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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Wann komme ich endlich mal dran? Wann darf ich leben?

Letzte Nachricht: 9. Mai 2010 um 19:36
B
becky_12525768
25.04.10 um 17:07

Hallo. Ich würde gerne mal eure Meinung hören.
Ich bin 48 Jahre alt. Noch nie hatte ich ein selbstbestimmtes Leben. Als ich 12 war, holte meine Mutter mich zu sich, weg von meinen Grosseltern die mich bis dahin grosszogen. Sie war neu verheiratet und hatte meine 2 Halbgeschwister geboren die ich grossziehen musste., Ich hatte es nie leicht, wurde geschlagen und verspottet und musste alle Arbeit tun. Kinder grossziehen, Haushalt, in den Geschäften helfen. Ein richtiges Aschenputtelleben. Freunde und Kindhet hatte ich keine. Als ich es nicht mehr aushielt lief ich weg. Mit 17 lernte ich meinen Mann kennen. ich dachte, nun habe ich eine eigene Familie. Doch die Ehe war schwer. Er war oft untreu und unsensibel. Ich bekam drei Kinder, eines davon war so schwer erziehbar, dass ich ein Burnout bekam. Durch meinen christlichen Glauben habe ich alles verziehen und verarbeitet, aber ich habe natürlich Gesundheitlich und nervlich draufbezahlt. Heute bin ich noch immer mit den gleichen Mann 30 jahre vh. Nun ist er schwerkrank und ich helfe ihn so gut ich kann. Doch meine älteste Tochter hat bald 4 kinder und meine mittlere Tochter nimmt es mir übel, dass ich nach dem wahrcheinlich bald kommenden Tod meines kranken Mannes keine Oma sein will. Ich kann aber nicht mehr. Bis heute habe ich noch nie gelebt. Weder weiss ich wie es ist, wenn man Freunde hat, ausgeht, glücklich ist noch wie es ist wenn man frei und selbstbestimmt lebt. Genau das will ich aber durchleben wenn ich Witwe bin. Doch nun habe ich Schuldgefühle, weil ich mich nicht zum Omadasein hingezogen fühle. Ich finde aber das auch ich mal ein Recht hätte auf ein klein wenig Freiheit und Selbstbestimmtheit, zumal ich selber chronisch krank bin und mit 48 wahrscheinlich mein halbes Leben hinter mir habe. Bin ich nun zu egoistisch? Nur weil ich nicht dauernd nur dienen will. Ich habe auch gar keine Kraft mehr für weitere Kinder und finde, wer Kinder bekommt soll, so wie ich es tat, sie auch selber grossziehen. Denn schliesslich muss im Zeitalter der Pille heute keiner mehr ungewollt schwanger werden. Bitte sagt mir eure Meinunbgen auf höfliche Weise. Gruss Sagi

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L
lela_12519794
27.04.10 um 21:16

Jetzt
Du solltest so schnell wie moeglich anfangen zu leben. Du soltest gleich anfangen. Und vergiss Schuldgefühle.
Ich weiss nicht, wie alt deine Kinder jetzt sind, aber wenn sie alle schon Erwachsene sind, sollten sie dir bei der Pflege vom Vater helfen eher als sie Hilfe von dir erwarten.
Ich wuensche dir viel Glueck und Freiheit

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G
gisela_12519493
28.04.10 um 12:13

Oma
Ganz so einfach ist das nicht. Du bist zwar auf gar keinen Fall egoistisch, aber soltest überlegen, wie es nach dem Tod deines Mannes weiter geht. Was hast du bisher für deine Tochter, bzw. Enkelkinder getan, vielleicht stehst du da schon in einer Verpflichtung? Manchmal gerät man da einfach so rein, ganz ungewollt und automatisch. Dein Umfeld kennt dich nicht anders als aufopfernd zu sein. Frage dich selbst, ob du Oma sein möchtest und dann sprich mit deiner Tochter über die Situation. Das du zwar bereit bist dich um Enkel zu kümmern, aber das dort keine Verpflichtung sein darf, da du dich sonst nicht wohl fühlst. Sie sollte auf gar keinen Fall dir die Kinder überlassen, damit sie arbeiten gehen kann oder sowas. Sage ihr, was du freiwillig tun möchtest. Sie braucht nicht wissen wie es früher bei dir aussah (Aschenputtelleben). Diese Verantwortung hast du übernommen und wird bald abgeschlossen sein. Auch Enkelkinder lassen sich in dein zukünftiges Leben einbinden, vorrausgesetzt du willst es so, ohne Verpflichtung, sondern nur aus Spaß an der Freude. Deswegen mußt du dich nicht einschränken. Stehst du schon tief in der Verpflichtung drin, dann sprich mit deiner Tochter das das geändert werden muß. Wie du schon sagtest, sie muß die Verantwortung für ihre Kinder selbst tragen.
Ich wünsche dir viel Erfolg und Mut das durchzusetzten.
Alles Gute
Daisy

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B
becky_12525768
09.05.10 um 19:36

Danke für eure bisherigen Antworten
Das hat mir gut getan.
Ich kann jetzt zwar noch nicht mein Leben leben, da mein Mann ja krebskrank ist und mich ganz braucht und ich ihn auch selbstverständlich zur Seite stehe. Dann kommt die Trauerphase und ich habe keine Ahnung wie lange es dauert bis ich über den Verlust meines Mannes hinwegkommen werde. Wars auch nicht leicht mit ihm, aber 30 Jahre zusammen sind lange.
Und was das Omasein angeht, ich habe alle meine Enkel lieb, sie bekommen an ihren Geburtstagen auch geschenke und wenn ich sie mal sehe, dann spiele ich auch gerne mal mit ihnen. Nur die Verantwortung übernehme ich nicht und betreue sie auch nicht, damit ihre Mutter arbeiten kann. Das wäre mir zuviel und ich sehe es auch nicht ein. Auch ich habe meine Kinder selbst grossgezogen. Ich Danke euch.

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