gedanken verschwinden.. Habe aber das Gefühl, dass eine Therapie (Gruppe oder Einzel) mir einfach nichts bringt. Wie gesagt, habe das schon alles durch und es hat sich nichts gebessert.

Hilfe zur selbsthilfe
hallo

ich lade dich gerne zu einem satsang ein.
im forum hat es ein entsprechender TE.
soviel kann ich dir sagen: hilfe, die weitere hilfe mit sich bringt, ist keine echte hilfe!

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15. März 2016 um 14:12
In Antwort auf ute_12324192

Das Abitur lässt mir keine Zeit zur Therapie
Ich leide schon seit mehreren Jahren, nur überschlägt sich alles seit einem halben Jahr. Habe realistische und schreckliche Alpträume bekommen und stehe oft am emotionalen Abgrund..
Ich würde mir am meisten wünschen, dass ich endlich mal wieder Freude spüren kann und diese nicht mehr vorspielen muss..dass diese negativen Gedanken verschwinden.. Habe aber das Gefühl, dass eine Therapie (Gruppe oder Einzel) mir einfach nichts bringt. Wie gesagt, habe das schon alles durch und es hat sich nichts gebessert.

Freude
Was hast D alles schon gemacht? Also Therapie und so?

Kannst Du Dich noch erinnern, wann Du das letzte mal Freude verspürt hast? Wie fühlte es sich an?

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15. März 2016 um 14:27
In Antwort auf sloan_11857645

Freude
Was hast D alles schon gemacht? Also Therapie und so?

Kannst Du Dich noch erinnern, wann Du das letzte mal Freude verspürt hast? Wie fühlte es sich an?

Vor einem Jahr..
Vor einem Jahr ca habe ich meine Therapie abgebrochen. Diese ging selbst mehr als ein halbes Jahr. Es wurde als Art Gesprächstherapie gestaltet. Ich kam hin, erzählte über mich und meine Gefühle und die Therapeutin analysierte das zusammen mit mir (und kam auf Schlüsse, die ich schon längst gezogen hatte). Als der Gesprächsstoff ausging schlug sie mir eine Gedankenübung vor zur Aufarbeitung meiner gesamten Kindheit..völliger Quatsch und nutzlos war das für mich..Ich hab ihr das mitgeteilt und sie ging über zu einer erneuten Gesprächstherapie und unterhielt sich viel mit mir auch über kleine Dinge, die mich beeinflussten. Da ich aber nie Besserung spürte, habe ich das alles abgebrochen.

Ich empfinde etwas Freunde jeden Abend, wenn mein Freund zu mir kommt oder ich zu ihm. Umso tiefer falle ich dann, wenn er gehen muss oder ich gehen muss...kaum fällt die Tür zu, falle ich mit. Ansonsten so richtig aktiv Freude empfand ich vielleicht vor 2 Jahren, als das Gericht sich für mein Wohl entschieden hat und ich aus der Inobhutnahme durfte..aber selbst da lag schon ein grauer Schleier drauf. Ansonsten...habe ich kein aktives Gedächtnis an freudige Augenblicke..das schockiert mich gerade selber.

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15. März 2016 um 15:06
In Antwort auf ute_12324192

Vor einem Jahr..
Vor einem Jahr ca habe ich meine Therapie abgebrochen. Diese ging selbst mehr als ein halbes Jahr. Es wurde als Art Gesprächstherapie gestaltet. Ich kam hin, erzählte über mich und meine Gefühle und die Therapeutin analysierte das zusammen mit mir (und kam auf Schlüsse, die ich schon längst gezogen hatte). Als der Gesprächsstoff ausging schlug sie mir eine Gedankenübung vor zur Aufarbeitung meiner gesamten Kindheit..völliger Quatsch und nutzlos war das für mich..Ich hab ihr das mitgeteilt und sie ging über zu einer erneuten Gesprächstherapie und unterhielt sich viel mit mir auch über kleine Dinge, die mich beeinflussten. Da ich aber nie Besserung spürte, habe ich das alles abgebrochen.

Ich empfinde etwas Freunde jeden Abend, wenn mein Freund zu mir kommt oder ich zu ihm. Umso tiefer falle ich dann, wenn er gehen muss oder ich gehen muss...kaum fällt die Tür zu, falle ich mit. Ansonsten so richtig aktiv Freude empfand ich vielleicht vor 2 Jahren, als das Gericht sich für mein Wohl entschieden hat und ich aus der Inobhutnahme durfte..aber selbst da lag schon ein grauer Schleier drauf. Ansonsten...habe ich kein aktives Gedächtnis an freudige Augenblicke..das schockiert mich gerade selber.

Freude
Wenn Du sagst, Du fällst in ein Loch, kaum das er (oder Du) geht, wie kann/muss ich mir das vorstellen?
Kannst Du Dich in das Gefühl von vor zwei Jahren noch einmal hineinversetzen?

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