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Wahrnehmungs- und Bewusstseinsstörungen / Derealisation =(

23. Juli 2005 um 13:28

Hey folks...
zuerst zu meiner Person: Bin ein 18 Jahre junges Mädel, komme nach den Sommerferien in die 13. Klasse. Habe sehr nette und liebe Menschen um mich herum und hab relativ viele Kontakte; also keine Komplexe, dass es mir an sozialen Kontakten mangelt...
Zu meinem Problem... ich schleife es schon seit ca. 2 Jahren mit mir herum und hab eigentlich immer den Besuch beim Psychater gemieden. Habs schon mehrere Male versucht meinen Freundinnen zu beschreiben, denen es aber unmöglich erscheint sich das Problem vorzustellen.
Es ist so, dass ich das Gefühl habe, alles um mich herum nicht wahrzunehmen, einfach durch alles, was ich sehe "durchzuschauen". Es fehlt irgendwie diese Realisation, ein Bewertungsgefühl, von dem, was ich sehe und was um mich herum passiert. Es ist, als würde ich Ereignisse nicht mehr [i]wertschätzen[/i] können. Ich laufe durch die Stadt, sehe viele Menschen, viele Geschäfte, etc., aber nehme das alles gar nicht bewusst wahr. Versteht ihr? Vorgestern habe ich beispielsweise eine Stunde Desperate Housewives geschaut, aber ich hätte niemandem den Tag danach sagen können, um was es ging, weil ich es irgendwie nicht aufgenommen habe; es einfach, obwohl ich ja eine Stunde geschaut habe, an mir vorbeigezogen ist :? .
Oder in der Schule. Mir fällt es verdammt schwer, das was erzählt wird, zu realisieren und umzusetzen, in "Informationspäckchen" zu packen und zu speichern. Es ist, als wäre eine riesengroße schwarze Wolke in meinem Kopf, die die Verbindung zwischen "Aufnahme" und "Verarbeitung/Bewertung" völlig hemmt...
Nun zu meiner eigenen Idee der Diagnose. Mein Opa ist im Februar 2004 gestorben. Meine erste Konfrontation mit dem Tod. Jeder, der den Tod zum ersten Mal an einem sehr nahe stehenden Menschen erlebt, weiß, wie einem dort zumute ist. Dort erlebte ich eigentlich zu allererst diese Unfähigkeit, dieses Ereignis zu realisieren. Konnte mir es auch Wochen danach nicht vorstellen, dass er einfach nicht mehr da ist und vor allem, wo er denn jetzt ist. Dieses Ereignis ging über mein Vorstellungsvermögen hinaus und irgendwie hab ich es mehr oder weniger verdrängt und nicht verarbeiten wollen, weil es mir so schwer fiel. Vielleicht ists möglich, dass ich das immer noch in meinem tiefsten Inneren mit mir herumtrage und das ich dadurch evtl. dieses ganze Geschehen um mich herum nicht aufnehme und verarbeiten kann.
Ein banales und vielleicht auch bescheuertes Beispiel an meiner vor mir stehenden Volciv Flasche, deren Wahrnehmung eigentlich repräsentativ für meine allgemeine Wahrnehmung von Umwelt / Menschen steht.
Ich sehe diese Flasche, weiß, dass Wasser drin is, kann lesen, was drauf steht. Jedoch fehlt mir das Bewusstsein, das diese Flasche wirklich vor mir steht und ich sie "anpacken" kann. Wenn ich sie anfasse dann erscheint mir das irgendwie [i]unwirklich[/i] oder sogar [i]fremd[/i].
Ich hatte auch vor meiner Fahrschulzeit derbe Angst, dass ich die ganzen Verkehrsregeln in der Anspannung während des Fahrens gar nicht alle anwenden/realisieren kann! Aber das hat wiederum alles bestens geklappt, hab Theorie/Praxis beides beim 1. Mal bestanden, hab nen souveränen Eindruck hinterlassen, [i]obwohl[/i] ich mich in diesen hier beschriebenen Zustand befand, wie schon seid etwa 2 Jahren. Würde sogar sagen, dass dieser Zustand vor dem Tod meines Opas schon leicht da war und dadurch dann nur seinen [i]"Durchbruch"[/i] fand. Dachte erst, es könnte vielleicht Überforderung, Stress, etc. sein. Aber ich hab in den 2 Jahren soviel stressfreie Tage/Wochen/Monate gehabt, das kanns einfach nich sein. Suche immer wieder die Flucht in die Natur. Fahr bei gutem Wetter einfach mal in eine abgelegene Wiese, leg mich da mit ner Decke hin und versuche meine Gedanken zu sammeln. Es ist aber so schwer, weil mein Kopf so [i]zu[/i] scheint...
Ich hoffe, dass ihr euch irgendwie ein bisschen in mein Problem reinfühlen konntet und vielleicht eigene Erfahrungen derart gemacht habt und mir sagen könnt, woran das nun genau liegt und vor allem, was ich dagegen machen kann :| ...
Liebe Grüße
sheep_87

