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War ich tatsächlich Opfer einer Vergewaltigung?

4. Januar 2016 um 21:44 Letzte Antwort: 10. Februar 2016 um 22:22

Hallo!

Mir ist vor einigen Tagen etwas passiert, dass für mich ehrlich gesagt sehr belastend ist. Ich habe mich damit jemanden anvertraut, weil ich einen unsagbaren Hass auf mich selbst und einen Haufen Schuldgefühle hatte (und noch immer habe). Nun hat diese Person gemeint, dass es sich ganz klar um eine Vergewaltigung gehandelt hat - ich bin mir jedoch nicht sicher. Vielleicht will ich es aber auch einfach nicht wahr haben.

Vorab: ich bin 15, weiß nicht, ob das wichtig ist.
Eine Freundin hat eine Party gefeiert. Viel Alkohol, viele Menschen, die ich bis dahin noch gar nicht kannte. Darunter auch ein paar süße Jungs.
Einen fand ich sehr sympathisch, er mich offensichtlich auch und wir saßen irgendwann nebeneinander, ich in seinem Arm und bis dahin war auch noch alles gut. Irgendwann hat er angefangen, mich zu küssen. Ich habe mich zwar geekelt, habe es aber weiß Gott warum nicht fertig bekommen, mich zu wehren. Naja. Irgendwann wurde es dann intimer. Ich habe noch akzeptiert, als er seine Hände über meine Beine, über meinen Bauch wandern ließ, als er jedoch unter meine Hose wollte, habe ich seine Hand weggezogen und damit ja eigentlich deutlich gemacht, dass ich das nicht möchte - so weit hat er das eigentlich auch akzeptiert, dachte ich.

Wir sind dann nebeneinander eingeschlafen. Besser gesagt: ich habe geschlafen, er nicht. Ich war einfach unheimlich erschöpft vom Alkohol und generell einfach müde. Aufgewacht bin ich dann, weil ich gemerkt habe, dass irgendwas nicht stimmt. Ich habe etwas länger gebraucht um zu realisieren, dass der Junge seine Finger in meiner Hose hat und mit mehreren Fingern immer wieder in mich eindringt. Schnell. Heftig. Ich wusste in dem Moment nicht, was ich tun soll und lag einfach nur wie erstarrt da. Irgendwann hat er wohl aufgehört.

Ich mache mir Vorwürfe, weil ich es nicht geschafft habe, etwas zu sagen. Ich fühle mich schmutzig und benutzt, seit Tagen.
Es heißt, dass Eindringen in die Scheide, auch nur mit dem Finger, und z.B. wie hier in einer "schutzlosen Lage" gilt als Vergewaltigung. Aber war das wirklich eine? War ich wirklich schutzlos, weil ich geschlafen habe und kraftlos war? Ich weiß nicht weiter und ich mache mir zeitgleich auch Vorwürfe, dass ich mich so schlecht fühle - dabei haben andere weitaus Schlimmeres erlebt.
Wisst ihr einen Rat?

Viele Grüße
jejex3

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5. Januar 2016 um 13:04

Hallo
erst einmal: Klasse, dass du dich jemanden anvertraut hast!

Zu deiner Frage, da das Eindringen gegen deinen Willen geschehen ist handelt es sich um eine Vergewaltigung.

ich möchte dir ans Herz legen dich an eine Beratungsstelle zu wenden. (da gibt es unteranderem Regen-licht-Kind, Wildwasser, Allerleihrau....suche dir bei Bedarf eine Beratungsstelle aus, die dir vertrauenswürdig erscheint)

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

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5. Januar 2016 um 13:42
In Antwort auf sonnenblumeee

Hallo
erst einmal: Klasse, dass du dich jemanden anvertraut hast!

Zu deiner Frage, da das Eindringen gegen deinen Willen geschehen ist handelt es sich um eine Vergewaltigung.

ich möchte dir ans Herz legen dich an eine Beratungsstelle zu wenden. (da gibt es unteranderem Regen-licht-Kind, Wildwasser, Allerleihrau....suche dir bei Bedarf eine Beratungsstelle aus, die dir vertrauenswürdig erscheint)

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

Dankeschön..
Vielen Dank für die liebe Antwort und die Beratungsstellen. Ich denke, die werde ich mir mal ansehen...
Danke nochmal und viele Grüße!
jejex3

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10. Februar 2016 um 1:43

Hallo jejex3
Ich finde es sehr mutig das du dich hier öffnest und dein Problem nicht verdrängst.
Ich bin mittlerweile 22
Ich habe mit 15 eine sehr ähnlich Situation erlebt wie du, ich hatte einen besten Freund der mich zum trinken überredet hat und anschließend mit zu sich nach Hause schleppte. Ich lag auf seiner Matratze er legte sich auf mich . Er berührte mich überall und fuhr ebenfalls mit seinen Fingern in meine Scheide ich sagte ihm mehr mals er soll aufhören . Ich konnte mich jedoch aufgrund dem hohen Alkoholkonsum körperlich nicht mehr wehren. Irgendwann schleppte ich mich auf die Toilette wo ich mich aufgrund von Ekel mehr mals übergeben musste. Am Nächsten Tag ging ich nachhause. Ich erzählte 3 Jahre lang niemandem was davon undführte mein Leben normal weiter erst als ich es Freunden erzählte wurde mir klar das es nicht richtig war was er gemacht hat. Ich wünsche dir viel Kraft in dieser Zeit und wende dich Ruhig an Beratungsstellen wen du Unterstützung benötigst

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10. Februar 2016 um 22:22
In Antwort auf jejex3

Dankeschön..
Vielen Dank für die liebe Antwort und die Beratungsstellen. Ich denke, die werde ich mir mal ansehen...
Danke nochmal und viele Grüße!
jejex3

Es war jedenfalls ein Übergriff...
... den du nicht wolltest, und da ist es egal, wie man das rechtlich einordnet oder was beweisbar ist. Du wolltest das nicht und du leidest darunter und deshalb solltest du auf jeden Fall Hilfe suchen, damit du besser damit umgehen kann. Das ist völlig unabhängig davon, ob eine Straftat nachweisbar wäre, denn die moralische Bewertung und dein Empfinden hängen ja nicht davon ab, wie die ganze Sache juristisch bewertet wird. Und nein, du trägst keine Schuld, bloß weil du dich in der Situation nicht traust, anders zu reagieren. Schuld trägt der, der sowas macht.

Wenn du darüber nachdenkst, ob du das anzeigen sollst, lässt du dich am besten in Ruhe beraten, denn bei solch einer Sache spielen so viele Nuancen eine Rolle, dass man dazu auf einer anonymen Internetseite keine seriöse Auskunft geben kann.

Ich finde es super, dass du das nicht einfach in dich hineinfrisst, sondern um Rat fragst, was dir passiert ist und was du machen kannst. Sicher kann man dir jetzt, wo alles noch frisch ist, besser helfen als in ein paar Jahren und du wirst das alles ohne Schaden überstehen. Nur Mut!

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