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Vorsicht, ernste Thematik: Vergewaltigung & neuer Partner

2. Januar 2007 um 15:26

Männer, bitte sagt mir ganz ehrlich, wie würdet ihr reagieren, wenn plötzlich eure Herzallerliebste beichten würde, daß sie früher (als Kind/Jugendliche) mehrfach vergewaltigt wurde und unter den daraus resultierenden Folgen (schwere Depressionen, mehrere Suizidversuche) lange gelitten hat?

Wärt ihr geschockt, wütend, traurig?
Würdet ihr euch abwenden, weil sie eine Psycho-Tussi ist?
Könntet ihr noch die Frau in ihr sehen, die ihr vorher in ihr gesehen habt?
Könntet ihr noch den Sex mit ihr genießen, wenn es für sie in Ordnung wäre?
Was würde in euch vorgehen?

Ich weiß, es ist sehr schwer nachzuvollziehen, wenn man nicht direkt davon betroffen ist, aber bitte, versucht es wenigstens. Wie würdet ihr reagieren?

Das Problem ist, dass mich mein Freund nur als selbstbewusste, aufgeschlossene Frau kennengelernt hat. Ich habe zwar schon mehrfach ganz vage angedeutet, dass es bei mir früher schwere Zeiten gab, aber mit so einer harten Geschichte würde er sicher nicht rechnen. Er ist sehr sensibel und feinfühlig, und ich glaube, es würde ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel treffen.

Ich habe meine Vergangenheit mit Hilfe von knapp 10 Jahren kontinuierlicher psychotherapeutischer Behandlung sehr gut aufgearbeitet und mit dem gesamten Umfeld von früher konsequent gebrochen. Ich verkehre nur noch mit Leuten, die mich nur mit meinem neuen Leben kennen und mich für mein Selbstbewusstsein, meine Stärke, meine Offenheit usw. sehr beneiden. Von ihnen würde nie jemand vermuten, dass ich bis vor ein paar Jahren das ganze Gegenteil war.
Und verdammt ja, ich bin kein Opfer mehr, ich bin raus aus der Opferrolle. Ich kann sogar behaupten, dass mir Sex unheimlich viel Spaß macht, ich ihn genießen kann und auch keine Orgasmusschwierigkeiten habe.

Sicherlich habe ich Narben davon getragen, aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Hin und wieder gibt es mal ein paar Tage, wo mich die alte Geschichte einholt, aber in schweren Depressionen bin ich schon jahrelang nicht mehr verfallen. Ich fühle mich sehr stabil, aber ich würde mich noch besser fühlen, wenn ich meinem Freund davon erzählen könnte, weil ich mich dann nicht länger verstellen müsste, wenn ich mal einen Tag habe, an dem es mir mal nicht so gut geht.

Mir ist mein Freund so unendlich wichtig, wie mir vorher noch nie ein Mann wichtig war. Aber ich habe so wahnsinnig große Angst, dass mir jetzt meine alte Geschichte zum Verhängnis wird und mir alles wieder kaputt macht. Ich kann und will mich nicht länger in Ausreden flüchten oder ihn gar anlügen, denn auf lange Sicht gesehen, würde ich mir selber damit keinen Gefallen tun.

Also bitte Männer, wie viel kann man euch zumuten? Was könnt ihr aushalten, verkraften?

Ich weiß nicht, was ich tun soll? Vielleicht doch besser meine Klappe halten und mir eine gute Ausrede einfallen lassen? Aber das würde ich so ungern tun, weil er es absolut nicht verdient hat, dass ich ihn anlüge.

Mittlerweile bin ich sogar schon so weit, dass ich mit dem Gedanken spiele, mich an meine Therapeutin von damals zu wenden und sie um Rat zu fragen. Sie kennt schließlich mich und meine Lebensgeschichte wie sonst keiner.

Bitte liebe Männer, lasst doch mal für einen kleinen Augenblick die harte Schale fallen und zeigt, wie es tief drin in euch aussieht, wenn eure große Liebe mit so einer Beichte auf euch zukommen würde.

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2. Januar 2007 um 15:47

Ich bin zwar kein Mann...
... mir ergings aber ähnlich wie dir. Wurde von meinem Vater zu viel geliebt. Mein Freund hatte ebenfalls schlimmes in seiner Kindheit durchgemacht. Er hat das alles ziemlich lange verdrängt und durch ein Erlebnis letztes Jahr ist psychisch alles vor ca. 1 1/2 Jahren hochgekommen. Wir haben beide (noch) keine therapeutische Hilfe in Anspruch genommen. Er ist auch der Erste, dem ich von meiner Kindheit erzählt habe.

Wie lange bist du denn schon mit deinem Freund zusammen?
Ich an deiner Stelle würde deinem Freund von deinen Erlebnissen erzählen. Er wird dich dann auch besser verstehen, wenn du wirklich einmal einen schlechten Tag haben solltest.
Und du mußt ihm ja auch nicht alle grausamen Details erzählen, die dir wiederfahren sind.

J.

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2. Januar 2007 um 20:12

Hey, apfel,
meine grosse!
gerade gelesen von dir und jetzt rinnen hier so ein paar blöde tränen.
trauma? du auch?
süsse, du weisst es. wir haben grosse kraft in uns...
und jetzt drück ich dich mal, von herzen!

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