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23. Juli 2005 um 16:59

Hi!
Du scheinst mir ein echt schlaues Mädel zu sein!
Daher mein Rat, geh zu einem Psychologen anstatt Dir weiterhin selber Antworten zu geben!
Selbst wenn Du dadurch rausbekommst woher Deine Wahrnehmungsstörungen kommen, so kannst Du sie trotzdem niemals alleine überwinden!
Dafür brauchst Du schon professionelle Hilfe!
Und ich denke wenn es wirklich mit dem Tod Deines Großvaters zu tun hat, dann ist es auch wirklich wichtig das nach 2 Jahren endlich zu verarbeiten! Nicht umsonst wird Trauerarbeit bei Menschen immer so groß geschrieben! Deine Psyche leidet sonst enorm! Und dass das nicht gut ist auf Dauer, ist Dir bestimmt bewusst oder?
Bitte lass Dir helfen, denn in einem öffentlichen Forum bekommst Du nicht die Hilfe die Dir wirklich nutz!
Viel Kraft und alles Liebe
msasfield

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23. Juli 2005 um 22:32

Hi
ich weiß genau was du meinst...ich habe dieses gefühl schon seit ca einem jahr! ..als ich depressionen bekam ;/


mein kopf scheint leer zu sein, als würde im kopf gar nichts mehr gehen, manchmal wie eine blockade!!?? ein brett vorm kopf... als wäre man ohnmächtig, wie betäubt, passiv, unwirklich !?

bei mir kommt hinzu dass wenn ich spreche, es nicht bewußt tue, sondern ich höre mich sprechen...ein ganz eigenartiges gefühl!


ich versuche mir ständig eine erklärung dafür zu finden, aber ich habe mich endlich getraut einen termin beim psychologen zu machen! denke, von alleine wirds nicht besser...hoffe ich weiß dann mehr!!

lg
nike

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24. Juli 2005 um 11:29

Erster Gang...
...ist nicht der Psychologe. Du denkst zu viel nach, das kann zum Selbstläufer werden. Weder Fern- noch Selbstdiagnosen helfen dir. Deshalb:


erstmal zum Hausarzt (vorausgesetzt du hast Vertrauen zu ihm) und dort einen allgemeinen Gesundheits-Checkup machen lassen, vor allem auch Schilddrüsenwerte (sag' ihm das, der wird den Zusammenhang zu psychischen Auffälligkeiten kennen). Falls ohne Befund, kannst du immer noch überlegen, ob du dich in die Hände eines Neurologen begeben willst (mit Vorsicht zu genießen) oder ob du hier nochmal nachfragst, wer in deiner Region Frauenberatungszentren oder Selbsthilfegruppen kennt.

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21. Oktober 2007 um 9:28
In Antwort auf msasfield

Hi!
Du scheinst mir ein echt schlaues Mädel zu sein!
Daher mein Rat, geh zu einem Psychologen anstatt Dir weiterhin selber Antworten zu geben!
Selbst wenn Du dadurch rausbekommst woher Deine Wahrnehmungsstörungen kommen, so kannst Du sie trotzdem niemals alleine überwinden!
Dafür brauchst Du schon professionelle Hilfe!
Und ich denke wenn es wirklich mit dem Tod Deines Großvaters zu tun hat, dann ist es auch wirklich wichtig das nach 2 Jahren endlich zu verarbeiten! Nicht umsonst wird Trauerarbeit bei Menschen immer so groß geschrieben! Deine Psyche leidet sonst enorm! Und dass das nicht gut ist auf Dauer, ist Dir bestimmt bewusst oder?
Bitte lass Dir helfen, denn in einem öffentlichen Forum bekommst Du nicht die Hilfe die Dir wirklich nutz!
Viel Kraft und alles Liebe
msasfield

Derealisation
Ich weiß nicht ob ich auch an Derealisation leide, aber ich weiß schon seit geraumer Zeit dass irgendwas mit meinem Bewusstsein oder meiner Wahrnehmung nicht stimmt. Manchmal lebe ich Tage als wäre sozusagen nur ein beobachter meiner selbst und meiner Umwelt. Ich verhalte mich aber ganz normal. Das ist so als würde ich ferngesteuert werden und ich kann nur zusehen. Darunter leidet auch ein wenig mein Erinerrungsvermögen glaube ich.
Vorhin kam dieses Bsp mit dem Tod ihres Opas. Meine Mutter ist vor Jahren gestorben aber dass es damit zu tun hätte, darauf wär ich nicht gekommen eher mit nem epileptischen Anfall den ich mal hatte.
Ihr meint ein Psychologe kann da helfen? Ich dachte eher an einen Neurologen oder so....

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24. September 2008 um 21:25

Depersonalisation ist "heilbar"
Hallo...

Bei mir haben solche Gefühle mit 12 Jahren angefangen. Ich sagte ständig "ich fühle mich nicht da", was für Aussenstehende nicht verständlich war... Ich fühlte mich anders, wie in einem Traum, ein unberuhigendes Gefühl, welches mich fast in den Wahnsinn trieb... Ich dachte zuerst schwer erkrankt zu sein (z.B. Hirntumor) und suchte meinen Hausarzt auf, der mich in vielen langen Gesprächen überzeugen wollte, wie gesund ich doch sei.... Der Zustand wurde immer schlimmer und es entwickelten sich wiederkehrende Angst- und Panikattacken. Die Diagnose lautete: Depression und Panikattacken, dabei fühlte ich mich gar nicht depressiv und die Panikattacken hatte ich nur wegen diesem Gefühl des eigenen Verlierens... Einmal wurde es so schlimm, dass ich wirklich dachte, verrückt zu werden, oder wirklich bald zu "verschwinden", so als würde ich mich immer weiter von mir entfernen....... Dann kam endlich meine RETTUNG. Durch eigenes Recherchieren stiess ich auf den Begriff Depersonalisation/Derealisation und auf das Buch: "Das Gefühl, ein No-body zu sein". Die Tatsache, dass ich nicht die einzige bin, die darunter leidet und die Tatsache, dass man nicht "verrückt wird" (auch wenn man nun mal dieses Gefühl hat) haben mich nun fast vollständig in die Realität zurückgeholt... nun bin ich 21 Jahre alt und erlebe solche Zustände nur noch in Stresssituationen oder bei neuen Herausforderungen. Ich kann dieses Buch nur empfehlen, denn man erkennt isch darin wieder und es wirkt sehr beruhigend. Leider ist dieser Begriff Depersonalisation fast unbekannt, kaum ein Arzt scheint darüber informiert zu sein. Dabei hätte ich mir 7 Jahren meines Leiden doch ersparen können..... Viel Glück!

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24. September 2008 um 21:44
In Antwort auf lexine_12124097

Depersonalisation ist "heilbar"
Hallo...

Bei mir haben solche Gefühle mit 12 Jahren angefangen. Ich sagte ständig "ich fühle mich nicht da", was für Aussenstehende nicht verständlich war... Ich fühlte mich anders, wie in einem Traum, ein unberuhigendes Gefühl, welches mich fast in den Wahnsinn trieb... Ich dachte zuerst schwer erkrankt zu sein (z.B. Hirntumor) und suchte meinen Hausarzt auf, der mich in vielen langen Gesprächen überzeugen wollte, wie gesund ich doch sei.... Der Zustand wurde immer schlimmer und es entwickelten sich wiederkehrende Angst- und Panikattacken. Die Diagnose lautete: Depression und Panikattacken, dabei fühlte ich mich gar nicht depressiv und die Panikattacken hatte ich nur wegen diesem Gefühl des eigenen Verlierens... Einmal wurde es so schlimm, dass ich wirklich dachte, verrückt zu werden, oder wirklich bald zu "verschwinden", so als würde ich mich immer weiter von mir entfernen....... Dann kam endlich meine RETTUNG. Durch eigenes Recherchieren stiess ich auf den Begriff Depersonalisation/Derealisation und auf das Buch: "Das Gefühl, ein No-body zu sein". Die Tatsache, dass ich nicht die einzige bin, die darunter leidet und die Tatsache, dass man nicht "verrückt wird" (auch wenn man nun mal dieses Gefühl hat) haben mich nun fast vollständig in die Realität zurückgeholt... nun bin ich 21 Jahre alt und erlebe solche Zustände nur noch in Stresssituationen oder bei neuen Herausforderungen. Ich kann dieses Buch nur empfehlen, denn man erkennt isch darin wieder und es wirkt sehr beruhigend. Leider ist dieser Begriff Depersonalisation fast unbekannt, kaum ein Arzt scheint darüber informiert zu sein. Dabei hätte ich mir 7 Jahren meines Leiden doch ersparen können..... Viel Glück!

Isabelle
depersonalisierung kommt von einer Depression. Da hat dein Arzt schon Recht.

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23. Oktober 2008 um 23:22

Unbedingt Therapie
HallO sheep,

ich rate dir sehr zu einem Therapeuten zu gehen. Es gibt viele Dinge die dein Unterbewusstsein nicht verarbeitet hat. Nach aussen bist du zwar stark, hast keine Probleme, hast viele Freunde etc., aber das dein Unterbewusstsein um Hilfe schreit liegt auf der Hand.

Ich selbst leide nun seit 3 Monaten an Depressionen und panikattacken mit dem Gefühl nicht da zu sein, Dinge nicht wahrzunehmen oder mich aus der Vogelperspektive zu sehen. Ich habe zur Zeit viel Stress und stehe vor dem 2. juristischen Staatsexamen.

Mein Opa ist auch vor 3 Jahren gestorben. Viele Krankheiten, der Tod und Schicksale in meinem Umfeld haben mich sehr mitgenommen ohne dass es mir wirklich bewusst war. Ich habe immer gedacht, dass ich stark genug bin, aber das ist falsch.

Mit der Therapie ist es um einiges besser geworden. Zeitlang ist die Angst ganz weg und nur manchmal taucht sie wieder auf.

Deine Seele nimmt alles in deinem Umfeld auf und darf nicht ignoriert werden.


Lass Dir von einem Fachmann helfen. Es gibt sehr gute Therapeuten.

Ich wünsche dir alles Liebe und das geht weg, das verspreche ich dir.

Denn das ist eine Krankheit wie jede andere auch.

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24. Oktober 2008 um 9:35
In Antwort auf atefeh_12303913

Unbedingt Therapie
HallO sheep,

ich rate dir sehr zu einem Therapeuten zu gehen. Es gibt viele Dinge die dein Unterbewusstsein nicht verarbeitet hat. Nach aussen bist du zwar stark, hast keine Probleme, hast viele Freunde etc., aber das dein Unterbewusstsein um Hilfe schreit liegt auf der Hand.

Ich selbst leide nun seit 3 Monaten an Depressionen und panikattacken mit dem Gefühl nicht da zu sein, Dinge nicht wahrzunehmen oder mich aus der Vogelperspektive zu sehen. Ich habe zur Zeit viel Stress und stehe vor dem 2. juristischen Staatsexamen.

Mein Opa ist auch vor 3 Jahren gestorben. Viele Krankheiten, der Tod und Schicksale in meinem Umfeld haben mich sehr mitgenommen ohne dass es mir wirklich bewusst war. Ich habe immer gedacht, dass ich stark genug bin, aber das ist falsch.

Mit der Therapie ist es um einiges besser geworden. Zeitlang ist die Angst ganz weg und nur manchmal taucht sie wieder auf.

Deine Seele nimmt alles in deinem Umfeld auf und darf nicht ignoriert werden.


Lass Dir von einem Fachmann helfen. Es gibt sehr gute Therapeuten.

Ich wünsche dir alles Liebe und das geht weg, das verspreche ich dir.

Denn das ist eine Krankheit wie jede andere auch.

Seele
wenn du an seele und wiedergeburt glaubst ja

Therapie naja diese psychologen fragen einen nur aus die hasse ich wie die pest ne danke. die haben mehr an der klatsche als wir

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5. Februar 2015 um 10:28

Hallo
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